Hochstapler Flug und TrugSeite 2/2
Anders sieht es aus, wenn Piloten in kurzer Abfolge für eine Vielzahl von kleineren und kurzlebigen Fluggesellschaften in unterschiedlichen Ländern arbeiten, wie Thomas S. es getan hat. Dann wird es für die Behörden schwierig, Schritt zu halten. Wenn sie es denn überhaupt versuchen. Tatsache ist, dass staatliche Stellen Pilotenlizenzen nur selten aktiv überprüfen. Zwar werden in Deutschland und anderen EU-Staaten unangekündigte Stichproben, sogenannte Ramp Checks, an eingeflogenen Flugzeugen und Besatzungen durchgeführt. Aber international ist das noch längst nicht die Regel. »Meine Lizenz wurde in den letzten 30 Jahren nur bei einem einzigen Ramp Check kontrolliert, das war in Addis Abeba«, so der Lufthansa-Pilot. Es scheint also, als würde in der Praxis viel Verantwortung an die Fluggesellschaften delegiert. Aber werden sie ihr immer gerecht? Von Corendon Airlines erzählt man sich, dort seien zuletzt nur Piloten eingestellt worden, die mit ungewöhnlich geringen Gehältern vorliebnahmen.
In den USA hätte ein Frank Abagnale jr. heute schlechte Chancen. Dort kann inzwischen jedermann, egal ob Fluggast oder potenzieller Arbeitgeber, in wenigen Sekunden auf der Website der Luftfahrtbehörde FAA überprüfen, welche Lizenz ein dort registrierter Pilot hat, ob sie Einschränkungen sie unterliegt und wie es um sein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis steht. Diese Transparenz mag nicht den europäischen Vorstellungen von Datenschutz entsprechen, dient aber der Sicherheit.
Bis jetzt ist nicht bekannt, ob Thomas S. die vielen Tausend Passagiere, die er ohne Lizenz beförderte, je in unmittelbare Gefahr gebracht hat. Kollegen beschreiben ihn als guten Piloten, wenn auch als arroganten Charakter, der sich gern schon mal von der Kabinenbesatzung den Koffer tragen ließ. Vielleicht hat er ja Frank Abagnale jr. im Film bewundert und sich gedacht: Auftreten ist alles.
- Datum 17.03.2010 - 14:18 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 11.03.2010 Nr. 11
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... und umgekehrt verhält es sich wohl ähnlich. Gab es denn Zwischenfälle abnormer Art mit dem "Captain" oder versah er letztendlich seinen Dienst wie jeder andere (korrekt Zertifizierte) auch?
Schlage vor, dass Sie aus dem Anekdötchen hier mal einen Artikel machen, denn schließlich reden wir hier von einer Persönlichkeit, die trotz nicht vorhandener Ausbildung (wobei man davon ausgehen darf, dass das Wissen schon umfänglich gewesen sein wird, sonst bewegen sich die Geräte im reglementierten Luftraum nämlich mehr als "auffällig") den Mut und/oder Wahnsinn aufbrachte, das Cockpit mehr als ein Jahrzehnt zu besetzen.
Nicht nur, dass mein Fahrlehrer immer meinte, dass ich mit dem Führerschein dann fahren DÜRFTE, aber ...
Witzig übrigens, dass man sich - ganz untypisch für Deutsche - an den Berechtigungen und Zertifikaten aufhängt. Der typische Deutsche ist eben auch so erzogen, dass er mehr Wert auf den Schein als das Sein legt. Dass das eine nicht gleich das andere bedingt, sieht man nicht nur bei diesem Fall.
Am besten wäre es diesen Piloten ein Zertifikat auszuhändigen. Fliegen kann er schliesslich. Im Gefängniss wird er nur auf der Tasche der Steuerzahler liegen. Eine Geldbüsse sollte genügend sein.
Also, da fragt man sich doch, wozu man sich als Passagier die mti Sicherheitsgebühren finanzierten ineffektiven Kontrollen weiterhin gefallen lassen sollte!
Ich nehm' nun öfters den Zug, der fährt inzwischen ja durch ganz Europa, und nutze die Zeit mit dem Laptop und einem Glas Wein.
Sehen Sie mal die Fahrpläne an, in "Kerneuropa" lohnt Fliegen schon nicht mehr:
http://abc4trip.eu/speed-trains-vs-airline-and-air-traffic-controller-strikes-in-europe/
J.K. Bertel
wer 13 Jahre und mehr als 10000 Flugstunden ohne Unfall oder Problem absolviert hat ist wahrscheinlich ein guter Pilot.
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