Ich habe einen Traum "In acht Jahren mache ich definitiv keinen Sport mehr"
Magdalena Neuner war die erfolgreichste deutsche Athletin bei den diesjährigen Olympischen Spielen. Von Olympia träumte sie schon als Kind.
Den Traum von Olympia hatte ich schon als Elfjährige. Ich hatte gerade erst mit dem Biathlon angefangen, als die Spiele in Nagano stattfanden. Das war 1998. Ich stand morgens um sechs Uhr auf, schaute die Wettbewerbe im Fernsehen an und dachte: Ooooh, Olympia...! Es kam alles so toll rüber, dass ich davon träumte, eines Tages selbst über die Ziellinie zu fahren, stolz auf mich zu sein, die Nationalhymne zu hören.
Als ich das jetzt tatsächlich geschafft habe – das war schon ein Wahnsinn. Vor den Spielen in Vancouver hatte ich mir die Medaillen mal im Internet angeschaut. Wenn man einfach so an den Start geht und sagt: Wird schon werden, dann kann man seine Kämpfernatur nicht auspacken. Mit der gehe ich in meiner letzten Runde über die Schmerzgrenze.
Die Gefühle danach, oben auf dem Siegerpodest, sind schwer zu beschreiben: Gänsehaut, die Leute schauen zu einem auf, die Fahne wird hochgezogen – ich fühlte mich ein bisschen über den Dingen. Aber das darf man in so einem Moment auch. Meine sportlichen Träume habe ich mir jetzt schon erfüllt.
23, wuchs in Wallgau (Oberbayern) auf. 2007 wurde die Biathletin zur Sportlerin des Jahres gewählt. Mit zweimal Gold und einmal Silber war sie die erfolgreichste deutsche Athletin bei den Olympischen Spielen in Vancouver
Doch Biathlon ist ja nicht nur meine Berufung, sondern auch mein Beruf, und solange der mir noch Spaß macht, geht es weiter. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde: Geld ist mir vollkommen wurscht, ich mach das auch umsonst. Dafür sind Berufe da – zum Geldverdienen. Zurzeit bin ich total sparsam, aber ich denke an mein weiteres Leben, daran, dass ich eine Familie haben, ein Haus bauen will. Ich bin in meinen Wünschen relativ konservativ.
Nur ein Star wollte ich nie sein. Ich wollte erfolgreich sein, für mich. Vielleicht war ich da auch naiv, ich war ja erst 19, als ich zum ersten Mal Weltmeisterin wurde. Und plötzlich war ich ein Sternchen. Es gibt aber Momente, wo ich zu Hause einfach nur Magdalena sein will. Ich kann ja manchmal nicht einmal in Ruhe drei Eier kaufen gehen. Es gibt so Tage, da würde ich mich gern verkleiden und einfach mal unerkannt rausgehen. Inzwischen habe ich gelernt, die Tür hinter mir zuzumachen. Andererseits gebe ich den Leuten ja auch etwas; Menschen, denen es nicht so gut geht, haben mir gesagt: Zumindest die eine Stunde am Tag, in der das Biathlonrennen läuft, können wir uns freuen, mit dir.
An die nächsten Winterspiele, 2014 in Sotschi, denke ich noch nicht. Nur eins kann ich jetzt schon sagen: In acht Jahren mache ich definitiv keinen Sport mehr. Ich bin doch schon so lange dabei! Und ich versichere, dass ich nach meinem Rücktritt auch nicht wiederkommen werde.
Natürlich denke ich manchmal darüber nach, dass ich vielleicht nie mehr eine Sache so gut machen werde wie Biathlon. Nein, das stimmt nicht ganz, ich glaube, ich kann gut mit Menschen umgehen. Vielleicht arbeite ich eines Tages mal als Trainerin mit Kindern. Wäre doch schade, meine gesammelten Erfahrungen nicht weiterzugeben.
Aufgezeichnet von Christof Siemes
- Datum 11.03.2010 - 09:46 Uhr
- Serie Ich habe einen Traum
- Quelle ZEITmagazin, 11.03.2010 Nr. 11
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erfolgreich für was? Das mir alle zujubeln und das auf Kosten meiner Robustheit?. Ist ihr wirklich zu gönnen mit einer guten langen Gesundheit!
beide haben erfreulicherweise zwei Gold- und eine Silbermedaille gewonnen, doch in den Medien wird fälschlicherweise systematisch nur Magdalena Neuner als die erfolgreichst dt. Sportlerin bei den Olympischen Spielen 2010 bezeichnet.
Nach der Anzahl der Medaillen war Magdalena Neuner die erfolgreichste deutsche Sportlerin in Vacouver, sie hatte 2x Gold und 1x Silber gewonnen, Maria Riesch 2x Gold.
denn ich war felsenfest davon überzeugt, dass Riesch auch einmal den zweiten Platz erreichte.
denn ich war felsenfest davon überzeugt, dass Riesch auch einmal den zweiten Platz erreichte.
denn ich war felsenfest davon überzeugt, dass Riesch auch einmal den zweiten Platz erreichte.
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