Griechenland auf Sparkurs Sozialisten retten das VaterlandSeite 2/2
Giorgos Papandreou spricht genauso. »Es geht um unsere Unabhängigkeit! Wir sind im Kriegszustand!« So versucht er die Griechen einzustimmen und die Reihen zu schließen – in der eigenen Partei, im Parlament, in Griechenland. Bisher kann keiner seiner politischen Rivalen aus der Krise politisches Kapital schlagen. Weder die Kommunisten noch ein kleines Linksbündnis. Aber auch nicht die Rechtspopulisten der Laos-Partei, die bei fünf Prozent vor sich hindümpeln. Damit steht das schuldenüberhäufte Griechenland in Europa besser da als einige vom Rechtspopulismus befallene westeuropäische Länder.
Und doch gibt es eine Gefahr. Sie kommt nicht von den Rändern, sondern aus der Mitte des zunehmend erschöpften Volkes. Kostas Alexandrou wählt nicht mehr Pasok. Er wandte sich nach vielen gebrochenen Versprechen ab. »Ich wähle nun gar nicht mehr, weil ich niemandem vertraue«, sagt er. Pasok und Nea Dimokratia seien zwei Seiten derselben Medaille. »Sie haben das Geld erst verprasst, jetzt kürzen sie.« Der Staat wird schlanker, die Parteien erfinden sich neu. Alexandrou muss mit den Folgen leben und schlägt sich durch. Arbeitet schwarz, verzichtet auf politische Teilhabe, geht ins Exil im eigenen Land. So machen es immer mehr Griechen, womit sie dann wieder ganz im europäischen Trend liegen. Der Aufstand fällt aus, aber der Ausstieg, der kommt.
- Datum 11.03.2010 - 13:51 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 11.03.2010 Nr. 11
- Kommentare 12
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Diejenigen die die Schulden gemacht haben, verpassen dem Volk nun den Sparkurs. Aber wie sieht es an der Spitze aus, sparen die auch? Wird das Finanzkapital (auch z. B. die deutschen Banken) das an der Verschuldung verdiente und ein Interesse an dieser Verschuldung hatte, mit verantwortlich gemacht? Werden sie zur Kasse gebeten?
Warum sollte der kleine Mann das alleine auf sich nehmen?
...nur ein weiterer Schritt zur Umverteilung des Geldes ist.
...nur ein weiterer Schritt zur Umverteilung des Geldes ist.
...als hätte es Ahmadinejad gesgat. Der behauptet doch auch immernoch, die Proteste im Iran wären solche von randgruppen die den öffentlichen Frieden stören, womit er dann Verhaftungen ect. rechtfertig.
Wer dermaßen vehemente Proteste nicht ernst nimmt, kann nicht erwarten als Politiker ernst genommen zu werden.
sind Kommentare manchmal schnell zu verwerfen. Der Leser denkt scheinbar, dass die Welt nur noch in vor Westerwellscher Polemik kommuniziert. Wir hören nur einfache Argumente, wissen um ihre Halbgarheit - verwerfen aber das komplexe Konstrukt. Und so ist es mit vielen Dingen. Wenn ich jetzt "Unternehmenssteuern abschaffen" schreibe, vermuten alle die gleiche neoliberale Dogmatik, die die Welt schon in den Ruin geführt hat. Wenn ich dann Grundsicherung für alle schreibe, denken alle an Sozialismus und Arbeitsverweigerung, die dem ersten in nichts nachsteht. Wenn ich dann noch schreibe, kombiniert beides u schaut euch nach neuen Steuerquellen um, dann machen sich die wenigsten Gedanken darüber, was dahinter stecken könnte und tun es als Gedankenwildwuchs ab.
Vielleicht ist es wie mit der Schweinegrippe. Die war gar nicht so schlimm, wenn sie nicht in Verbindung mit der normalen Influenza auftrat. Unternehmen sind vielleicht auch nicht so schlimm, wenn sie nicht zusammen mit der Sozialstaatsfinanzierung auftreten.
Die Griechen haben das Problem, dass sie das im Kollektiv noch nicht hinterfragt haben.
Nein, die retten denen den A.., denen das Vaterland völlig egal ist.
Sie schreiben: "Nein, die retten denen den A.., denen das Vaterland völlig egal ist."
Die retten dann aber ziemlich vielen den A... Und in der Summe kommt dann unterm Strich wieder das Vaterland heraus.
Übrigens: Man sollte nicht immer von sich auf andere schließen ...
Sie schreiben: "Nein, die retten denen den A.., denen das Vaterland völlig egal ist."
Die retten dann aber ziemlich vielen den A... Und in der Summe kommt dann unterm Strich wieder das Vaterland heraus.
Übrigens: Man sollte nicht immer von sich auf andere schließen ...
Ich hoffe kein Grieche verzichtet für ein erfundenes Gedankenkonstrukt wie einen Nationalstaat, es wird Zeit für die letzte Krise des Kapitalismus. Hoffentlich zieht er den Nationalismus gleich noch mit in dem Abgrund. Lange genug hat die arbeitende Masse sich von einer gesellschaftlichen "Elite" ausbeuten lassen. In Griechenland mag es besonders krass sein, aber das System ist hier das gleiche. Wenn ich schon höre, dass man "zugunsten Griechenlands verzichten" soll hilft das doch nur einer Klasse, der die Griechenland schon richtig reingeritten hat, nämlich den Herrschenden.
Nur wenn die Mehrheit regiert wird auch im Interesse der Mehrheit regiert!
wenn ein Land einfach über seine Verhältnisse gelebt hat?
Was für eine ekelhafte Klassenkampfrhetorik!
wenn ein Land einfach über seine Verhältnisse gelebt hat?
Was für eine ekelhafte Klassenkampfrhetorik!
wenn ein Land einfach über seine Verhältnisse gelebt hat?
Was für eine ekelhafte Klassenkampfrhetorik!
... liest du denn Klassenkampfrhetorik heraus?
... liest du denn Klassenkampfrhetorik heraus?
Sie schreiben: "Nein, die retten denen den A.., denen das Vaterland völlig egal ist."
Die retten dann aber ziemlich vielen den A... Und in der Summe kommt dann unterm Strich wieder das Vaterland heraus.
Übrigens: Man sollte nicht immer von sich auf andere schließen ...
... wird Griechenland nicht retten, sondern ruinieren. Alles andere ist volkswirtschaftlicher Nonsens. Genau darum geht es ja auch, das Lohn- und Lebensniveau muss auf chinesisches Maß herunter, um "wettbewerbsfähig" zu werden, denn Industrie wächst nicht in der Rezession, also muss man sie aus anderen Ländern abwerben, durch Dumping.
Leider durchschaut das die Mehrheit der Griechen genausowenig wie die Deutschen, alle wissen, dass da was grundfalsch läuft, aber niemand versteht so richtig was. Finanzielle Logik ist ja so schön einfach und plausibel.
Alle wollen arbeiten und konsumieren und können es wegen dem perversen Geldsystem und permanenten Zahlungsmittelmangel nicht. Das ist hoch unlogisch und eigentlich total unkapitalistisch, aber paradoxerweise merken das die Menschen nichtmal. Ich hoffe immer noch, dass es den ganzen Laden irgendwann zerfetzt und Platz wird für ökonomische Vernunft.
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