Missbrauch an der Odenwaldschule "Ich mache mir Vorwürfe"Seite 2/2
Wir müssen uns heute fragen, ob wir genügend getan haben, um die Aufklärung voranzutreiben und Becker zu bewegen, sein Schweigen zu brechen. Wir, das sind die Landerziehungsheime, die Vertreter der Reformpädagogik, vor allem jene, die Becker und Hentig nahestehen, es sind aber auch staatliche Behörden, Journalisten und ehemalige Schülerinnen und Schüler.
Die Odenwaldschule hat nach meiner Kenntnis nichts vertuscht. Sie hat sich aber so verhalten wie wir alle. Wir haben uns zufriedengegeben mit der Aufklärungsarbeit der Odenwaldschule und sind zur Tagesordnung übergegangen. Was meine Person angeht, so hätte ich mich damals nicht begnügen dürfen mit der beruhigenden Meinung, der verehrte Hartmut von Hentig werde nichts zulassen, was Kindern schadet. Ich sah in ihm den Beschützer und Verteidiger der Kinder. Mit ihm hätte ich mich auseinandersetzen müssen, nachdem ich mir von Gesprächen mit Becker wenig versprach.
Was waren die Motive meiner Zurückhaltung? Nicht mangelnder Mut, denn es mangelte nicht an heftigen Kontroversen zwischen uns. Unsere Beziehung gründete auf dem Satz: »We agree to disagree«, wir sind uns einig, nicht einig zu sein. Heute mache ich mir zum Vorwurf, dass ich in Sachen sexueller Übergriffe an der Odenwaldschule nicht mit der gleichen offensiven Haltung ihm gegenüber aufgetreten bin wie in Fragen der Führung einer Schule oder in Fragen der Disziplin.
Unser damaliger Rückzug ins Tagesgeschäft hat der Reformpädagogik unermesslichen Schaden zugefügt. Hätten wir uns mit Hentig über diese Fragen auseinandergesetzt, hätte es ihn geschützt, aber auch seine Ideen zur Bildung und Erziehung. Man wird uns unsere Untätigkeit um die Ohren hauen und damit gleich die ganze Bewegung verdammen. Dass ich für meine Zurückhaltung kritisiert werde, akzeptiere ich. Es betrübt mich, wenn jetzt Internate, Reformpädagogik, bald auch Ganztagsschulen und überhaupt die Nähe von Erwachsenen zu Kindern einem Generalverdacht unterzogen werden, weil es an der Odenwaldschule zu Übergriffen kam. Sexuellen Missbrauch gibt es in allen Sphären, in Schulen, Familien und Sportvereinen. Das entschuldigt uns nicht, ist aber für das Verständnis des Problems wichtig.
Und es ist wichtig, schnell und entschlossen zu reagieren. Auch in Salem gab es während meiner Zeit als Schulleiter einige wenige Fälle, bei denen ein Lehrer einen Schüler so angefasst hat, dass der sich belästigt fühlte. Die Lehrer wurden daraufhin entlassen. Beim letzten Fall habe ich unmittelbar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
An alle Reformpädagogen möchte ich den Appell richten, unsere Geschichte aufzuarbeiten, die Frage von Distanz und Nähe von Erwachsenen zu erörtern und Richtlinien zu erarbeiten, die allen pädagogischen Einrichtungen Orientierung geben. Denn die Stunde der Reformpädagogik wird kommen, wenn Ganztagsschulen selbstverständlich werden in Deutschland. Wir müssen die Ideen Hentigs retten, auch wenn wir jetzt kritisch mit ihm auch in Fragen von Nähe und Distanz ins Gericht gehen. Wir werden zu diesem Thema in seinen Schriften die Spreu vom Weizen trennen müssen.
- Datum 17.03.2010 - 15:40 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 18.03.2010 Nr. 12
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Ich finde Ihre Stellungnahme sehr anständig und verantwortungsvoll. Aber über die Konsequenzen bin ich anderer Meinung als Sie. "Wir müssen die Ideen Hentigs retten, auch wenn wir jetzt kritisch mit ihm auch in Fragen von Nähe und Distanz ins Gericht gehen."
Finden Sie nicht, dass Herr von Hentig sich als Pädagoge gründlich disqualifiziert hat, nachdem er Missbrauch mit Argumenten entschuldigt, wie man sie eher von einem Pädophilen erwartet hätte als von einem Pädagogen? Ist es wirklich wünschenswert, wenn moderne Ansätze in der Pädagogik auf von Hentigs Ideen fußen? Ist das nicht eine Belastung und von vornherein ein Steilvorlage gegen die Reformpädagogik?
Zieht eine neue Kultur der Selbstkritik in Deutschland ein?
Frau Kässmann zeigt Größe und tritt korrekt zurück.
Herr Bueb gesteht eigene Fehler ein und lenkt den Blick zur Sache ...
Wenn diese Haltung nur verbreiteter wäre.
im internet bin ich auf einen bericht eines schülers der oso vom 2.2.10 gestoßen,
also aus einer zeit vor dem eigentlichen presserummel,
der darüber berichtet, daß sich schüler zum zweck des drogentests vor ihren lehrern ausziehen müssen.
http://www.dooyoo.de/bild...
als ehemaliger oso-lehrer habe ich auch kenntnis von derartigen vorfällen unter der aktuellen schulleitung und habe sie bereits 2008 zur sprache gebracht - keine reaktion der schule.
wenn sich jugendliche schüler vor ihrem lehrer ausziehen müssen um ins glas zu pinkeln --- das ist entwürdigender mißbrauch!
...regelmässige drogentests und dann auch noch blank ziehen dabei.
den nächsten erziehungsberechtigten, von dem ich erfahre, dass er seine kinder auf ein internat schickt schwärze ich beim jugendamt an, kein witz!
ausserdem muss endlich eine anzeigepflicht bei kenntnis von kindesmisshandlung her, das hat 2003 die kirche (unter dem mäntelchen der opferverbände) erfolgreich verhindert -- also liebe politiker, put your money where your mouth is, los jetzt!
Als was würden sie denn das Folgende bezeichnen?
Zur damaligen Zeit mußten sich in der Landesnervenklinik sämtliche neuaufgenommen Mädchen und Frauen auf GV und Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen.
Die Untersuchung dauerte 1/4 Stunde. Die Mädels mußten sich unten freimachen.
Standardsatz: Wir brauchen nur den Unterleib.
Ich selber war nur dort, weil ich ein Attest brauchte, entging dem Ganzen, weil ich seltsamerweise seeehr viel längr zum ausziehen brauchte und seltsamerweise immer nicht verstand, was der Arzt wollte.
Dafür haben sie mich gegen meinen willen 1984 auf Lues getestet, angeblich um sicher zu gehen, daß ich wirklich mit keinem geschlafen hätte. Ich könne ja schwanger sein.
Nach leider erfolgter Vergewaltigung, 1986, die ich angab, erfolgte dann gar keine Untersuchung mehr, weil es sich nicht lohne.
Seitdem habe ich dann auf jede Beziehung verzichtet. Ist vielleicht auch besser so.
...regelmässige drogentests und dann auch noch blank ziehen dabei.
den nächsten erziehungsberechtigten, von dem ich erfahre, dass er seine kinder auf ein internat schickt schwärze ich beim jugendamt an, kein witz!
ausserdem muss endlich eine anzeigepflicht bei kenntnis von kindesmisshandlung her, das hat 2003 die kirche (unter dem mäntelchen der opferverbände) erfolgreich verhindert -- also liebe politiker, put your money where your mouth is, los jetzt!
Als was würden sie denn das Folgende bezeichnen?
Zur damaligen Zeit mußten sich in der Landesnervenklinik sämtliche neuaufgenommen Mädchen und Frauen auf GV und Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen.
Die Untersuchung dauerte 1/4 Stunde. Die Mädels mußten sich unten freimachen.
Standardsatz: Wir brauchen nur den Unterleib.
Ich selber war nur dort, weil ich ein Attest brauchte, entging dem Ganzen, weil ich seltsamerweise seeehr viel längr zum ausziehen brauchte und seltsamerweise immer nicht verstand, was der Arzt wollte.
Dafür haben sie mich gegen meinen willen 1984 auf Lues getestet, angeblich um sicher zu gehen, daß ich wirklich mit keinem geschlafen hätte. Ich könne ja schwanger sein.
Nach leider erfolgter Vergewaltigung, 1986, die ich angab, erfolgte dann gar keine Untersuchung mehr, weil es sich nicht lohne.
Seitdem habe ich dann auf jede Beziehung verzichtet. Ist vielleicht auch besser so.
Bueb bleibt im System. Hartmut von Hentig läßt nichts zu, was Kindern schaden könnte.
Von Hentig handelte gewiss wahrhaftig, als er äußerte, dass Kinder die Verantwortlichen, die Verführer waren, Becker der sexuell Verführte. Genau davon ist er ist fest überzeugt, ohne Kindern schaden zu wollen.
Diese Art pädosexuell gefärbter Wahrnehmung erschafft eine eigene Welt sich angeblich selbst bestimmender, selbst steuernder und selbstverantwortlicher Kinder, ob in Fragen der Sexualität oder der Wahl der Lerninhalte.
Von Hentig war mit überhöhtem Sendungsbewußtsein der echten Überzeugung, diese Weltsicht in Schulen hereintragen zu müssen. Sein Auftreten und das seiner Nachfolger, fast möchte man sagen, Jünger, hat die Grundschulpädagogik wie kaum etwas anderes gespalten in Reformer, Fortschrittliche, Fackelanzünder, diejenigen, die Schule in Bewegung halten wollten und Skeptiker, die das Fanal irritierte und die folglich nicht dazugehörten.
Manch einem war diese erotisch getönte Sprache des Aufbruchs und die damit einhergehende vernebelte Wahrnehmung der Realität suspekt.
Schulen, Lehrer und Eltern, die nicht Fackelträger der Bewegung sein wollten, wurden teils mit harten Worten bedacht. Elemente von Hentigscher Reformpädagogik muss man längst nicht mehr auf abgeschiedenen Internaten suchen, sie haben Einzug in den normalen Schulalltag gehalten.
Der klare Blick und die nüchterne Frage nach dem, was zu retten ist, ist gefragter denn je.
Der gute Becker fing damals an, auch junge Menschen mit argen Problemen aufzunehmen. Nun hatte er versprochen, wenn man seine Hilfe bräuchte, wäre er Tag und Nacht für einen da, hätte immer Zeit und man könne auf seiner Couch schlafen.
Der arme Kerl hats doch versucht einzuhalten.
Damals war er schon kaum mehr bei seiner Frau, weil er sich immer Zeit für die Schüler nahm ohne Privatleben. Das fing an schief zu gehen.
Dann eine neue Freundin, die ihn besuchte.
So ein Durcheinader.
Und wie gesagt, der hat jedes beginnende Schäferstündchen abgebrochen, sobald nur ein Schüler anklopfte in jeder Lebenslage und in jedem Bekleidungszustand.
Er war echt nicht pädophil von sich aus und hat eine tolle Schule ins Leben gerufen und sein Topfhaarschnitt war zum kotzen.
Die Schuld lag aber auch nicht bei den Kindern.
Der gute Becker fing damals an, auch junge Menschen mit argen Problemen aufzunehmen. Nun hatte er versprochen, wenn man seine Hilfe bräuchte, wäre er Tag und Nacht für einen da, hätte immer Zeit und man könne auf seiner Couch schlafen.
Der arme Kerl hats doch versucht einzuhalten.
Damals war er schon kaum mehr bei seiner Frau, weil er sich immer Zeit für die Schüler nahm ohne Privatleben. Das fing an schief zu gehen.
Dann eine neue Freundin, die ihn besuchte.
So ein Durcheinader.
Und wie gesagt, der hat jedes beginnende Schäferstündchen abgebrochen, sobald nur ein Schüler anklopfte in jeder Lebenslage und in jedem Bekleidungszustand.
Er war echt nicht pädophil von sich aus und hat eine tolle Schule ins Leben gerufen und sein Topfhaarschnitt war zum kotzen.
Die Schuld lag aber auch nicht bei den Kindern.
...regelmässige drogentests und dann auch noch blank ziehen dabei.
den nächsten erziehungsberechtigten, von dem ich erfahre, dass er seine kinder auf ein internat schickt schwärze ich beim jugendamt an, kein witz!
ausserdem muss endlich eine anzeigepflicht bei kenntnis von kindesmisshandlung her, das hat 2003 die kirche (unter dem mäntelchen der opferverbände) erfolgreich verhindert -- also liebe politiker, put your money where your mouth is, los jetzt!
dafür, dass die Kirche eine Anzeigepflicht verhindert hat? Noch heute Mittag haben Sie sich bei "Mothers finest" für die "eingehende recherche" zu den Diskussionen im Zug des Gestzgebungsverfahrens bedankt.
Da wurde - ohne Anführung irgendwelcher Indizien - lediglich die Frage gestellt, ob hinter den Opferverbänden die Kirche stehe, - und nun ist plötzlich dieser Zusammenhang ausgemacht.
dafür, dass die Kirche eine Anzeigepflicht verhindert hat? Noch heute Mittag haben Sie sich bei "Mothers finest" für die "eingehende recherche" zu den Diskussionen im Zug des Gestzgebungsverfahrens bedankt.
Da wurde - ohne Anführung irgendwelcher Indizien - lediglich die Frage gestellt, ob hinter den Opferverbänden die Kirche stehe, - und nun ist plötzlich dieser Zusammenhang ausgemacht.
dafür, dass die Kirche eine Anzeigepflicht verhindert hat? Noch heute Mittag haben Sie sich bei "Mothers finest" für die "eingehende recherche" zu den Diskussionen im Zug des Gestzgebungsverfahrens bedankt.
Da wurde - ohne Anführung irgendwelcher Indizien - lediglich die Frage gestellt, ob hinter den Opferverbänden die Kirche stehe, - und nun ist plötzlich dieser Zusammenhang ausgemacht.
ihre ehrlichkeit und offenheit nehme ich (sicher auch viele andere) dankbar zur kenntnis. das gibt mut und hoffnung. wenn jetzt auch noch entsprechende wege von der politik geebnet werden, um in zukunft schärfer gegen missbrauch vorgehen zu können, wäre viel gewonnen. z.b. die erwähnte anzeigepflicht.
besser allerdings wäre eine bewußtseinsveränderung der gesellschaft in dieser hinsicht allgemein. nicht wegschauen sondern genauer hinschauen und handeln. ich selbst habe, durch meinen beruf, an solch einem prozess einmal teilgenommen. in diesem fall handelte es sich um missbrauch an geistig behinderten menschen. jahrelang waren informationen an die geschäftsleitung von dieser vertuscht worden. als es endlich zum prozess kam war die beweislast so schwer nachzuvollziehen das nichts weiter als eine kündigung erfolgte. noch schwerer sind beweise zu erbringen wenn sich der missbrauch innerhalb der familie abspielt. erschreckend, wieviele mütter ihre kinder nicht schützen wollen. aus angst vor finanziellen einbußen, den partner zu verlieren oder sich selbst daran beteiligen. meines wissens ist der familiäre missbrauch prozentuell am grössten.
Bueb tut so, als ob sich Ansatz von Becker grunbdlegend unterscheidet.Nichts könnte falscher sein. Bueb ist genau wie Becker und Hentig ein Verfechter der Idee, daß Erziehung in der Famiie nicht wirklich funktioniert, sondern von selbsternannten Hohepriestern verabreicht werden muss, und zwar in einer sozialen Situation, in der nicht der Einzelne sondern die Gemeinschaft dominiert. Dieser ganze Mist kommt aus de, Dunstkreis Stefan Georges, für den Übrigens die Knabenliebe immer dazugehörte. Lesetipp: http://www.welt.de/die-we...
Der arme G. Becker war folgerichtig seiner Karriere mindestens zweimal der Lustknabe eines deutliich älteren Pädagogikprofessort aus dem George-Dunstkreis (zunächst Hellmut Becker, dann Hentig. In gewisser Weise zeigt sich auch hier, daß die Mißbrauchten den Drang haben, selber zu mißbrauchen.
"Denn die Stunde der Reformpädagogik wird kommen, wenn Ganztagsschulen selbstverständlich werden in Deutschland."
Bei diesem Satz kriege ich das kalte Grausen...
Was diese Herren als "Reform"pädagogik bezeichnen, lässt uns Normalos schon seit mehr als 30 jahre übel werden.
Erinnern tut mich das aber auch etwas an die Heilsgestalten (Führer) eines Hans Dominik, der bei der Jugend in der 20igern so beliebt war, einer später total neurotisch gestörten "Heils"figur" in Form eines "Führers", dem "Heils"vater eines Zarasthro, usw.
Absolut neurotische Konzepte, in denen aber die Lebensängste von Generationen zum Ausdruck kommen.
Was diese Herren als "Reform"pädagogik bezeichnen, lässt uns Normalos schon seit mehr als 30 jahre übel werden.
Erinnern tut mich das aber auch etwas an die Heilsgestalten (Führer) eines Hans Dominik, der bei der Jugend in der 20igern so beliebt war, einer später total neurotisch gestörten "Heils"figur" in Form eines "Führers", dem "Heils"vater eines Zarasthro, usw.
Absolut neurotische Konzepte, in denen aber die Lebensängste von Generationen zum Ausdruck kommen.
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