Patricia Riekel Die Frau, von der man spricht
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Im Hause Riekel/Markwort herrscht ein konservatives Rollenverständnis

 Der langjährige Chefredakteur der Aktuellen, Tonio Montel, erinnert sich, wie Riekel und er Pläne geschmiedet hätten, die Bunte zu übernehmen, in den achtziger Jahren, beide waren da noch freie Mitarbeiter. Sie teilten sich ein Zimmer, zusammen mit Riekels Hund, der nach jedem gebissen habe, aber ihn verschonte. Einmal hätten sie sogar einen Schneehügel bestiegen, irgendwo in Oberbayern, um oben Schlachtpläne zu schmieden. Als stünde zu befürchten, dass sie sonst belauscht würden. "Wir Journalisten nehmen uns doch immer so schrecklich wichtig", sagt er.

Als Patricia Riekel schließlich das Angebot für die Bunte bekam, stand außer Frage, dass Montel ihr Stellvertreter würde. Doch dann überredeten ihn die Kollegen, die Chefredaktion der Aktuellen zu übernehmen. Er habe sich kaum zu Riekel hineingetraut, um ihr abzusagen. "Sie hat sich wortlos umgedreht und ist gegangen." Montel nennt seine damalige Entscheidung "einen der größten Fehler meines Lebens". Nicht weil er den Aufstieg der Bunten verpasste, der ihn mit nach oben getragen hätte. "Eine Freundschaft ist mehr wert. Seitdem lebten wir getrennt."

Er ist immer noch eingeladen zu den großen Festen, die Riekel und Helmut Markwort in ihrer Villa im Münchner Herzogpark veranstalten. Im Hause Riekel/Markwort herrscht ein konservatives Rollenverständnis: Riekel, die den mehr als zehn Jahre Älteren bewundert, der ihr journalistisch immer einen Schritt voraus war. Montel erzählt, dass sie sogar mal einen Artikel geschrieben habe, der sinngemäß so überschrieben war: Warum man seinen Mann vergöttern muss. Und Markwort, der sich, unbehelligt von allen Haushaltspflichten, seinen Büchern widmen kann – was kein allzu großes Zugeständnis von Patricia Riekel ist. Es gibt ja die Haushälterin.

Riekel legt Wert darauf, dass sie die Beziehung zu Herrn Markwort, wie sie ihn nennt, gewissenhaft pflegt. Vielleicht ist es diese Eigenschaft, die sie so erfolgreich macht: eine Gewissenhaftigkeit, mit der sie auch ihre Zeitschrift betreut und ihre Freundinnen. Sie hat eine feste Clique, jenseits der Prominentenwelt, mit der sie in ihr Wochenendhaus zum Starnberger See fährt, wenn Markwort beispielsweise etwas mit seiner Frau unternimmt. Denn diese Ehefrau gibt es noch immer: Er war verheiratet, als er Riekel kennenlernte, und hat sich nie scheiden lassen.

Glück sei, so lautet Riekels Credo, wenn es einem gelingt, seine Möglichkeiten an die Gegebenheiten anzupassen und seine Gegebenheiten an die Möglichkeiten. Pragmatischer kann man Glück nicht definieren. Sie ist eine illusionslose Romantikerin.

Doch einmal zeigte ihr Glücksgen tatsächlich Wirkung, bei der Tombola des Bundespresseballs. Sie gewann einen Jaguar, den sie nicht brauchte. Sie hatte ein Auto. Doch als der Moderator die Gewinner verlas und sich die Blicke auf sie und ihren Begleiter Helmut Markwort richteten, war Riekel in den Augen der Kollegen zur offiziellen Lebensgefährtin aufgestiegen.

Nun befinden sich beide Erfolgsjournalisten in einem Ausnahmezustand, eine seltsame Koinzidenz. Markworts Focus musste zuletzt Auflagenverluste hinnehmen. Im Herbst gibt er nach 17 Jahren die Chefredaktion ab. Er wird Herausgeber und tritt damit in die zweite Reihe. Und Patricia Riekel sieht sich zum ersten Mal mit öffentlicher Kritik konfrontiert, die über Medienkreise hinausgeht.

Die vielen Termine, mit denen sie ihre Tage in Los Angeles vollgepackt hat, vermitteln das Gefühl, dass wieder Normalität einkehrt sei. Sie bewegt sich hier auf sicherem Terrain, im alten Kerngeschäft der Klatschzeitungen: unter Schauspielern, auf roten Teppichen. Nur die vier Handys, die auf dem Tisch liegen, bringen ihr die unangenehme deutsche Wirklichkeit, kurz gehackt in SMS-Fetzen, ins sonnige Los Angeles. Franz Müntefering hat sich beim Presserat beschwert. Patricia Riekel starrt auf die Handys, die in ihrem Hotelzimmer auf einem Glastisch liegen, als wollte sie sie beschwören, zu schweigen. In beiden Händen hält sie eine Büroklammer, die sie in zwei Stücke gebrochen hat.

 
Leser-Kommentare
  1. sie seien selbst die Stars, haben sie das Level der Unfähigkeit erreicht. Dies gilt für Riekel, Markwort, viele weitere nicht nur in den Print- und Onlinemedien, auch im TV. Hierzu sei an einige Sportreporter erinnert.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ADoria
    • 19.03.2010 um 12:27 Uhr

    Diesen Film habe ich neulich bei ARTE entdeckt; dauert nur 5 Minuten. Den Finde ich sehr gelungen - sehenswert.

    http://plus7.arte.tv/de/1...

    • ADoria
    • 19.03.2010 um 12:27 Uhr

    Diesen Film habe ich neulich bei ARTE entdeckt; dauert nur 5 Minuten. Den Finde ich sehr gelungen - sehenswert.

    http://plus7.arte.tv/de/1...

  2. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf herabwürdigende Kommentare und halten Sie sich an die Netiquette. Die Redaktion/vv

  3. falsch, es müsste heißen die frau, die von sich selbst spricht

    ich kenne niemanden, der von ihr spricht, sehe sie nur von zeit zu zeit im tv, wo sie hauptsächlich über sich selbst spricht

    ein solch schwaches magazin, das aus menschen, die nichts können, nichts wissen möchtegernstars macht, es kommt darauf an, die richtigen klamotten zu tragen, vom richtigen hersteller, also was für markenfetischisten mit zu geringem selbstwertgefühl

    mir reicht es schon wenn ich beim zahnarzt sitze, und die nachbarin blättert in dem fremdschämblatt - an oberflächlichkeit nicht zu überbieten

    • ADoria
    • 19.03.2010 um 12:27 Uhr

    Diesen Film habe ich neulich bei ARTE entdeckt; dauert nur 5 Minuten. Den Finde ich sehr gelungen - sehenswert.

    http://plus7.arte.tv/de/1...

    • TDU
    • 19.03.2010 um 16:31 Uhr

    Ein Artikel mit Bunte - Qualität in der Zeit.

    Über die Grenzen von Spionieren und Recherchieren hat man zwar nichts gehört, aber man hat etwas über die Dame erfahren, die Prominente macht. Auch gut. Dann kann ja auch der Kommentar entsprechend ausfallen.

    Cowboystiefel finde ich bei einer Frau, wenn sie ihr denn stehen, äußerst sexy. Hat sowas von Bereitschaft zu gemeinsamen (nein, nicht zu dem, was jetzt naheliegen würde)spontanen Unternehmungen.

  4. ... das würde meine dreizehnjährige Tochter dazu sagen, dass eine Journalistin und ein Fotograf (?) nach Los Angeles fliegen um die Chef-Redakteurin der deutschen Zeitschrift "Bunte" zu interviewen. Unabhängig davon ob man sich für dieses Thema interessiert oder nicht - was ja Geschmackssache ist - ist so eine Aktion in der heutigen Zeit m.E. ökologisch unverantwortbar.

    Liebe Zeit: Wie halten Sie es eigentlich mit der Nachhaltigkeit Ihrer Tätigkeit?

    • keox
    • 21.03.2010 um 14:53 Uhr

    sei´s drum, Willy Wichtig wird sie wohl als Leistungsträger bezeichnen.

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