Exzellenzinitiative "Nur Druck schafft Bewegung"
Was bringt die neue Exzellenzinitiative? Eine Menge, behaupten zwei Professoren. Ein Gespräch über Studentenproteste, Ungleichheit zwischen den Universitäten, bessere Lehre und eigene Vorsätze
© Uwe Zucchi/dpa

Studenten in einem Hörsaal. Das Zusammenspiel aus Forschung und Lehre ist an vielen Unis ein Problem
DIE ZEIT: Können Sie das Wort Exzellenz überhaupt noch hören?
Matthias Kleiner: Ich verwende es nur noch wenig. Gebraucht man das Wort zu inflationär, nutzt es sich ab. Sagen wir einfach: Wir fördern herausragende Forschung, die oberhalb von sehr gut liegt.
Peter Strohschneider: Der Begriff ist jedenfalls ein eingeführtes Label: Länder wie Spanien, Polen oder Malaysia haben sogar eigene Wettbewerbe nach dem Vorbild der Exzellenzinitiative auf den Weg gebracht. Diese hat sich zu einem weltweit be- und geachteten Markenzeichen entwickelt.
ZEIT: Für Studenten, deren Professoren die Initiative genutzt haben, um sich aus der Lehre herauszuziehen, klingt das Wort ganz anders.
Kleiner: In Einzelfällen mag das stimmen. Ein Massenphänomen ist es aber kaum. Gute Forscher wissen genau: Die Lehre ist die Grundlage jeder Wissenschaft, nur über sie gelingt es, begabte junge Menschen für die Forschung zu gewinnen.
Strohschneider: Wenn man in einem Massenfach wie der Germanistik 36 Magisterarbeiten pro Semester korrigieren muss, ist die Aussicht, eine Zeit lang wieder konzentriert Forschung betreiben zu können, hoch willkommen. Aber schuld daran ist nicht die Exzellenzinitiative, sondern die fortdauernde, an manchen Stellen dramatische Unterfinanzierung der Hochschulen.
Kleiner: Hinzu kommt: 220 Professoren und über 4000 Wissenschaftler sind durch die Initiative an die Universitäten gekommen. Viele von denen unterrichten doch auch.
ZEIT: Aber das Problem bleibt: Die Politik kann das Geld nur einmal ausgeben, und seit der Exzellenzinitiative tut sie es für die Forschung.
Strohschneider: In der Vergangenheit gab es tatsächlich vielfach diese simple Alternative. Und die Vernachlässigung der Lehre in Deutschland – durch alle: Universitäten, Professoren und die Politik – ist höchst beklagenswert. Doch die Situation ändert sich. Nach dreißig Jahren gibt es jetzt eine realistische Chance, die Qualität der Lehre durchgreifend zu verbessern.
ZEIT: Sie beziehen sich auf den Qualitätspakt für die Lehre, den Ministerin Schavan kürzlich angekündigt hat.
Strohschneider: Richtig. Erstmals taucht hier die Lehre nicht mehr bloß als eine Mengenfrage auf, sondern es geht um die Möglichkeit, für Qualitätsverbesserungen zusätzliche Mittel zu erhalten. Wenn dies realisiert wird, würde man über die alten Verteilungskonflikte zwischen Forschung und Lehre, zwischen Universitäten und Forschungsinstituten, zwischen Quantität und Qualität in der Lehre endlich hinauskommen.
- Datum 18.03.2010 - 12:29 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 18.03.2010 Nr. 12
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"In der neuen Ausschreibung nehmen wir die forschungsorientierte Lehre in jeder Phase des Antrags mit in den Blick."
" Ich will die individuelle Betreuung neben dem Seminar intensivieren. Und ich überlege mir, wie man die intellektuelle Verbindlichkeit der Lehre erhöhen könnte: Präsenz zum Beispiel ist ja nicht eine körperliche, sondern eine intellektuelle Kategorie."
Respekt!! endlich mal mutige, klare Ansagen, die junge Forscher erfreuen werden. Präsenz ist auch eine intellektuelle Kategorie. Wieder was gelernt.
Zitat: ”Kleiner: Für einen Ingenieur ist die Antwort ganz einfach: Nur Dampf schafft Druck, und nur Druck schafft Bewegung.”
Was glauben sie, wieviele Bäume ich fällen mußte,
um Feuer zu machen,
um ihnen Dampf zu machen,
damit der richtige Arbeitsdruck entsteht,
damit sie sich in Bewegung setzen???
1.000de Angestellte und Budget in Millionhöhe, um einen einzigen Mittel-Finger zu bewegen. Sie sind mir zu teuer. Die Welt ist faßt untergegangen, und erst jetzt fangen sie sich an zu bewegen?
Die Schöpfungskraft der Leere, eines Loches führt “per angusta ad augusta”, durch daß Leiden der Anderen zum Vergnügen, Lust und Loberren der anderen.
Durch Erniedrigung der anderen, zur Erhöhung von sich selbst.
Hee sie Pfeife, soll ich ihnen Dampf machen??
Nein, kann auch so pfeifen!!!!
Herr Profesor können sie die Wirklichkeit warnehmen?
Nein, mein Wissen verhindert es.
Vergessen wir bitte nicht den “fair play”,
vergessen wir bitte nicht unseren Gerechtigskeitsinn und Allgemeinsinn.
Es existiert in diesen Jahren eine Disoziation zwischen Inteligenz und Weisheit. Vor allem durch “Gedanken”-Diebe.
Es gibt künstliche Inteligenz, nicht aber künstliche Weisheit.
saque-pluma
"Kleiner: Für einen Ingenieur ist die Antwort ganz einfach: Nur Dampf schafft Druck, und nur Druck schafft Bewegung."
Schuster, bleib bei deinem Leisten! Für einen Ingenieur ist die Antwort sicher ganz einfach, aber leider halt um Grössenordnungen zu einfach, wenn es um Fragen der Kultur geht. Seit es Universitäten gibt, war man immer der Auffassung, dass die etwas damit zu tun haben. Ingenieure hat man erst seit etwa einem halben Jahrhundert reingelassen. Das war vielleicht ein Fehler. Jetzt glauben Sie zu Dingen eine Meinung haben zu dürfen, die weit jenseits ihres Horizonts liegen.
Welche Arroganz spricht aus Ihren Worten!
By the way: Ingenieure läßt "man" schon seit ca 150 Jahren an die Universitäten, und durch 1 Ingenieur wird häufig mehr bewegt als durch Dutzende von Leuten Ihres Schlages...
Welche Arroganz spricht aus Ihren Worten!
By the way: Ingenieure läßt "man" schon seit ca 150 Jahren an die Universitäten, und durch 1 Ingenieur wird häufig mehr bewegt als durch Dutzende von Leuten Ihres Schlages...
Welche Arroganz spricht aus Ihren Worten!
By the way: Ingenieure läßt "man" schon seit ca 150 Jahren an die Universitäten, und durch 1 Ingenieur wird häufig mehr bewegt als durch Dutzende von Leuten Ihres Schlages...
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