Sal. Oppenheim Voll gehaftet
So soll es sein: Oppenheims Bankiers haben für ihre Fehler selbst bezahlt
Eines muss man den havarierten Bankiers Christopher Freiherr von Oppenheim und Matthias Graf von Krockow lassen: Den Titel persönlich haftende Gesellschafter, den sie bis zum Montag dieser Woche trugen, trugen sie zu Recht. Sie sind mit ihrem Vermögen für kapitale Fehlentscheidungen eingestanden, die sie in den vergangenen Jahren getroffen haben.
Das Bankhaus Sal. Oppenheim ist nun für den vergleichsweise bescheidenen Betrag von einer Milliarde Euro an die Deutsche Bank verkauft worden. Bei manchen Mitgliedern des Clans reicht der Erlös nur dazu, ihre privaten Schulden abzudecken. Auch müssen sie etliche Risiken der Bank weiter tragen. Andererseits dürfen die rund 40 Familienaktionäre, bei denen es sich überwiegend um Nachfahren jenes Salomon Oppenheim handelt, der das Bankhaus im Jahr der Französischen Revolution 1789 gründete, auf einen finanziellen Nachschlag hoffen – für den Fall, dass sich denn einige ihrer Anlagen und Spekulationen im Laufe der nächsten Jahre als erfolgreich erweisen. Zu Optimismus ist jedoch wenig Anlass: 2009 war es bei Oppenheim stets so, dass alles nur schlimmer kam und schlechter lief, als man gedacht hatte. Und die Deutsche Bank hat im Laufe der Verhandlungen den Preis stark drücken können.
Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass Sal. Oppenheim sein Investmentbanking jetzt dichtmacht. Ein Käufer hatte sich nur für Teilbereiche dieser Sparte gefunden, sie gingen an die australische Finanzgruppe Macquarie. Die Deutsche Bank hatte kein Interesse an den Frankfurter Abteilungen von Oppenheim. Für sie als die mit Abstand größte deutsche Investmentbank ist es sogar besser, wenn der kleine Konkurrent vom Markt verschwindet.
Hatte es in früheren Erklärungen geheißen, dass Christopher von Oppenheim dem Geldinstitut weiterhin »verbunden« bleiben werde, ist davon nun nicht mehr die Rede. Als Galionsfigur einer auf Solidität bedachten Privatbank taugt er tatsächlich nicht mehr, auch wenn er demjenigen Bereich vorstand, den die Manager der Deutschen Bank heute als »hervorragend positioniert« rühmen und ausbauen wollen: der Vermögensverwaltung für die Reichen und Superreichen. Die Deutsche Bank hatte Christopher von Oppenheim angeboten, an ihrem neuen Tochterunternehmen beteiligt zu bleiben. Doch er nahm nicht an. Womöglich fehlt ihm derzeit das nötige Kapital.
- Datum 21.03.2010 - 12:12 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 18.03.2010 Nr. 12
- Kommentare 2
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... dass das extra in der Zeitung steht, wenn ein Bankster sich mal an die Gesetze hält.
Fiel mir nur so auf, der Artikel ist sehr gut!
Wurde auch Zeit, dass diese Kriminellen mal pleite gehen.
Hier mal ein sehr unterhaltsames Video über sie:
http://www.youtube.com/wa...
da wird ein neuer Wind wehen und die Verluste werden auf den Steuerzahler umgelegt. Schließlich muss es ja mit 25% Rendite klappen und die Gerichte in D.land helfen im Zweifelsfall auch aus, in den USA sieht es jedoch dahingehend anders aus, hier wird leider nur nicht so ausführlich drüber berichtet.
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