Medizinische Versorgung Impfstoff und Moskitonetz
Malawi, einer der ärmsten Staaten der Welt, kämpft erfolgreich gegen Krankheiten.
© Harro Albrecht für DIE ZEIT

Krankenschwestern sind in Malawi überbelastet und schlecht bezahlt. Gerne lassen sie sich daher vom britischen Gesundheitssystem abwerben
Vor ein paar Jahren liefen die Geschäfte noch prächtig. Viele Tote, Big Business. Ein Tischler nach dem anderen hatte sich an dieser Straße in Malawis Hauptstadt Lilongwe niedergelassen. Jetzt aber bleiben die Toten aus. Dave Kapasas beobachtet deshalb mürrisch das Treiben auf der Straße vor seinem Laden. »Ich habe im vergangenen Monat nur einen Sarg verkauft«, klagt der hoch aufgeschossene 30-Jährige an diesem sonnigen Februartag. »Wenn das so weitergeht, muss ich mir einen anderen Job suchen.«
Schlechte Geschäfte für den Sargmacher, das bedeutet gute Nachrichten für die 13 Millionen Einwohner Malawis. Wer entlang der endlos scheinenden Tee-, Kaffee- und Tabakplantagen durch das Land im Inneren Ostafrikas fährt, trifft heute sehr viel seltener als früher auf Trauerzüge.

Sollte ausgerechnet in einem der ärmsten Länder der Erde gelungen sein, was die Vereinten Nationen vor zehn Jahren in Angriff genommen haben? Acht ehrgeizige Entwicklungsziele sollten bis zum Jahr 2015 weltweit verwirklicht werden, drei davon beziehen sich auf die Verbesserung der Gesundheitssituation in den ärmsten Ländern (siehe Kasten). Skeptiker hielten die Vorgaben damals für utopisch. Aber wenn heute selbst Malawi einen Weg aus der Misere gefunden hat, dann ist dies vielleicht ein Vorbild für andere gebeutelte Nationen: Was läuft hier richtig? Welche Faktoren sind für die guten Nachrichten aus Malawi verantwortlich? Was kann der Rest der Welt lernen von jenem Land, in dem der schottische Arzt und Afrikaforscher David Livingston im 19. Jahrhundert die Quellen des Sambesi wähnte?
Die Geschichte des Erfolgs beginnt mit den Kindern. Und Agnes Katsulukuta wacht über sie. Kinder sind die schwächsten Glieder einer Gesellschaft. Sie sind den in Afrika weitverbreiteten Infektionskrankheiten meist hilflos ausgeliefert. Um sie zu schützen, müssen wichtige Teile der medizinischen Vorsorge funktionieren. Deshalb gilt es als Zeichen der Besserung der gesundheitlichen Situation eines Landes, wenn die Kindersterblichkeit sinkt.
- Millenniumsziele
Anfang dieser Woche diskutierten auf der Konferenz Action for Global Health in Berlin Politiker und Nichtregierungsorganisationen die Gesundheitslage der Welt, insbesondere der Entwicklungsländer. Es ging um die Zwischenbilanz der gesundheitsbezogenen Millennium Development Goals. Auf acht Entwicklungsziele fürs neue Jahrtausend hatten sich die 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen im September 2000 geeinigt. Speziell auf die Gesundheit zielen drei: 1. die Kindersterblichkeit unter fünf Jahren um zwei Drittel zu senken; 2. die Müttersterblichkeit um drei Viertel zu vermindern; 3. die Ausbreitung von HIV und Aids einzudämmen.
- Südliches Afrika
Anders als asiatische Länder wie China werden die afrikanischen Staaten südlich der Sahara die Gesundheitsziele wohl nicht erreichen. Damit bestätigt sich scheinbar, was viele Kritiker von Anfang an beklagten: dass der Plan utopisch sei.
- Entwicklungsziele
Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich: Im Kampf gegen Aids erzielen schon viele Staaten Erfolge – und das Beispiel Malawi steht für den Fortschritt im Kampf gegen die hohe Kindersterblichkeit. In einem Punkt herrschte unter den Konferenzteilnehmern indes Einigkeit: Die Ziele seien schon deshalb sinnvoll, weil sie einen klaren Kurs für Regierungen und Hilfsorganisationen vorgäben – und weil Bürger und Organisationen sie einfordern könnten.
- Kritik an Niebel
Umstritten war auf der Konferenz hingegen der Kurs des neuen Entwicklungshilfeministers Dirk Niebel (FDP), der explizit auf bilaterale Hilfe und mehr Privatwirtschaft setzt. Denn gerade die Harmonisierung und kollektiv – und nicht von einzelnen Staaten – finanzierte Anstrengungen wie der Global Fund und die Global Alliance for Vaccine and Immunization verzeichneten bisher große Erfolge auf der Jagd nach den Millenniumszielen. Dass alle Anstrengungen wirkungslos blieben, wenn die Gemeinden in den Entwicklungländern nicht gestärkt würden, war Konsens.
Agnes Katsulukuta ist die Direktorin für präventive Gesundheitsdienste im Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Lilongwe. Stolz berichtet sie, dass fast 90 Prozent der malawischen Kinder geimpft seien. Erst wurde der Fünffach-Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung und den Meningitis-Erreger eingeführt, dann die Vakzine gegen Masern und Hepatitis B. »Manche Ärzte«, sagt Katsulukuta, »haben Masern noch nie gesehen. Die Isolierstationen sind fast überall geschlossen.«
Dank der internationalen Global Alliance for Vaccine and Immunization (Gavi) ist in den vergangenen acht Jahren die Versorgung mit Impfstoffen nie versiegt. »Dieses Jahr soll noch ein Impfstoff gegen Pneumokokken dazukommen«, sagt Katsulukuta, »und, wenn alles gut geht, auch einer gegen den Durchfallerreger Rotavirus.« Zusätzlich schützen verbesserte Medikamente und massenhaft verteilte Moskitonetze vor der durch den Stich der Anophelesmücke übertragenen Malaria.
- Datum 22.03.2010 - 11:32 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 18.03.2010 Nr. 12
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Impfen unterstützt hauptsächlich die Pharmaindustrie. Es gibt keinen 100-prozentigen Nachweis, dass Impfungen schützen! Sinnvoll sind Mückenschutznetze, aber noch besser wäre eine gesunde und ausreichende Ernährung, mit der man das Immunsystem der Kinder und Erwachsenen stärken könnte. Das gilt auch für AIDS, denn den AIDS-Erreger konnte noch niemand nachweisen!!!
KH Grund
Heilpraktiker
alles klar *an-die-Stirn-tipp*. Es ist verblüffend einfach, die Kindersterblichkeit zu verringern, das Geheimnis ist Seife und sauberes Wasser. Das Elend kommt in 16 Jahren, wenn bis dahin die Überbevölkerung nicht als Segen empfunden wird. Es wird dort vermutlich keine Jobs für diese Überlebenden geben. Das Problem kennen wir doch schon seit 50 Jahren, senke die Kindersterblichkeit, erhöhe die Nahrungsknappheit, erhöhe die Nahrungsmenge, verstärke die Arbeitslosigkeit. Zumindest gehe ich nicht davon aus, dass Malawi jetzt Verhütungsmittel verteilt, oder etwa doch.
alles klar *an-die-Stirn-tipp*. Es ist verblüffend einfach, die Kindersterblichkeit zu verringern, das Geheimnis ist Seife und sauberes Wasser. Das Elend kommt in 16 Jahren, wenn bis dahin die Überbevölkerung nicht als Segen empfunden wird. Es wird dort vermutlich keine Jobs für diese Überlebenden geben. Das Problem kennen wir doch schon seit 50 Jahren, senke die Kindersterblichkeit, erhöhe die Nahrungsknappheit, erhöhe die Nahrungsmenge, verstärke die Arbeitslosigkeit. Zumindest gehe ich nicht davon aus, dass Malawi jetzt Verhütungsmittel verteilt, oder etwa doch.
alles klar *an-die-Stirn-tipp*. Es ist verblüffend einfach, die Kindersterblichkeit zu verringern, das Geheimnis ist Seife und sauberes Wasser. Das Elend kommt in 16 Jahren, wenn bis dahin die Überbevölkerung nicht als Segen empfunden wird. Es wird dort vermutlich keine Jobs für diese Überlebenden geben. Das Problem kennen wir doch schon seit 50 Jahren, senke die Kindersterblichkeit, erhöhe die Nahrungsknappheit, erhöhe die Nahrungsmenge, verstärke die Arbeitslosigkeit. Zumindest gehe ich nicht davon aus, dass Malawi jetzt Verhütungsmittel verteilt, oder etwa doch.
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