Lebensmittelkennzeichnung Kampf um die Ampel
Der Gesundheitsausschuss des Europaparlaments hat gegen die Lebensmittelkennzeichnung per Ampel votiert. Doch Verbraucherschützer geben sich nicht geschlagen.
Die europaweite Einführung einer Ampelkennzeichnung bei Lebensmitteln bleibt umstritten. Zwar verfehlte der Vorschlag im zuständigen Ausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag die Mehrheit. Dennoch geben sich Verbraucherschützer nicht geschlagen. »Die Sache ist längst nicht entschieden«, sagt Thilo Bode, Geschäftsführer von Foodwatch.
Seine Organisation setzt sich dafür ein, dass auf jeder Lebensmittelpackung Nährwertangaben mit roten, gelben oder grünen Signalfarben hinterlegt werden. Zu viel Salz bekäme Rot, wenig Fett Grün. Auch die AOK hat Anfang der Woche für die Ampel geworben und darauf hingewiesen, dass ernährungsbedingte Krankheiten in Deutschland jährlich Kosten von 70 Milliarden Euro verursachten.
In Brüssel sind diese Zahlen bekannt, viele Parlamentarier halten die Ampel aber für irreführend. »Eine zuckerfreie Cola bekäme Grün, naturtrüber Apfelsaft Rot, und das nur, weil der Saft Zucker enthält«, begründet die zuständige Berichterstatterin Renate Sommer (CDU) ihr Votum.
Trotz des Fehlschlags im Ausschuss wird die Nährwertkennzeichnung wohl im Mai ins Plenum des Parlaments kommen. Es geht vor allem um die verbindliche Einführung von Angaben zu Energiewert, Fettgehalt und Kohlehydraten. Auch Daten zu Salz oder Ballaststoffen sind im Gespräch.
- Datum 17.03.2010 - 17:45 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 18.03.2010 Nr. 12
- Kommentare 10
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Politiker die einfachsten Dinge nicht hin?
Weil sie Korrupt sind und den Lobbyisten nachgeben.
Die Idee ist gut, ohne Zweifel, die Leute würden wirklich mal zielstrebig mit klaren Wegen konfrontiert und könnten so manchen Schmuh hinter sich lassen. Kauf Grün, meide Rot, wobei ein klein wenig Freiheit sein darf: Willst du nur ROT futtern, tu es, aber zahl die Schäden selbst. Das Gesundheitsamt.
Eine Ampel macht es sich mit der Einteilung in "gute" und "schlechte" Lebensmittel zu einfach.
Fett ist nicht gleich fett (Olivenöl ist ein sehr gesundes Produkt, bekäme aber trotzdem rot.) und ein Produkt auf Fett, Zucker, Eiweiß und kcal-Gehalt zu reduzieren lässt die wichtigen Dinge wie Nährstoffe und Zusatzstoffe völlig außer Acht.
Jeder Mensch mit ein bisschen Verstand kann auch ohne eine Ampel eine gesunde Ernährung praktizieren. Wer es jetzt nicht schafft, der will es einfach nicht. Im Ernst: Wer braucht eine Ampel um zu wissen dass Chips ungesund sind?
Sie würde am Ende nur verunsichern und außerdem Diätfanatik und eine zu extreme Essweise schüren. Produkte die ausschließlich grün sind reichen niemals aus um den Tagesbedarf an Kalorien zu erfüllen. Oder will sich hier irgendjemand ausschließlich von Magerquark ernähren?
Und in Obst ist auch viel Zucker, das bekäme also auch gelb oder rot. Die Vitamine werden nicht beachtet.
Ebenso das Beispiel mit der Diätcola. Krebserregender, in der Schweinemast verwendeter Süßstoff (regt den Appetit an und verarscht den Körper) wird null beachtet. Ebenso die ungesunde Säure. Produkt bekommt eine grüne Ampel und alle denken es wäre gesund.
Was wir brauchen ist eine deklarationspflicht über sämtliche(!) Inhaltsstoffe, mit Mengenangaben, und Nährwertangaben (kcal, KH, Zucker, EW, Salz...) auf jedem(!) Produkt.
Und eine bessere Aufklärung der Menschen über schädliche Wirkungen von Zusatzstoffen wie Süßstoffe, Geschmacksverstärker...
Volle Zustimmung!
Man kann Nahrung nicht einfach auf gute und schlechte Bestandteile reduzieren. Allein schon deswegen nicht, weil wir nach wir vor nicht wirklich wissen, was gut oder schlecht ist.
Gut, bei Zucker sind sich alle einig, aber Fett erlebt gerade wieder eine Auferstehung. Bisher war Fett schlecht. Plötzlich ist das doch nicht so und die Kohlehydrate sind an allem schuld. In ein paar Jahren sieht das wieder anders aus...
Mit einer Ampel wäre es ohne weiteres möglich (nach heutigem Stand) sehr ungesunde "grüne Produkte" und sehr gesunde "rote Produkte" herzustellen. Das kann nicht Sinn der Sache sein.
Eine Verbesserte Deklarationspflicht ist dagegen wirklich sinnvoll, die Ampel aber nicht.
Volle Zustimmung!
Man kann Nahrung nicht einfach auf gute und schlechte Bestandteile reduzieren. Allein schon deswegen nicht, weil wir nach wir vor nicht wirklich wissen, was gut oder schlecht ist.
Gut, bei Zucker sind sich alle einig, aber Fett erlebt gerade wieder eine Auferstehung. Bisher war Fett schlecht. Plötzlich ist das doch nicht so und die Kohlehydrate sind an allem schuld. In ein paar Jahren sieht das wieder anders aus...
Mit einer Ampel wäre es ohne weiteres möglich (nach heutigem Stand) sehr ungesunde "grüne Produkte" und sehr gesunde "rote Produkte" herzustellen. Das kann nicht Sinn der Sache sein.
Eine Verbesserte Deklarationspflicht ist dagegen wirklich sinnvoll, die Ampel aber nicht.
Volle Zustimmung!
Man kann Nahrung nicht einfach auf gute und schlechte Bestandteile reduzieren. Allein schon deswegen nicht, weil wir nach wir vor nicht wirklich wissen, was gut oder schlecht ist.
Gut, bei Zucker sind sich alle einig, aber Fett erlebt gerade wieder eine Auferstehung. Bisher war Fett schlecht. Plötzlich ist das doch nicht so und die Kohlehydrate sind an allem schuld. In ein paar Jahren sieht das wieder anders aus...
Mit einer Ampel wäre es ohne weiteres möglich (nach heutigem Stand) sehr ungesunde "grüne Produkte" und sehr gesunde "rote Produkte" herzustellen. Das kann nicht Sinn der Sache sein.
Eine Verbesserte Deklarationspflicht ist dagegen wirklich sinnvoll, die Ampel aber nicht.
wer zu blöd ist, um auf die Inhaltsangabe zu achten, der hat's verdient.
Wichtig ist, dass alles Inhaltsstoffe korrekt angegeben sind. Auch gentechnikfrei oder nicht ist ein Punkt. Die Angabe der Herkunft der Inhaltsstoffe fände ich auch sehr wichtig.
Also ich sehe beide Argumentationslinien irgendwo ein, wobei ich es schn wichtig fände dass z.b. dieser ganze irreführende quatsch anständig deklariert wird: z.b. Milchschnitte wird als "gesunde zwischenmahlzeit" beworben, oder Kellogs Smacks werden als Frühstück beworben. Das sind aber Süßigkeiten! Ich gebe meinem Kind doch morgens auch keinen Schokoriegel und ne Cola zum Frühstück - aber wie viele Eltern lassen sie diesen "Cerealien" Scheiss essen.
Eine Ampel wäre zwar ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber eine vollständige und vor allem einheitliche Angabe wäre mir auch lieber. Einheitlich vor allem bei den Bezeichnungen (Salz heißt nicht überall Salz und gerade das ist oft im Übermaß in Fertigprodukten).
Bei der Ampel besteht vor allem die Gefahr, dass sich Menschen dann darauf verlassen und denken, sie können "grüne" Produkte essen bis zum geht nicht mehr. Auch hier ist ein zuviel an Kalorien schnell erreicht.
"wer zu blöd ist, um auf die Inhaltsangabe zu achten, der hat's verdient. "
Wer die Inhaltsangaben der Lebensmittelindustrie noch versteht muss Lebensmitteltechnik studiert haben. Selbst bei einfachsten Angaben wird getrickst wo es nur geht. Da Schwinden die Kalorien auf der Chipspackung, weil jeder frei für sich definiert was eine Portionsgröße ist. Wie viel solch eine Portion ist steht dann an anderer Stelle im Kleingedruckten. So hat eine Portion Chips nur 140 kcal, und 9 g Fett! Sind ja auch nur 25g, so eine Portion. Eine 12,5g Portion wäre noch viel kalorienarmer! Geschmacksverstärker heissen jetzt Hefeextrakt und wer weiss schon daß E330 relativ harmlos ist während vom Verzehr von E605 eindeutig abzuraten ist. Natürliches Aroma wird z.B. aus Schimmelpilzen produziert, wärend naturidentisches aus den Reagenzglas stammt. Ich finde beides unnatürlich. Was dann wohl natürliches Erbeeraroma ist? Bestimmt lecker!
Wer behauptet die Ampel würde den Verbraucher verwirren, möchte genau diese Informationsverschleierung beibehalten, anstatt wenigstens bei den Grundinformationen für Klarheit zu sorgen.
Zynisch ist, wer meint, daß ein Verbraucher die jetztigen Informationen versteht, aber damit überfordert wäre ein rotes Fettschild auf einer Olivenölflasche richtig zu interpretieren.
teilweise haben Sie Recht. Da ist alles mögliche an Zeugs drin und man kennt es nicht. Aber wie hilft da die Ampel? Die sagt was über Kalorien und Zucker. Natürlich/Unnatürlich ist eine andere Geschichte. Es sagt auch nichts über Herkunft aus.
Ich persönlich versuche möglichst mit frischen Lebensmitteln zu kochen. Wenn ich mal etwas aus der Dose oder Plastikpackung nehme, dann schaue ich was drin ist. Ich nehme dann das Produkt, das möglichst wenige Zusatzstoffe hat. Wenn da Glutamat oder so draufsteht, dann kaufe ich auf keinen Fall.
teilweise haben Sie Recht. Da ist alles mögliche an Zeugs drin und man kennt es nicht. Aber wie hilft da die Ampel? Die sagt was über Kalorien und Zucker. Natürlich/Unnatürlich ist eine andere Geschichte. Es sagt auch nichts über Herkunft aus.
Ich persönlich versuche möglichst mit frischen Lebensmitteln zu kochen. Wenn ich mal etwas aus der Dose oder Plastikpackung nehme, dann schaue ich was drin ist. Ich nehme dann das Produkt, das möglichst wenige Zusatzstoffe hat. Wenn da Glutamat oder so draufsteht, dann kaufe ich auf keinen Fall.
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