Meinhard Miegel An die Eliten
Der Konservative Meinhard Miegel erteilt in seinem Buch »Exit« dem Wirtschaftswachstum eine klare Absage. Ein anderer Wohlstand muss her.
Das Interessante an diesem Buch ist gar nicht so sehr das, was darin steht. Das Interessante ist, dass dieser Mann es geschrieben hat: Meinhard Miegel, 70 Jahre alt, promovierter Jurist, ehemaliger Mitarbeiter des CDU-Politikers Kurt Biedenkopf, Berater eines von der Deutschen Bank finanzierten Forschungsinstituts, Mitglied im Konzernbeirat der AXA-Versicherung. Ein Mann, der viel Zeit in der Nähe der Macht und des Mammons verbringt, einer, dem Politiker zuhören, Manager, Unternehmer. Und viele andere in der Gesellschaft, die man Eliten nennt.
Ausgerechnet dieser Meinhard Miegel hat nun ein Buch geschrieben, das sich in einem Satz so zusammenfassen lässt: Hört endlich auf, immer nur an Geld zu denken!
Exit heißt es. »Ausweg«. Dahinter verbirgt sich eine 302 Seiten starke Anklageschrift. Der Täter, den Miegel verurteilt sehen möchte, ist das Wirtschaftswachstum, das wohl einzige politische Ziel, auf das sich sämtliche Regierungen der Erde verständigen können.
Ihnen allen gemein ist eine Sicht auf die Wirklichkeit, die nach Miegels Meinung zur ultimativen Weltreligion avanciert ist. Sie zeichnet sich aus durch den Glauben an das Glück des Besitzes, durch die Liebe zu Autos, Smartphones und Flachbildschirmen, durch die Hoffnung auf ein immerwährendes Mehr. Dem ersten Anschein nach ist das eine überaus friedliche Religion. Sie verspricht Arbeit und gutes Essen für alle und ein schönes Leben vor dem Tod. In Wahrheit aber habe sie »einen verzehrenden Brand angefacht, dem immer mehr zum Opfer fällt: Menschen, Tiere und Pflanzen; Landschaften, Städte und Kulturen«. Schreibt Meinhard Miegel.
Solche Worte klingen wie ein Echo. Wie ein Widerhall jener Rufe, die in den siebziger und achtziger Jahren erschallten und vor den Folgen eines ungebremsten Wirtschaftswachstums warnten. Ausgestoßen hatten sie Autoren wie Dennis Meadows (Die Grenzen des Wachstums), E. F. Schumacher (Small is Beautiful), Hoimar von Ditfurth (So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen) oder Herbert Gruhl (Ein Planet wird geplündert).
- Datum 01.04.2010 - 14:41 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 18.03.2010 Nr. 12
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Die Lösung, die sich unterschwellig in dem Text kundtut, die gleichwohl nicht mein favorit ist, scheint recht simpel zu sein. Unten sparen, damit oben alles wie gehabt weiter gehen kann.
"Unten sparen, damit oben alles wie gehabt weiter gehen kann."
... mit solchen "Pamphleten" wird die "untere Gesellschaft" allmählich darauf vorbereitet, dass sie von den Reichen keine Hilfe mehr zu erwarten hat, dass sie auf Fernseher und Reisen in Zukunft verzichten muss - und all das der "Umwelt zuliebe".
Ich habe Miegel anders verstanden.
Er fordert mehr privates Engagement, um die langfristig vom Staat nicht mehr finanzierbaren Sozialleistungen zu erstzen.
Er nimmt also quasi die "obere Schicht" in die Pflicht, sich im Einklang mit John Rawls Theorie der fairen Gesellschaft mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln der Schwächeren anzunehmen.
Meinen Segen hat diese Theorie.
"Unten sparen, damit oben alles wie gehabt weiter gehen kann."
... mit solchen "Pamphleten" wird die "untere Gesellschaft" allmählich darauf vorbereitet, dass sie von den Reichen keine Hilfe mehr zu erwarten hat, dass sie auf Fernseher und Reisen in Zukunft verzichten muss - und all das der "Umwelt zuliebe".
Ich habe Miegel anders verstanden.
Er fordert mehr privates Engagement, um die langfristig vom Staat nicht mehr finanzierbaren Sozialleistungen zu erstzen.
Er nimmt also quasi die "obere Schicht" in die Pflicht, sich im Einklang mit John Rawls Theorie der fairen Gesellschaft mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln der Schwächeren anzunehmen.
Meinen Segen hat diese Theorie.
Vieleicht hat der Mann ja bei Karl Marx abgeschrieben. Diese Erkenntnis ist so alt wie der Kapitalismus. Und die Umsetzung dieser richtigen Erkenntnis heisst schlicht und ergreifend, Überwindung des Kapitalismus. Ob er das wirklich will, darf bezweifelt werden. Gehört er doch zur privelegierten Klasse dieses Systems. Es ist einfach, von allen anderen Verzicht zu fordern, wenn man selbst an den Fleichtöpfen der Macht sitzt.
Wachstum und nochmals Wachstum macht unsere Umwelt : Erde, Wasser, Luft kaputt. Es ist vollkommen richtig
Herr Miegel, ein anderer Wohlstand muss her.
Irgendwann wird es wohl kommen, dass unsere Meere, Luft und Boden versaut sind.
Doch irgendwie ist de Todesengels des Irrsinn des Vernichtens zum normalen Alltag geworden bei uns auf der Erde.
Wissenschaftler der Erde hier ist Euer Forschungsgebiet
um ein neues System herbeizuschaffen.
„Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluß vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr feststellen,
daß man Geld nicht essen kann.‘‘
"Wachstum und nochmals Wachstum macht unsere Umwelt : Erde, Wasser, Luft kaputt. Es ist vollkommen richtig."
Nein falsch. Was die Umwelt kaputt macht ist: "nicht nachhaltiges Wachstum", produziert vom Turbokapitalismus, ermöglicht durch bedingungslosen Freihandel und Kapitalfreizügigkeit.
"Wissenschaftler der Erde hier ist Euer Forschungsgebiet
um ein neues System herbeizuschaffen."
Ideen gibts genug, nur haben unsere "Eliten" natürlich keinerlei Interesse daran. Davon abgesehen reicht ordentliche Demokratie, die Bevölkerung hat nämlich idR kein Interesse an einer Zerstörung der eigenen Lebensgrundlagen. Nur neigen unsere Pseudodemokratien leider zu einer gewissen Korrumpierbarkeit. Daher auch die Entmachtung der Bürger durch die Hintertür: WTO, EU, IWF usw.
„Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluß vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr feststellen,
daß man Geld nicht essen kann.‘‘
"Wachstum und nochmals Wachstum macht unsere Umwelt : Erde, Wasser, Luft kaputt. Es ist vollkommen richtig."
Nein falsch. Was die Umwelt kaputt macht ist: "nicht nachhaltiges Wachstum", produziert vom Turbokapitalismus, ermöglicht durch bedingungslosen Freihandel und Kapitalfreizügigkeit.
"Wissenschaftler der Erde hier ist Euer Forschungsgebiet
um ein neues System herbeizuschaffen."
Ideen gibts genug, nur haben unsere "Eliten" natürlich keinerlei Interesse daran. Davon abgesehen reicht ordentliche Demokratie, die Bevölkerung hat nämlich idR kein Interesse an einer Zerstörung der eigenen Lebensgrundlagen. Nur neigen unsere Pseudodemokratien leider zu einer gewissen Korrumpierbarkeit. Daher auch die Entmachtung der Bürger durch die Hintertür: WTO, EU, IWF usw.
der letzte wahre Konservative.
Konservative heute propagieren unter dem Deckmantels des "C"'s in "CDU" Dinge, die noch nie christlich oder konservativ waren, oder je sein werden.
Und das ist es auch, was den Kapitalismus vergiftet hat.
Sowas nennt man Altersüberdruss und ist ganz normal. Ich konsumiere mit über 40zig auch nicht mehr so gerne wie mit Mitte 20zig. Wenn man alt wird, so wird man auch tendentiell gelassener, konservativer, aber auch oftmals misssmutiger. Hat was mit altersbedingten Stoffwechselveränderungen im Gehirn zu tun. So lebenslustig und unbeschwert fröhlich wie ein 3jähriges Kind, dass quietschend vor Freude auf dem Bett rumhüpft, dass ist man halt nur in der Zeitspanne zwischen dem 2ten und dem 4ten Lebensjahr und dann nie wieder. Da ist halt des Lebens Lauf. Müssen sie sich mit abfinden, Herr Miegel.
Habe gerade gestern noch äußerst lebenslustig herumgequietscht, junger Mann - und ich bin zwar noch nicht 90, aber eindeutig in den höheren Semestern... Bis ich Ende dreißig war, habe ich außerdem ziemlich lustig weitgehend konsumfrei gelebt.
Vielleicht ist doch nicht alles "Natur", was einem gerade selbst "normal" scheint, oder?
Habe gerade gestern noch äußerst lebenslustig herumgequietscht, junger Mann - und ich bin zwar noch nicht 90, aber eindeutig in den höheren Semestern... Bis ich Ende dreißig war, habe ich außerdem ziemlich lustig weitgehend konsumfrei gelebt.
Vielleicht ist doch nicht alles "Natur", was einem gerade selbst "normal" scheint, oder?
"Unten sparen, damit oben alles wie gehabt weiter gehen kann."
Wer sich, in der momentanen Phase als
"Berater eines von der Deutschen Bank finanzierten Forschungsinstituts"
gegen Wirtschaftswachstum ausspricht, der versucht nur von dem eigentlichen Problem abzulenken und die Krise auf ein marktwirtschaftliches Instrument abwälzen.
Denn Marxismus wird es in der freien Marktwirtschaft nicht geben.
"...mehr privates Engagement..." und diese "...die Sozialleistungen sind nicht mehr zu finanzieren..." dröhnen aktuell aus beinahe jedem Medium als alleinseligmachendes Ziel zu einem besseren Leben... Gerade dort wird aber fleissig weiter an einem der Fundamente gebaggert die meines Erachtens moderne und fortschrittliche Gesellschaftstrukturen auszeichen. Nebst etlichen anderen Dingen wie bezahlbare und lebenswerte Kultur, Wohnraum, Lebensraum, Bildung die eben, moderne und fortschrittliche Gesellschaftsformen auszeichnen. Klar ist auch das durch die aktuell angewendeten Steuer und Anreizsysteme in vielen Ländern die anhängige Arbeit bestraft wird, der Kapitaleinsatz aber gefördert und im übermass belohnt wird. Der "trickle down" Effekt sollte theoretisch diese Einseitige Begünstigung bei weitem aufheben doch man hat die Steueroptimierungssysteme i.e. Steueroasen "vergessen". Doch da war nichts und es kommt auch nichts... im Gegenteil. Die Armen sind noch nicht Arm genug und die Reichen noch nicht Reich genug. Soll tatsächlich jeder wieder auf sich selbst schauen (steuern wir mit der akteullen EU Verfassung nicht genau in diese Richtung?) so lässt sich sagen das genau dies bereits vorhanden war und es Generationen gedauert hat sich daraus zu befreien. Schon vergessen? Sehr wahrscheinlich schon, hört man sich so an was da an Oekonomisch/ Gesellschaftlichem Unsinn verbreitet wird. Es bleibt die Erklärung schuldig warum Sozial- und Rentensystem maximale Profite abwerfen müssen?
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