Türkeis Premier Erdogan im Gespräch »Im Finale halte ich zu Deutschland«Seite 5/5

ZEIT: Was verbindet denn Muslime und Christen?

Erdoğan: Liebe und Frieden.

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ZEIT: In Ihrer Jugend haben Sie leidenschaftlich Fußball gespielt. Wünschen Sie sich manchmal auf das Feld zurück?

Erdoğan: Jetzt nicht mehr (lacht.) Jetzt habe ich beim Zuschauen großen Spaß. Ich war auch nicht so stark, wie die heute spielen. 

ZEIT: Die Türkei hat sich nicht für die WM in Südafrika qualifiziert – zu wem halten Sie stattdessen?

Erdoğan: Sie erinnern sich, als die letzte EM stattfand, da wurden beim Spiel Türkei – Deutschland die türkische und die deutsche Flagge zusammengenäht. Ich weiß nicht, ob wir den deutschen Politikern ausreichend erklären konnten, wie großartig das war. Wenn Deutschland im Finale spielt, dann drücke ich die Daumen für Deutschland.

Die Fragen stellten Özlem Topçu und Michael Thumann

 
Leser-Kommentare
  1. ... und was geschieht, wenn sich der Iran langfristig in eine säkulare Republik verwandelt?

    Die säkulare Republik, die Erdogan in der Türkei schleichend abschafft. Denn darüber sollte man sich keine Illusionen machen: Die 'Zivilgerichte', vor die Erdogan türkische Militärs stellen möchte, werden nicht zivilisiert, sondern islamistisch sein!

    Eine Leser-Empfehlung
    • yeksaa
    • 28.03.2010 um 12:01 Uhr

    vermittelt Erdogan ein politisches Bild von "Friede, Freude, Eierkuchen".

    Bedauerlich, dass hier die erzwungene Lebensart der Kurden in der Türkei nicht erwähnenswert scheint.

    • joG
    • 28.03.2010 um 12:06 Uhr

    ....relativ ausgewogen und beruhigend. Die Ansichten darin sind an der einen oder anderen Stelle vielleicht nicht meine, aber das ist ja auch nicht notwendigerweise schlecht.

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    Der Anfang ist noch Smalltalk, aber später wird es ernster, die Standartprobleme wie Armenien, Israel, die EU, Türken bzw. Türkischstämmige in Deutschland und so weiter.
    Aber hier greifen die beiden Journalisten nicht hart genug durch, es bleibt nur oberflächlich. Es ist eher ein "Ich frage etwas, bekomme die allgemein bekannte muslimisch-konservative Erdogan Meinung und gehe dann zur nächsten Frage über"
    Vielleicht wurde auch etwas rausgekürzt, weil es dann zum Streit gekommen ist oder aus Platzgründen, naja.

    Zu dem Inhalt:
    Naja, was soll man schon sagen, ich mag ihn nicht und seine Politik sowieso nicht. Interessant ist noch, wie das Militär demnächst reagieren wird, u.a. wenn die Reformen durchkommen würden, wo sie auch(laut Interview) vor das Zivilgericht gebracht werden können. Vielleicht kommt dann ja ein neuer Putsch?

    Der Anfang ist noch Smalltalk, aber später wird es ernster, die Standartprobleme wie Armenien, Israel, die EU, Türken bzw. Türkischstämmige in Deutschland und so weiter.
    Aber hier greifen die beiden Journalisten nicht hart genug durch, es bleibt nur oberflächlich. Es ist eher ein "Ich frage etwas, bekomme die allgemein bekannte muslimisch-konservative Erdogan Meinung und gehe dann zur nächsten Frage über"
    Vielleicht wurde auch etwas rausgekürzt, weil es dann zum Streit gekommen ist oder aus Platzgründen, naja.

    Zu dem Inhalt:
    Naja, was soll man schon sagen, ich mag ihn nicht und seine Politik sowieso nicht. Interessant ist noch, wie das Militär demnächst reagieren wird, u.a. wenn die Reformen durchkommen würden, wo sie auch(laut Interview) vor das Zivilgericht gebracht werden können. Vielleicht kommt dann ja ein neuer Putsch?

  2. Erdogan will nicht, dass sich seine Landsleute in Deutschland gut integrieren, er will lediglich die Islamisierung der westlichen Welt fördern.

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    • joG
    • 28.03.2010 um 12:45 Uhr

    ....Behauptung etwas besser belegen könnten, könnte man glauben, dass Sie nicht einfach Ihre Emotionslage auf Erdogan projizieren.

    • joG
    • 28.03.2010 um 12:45 Uhr

    ....Behauptung etwas besser belegen könnten, könnte man glauben, dass Sie nicht einfach Ihre Emotionslage auf Erdogan projizieren.

  3. Gerade erst 4 Kommentare, wobei der eine von "islamistischen Gerichten" und der andere von der "Förderung der Islamisierung der westlichen Welt" spricht, und das ohne Angabe von Quellen, ohne Bezug zum Interview, vollständig ohne jede Begründung. Na ein Glück das Sie die Weisheit schopflöffelweise gegessen haben. Da erkennt man nämlich auch worum es, insbesondere ihnen, Ingo R. geht: einfach mal einen negativen Satz ablassen der im weitesten Sinne was mit dem Artikel/Interview zu tun hat. Naja, ist ja zur Zeit nichts Ungewöhnliches hier im Forum.

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    ...aber wenn deren Ministerpräsident von 'gemeinsamen Werten' mit der Diktatur Iran faselt (das wäre bei türkischen Politkern wie Demirel oder Ecevit undenkbar gewesen), dann muss man hellhörig werden!

    Erdogan muss so bewertet werden, wie andere Politiker auch. Weder mit einem multikulturellen Bonus noch mit einem antiislamischen Malus.

    ...aber wenn deren Ministerpräsident von 'gemeinsamen Werten' mit der Diktatur Iran faselt (das wäre bei türkischen Politkern wie Demirel oder Ecevit undenkbar gewesen), dann muss man hellhörig werden!

    Erdogan muss so bewertet werden, wie andere Politiker auch. Weder mit einem multikulturellen Bonus noch mit einem antiislamischen Malus.

    • Ranjit
    • 28.03.2010 um 12:24 Uhr
    6. Ethnie

    Was genau ist eigentlich so wichtig an der Ethnischen Herkunft?
    Die Varianz körperlicher und ethnischer Eigenschaften ist innerhalb der ethnischen Gruppen viel höher als zwischen ihnen.

    Vereinfacht ausgedrückt: z.B. der IQ-Abstand vom wenig intelligentesten zum intelligentesten Deutschen ist viel größer, als der Abstand des mittleren IQs der Türken vom mittleren IQ der ethnisch Deutschen.
    (Das ist statistisch nicht völlig korrekt. Die Varianz misst die mittlere quadrierte Abweichung der Populationsmitglieder vom Mittel. Hier als Beispiel dargestellt ist die Spannweite vom Populationsmitglied mit der niedrigsten zu dem mit der höchsten Ausprägung. Letztere Variante ist aber vielleicht eingängiger)

    Das gleiche Spiel funktioniert mit sämtlichen Persönlichkeitsmerkmalen. Gleichfalls mit vielen Körpermerkmalen.

    Ein anderes Problem sind Mischidentitäten. Was macht ein Kind einses türkischen und eines deutschen Elternteils?

    Ohnehin stellt sich die Frage, was Ethnie ausmacht, wenn selbst das Jahrzehntelange Leben in einem anderen Land nichts daran ändert. Ethnie ist eigentlich auch kulturell.
    So betrachtet erscheint Erdogans begriff ethnischer Herkunft eher ein Euphemismus für biologische Eigenschaften zu sein. Jedoch selbst die ändern sich, durch die Klima- und Ernährungsunterschiede.

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    @Ranjit: Bezüglich ihrer Frage zu Mischidentitäten kann ich nur sagen - und das ist lediglich meine Meinung - das ich im Laufe meines Lebens zu dem Schluss gekommen bin das Nationalität nicht etwas ist das man erbt, sondern etwas das man lebt und sich auch erarbeiten muss. Das fängt natürlich schon damit an - auch wenn mandarüber mit Sicherheit streiten kann - das Nationalität ein Konstrukt ist: Wieviel haben Sie und ich mit einer 80jährigen Oma in Oldenburg gemeinsam?

    Woran ich mich störe, und da bin ich ein getreuer Anhänger des Spruches Kennedys (im Sinne von "Ask not what your country can do for you, but what you can do for you country") ist die Idee, dass einem aufgrund seiner Staatsbürgerschaft bzw. seiner Religion oder seines kulturellen Hintergrundes Privilegien zustehen. Letzten Endes gibt es in der biologischen Geburtslotterie vielleicht 10%, die einen 5er oder 6er gewinnen. Daher sehe ich jeden Menschen der ein solches Glückslos erwischt hat in der Pflicht, seinen Nachfahren und seinen einheimischen wie ausländischen Mitbürgern zu ermöglichen, auch in diesen Genuss zu kommen. Das funktioniert aber nur über konstruktive und nicht über desktrktive Lösungsansätze.

    Das gilt im Übrigen für Deutsche als auch für Zugewanderte.

    @Ranjit: Bezüglich ihrer Frage zu Mischidentitäten kann ich nur sagen - und das ist lediglich meine Meinung - das ich im Laufe meines Lebens zu dem Schluss gekommen bin das Nationalität nicht etwas ist das man erbt, sondern etwas das man lebt und sich auch erarbeiten muss. Das fängt natürlich schon damit an - auch wenn mandarüber mit Sicherheit streiten kann - das Nationalität ein Konstrukt ist: Wieviel haben Sie und ich mit einer 80jährigen Oma in Oldenburg gemeinsam?

    Woran ich mich störe, und da bin ich ein getreuer Anhänger des Spruches Kennedys (im Sinne von "Ask not what your country can do for you, but what you can do for you country") ist die Idee, dass einem aufgrund seiner Staatsbürgerschaft bzw. seiner Religion oder seines kulturellen Hintergrundes Privilegien zustehen. Letzten Endes gibt es in der biologischen Geburtslotterie vielleicht 10%, die einen 5er oder 6er gewinnen. Daher sehe ich jeden Menschen der ein solches Glückslos erwischt hat in der Pflicht, seinen Nachfahren und seinen einheimischen wie ausländischen Mitbürgern zu ermöglichen, auch in diesen Genuss zu kommen. Das funktioniert aber nur über konstruktive und nicht über desktrktive Lösungsansätze.

    Das gilt im Übrigen für Deutsche als auch für Zugewanderte.

    • SP7
    • 28.03.2010 um 12:29 Uhr

    Es ist beschämend und Charakterlos in Deutschland so etwas zu fordern.
    Ich finde hierzu keinerlei Worte die angemessen wären.
    Wichtig ist jetzt gegen zu halten,gut dass Bundeskanzlerin Merkel es strikt abgelehnt hat. Sowas darf nicht einmal zur Debatte stehen!

    Ich wäre mal sehr interessiert und neugierig,wenn Merkel das gleiche in der Türkei fordern würde,na das will ich mal sehen!

    In diesem Sinne,
    einer für alle-alle für einen!

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    • joG
    • 28.03.2010 um 12:48 Uhr

    ...wogegen Sie meinen es "Wichtig ist jetzt gegen zu halten"?

    Sie wissen schon, dass es deutsche Schulen in der Türkei gibt? So wie es deutsche Schulen in vielen anderen Ländern auch gibt.

    • Ufuk
    • 28.03.2010 um 15:13 Uhr

    Merkt Ihr eigentlich nicht, dass die Medien wieder den Vorschlag von Erdogan übertreiben. Wenn man in den türkischen Medien liest, erfährt man, dass er mit türkischen Schulen meint, dass dort türkisch angeboten wird genauso wie es in deutschland an französischen Schulen der Fall ist oder an spanischen Schulen, die es seit Jahren schon gibt und wo sich keiner drüber aufregt. Er redet nicht von einer Schule wo nur türkisch gesprochen wird. Das ist wieder typisch für die deutsche Gesellschaft, sich nicht informieren und sich eine Meinung in den Mund legen lassen und dann kann man die Menschen wieder schön in Schubladen-Kategorien einordnen. Echt, super! Leute wenn die Integration in Deutschland misslungen ist, dann haben die Deutschen einen mindestens genauseo hohen Anteil an dessen Versagen wie die Türken. Ein Zitat: "Leider haben die meisten Menschen schon vorher eine Meinung bevor sie überhaupt Wissen dazu haben."
    Und das genau trifft auf die heutige deutsche Mentalität zu.

    • joG
    • 28.03.2010 um 12:48 Uhr

    ...wogegen Sie meinen es "Wichtig ist jetzt gegen zu halten"?

    Sie wissen schon, dass es deutsche Schulen in der Türkei gibt? So wie es deutsche Schulen in vielen anderen Ländern auch gibt.

    • Ufuk
    • 28.03.2010 um 15:13 Uhr

    Merkt Ihr eigentlich nicht, dass die Medien wieder den Vorschlag von Erdogan übertreiben. Wenn man in den türkischen Medien liest, erfährt man, dass er mit türkischen Schulen meint, dass dort türkisch angeboten wird genauso wie es in deutschland an französischen Schulen der Fall ist oder an spanischen Schulen, die es seit Jahren schon gibt und wo sich keiner drüber aufregt. Er redet nicht von einer Schule wo nur türkisch gesprochen wird. Das ist wieder typisch für die deutsche Gesellschaft, sich nicht informieren und sich eine Meinung in den Mund legen lassen und dann kann man die Menschen wieder schön in Schubladen-Kategorien einordnen. Echt, super! Leute wenn die Integration in Deutschland misslungen ist, dann haben die Deutschen einen mindestens genauseo hohen Anteil an dessen Versagen wie die Türken. Ein Zitat: "Leider haben die meisten Menschen schon vorher eine Meinung bevor sie überhaupt Wissen dazu haben."
    Und das genau trifft auf die heutige deutsche Mentalität zu.

    • db72
    • 28.03.2010 um 12:31 Uhr

    Erdogan fördert die Spaltung der Gesellschaft , und alle rechten Parteien jubeln über solche Aussagen.
    Impliziert er doch das türkische Migranten, auch wenn sie hier geboren sind, in erster Linie Türken zu sein haben, und selbst wenn sie einen deutschen Pass haben, Türken bleiben weil ihre Eltern dies waren und dementsprechend sei türkisch 'ihre' Sprache.
    Das ist doch nichts anderes als das Gerede von 'Passdeutschen' wie diese die NPD gerne nennt.
    Natürlich versucht er dies zu relativieren , aber der Grundtenor bleibt.

    ""ZEIT: Ist es möglich, gleichzeitig ein echter Türke und ein echter Deutscher zu sein?""

    Die Frage hätte eigentlich lauten soll : Ist es möglich das Kinder türkischer Eltern echte Deutsche sein können ?

    Die Antwort Erdogans darauf hätte mich brennend interessiert.

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    ZEIT: Ist es möglich, gleichzeitig ein echter Türke und ein echter Deutscher zu sein?

    Erdoğan: Alles ist möglich, das hängt von jedem Einzelnen ab. Ich glaube aber, dass man trotzdem für eines von beiden Ländern mehr Loyalität verspürt. Aber dann hat keiner, auch wir nicht, das Recht zu fragen, warum die Loyalität für das andere Land vielleicht größer ist. Besonders Menschen mit doppelter Staatsangehörigkeit haben zwei Varianten von Loyalität: Hier ist das Land, in dem ihre Wurzeln sind, in dem sie geboren wurden – dort ist das Land, wo sie aufgewachsen sind, ihr Leben bestreiten und ihr Geld verdienen.

    Wo sie da jetzt das "Passdeutschgerede" der NPD und das türkische Migranten in erster Linie Türken zu sein haben ableiten, erschließt sich mir nicht, auch wenn sie behaupten, er versuche dies zu relativieren.

    ZEIT: Ist es möglich, gleichzeitig ein echter Türke und ein echter Deutscher zu sein?

    Erdoğan: Alles ist möglich, das hängt von jedem Einzelnen ab. Ich glaube aber, dass man trotzdem für eines von beiden Ländern mehr Loyalität verspürt. Aber dann hat keiner, auch wir nicht, das Recht zu fragen, warum die Loyalität für das andere Land vielleicht größer ist. Besonders Menschen mit doppelter Staatsangehörigkeit haben zwei Varianten von Loyalität: Hier ist das Land, in dem ihre Wurzeln sind, in dem sie geboren wurden – dort ist das Land, wo sie aufgewachsen sind, ihr Leben bestreiten und ihr Geld verdienen.

    Wo sie da jetzt das "Passdeutschgerede" der NPD und das türkische Migranten in erster Linie Türken zu sein haben ableiten, erschließt sich mir nicht, auch wenn sie behaupten, er versuche dies zu relativieren.

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