Soziale Gerechtigkeit "Die Mittelklasse irrt"
Je ungleicher eine reiche Gesellschaft, desto größer ihre sozialen Probleme: Der britische Sozialforscher Richard Wilkinson über die Frage, warum der wachsende Abstand zwischen Arm und Reich schlecht für alle ist
© Muir Vidler für DIE ZEIT

Richard Wilkinson: "Die Politik muss für mehr Gleichheit sorgen!"
DIE ZEIT: Herr Wilkinson, Ihrer Ansicht nach ist Ungleichheit die Ursache fast aller sozialen Probleme in wohlhabenden Industriestaaten. Warum?
Richard Wilkinson: Die Statistiken sind da ganz eindeutig. Je größer die Unterschiede zwischen Arm und Reich, umso größer sind auch die sozialen Probleme. Ob es um Kriminalität, Gewalt, Drogenmissbrauch, Schwangerschaften im Kindesalter, um schlechte Gesundheit, Fettleibigkeit, den Bildungsstand oder die Lebenserwartung geht: Überall zeigt sich, dass »ungleiche« Staaten wesentlich schlechter dastehen. Und zwar nicht nur ein bisschen schlechter. Anders ausgedrückt: In den westlichen Industrienationen, in denen der Unterschied zwischen Arm und Reich weniger ausgeprägt ist, gibt es bis zu sechsmal weniger Morde. Und bis zu zehnmal weniger Menschen sitzen im Gefängnis.
ZEIT: Welche Staaten stehen besonders schlecht da?
Wilkinson: Maßstab sind die Einkommen der reichsten und der ärmsten 20 Prozent in den jeweiligen Staaten. Der Abstand in den Ländern mit großer sozialer Kluft ist dabei rund doppelt so hoch wie in jenen mit geringer Ungleichheit. Was Ungleichheit und soziale Probleme angeht, schneiden die USA, Großbritannien und Portugal am schlechtesten ab. Am besten Japan und die skandinavischen Staaten. Deutschland liegt meist in der Mitte.

Richard Wilkinson hat zusammen mit Kate Pickett das Buch "Gleichheit ist Glück" geschrieben. Seine zentrale These: Ungleichheit macht krank - nicht nur den Einzelnen, sondern am Ende die gesamte Gesellschaft. Das Buch ist eine gründliche Ergänzung zur Glücksforschung der Ökonomen, die das Streben nach Zufriedenheit zwar als wirtschaftliche Triebkraft sieht, das den Menschen aber auch neidisch macht. Erschienen ist das Buch im Tolkemit-Verlag, 320 S., 19.90 Euro
ZEIT: Und die gleicheren Länder haben wirklich immer und in jedem Fall weniger Probleme?
Wilkinson: Wir haben Dutzende Studien ausgewertet, sie sprechen alle dieselbe Sprache: Massive Ungleichheit macht eine Gesellschaft ganz generell dysfunktionaler. Ohne Ausnahme.
ZEIT: Wie kommt das?
Wilkinson: Es gibt zum Beispiel eine Verbindung zwischen Ungleichheit und Bildung – und damit den Aufstiegschancen. Das Zwischenglied ist der soziale Status. Um das zu erklären, reichen volkswirtschaftliche Modelle aber allein nicht aus. Man muss auch die psychosozialen Folgen von Ungleichheit berücksichtigen. Menschen reagieren sehr sensibel, sie vergleichen sich und ihren Status mit anderen. Materielle Ungleichheit führt zunächst zu Statusangst…
ZEIT: …aber was hat die Statusangst der Eltern mit den Bildungschancen der Kinder zu tun?
Wilkinson: Eltern geben ihre Ängste oft unbewusst an ihre Kinder weiter. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Kooperation wenig zählt und in der die Selbstdarstellung und das Selbstwertgefühl der Menschen vor allem auf materiellem Erfolg beruht. Kinder kriegen das natürlich mit. Statusangst wird ihnen sozusagen in die Wiege gelegt und beeinflusst damit auch die Werte und die Qualität ihrer sozialen Beziehungen. In ungleichen Gesellschaften herrscht weniger Vertrauen, weniger sozialer Zusammenhalt. Zugleich steigt die Tendenz zu mehr Gewalt. Und das beeinflusst natürlich auch die Bildungschancen der Kinder.
- Datum 26.03.2010 - 12:56 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.03.2010 Nr. 13
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kallewestrich: Fragt sich nur, wer das und wie er das verwirklichen soll? Es ist eine Utopie im klassischen Sinn. Wir schaffen es nicht zu einem solchen Denken wie Japan und Schweden zu kommen. Dazu sind unsere egoistischen Grundzüge viel zu sehr im Handeln verankert. Bei uns führt das eher zu einem Aufstand der Mittellosen. Die Gewaltanwendung von unten zeigt das immer mehr.
... das Wissen um die Zusammenhänge ist doch ein erster Ansatzpunkt. Wilkinson liefert ja selbst auch schon Beispiele:
"Schweden macht das über Steuern, [...] Man muss aber auch die wirtschaftliche Demokratie stärken, etwa über die Gewerkschaften und eine größere Mitsprache oder mehr Kapital für Buy-outs von Unternehmen durch ihre Mitarbeiter."
Alles Sachen die man gesetzlich regeln kann und zumindest ansatzweise über Wahlen mitbestimmen, oder anders ausgedrückt: FDP sollte man wohl eher nicht ankreuzen.
Langfristig hoffe ich auch für Deutschland auf (richtige) Demokratie, statt korruptem Deppentheater. Wenn einzelne Interessengruppen sich die Politik und Vorteile nicht mehr erkaufen können, dann wäre schon viel gewonnen...
Danke übrigens an die ZEIT, frage mich ob man die, meiner Ansicht nach, bahnbrechende Studie auch in der restlichen Medienwelt wahrnehmen wird.
... das Wissen um die Zusammenhänge ist doch ein erster Ansatzpunkt. Wilkinson liefert ja selbst auch schon Beispiele:
"Schweden macht das über Steuern, [...] Man muss aber auch die wirtschaftliche Demokratie stärken, etwa über die Gewerkschaften und eine größere Mitsprache oder mehr Kapital für Buy-outs von Unternehmen durch ihre Mitarbeiter."
Alles Sachen die man gesetzlich regeln kann und zumindest ansatzweise über Wahlen mitbestimmen, oder anders ausgedrückt: FDP sollte man wohl eher nicht ankreuzen.
Langfristig hoffe ich auch für Deutschland auf (richtige) Demokratie, statt korruptem Deppentheater. Wenn einzelne Interessengruppen sich die Politik und Vorteile nicht mehr erkaufen können, dann wäre schon viel gewonnen...
Danke übrigens an die ZEIT, frage mich ob man die, meiner Ansicht nach, bahnbrechende Studie auch in der restlichen Medienwelt wahrnehmen wird.
....für diejenigen unter uns, die dem Gefühl nachhängen, Gleichverteilung wäre ein Gut, das wichtig sei. Leider scheinen seine statistischen Methoden etwas wenig aussagekräftig. So ist die keine positive Korrelation mehr auszumachen, wenn man zwei Datenpunkte (Japan, Portugal) weglässt und auch eine Betrachtung der Entwicklung des Gini Koeffizienten zur Lebenserwartung über die Zeit scheint seine Aussagen nicht zu bestätigen. Das bedeutet nicht, dass Wilkinson unrecht hat. Es heißt aber, dass man in seiner Analyse keine Verifikation seiner These streng gesehen findet. Man ist also nach der Studie nicht viel schlauer als vorher.
Ich habe die Studie nicht selbst analysiert und lediglich eine kurze Rezension gelesen:
http://wallstreetpit.com/...
... auf einer OECD-Studie, die wiederrum eine Metastudie ist und auf frühere unabhängige Studien und Statistiken zurückgreift. Sie gilt daher als kaum angreifbar.
Zur Sicherheit wurde übrigens nicht nur zwischen einzelnen Nationalstaaten gemessen, sondern auch zwischen verschiedenen US-Bundesstaaten:
"Um keinem methodischen Fehlschluss aufzusitzen, untersuchten die Autoren danach noch einmal gesondert die Daten zu diesen Fragen für die einzelnen Bundesstaaten der USA. Auch wenn die Unterschiede nicht so groß wie im internationalen Ländervergleich waren, vermittelte die Analyse das gleiche Bild."
Quelle: http://hpd.de/node/9143
Leider kann ich die entsprechende OECD-Studie nicht finden, die im Interview leider nichtmal erwähnt wird. Wann arbeitet die ZEIT endlich mal wieder ein bisschen professioneller? Wie auch immer, wenn ich sie noch finde, verlinke ich sie.
... auf einer OECD-Studie, die wiederrum eine Metastudie ist und auf frühere unabhängige Studien und Statistiken zurückgreift. Sie gilt daher als kaum angreifbar.
Zur Sicherheit wurde übrigens nicht nur zwischen einzelnen Nationalstaaten gemessen, sondern auch zwischen verschiedenen US-Bundesstaaten:
"Um keinem methodischen Fehlschluss aufzusitzen, untersuchten die Autoren danach noch einmal gesondert die Daten zu diesen Fragen für die einzelnen Bundesstaaten der USA. Auch wenn die Unterschiede nicht so groß wie im internationalen Ländervergleich waren, vermittelte die Analyse das gleiche Bild."
Quelle: http://hpd.de/node/9143
Leider kann ich die entsprechende OECD-Studie nicht finden, die im Interview leider nichtmal erwähnt wird. Wann arbeitet die ZEIT endlich mal wieder ein bisschen professioneller? Wie auch immer, wenn ich sie noch finde, verlinke ich sie.
... das Wissen um die Zusammenhänge ist doch ein erster Ansatzpunkt. Wilkinson liefert ja selbst auch schon Beispiele:
"Schweden macht das über Steuern, [...] Man muss aber auch die wirtschaftliche Demokratie stärken, etwa über die Gewerkschaften und eine größere Mitsprache oder mehr Kapital für Buy-outs von Unternehmen durch ihre Mitarbeiter."
Alles Sachen die man gesetzlich regeln kann und zumindest ansatzweise über Wahlen mitbestimmen, oder anders ausgedrückt: FDP sollte man wohl eher nicht ankreuzen.
Langfristig hoffe ich auch für Deutschland auf (richtige) Demokratie, statt korruptem Deppentheater. Wenn einzelne Interessengruppen sich die Politik und Vorteile nicht mehr erkaufen können, dann wäre schon viel gewonnen...
Danke übrigens an die ZEIT, frage mich ob man die, meiner Ansicht nach, bahnbrechende Studie auch in der restlichen Medienwelt wahrnehmen wird.
und zwar nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil es meinem eigenen Erfahrungshorizont weitgehend entspricht. Ich denke, auch die meisten Politiker, wenn anders sie vom Egoismus ihrer eigenen Kaste noch abstrahieren können, teilen diese Auffassung. Fragt sich aber, ob die Politik nicht schon zuviel Kredit verspielt hat, als daß sich die Menschen von einer Veränderung der politischen Rahmenbedingungen noch Hoffnung versprechen könnten. Selbst wenn die brennenden Probleme alle politsch gelöst würden, was möglich wäre, wäre man immer noch mißtrauisch, daß in einem politischen Willkürakt morgen wieder alles anders sein könnte.
Deswegen bleibt dem Einzelnen nicht viel anderes übrig, als an der Basis sein Leben selbst zu verändern in dem winzigen Rahmen, in dem das heute vielleicht noch möglich ist. Aber morgen wird es nicht besser sein, wenn man heute nichts tut.
Korrelationen reichen eben nicht aus; ein Kausalzusammenhang kann ganz anders aussehen. Die wichtigste Frage ist wohl: Was ist sozial gerecht? Schon darüber gibt es keine Einigung.
Gut nachvollziehen kann ich allerdings den Hinweis, daß Bildung nottut. Sonst gibt es am unteren Rand nur HartzIV-Karrieren, wie schon jetzt zu beobachten ist. Menschen, die nur auf Sozialtransfers angewiesen sind, sind unmündig - sie führen kein selbstbestimmtes Leben sondern sind in ihrer Situation gefangen. Die wird aber mit noch mehr Transfers nicht besser, weil sie Gefangene ihres Habitus werden. Leider.
"Korrelationen reichen eben nicht aus; ein Kausalzusammenhang kann ganz anders aussehen."
Und wie? Wenn eine große Menge Korrelationen alle in die selbe Richtung weisen, dann sollte man vielleicht wenigstens einen möglichen Denkfehler aufzeigen, statt allgemein ein bisschen rumzumosern, weil die Erkenntnisse vielleicht nicht zum eigenen Weltbild passen wollen und unangenehme kognitive Dissonanzen erzeugen.
"Was ist sozial gerecht? Schon darüber gibt es keine Einigung."
Und? Das Buch spricht von mehr Gleichheit und gleichzeitig geringeren gesellschaftlichen Problemen, was ist daran nicht zu verstehen? Warum muss man dazu die Philosophie bemühen?
Ein kurzes Beispiel über Korrelation:
Je mehr Feuerwehrleute eingesetzt werden, desto größer ist der Brandschaden. Kapiert? Es ist eben häufig eine dahinterliegende, intervenierende Variable, die den Kausalzusammenhang stiftet.
Außerdem verweise ich - genau wie JoG - auf die Rezension der Studie. Das zeigt eindeutig, dass die Situation nicht so einfach ist, wie Sie es gerne hätten
"Korrelationen reichen eben nicht aus; ein Kausalzusammenhang kann ganz anders aussehen."
Und wie? Wenn eine große Menge Korrelationen alle in die selbe Richtung weisen, dann sollte man vielleicht wenigstens einen möglichen Denkfehler aufzeigen, statt allgemein ein bisschen rumzumosern, weil die Erkenntnisse vielleicht nicht zum eigenen Weltbild passen wollen und unangenehme kognitive Dissonanzen erzeugen.
"Was ist sozial gerecht? Schon darüber gibt es keine Einigung."
Und? Das Buch spricht von mehr Gleichheit und gleichzeitig geringeren gesellschaftlichen Problemen, was ist daran nicht zu verstehen? Warum muss man dazu die Philosophie bemühen?
Ein kurzes Beispiel über Korrelation:
Je mehr Feuerwehrleute eingesetzt werden, desto größer ist der Brandschaden. Kapiert? Es ist eben häufig eine dahinterliegende, intervenierende Variable, die den Kausalzusammenhang stiftet.
Außerdem verweise ich - genau wie JoG - auf die Rezension der Studie. Das zeigt eindeutig, dass die Situation nicht so einfach ist, wie Sie es gerne hätten
... auf einer OECD-Studie, die wiederrum eine Metastudie ist und auf frühere unabhängige Studien und Statistiken zurückgreift. Sie gilt daher als kaum angreifbar.
Zur Sicherheit wurde übrigens nicht nur zwischen einzelnen Nationalstaaten gemessen, sondern auch zwischen verschiedenen US-Bundesstaaten:
"Um keinem methodischen Fehlschluss aufzusitzen, untersuchten die Autoren danach noch einmal gesondert die Daten zu diesen Fragen für die einzelnen Bundesstaaten der USA. Auch wenn die Unterschiede nicht so groß wie im internationalen Ländervergleich waren, vermittelte die Analyse das gleiche Bild."
Quelle: http://hpd.de/node/9143
Leider kann ich die entsprechende OECD-Studie nicht finden, die im Interview leider nichtmal erwähnt wird. Wann arbeitet die ZEIT endlich mal wieder ein bisschen professioneller? Wie auch immer, wenn ich sie noch finde, verlinke ich sie.
....hinterfragt werden. Die Rezension, die ich nannte tut das. " Income inequality makes a lot of things we care about worse, according to a new book, The Spirit Level: Why Greater Equality Makes Societies Stronger, by Richard Wilkinson and Kate Pickett. Looking across 20 or so rich nations and across the 50 American states, Wilkinson and Pickett find that countries and states with greater income inequality tend to have lower life expectancy, higher infant mortality, more mental illness, more obesity, higher rates of teen births, more murder, less trust, and less upward mobility."
Wie ich bereits sagte, stellt sie die Datenanalyse in ein fragendes Licht. In diesem Fall habe ich die Analyse nicht selbst gemacht, kann aber aus Erfahrung sagen, dass man oft ähnlichen Datenstrukturen begegnet, die zunächst schlüssig eine These zu belegen scheinen aber nach genauerer Betrachtung einen komplexeren Zusammenhang als ursprünglich gedacht aufweisen. Oft ist die Anfangsthese daher auch unrichtig. Da muss man schon aufpassen, wenn man mit seiner Meinung nicht in die Irre laufen will. Noch mehr muss man aufpassen, wenn die Studie eine These zu belegen scheint, die man gerne als Wahrheit erkannt haben will.
....hinterfragt werden. Die Rezension, die ich nannte tut das. " Income inequality makes a lot of things we care about worse, according to a new book, The Spirit Level: Why Greater Equality Makes Societies Stronger, by Richard Wilkinson and Kate Pickett. Looking across 20 or so rich nations and across the 50 American states, Wilkinson and Pickett find that countries and states with greater income inequality tend to have lower life expectancy, higher infant mortality, more mental illness, more obesity, higher rates of teen births, more murder, less trust, and less upward mobility."
Wie ich bereits sagte, stellt sie die Datenanalyse in ein fragendes Licht. In diesem Fall habe ich die Analyse nicht selbst gemacht, kann aber aus Erfahrung sagen, dass man oft ähnlichen Datenstrukturen begegnet, die zunächst schlüssig eine These zu belegen scheinen aber nach genauerer Betrachtung einen komplexeren Zusammenhang als ursprünglich gedacht aufweisen. Oft ist die Anfangsthese daher auch unrichtig. Da muss man schon aufpassen, wenn man mit seiner Meinung nicht in die Irre laufen will. Noch mehr muss man aufpassen, wenn die Studie eine These zu belegen scheint, die man gerne als Wahrheit erkannt haben will.
"Korrelationen reichen eben nicht aus; ein Kausalzusammenhang kann ganz anders aussehen."
Und wie? Wenn eine große Menge Korrelationen alle in die selbe Richtung weisen, dann sollte man vielleicht wenigstens einen möglichen Denkfehler aufzeigen, statt allgemein ein bisschen rumzumosern, weil die Erkenntnisse vielleicht nicht zum eigenen Weltbild passen wollen und unangenehme kognitive Dissonanzen erzeugen.
"Was ist sozial gerecht? Schon darüber gibt es keine Einigung."
Und? Das Buch spricht von mehr Gleichheit und gleichzeitig geringeren gesellschaftlichen Problemen, was ist daran nicht zu verstehen? Warum muss man dazu die Philosophie bemühen?
....werden mögliche "Denkfehler" gezeigt indem die Daten mit anderen Methoden beleuchtet werden. Das beweist natürlich nicht, dass die ursprüngliche These völlig unrichtig ist. Es falsifiziert allerdings sehr wohl die Allgemeinheit ihres Anwendungsbereichs.
....werden mögliche "Denkfehler" gezeigt indem die Daten mit anderen Methoden beleuchtet werden. Das beweist natürlich nicht, dass die ursprüngliche These völlig unrichtig ist. Es falsifiziert allerdings sehr wohl die Allgemeinheit ihres Anwendungsbereichs.
Ein kurzes Beispiel über Korrelation:
Je mehr Feuerwehrleute eingesetzt werden, desto größer ist der Brandschaden. Kapiert? Es ist eben häufig eine dahinterliegende, intervenierende Variable, die den Kausalzusammenhang stiftet.
Außerdem verweise ich - genau wie JoG - auf die Rezension der Studie. Das zeigt eindeutig, dass die Situation nicht so einfach ist, wie Sie es gerne hätten
... die Studie ist viel eindeutiger als ihr es wahrhaben wollt. Es passt bloß nicht in euer enges Weltbild rein. Also sucht ihr verzweifelt nach irgendwelchen Angriffspünktchen, weil das immer noch bequemer ist, als seinen eigenen Standpunkt in Frage zu stellen.
Wahrscheinlich liegt das einfach daran, dass ihr Ungleichheitsgewinner seid. Auch das Symptom ist übrigens empirisch nachweisbar, nennt sich fundamentaler Attributionsfehler:
http://de.wikipedia.org/w...
Ein etwas ausführlicheres Interview, in dem auch einige abweichende Fakten erläutert werden, findet man übrigens hier:
http://www.taz.de/1/archi...
"Je mehr Feuerwehrleute eingesetzt werden, desto größer ist der Brandschaden. Kapiert?"
Du mußt mir Korrelationen nicht erklären, aber du könntest vielleicht mal eine mögliche Fehlinterpretation aufzeigen. Die Autoren untersuchen nämlich vorsorglich eine ganze Reihe von verschiedenen Thesen, die sich alle nicht halten lassen, etwa den Migrantenanteil.
"Außerdem verweise ich - genau wie JoG - auf die Rezension der Studie. Das zeigt eindeutig, dass die Situation nicht so einfach ist, wie Sie es gerne hätten"
Nein einfach nicht, aber ziemlich eindeutig und für mich auch absolut plausibel und meiner Erfahrung entsprechend.
Klar kann man den ein oder anderen Fakt herausgreifen lange hin- und herdrehen, andere Studien bemühen, die besser zum eigenen Weltbild passen usw. und dann die Ergebnisse zerreden. Für andere reicht ein Blick nach USA, mit zehnmal so vollen Gefängnissen wie in Deutschland, mit der Säuglingssterblichkeit eines Entwicklungslandes, einer absoluten Horrorkriminalität. Oder der schlichten Tatsache dass es Millionen unversicherter Amerikaner gibt und zig-Millionen die nur von Lebensmittelmarken leben, während auf der anderen Seite märchenhafter Reichtum wuchert...
Schade eigentlich, denn speziell der Attributionsfehler trifft auf Sie in gleicher Weise zu.
Es lohnt sich nicht, darauf weiter einzugehen.
Und denken Sie daran: Je mehr Feuerwehrleute, desto größer der Brandschaden. Diese Korrelation finden Sie immer und überall. Ohne Ausnahme! Sie zielt immer in eine Richtung, und präjudiziert nach Ihrer Denkweise eindeutig, daß da etwas dran sein muß. Was man natürlich nur nicht wahrhaben will.
Wer hier verzweifelt sucht, ist offensichtlich. Die Gutmenschen wollen Gutes tun, aber leider tun sie es eben oft nicht!
Wenn Sie in Bezug auf diese Studie schon auf Korrelationen abstellen, so sollten Sie schon konsequent sein. Dann sollten Sie alle Ihre "Gewissheiten" auf den Prüfstand stellen. Kann jede Wirkung auf eine Ursache zurückgeführt werden? Oder sind es nicht bloss alles Korrelationen? Wenn ich Ihnen eine runterhaue und Sie dann schreien, dann kann ich vielleicht auch nur eine Korrelation feststellen: Immer, wenn ich Ihnen eine runterhaue, dann schreien Sie. Es ist zwar ein seltsames Zusammentreffen von zwei Ereignissen, dennoch muss hier nicht unbedingt ein ursächlicher Zusammenhang bestehen. Oder etwa doch?
Gruß
IPJ
... die Studie ist viel eindeutiger als ihr es wahrhaben wollt. Es passt bloß nicht in euer enges Weltbild rein. Also sucht ihr verzweifelt nach irgendwelchen Angriffspünktchen, weil das immer noch bequemer ist, als seinen eigenen Standpunkt in Frage zu stellen.
Wahrscheinlich liegt das einfach daran, dass ihr Ungleichheitsgewinner seid. Auch das Symptom ist übrigens empirisch nachweisbar, nennt sich fundamentaler Attributionsfehler:
http://de.wikipedia.org/w...
Ein etwas ausführlicheres Interview, in dem auch einige abweichende Fakten erläutert werden, findet man übrigens hier:
http://www.taz.de/1/archi...
"Je mehr Feuerwehrleute eingesetzt werden, desto größer ist der Brandschaden. Kapiert?"
Du mußt mir Korrelationen nicht erklären, aber du könntest vielleicht mal eine mögliche Fehlinterpretation aufzeigen. Die Autoren untersuchen nämlich vorsorglich eine ganze Reihe von verschiedenen Thesen, die sich alle nicht halten lassen, etwa den Migrantenanteil.
"Außerdem verweise ich - genau wie JoG - auf die Rezension der Studie. Das zeigt eindeutig, dass die Situation nicht so einfach ist, wie Sie es gerne hätten"
Nein einfach nicht, aber ziemlich eindeutig und für mich auch absolut plausibel und meiner Erfahrung entsprechend.
Klar kann man den ein oder anderen Fakt herausgreifen lange hin- und herdrehen, andere Studien bemühen, die besser zum eigenen Weltbild passen usw. und dann die Ergebnisse zerreden. Für andere reicht ein Blick nach USA, mit zehnmal so vollen Gefängnissen wie in Deutschland, mit der Säuglingssterblichkeit eines Entwicklungslandes, einer absoluten Horrorkriminalität. Oder der schlichten Tatsache dass es Millionen unversicherter Amerikaner gibt und zig-Millionen die nur von Lebensmittelmarken leben, während auf der anderen Seite märchenhafter Reichtum wuchert...
Schade eigentlich, denn speziell der Attributionsfehler trifft auf Sie in gleicher Weise zu.
Es lohnt sich nicht, darauf weiter einzugehen.
Und denken Sie daran: Je mehr Feuerwehrleute, desto größer der Brandschaden. Diese Korrelation finden Sie immer und überall. Ohne Ausnahme! Sie zielt immer in eine Richtung, und präjudiziert nach Ihrer Denkweise eindeutig, daß da etwas dran sein muß. Was man natürlich nur nicht wahrhaben will.
Wer hier verzweifelt sucht, ist offensichtlich. Die Gutmenschen wollen Gutes tun, aber leider tun sie es eben oft nicht!
Wenn Sie in Bezug auf diese Studie schon auf Korrelationen abstellen, so sollten Sie schon konsequent sein. Dann sollten Sie alle Ihre "Gewissheiten" auf den Prüfstand stellen. Kann jede Wirkung auf eine Ursache zurückgeführt werden? Oder sind es nicht bloss alles Korrelationen? Wenn ich Ihnen eine runterhaue und Sie dann schreien, dann kann ich vielleicht auch nur eine Korrelation feststellen: Immer, wenn ich Ihnen eine runterhaue, dann schreien Sie. Es ist zwar ein seltsames Zusammentreffen von zwei Ereignissen, dennoch muss hier nicht unbedingt ein ursächlicher Zusammenhang bestehen. Oder etwa doch?
Gruß
IPJ
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