Anders als die Juden in Österreich, England und Frankreich wohnen die deutschen Juden nicht mehrheitlich in der Hauptstadt. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie hier). Berlin war jüdisches Zentrum bis zum Krieg, heute lebt hier nur ein Zehntel der insgesamt 106.000 Gemeindemitglieder (mehr sind es nicht).

Dass sie so zerstreut sind, hat seine Gründe in der Nachkriegszeit: Die britische Besatzungszone nahm keine Flüchtlinge aus dem Osten auf, die mussten nach Süddeutschland; in Düsseldorf war lange der Zentralrat der Juden; ins Saarland, vorerst nicht deutsch, wollten viele, die nach Frankreich emigriert waren.

Die heute mit Abstand größte Gruppe, Juden aus der ehemaligen Sowjetunion, wurde anfangs fast zufällig übers Land verteilt, und nur dank ihr haben viele Kleingemeinden überlebt, vor allem im Osten (die DDR zählte 1990 lediglich 350 Gemeindemitglieder). Leider kann man in den Kleinstädten nicht koscher einkaufen.

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In Berlin, wo das möglich ist, sind inzwischen Zentralrat, Jüdisches Museum und ein Rabbinerseminar angesiedelt. Könnte gut sein, dass Berlin bald wieder Zentrum wird.