Tirana Tirana lang und breit
400 Kilometer zu Fuß und 12000 Fotos – Berliner Studenten haben die albanische Hauptstadt erfasst.

Die Fotos, mit denen die Studenten ihre Begehung dokumentierten, sind jetzt in einer Ausstellung zu sehen
DIE ZEIT: Herr Radebach, Sie waren mit fünf Kommilitonen vom Studienkolleg zu Berlin in Albaniens Hauptstadt Tirana unterwegs. Sie sind sämtliche Straßen abgelaufen und haben sie fotografiert. Warum die Mühe?
Alexander Radebach: Wir wollten Tirana nicht so kennenlernen, wie ein Tourist es normalerweise tut. Der Reiseführer sagt, was interessant ist, und das arbeitet man dann ab. Wir wollten die ganze Breite der Stadt sehen. Ein Gefühl für ihre Proportionen kriegen. So lange durch Industriegebiete laufen, wie sie vertreten sind.
ZEIT: Und warum gerade Tirana?
Radebach: Es sollte eine europäische Hauptstadt sein, die aber klein genug ist, um sie in zwei Wochen abgehen zu können. Auch suchten wir eine Stadt, die uns neu ist.
ZEIT: Wie haben Sie die Touren zusammengestellt?
Radebach: Wir haben im Stadtplan eine Route eingezeichnet, bei der wir möglichst wenige Wege doppelt gehen mussten. Jeden Morgen um acht sind wir, immer in der Gruppe, aufgebrochen und bis zur Dämmerung gelaufen. Die Idee war, alles gleich zu gewichten. Die Villa des ehemaligen Diktators ist dann genauso bedeutsam wie ein normales Haus. Von jeder Straße machten wir Fotos, um daraus einen Stadtplan aus Bildern zusammenzusetzen.
- Datum 07.04.2010 - 16:14 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 31.03.2010 Nr. 14
- Kommentare 4
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... dass unter:
http://www.zeit.de/online...
nämlich genau die Widerlegung des gängigen medialen Cliche´s zu finden ist, nämlich des sog. "Großserbiens", und zwar aus dem Munde eines "KLA-Fighters"... (Kosovo Liberation Army), Zitat:
"UNITED STATES OF ALBANIA !"
Noch Fragen ?
Wenn ich durch Berlin laufe, finde ich selten Geld auf der Straße. Die Berliner achten offenbar auf ihr Geld!
Es ist wahr, dass Albanien ein armes Land Südeuropas ist und es manchmal Schlamm und Müll gibt, wie auch in viele andere arme Länder, wo Umweltschutz keinen hohen Stellenwert genießt. Meiner Meinung nach aber, haben die Studenten aus Berlin es ein bisschen übertrieben.
Ich zitiere einen Satz: „Wir sahen nach einer halben Stunde total verschlammt aus.“
Entweder haben die Studenten auf den Straßen Fußball gespielt, oder haben sie das absichtlich gemacht, um „total verschlammt“ auszusehen.
und dann
Im Gegensazt zu den „total verschlammten Studenten“ balanzieren die albanischen Frauen mit hochhackigen Schuhen über die Steine, „grazil und ohne sich zu beschmutzen“. Diese Ironie ist Kennzeichen der Leute, die unser Land nicht sehr lieb haben.
Ich bin dafür, die Umweltverschmutzung Albaniens zu krtisieren. Ich bin aber damit nicht einverstanden, dass das Schicksal dieser armen Leute ironisiert und ausgelacht wird.
Liebe Kommentierenden,
für eine weitergehende Auseinandersetzung mit dieser sehr sehr reizvollen Stadt laden wir Sie gern zu unserer Ausstellungseröffnung ein. Dort besteht umfassende Gelegenheit zum Austausch. Um Anmeldung wird gebeten (über die Hertie-School).
Wir mögen diese Stadt sehr und begegnen der Stadt weder mit Ironie noch Überheblichkeit! Insofern handelt es sich um ein Missverständnis, das bedauerlich, aber auflösbar ist. Gern räumen wir diese aus und sind gespannt auf Ihre Perspektive auf das Projekt. Lassen Sie uns gemeinsam über die Potentiale und Hemmnisse in Tirana diskutieren. Am 22. April in Berlin (wo man sicherlich auch auf sein Geld achtet!).
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