"Das Verbot ist natürlich ein Problem"
ZEIT: Als Mein Kampf 1925/26 im Verlag der NSDAP erschien, war es nicht das einzige Buch, das völkische, antidemokratische und antisemitische Ideen propagierte. Wodurch hob es sich ab?
Hamann: Eigentlich nur dadurch, dass es schnell weite Verbreitung fand, da Hitlers »Bewegung« rasch wuchs. Wer in die NSDAP wollte, musste Mein Kampf kaufen, nach 1933 wurde das Buch an Jugendliche zum Schulabschluss und an Hochzeitspaare verteilt. Am Ende hatte es eine Auflage von rund zehn Millionen Exemplaren. Hitler hat wahnsinnig viel Geld daran verdient.
ZEIT: Brauchen wir heute eine historisch-kritisch kommentierte Ausgabe, wie das Institut für Zeitgeschichte in München sie plant?
Hamann: Ich bin skeptisch. Wie soll das aussehen? Will man jeden Satz umdrehen? Dann kommt ein zehnbändiges Werk dabei heraus. Man erweist Mein Kampf damit mehr Ehre, als ihm gebührt. Im Übrigen sind die Entstehung des Buches und seine Wirkung im »Dritten Reich« gut erforscht.
ZEIT: In etlichen Ländern, in England, Russland, Spanien, Indien, aber auch in Israel, sind oder waren Übersetzungen frei erhältlich. Sollte man nicht auch hierzulande die Aura des Verbotenen, die Mein Kampf umgibt, endlich brechen?
Hamann: Richtig. Aber eine bescheidene, knapp kommentierte Ausgabe in einem Band würde es auch tun. Man muss nicht gleich die ganze Weltgeschichte an Mein Kampf erklären. Das Verbot ist natürlich ein Problem.
ZEIT: Wie sind Sie selber denn damals in den Besitz des Buches gekommen?
Hamann: Über eine Freundin. Deren Mutter hatte genau fünf Bücher zu Hause. Die wollte sie loswerden, weil sie fand, dass sie im Weg rumstehen. Also hat sie die Bücher ihrer Tochter geschenkt, und die rief mich an: Du, fragte sie, was soll ich denn mit Mein Kampf machen? Och, hab ich gesagt, kannste mir geben. Das Exemplar habe ich heute noch.
Die Fragen stellte Christian Staas
- Datum 06.04.2010 - 10:36 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 31.03.2010 Nr. 14
- Kommentare 28
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"Ich kenne niemanden, der es komplett geschafft hat. Es ist unerträglich und schrecklich langweilig..."
So ist es. Das Buch zu verbieten, ist die blanke Dummheit von Leuten, die wahrscheinlich nie versucht haben, es zu lesen. Die schlimmste Strafe für Naziphantasten könnte sein, sie dazu zu verdonnern, Mein Kampf GANZ zu lesen.
SO ist es. Man müßte die entsprechenden Neonazis dann darum bitten, in eigenen Worten wiederzugeben, was da steht. Das wäre ein Heidenspaß.
Ich finde, man unterschätzt die Intelligenz der Bevölkerung und überschätzt die Verführbarkeit desselbigen, wenn man solche dümmlichen Pamphlete verbietet oder ihren Verkauf erschwert.
SO ist es. Man müßte die entsprechenden Neonazis dann darum bitten, in eigenen Worten wiederzugeben, was da steht. Das wäre ein Heidenspaß.
Ich finde, man unterschätzt die Intelligenz der Bevölkerung und überschätzt die Verführbarkeit desselbigen, wenn man solche dümmlichen Pamphlete verbietet oder ihren Verkauf erschwert.
Das Buch ist verboten? Wusst ich garnicht. Warum denn? Was macht es für einen Sinn Bücher zu verbieten? Ok wenn darin beschrieben steht wie man Bomben aus Pudding und Schnur bastelt verstehe ichd as noch. oder wie man am besten einen menschen schlachtet und zubereitet. Aber was ist so schlimm daran, die verwirrten gedanken eines Fanatikers auf die Welt zuzulasen? Verbote sind doch dämlich. es braucht in dieser Hinsicht keine Verbote. es braucht Bildung und Jugendeinrichtungen, damit der Nachwuchs sich nicht in unüberlegte Szenen wirft. Das Buch zu verbieten gibt dem ganzen doch erst den Kick. Lächerlich das ganze.
Folgende Dinge sollten hingegen endlich einmal verboten werden: Massentierhaltung, Tierzucht- und Verkauf in zoolände und privat, Auslandseinsätze die gegen das Grundgesetzt verstoßen (Ups, sind ja schon verboten, aber Rethorik macht auch das möglich), Zirkusse mit Tierhaltung, Kirchensteuer die durch den Staat erhoben wird, Kostenpflichtiges Bahnfahren für H4 Empfänger, Jagd und vieles mehr.
Das Buch ist ja gar nicht im eigentlichen Sinne verboten. Bayern hat nur Hitlers von den Alliierten beschlagnamtes Vermögen übernommen und meint damit auch die Verwertungsrechte an "Mein Kampf" zu bestitzen. So ganz geklärt scheint das nicht zu sein, aber jedenfalls verhindert Bayern so bislang eine Neuauflage in Deutschland.
Das Ganze erweckt allerdings mehr den Eindruck, als wäre es zumindest anfangs mehr darum gegangen, eine DIskussion und Aufarbeitung zu vermeiden, weil man sich mit diesem Kapitel der Geschichte lieber nicht so genau auseinandersetzen wollte. Und irgendwie hat sich das dann verselbständigt und Bayern konnte sich nie durchringen, seine Position zu ändern. 2015 laufen die Urheberrechte aus, damit hat sich das dann erledigt.
Wäre natürlich besser gewesen, wenn man die Debatte etwas früher geführt und diesen Urheberrechtsblödsinn aufgegeben hätte.
Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, daß sich die werte Historikerin nicht wirklich mit der Thematik beschäftigt hat. Zunächst einmal ist das Buch "Mein Kampf" überhaupt nicht "verboten"! Jeder, der es lesen möchte, kann es auch kaufen. (Allerdings nur Bücher, die bis zum Tode von Adolf Hitler vertrieben wurden.)
Da sich die bayerische Regierung ,unter nicht ganz unumstrittenen Umständen, die Urheberrechte für dieses Buch unter die Fingernägel gerissen hat, wird ein Neudruck mit dieser Begründung verhindert. Glücklicherweise läuft das Urheberrecht 70 Jahre nach Tod des Urhebers aus; d.h. 2015 kann jeder, der will, eine Neuausgabe auf den Markt bringen.
Außerdem scheint es mir, als ob die werte Historikerin sich nicht wirklich neutral/wissenschaftlich mit der Thematik befasst hat. Personen, die eine andere Ideologie haben, werden schlicht als verrückt bezeichnet. Damit macht man es sich natürlich sehr einfach.
Im Prinzip der bekannte Kanon: Hitler war lächerlich, blöde und schmächtig. Außerdem hat er sich alle Ideen zusammengeklaut. Da stellt sich mir die Frage: Wie kann so jemand zu einer der mächtigsten Personen des 20. Jahrhunderts aufsteigen?
"Personen, die eine andere Ideologie haben, werden schlicht als verrückt bezeichnet."
Entschuldigung. Aber wenn ein Mensch zu diesem Schluss kommt, und das auch noch asl Wissenschaftlerin, dann sit das ihr gutes recht. immerhin verfasst sie hier keine wissenschaftliche arbeit sondern führt ein gespräch mit einer Zeitung. Und da darf man, erst recht als hostorikerin, die inblick ind ie materie hat, durchaus eine ideologie ablehnen und sie entsprechend bezeichnen.
"Personen, die eine andere Ideologie haben, werden schlicht als verrückt bezeichnet."
Entschuldigung. Aber wenn ein Mensch zu diesem Schluss kommt, und das auch noch asl Wissenschaftlerin, dann sit das ihr gutes recht. immerhin verfasst sie hier keine wissenschaftliche arbeit sondern führt ein gespräch mit einer Zeitung. Und da darf man, erst recht als hostorikerin, die inblick ind ie materie hat, durchaus eine ideologie ablehnen und sie entsprechend bezeichnen.
Frau Hamann kann es sich nicht verkneifen, Hitler wie einen Idioten aussehen lassen zu wollen - als Historikerin sollte sie es besser wissen, aber dann käme das Interview ja nicht mehr so schmissig daher, nicht wahr? Mich macht das immer so unendlich müde ...
Für eine nach pädagogischen Gesichtspunkten aufbereiteten Neuauflage des Buches "Mein Kampf" ist es schlichtweg zu spät, kann doch mittlerweile jeder Interessierte das Buch im Internet gratis herunterladen.
"Personen, die eine andere Ideologie haben, werden schlicht als verrückt bezeichnet."
Entschuldigung. Aber wenn ein Mensch zu diesem Schluss kommt, und das auch noch asl Wissenschaftlerin, dann sit das ihr gutes recht. immerhin verfasst sie hier keine wissenschaftliche arbeit sondern führt ein gespräch mit einer Zeitung. Und da darf man, erst recht als hostorikerin, die inblick ind ie materie hat, durchaus eine ideologie ablehnen und sie entsprechend bezeichnen.
Können Neonazis denn eigentlich lesen?
Hitlers "Mein Kampf" ist in Deutschland nicht verboten, lediglich der kommerzielle Vertrieb.
Zum Lesen als historische Quelle würde ich allerdings eine kommentierte Ausgabe bevorzugen...
Ich denke die Art, wie Frau Hamann an das Thema herangeht, ist grundsätzlich für die Situation des Interviews nicht falsch. Wer das Buch mal komplett durchgelesen hat weiß, dass man bei so einer Materie an Aussagen (deren tatsächlicher Wahrheitsgehalt, wie die Historikerin ausführt, oftmals sehr fragwürdig ist) nicht durchweg sachlich und objektiv bleiben kann.
Klar, in einem wissenschaftlichen Aufsatz gingen diese teilweise subjektiven Darstellungen nicht.
Entfernt. Verzichten Sie auf die reletivierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.
>>Im Prinzip der bekannte Kanon: Hitler war lächerlich, blöde und schmächtig. Außerdem hat er sich alle Ideen zusammengeklaut.<<
selbstverständlich nimmt sich hitler gemessen am geistig-kulturellen stand der zeit als "lächerlich und blöde" aus. auch waren seine weltanschaulichen denk- und deutungsmuster in der tat, wenn man so will, "zusammengeklaut". die ein- und fehlsichten seiner intellektuellen gewährsleute kehren in 'mein kampf' durchweg in selektiv und simplizistisch vezerrter form wieder. es ist anzunehmen, dass sie ihm, wie der mehrheit der deutschen, vornehmlich aus den vulgarisierenden gestaltungen der lagardes und möllers und sonstigen deutschtümelnden politisch-philosophischen after-literaten bekannt (und wohl auch nur in diesen begreiflich) waren. auch wenn es dem deutschen volk heute 'normalitäts'-sehnsüchte verhagelt - es ist seinerzeit nicht einem geistesgroßen charismatiker und unwiderstehlichen verführungskünstler erlegen. um seine bereitschft zu vernichtung und untergang zu aktualisieren und organisieren, genügte ein ungebildeter, zwangsautoritärer 'tatmensch', der es verstand, an bestehende dispositionen anzuschließen.
>>Im Prinzip der bekannte Kanon: Hitler war lächerlich, blöde und schmächtig. Außerdem hat er sich alle Ideen zusammengeklaut.<<
selbstverständlich nimmt sich hitler gemessen am geistig-kulturellen stand der zeit als "lächerlich und blöde" aus. auch waren seine weltanschaulichen denk- und deutungsmuster in der tat, wenn man so will, "zusammengeklaut". die ein- und fehlsichten seiner intellektuellen gewährsleute kehren in 'mein kampf' durchweg in selektiv und simplizistisch vezerrter form wieder. es ist anzunehmen, dass sie ihm, wie der mehrheit der deutschen, vornehmlich aus den vulgarisierenden gestaltungen der lagardes und möllers und sonstigen deutschtümelnden politisch-philosophischen after-literaten bekannt (und wohl auch nur in diesen begreiflich) waren. auch wenn es dem deutschen volk heute 'normalitäts'-sehnsüchte verhagelt - es ist seinerzeit nicht einem geistesgroßen charismatiker und unwiderstehlichen verführungskünstler erlegen. um seine bereitschft zu vernichtung und untergang zu aktualisieren und organisieren, genügte ein ungebildeter, zwangsautoritärer 'tatmensch', der es verstand, an bestehende dispositionen anzuschließen.
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