Der Kopf eines Makaken-Affen, in dem ein Führungsrohr für Elektroden implantiert ist, wird durch eine Plastikhalterung fixiert und für einen Tierversuch vorbereitet © BUAV/Deutscher Tierschutzbund

Das Versprechen war gewaltig: Die Affenversuche von Andreas Kreiter würden Ergebnisse liefern, die dem Menschen helfen, hieß es. Dem könne sich doch keiner verschließen. Außerdem sei die Forschung nach drei Jahren beendet, hatte die Bremer Politik am Anfang versprochen. Ich habe damals gesagt: Liebe Politiker, wenn ihr die Versuche erst einmal genehmigt, werdet ihr mit Sicherheit Probleme bekommen, das Rad wieder zurückzudrehen. Jetzt dauern die Versuche schon zwölf Jahre, viermal so lang. Und wenn Sie mich fragen, haben sie noch zu keinem Ziel geführt.

Was den Anfang dieser Geschichte betrifft, wundere ich mich noch über vieles andere. Warum zum Beispiel hat die Uni damals so beharrlich verschwiegen, dass ihr neuer Professor an Affenhirnen forschen will? Ich habe mich jedenfalls völlig überrumpelt gefühlt. Der Bremer Bevölkerung ging es vermutlich nicht anders.

Nach anderthalb Jahren Berufungsverfahren hieß es plötzlich, das Gesundheitsressort habe angeblich keine Bedenken gegen die Affenversuche. Der damalige Leiter der Veterinärabteilung der Behörde hat mir gesagt – und das vergesse ich nie –, er wolle die Versuche nicht, aber er könne nichts machen. Später kam heraus, dass er das Vorhaben selbst unterstützt hat. Heute fungiert er sogar als Tierschutzbeauftragter für Andreas Kreiters Versuche.

Um es klar zu sagen: Mein Ärger trifft an dieser Stelle nicht Herrn Kreiter. Ich bin wütend darüber, wie die Uni das Ganze gestrickt hat. Das war ein hinterlistiges Spiel, aus dem die Öffentlichkeit nach Möglichkeit herausgehalten wurde. Als die es erfuhr, hatte man sich bereits festgelegt.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich habe nichts gegen Grundlagenforschung. Im Gegenteil. Ich denke, dass es da noch eine ganze Menge zu tun gibt. Aber wir müssen uns fragen, mit welchen Mitteln wir Wissen gewinnen und wofür wir Milliarden an Forschungsgeldern ausgeben.

Ich selbst bin ja kein Forscher. Aber ich habe viele Forscher gefragt, ob es irgendeine Chance gibt, dass bei den Versuchen von Herrn Kreiter Wissen für die Heilung von Menschen herauskommt. Solche Wege will ich doch nicht verbauen! Vielleicht, haben alle gesagt. Das ist mir zu wenig.

Mir ist vorgeworfen worden, es gehe mir nur ums Tier, der Mensch spiele keine Rolle. Das ist Blödsinn. In meiner eigenen Familie gibt es Demenz und Alzheimer. Aber ich sehe im Tierversuch einfach kein Allheilmittel, und schon gar nicht in dieser Affenforschung.