Ausprobiert: HTML5 Filme ohne Lüftergeräusche
Das iPad unterstützt kein Flash. Viele Video-Portale rüsten nun auf den neuen Standard HTML5 um. Welche Anwendung allgemein effizienter ist, hängt vom Browser ab.

Ein erwartungsgemäß vergeblicher Versuch, auf dem iPad den Adobe-Flashplayer zu installieren
Es war ein großer Tag für Apple-Fans – wenigstens in den USA: Seit dem 3. April ist dort das iPad zu haben, und die ersten Berichte sind überwiegend positiv. Zwar wird es noch dauern, bis wir hierzulande die ersten dieser Tablets betatschen können. Profitieren können wir aber schon jetzt.
Das liegt daran, dass Apples iPad (wohl vor allem aus strategischen Gründen) die populäre Flash-Technik nicht unterstützt, mit der viele Websites Videos abspielen. Da sich Videoportale wie YouTube nicht nachsagen lassen wollen, sie hätten den Tablet-Hype verschlafen, verbreiten sie viele ihrer Filme jetzt auch mithilfe des neuen Standards HTML5. Der verträgt sich mit dem iPad, kann aber auch Besitzern stinknormaler Rechner nützen, denn Flash gilt als extrem ressourcenhungrig. Laptopnutzer kennen das: Ein HD-Flash-Film läuft im Vollbildmodus, das Gerät wird heiß, der Lüfter bläst und der Akku leert sich rasant.
Das bestätigt ein gerade veröffentlichter Test: Wird ein YouTube-Video auf einem Macbook mit HTML5 abgespielt anstatt mit Flash, muss der Prozessor 60 Prozent weniger rechnen. Aber halt! Das gilt nur für Safari-Nutzer – wer auf dem gleichen Rechner Googles Browser Chrome einsetzt, muss damit leben, dass dieser Videos so oder so ineffizient wiedergibt.
Auf einem HP-Laptop mit Windows ist es wieder anders: Chrome mit HTML5 benötigt 30 Prozent mehr Leistung als mit Flash. Und Firefox, Opera und IE kamen gar nicht mit YouTubes HTML5-Seiten zurecht. Filmfreunde sollten also etwas herumprobieren, bis sie die beste Kombination für ihren Rechner finden – wenigstens, solange sie kein iPad haben.
- Datum 11.04.2010 - 11:13 Uhr
- Serie Ausprobiert
- Quelle DIE ZEIT, 08.04.2010 Nr. 15
- Kommentare 16
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Der Artikel ist inhaltlich nicht ganz korrekt. Firefox und Opera unterstützen in den aktuellen Versionen sehr wohl das Video-Element aus HTML5.
In HTML5 ist aber nicht definiert, in welchem Codec das Video vorliegen muss. Youtube setzt auf den reicht weit verbreiteten H.264-Codec. In diesen Codec sind Patente eingeflossen, für deren Nutzung Lizenzgebühren zu zahlen sind. Das sieht die Mozilla-Foundation nicht ein und setzt deshalb auf Ggg.Theora, was Youtube aktuell nicht unterstützt.
Das habe ich auch nicht behauptet - und sollte auch nicht so klingen. Im Text steht "Und Firefox, Opera und IE kamen gar nicht mit YouTubes HTML5-Seiten zurecht." und das stimmt, weil Youtube eben H.264 Codec verwendet, den genannte Browser aber zurzeit aus den von Ihnen genannten Gründen nicht unterstützen.
Das habe ich auch nicht behauptet - und sollte auch nicht so klingen. Im Text steht "Und Firefox, Opera und IE kamen gar nicht mit YouTubes HTML5-Seiten zurecht." und das stimmt, weil Youtube eben H.264 Codec verwendet, den genannte Browser aber zurzeit aus den von Ihnen genannten Gründen nicht unterstützen.
... hör ich da die Komerzialisierung von Video-Internet-Dienstleistungen auf uns zu trapen ??
Wie mein Vorposter bereits schilderte liegt es einzig und allein am Codec, dass weder Opera, noch Firefox die Videos von Youtube im HTML5-Standart abspielt.
Ich finde, dass Opera, sowie die Mozilla Foundation den eigentlich richtigen Weg geht, denn Web-Standarts sollten definitiv frei sein!
Es ist einfach lächerlich, wie Google seine Plattform mit einem Codec versieht, den die Konkurrenz aus Kostengründen nicht anbieten kann.
Meiner bescheidenen Meinung nach, ist das doch klare Wettbewerbsverzerrung, wenn man als Quasi-Monopolist (Suchmaschiene, Videoportal) die Standarts so lenkt, dass man Wettberwerber auf dem Browsermarkt auf dem Rennen schießen will.
Ich persönlich, hätte mir ein wenig Kritik in dem Artikel gewünscht in Bezug auf die Umsetzung des HMTL5 Standarts! Stattdessen les ich nur Jubelschreie dass mit HTML5 alles besser wäre und die "kleinen Browser" keine Ahnung hätten das ordentlich umzusetzen.
Hier haben wir das Dilemma.
H.264 ist Ogg Theora technisch überlegen, ist aber aufgrund von Proprietären Lizenzen und unsicherer Patentlage nicht mit Open Source Software wie Firefox vereinbar.
Apple und Google haben damit kein Problem und promoten den H.264-Codec, welcher sich dank der Marktdominanz von Google's YouTube wahrscheinlich für die HTML5-Video-Elemente durchsetzen wird. Mircosoft wird mit der nächsten Version des Internet Explorer sicherlich auch auf den Zug aufspringen.
Der Vorteil des HTML5-Standards ist, dass Web-Videos nun ohne zusätzliche Plugins (Flash/ Quicktime, etc) abspielbar sind, allerdings wird dies, wenn sich H.264 durchsetzen sollte, nur auf die Closed-Source-Browser zutreffen können. Firefox ist damit leider außen vor, was auf Dauer zu einem ernsthaften Wettbewerbsnachteil werden könnte. Hoffen wir, dass sich eine Lösung finden wird.
[klugscheißmodus ein]
@YaX:
By the Way, es heißt standard und nicht standart.
[/klugscheißmodus aus]
Hier haben wir das Dilemma.
H.264 ist Ogg Theora technisch überlegen, ist aber aufgrund von Proprietären Lizenzen und unsicherer Patentlage nicht mit Open Source Software wie Firefox vereinbar.
Apple und Google haben damit kein Problem und promoten den H.264-Codec, welcher sich dank der Marktdominanz von Google's YouTube wahrscheinlich für die HTML5-Video-Elemente durchsetzen wird. Mircosoft wird mit der nächsten Version des Internet Explorer sicherlich auch auf den Zug aufspringen.
Der Vorteil des HTML5-Standards ist, dass Web-Videos nun ohne zusätzliche Plugins (Flash/ Quicktime, etc) abspielbar sind, allerdings wird dies, wenn sich H.264 durchsetzen sollte, nur auf die Closed-Source-Browser zutreffen können. Firefox ist damit leider außen vor, was auf Dauer zu einem ernsthaften Wettbewerbsnachteil werden könnte. Hoffen wir, dass sich eine Lösung finden wird.
[klugscheißmodus ein]
@YaX:
By the Way, es heißt standard und nicht standart.
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Hier haben wir das Dilemma.
H.264 ist Ogg Theora technisch überlegen, ist aber aufgrund von Proprietären Lizenzen und unsicherer Patentlage nicht mit Open Source Software wie Firefox vereinbar.
Apple und Google haben damit kein Problem und promoten den H.264-Codec, welcher sich dank der Marktdominanz von Google's YouTube wahrscheinlich für die HTML5-Video-Elemente durchsetzen wird. Mircosoft wird mit der nächsten Version des Internet Explorer sicherlich auch auf den Zug aufspringen.
Der Vorteil des HTML5-Standards ist, dass Web-Videos nun ohne zusätzliche Plugins (Flash/ Quicktime, etc) abspielbar sind, allerdings wird dies, wenn sich H.264 durchsetzen sollte, nur auf die Closed-Source-Browser zutreffen können. Firefox ist damit leider außen vor, was auf Dauer zu einem ernsthaften Wettbewerbsnachteil werden könnte. Hoffen wir, dass sich eine Lösung finden wird.
[klugscheißmodus ein]
@YaX:
By the Way, es heißt standard und nicht standart.
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Man kann sich durchaus streiten, wen es mehr kneift, wenn Firefox keine Youtube-Videos mehr abspielen kann. Die Firefox-User, die keine Youtube-Videos sehen können oder Google, wenn 20% der Werbekonsumenten auf Youtube und somit bis zu 20% der Werbeumsätze verloren gehen?
Es gibt eine Reihe von Lösungsmöglichkeiten:
1. Ein Drittanbieter (z.B. Google) stellt ein H.264-Addon für Firefox bereit.
2. Google stellt die Videos mit einem 2. Codec oder weiterhin zusätzlich als Flash Video bereit.
3. Eine andere Videoplattform setzt sich durch. Die Spitzenstellung von Youtube als Videoplattform ist schließlich nicht so zementiert, wie die von Google als Suchmaschine.
Man kann sich durchaus streiten, wen es mehr kneift, wenn Firefox keine Youtube-Videos mehr abspielen kann. Die Firefox-User, die keine Youtube-Videos sehen können oder Google, wenn 20% der Werbekonsumenten auf Youtube und somit bis zu 20% der Werbeumsätze verloren gehen?
Es gibt eine Reihe von Lösungsmöglichkeiten:
1. Ein Drittanbieter (z.B. Google) stellt ein H.264-Addon für Firefox bereit.
2. Google stellt die Videos mit einem 2. Codec oder weiterhin zusätzlich als Flash Video bereit.
3. Eine andere Videoplattform setzt sich durch. Die Spitzenstellung von Youtube als Videoplattform ist schließlich nicht so zementiert, wie die von Google als Suchmaschine.
Man kann sich durchaus streiten, wen es mehr kneift, wenn Firefox keine Youtube-Videos mehr abspielen kann. Die Firefox-User, die keine Youtube-Videos sehen können oder Google, wenn 20% der Werbekonsumenten auf Youtube und somit bis zu 20% der Werbeumsätze verloren gehen?
Es gibt eine Reihe von Lösungsmöglichkeiten:
1. Ein Drittanbieter (z.B. Google) stellt ein H.264-Addon für Firefox bereit.
2. Google stellt die Videos mit einem 2. Codec oder weiterhin zusätzlich als Flash Video bereit.
3. Eine andere Videoplattform setzt sich durch. Die Spitzenstellung von Youtube als Videoplattform ist schließlich nicht so zementiert, wie die von Google als Suchmaschine.
Ich sitze gerade an einem MAC, nutze aber Firefox. Kann Firefox den Codec von Safari mitbenutzen? Einfach so geht es auf jeden Fall nicht.
Es gibt einen argumentativen Fehler. HTML5 Videos gibt es auf Youtube seit dem 21. Januar 2010 (http://www.googlewatchblo...). Am 27. Januar wurde das iPad vorgestellt.
Daher ziehen die Videoportale und Browser unabhängig vom iPad (der wohl in der relativen Menge irrelevant für die Videoportale ist) zum HTML5 Standard um.
Sie haben recht - korrekterweise hätte ich mich auf andere Webseiten beziehen müssen, die ihre Videos nach der iPad-Vorstellung auf HTML5 umgestellt haben. Davon gibt es allerdings tatsächlich einige.
Sie haben recht - korrekterweise hätte ich mich auf andere Webseiten beziehen müssen, die ihre Videos nach der iPad-Vorstellung auf HTML5 umgestellt haben. Davon gibt es allerdings tatsächlich einige.
Die Rubrik heißt ja „Ausprobiert“; somit wurde gut dargestellt was ein normaler Nutzer mitbekommt, wenn er mit verschiedenen Computern auf Webseiten herumklickt.
Dahinter steckt aber ein harter Kampf verschiedener Ideologien und finanzieller Interessen – mit der Hoffnung auf mehr Marktanteile, der oft mit der Streuung von Patentgerüchten und möglichen Klagen einhergeht. Dies lässt sich alles recht einfach, inkl. verlinkter Original-Quellen z. B. bei Heise nachlesen:
Stichworte für die heise-Suche: Patent-U-Boot, google, air, silverlight, google/on2 deal, nokia, VP8, theora, w3c, MPEG-LA etc., pp.
Ein einfachen, wenn auch nicht vollständigen Übersichts-Artikel von Gerrit van Aaken gibt es hier: Der heilige Gral des Webvideo
Ein Update oder ein Folge-Artikel über Software Patente und offene Protokolle wie HTML & Co. wäre auch nett.
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