Polarforschung Vermessung der Polkappen
Nach mehreren Fehlversuchen soll der Satellit CryoSat an diesem Donnerstag starten und künftig genau überwachen, wie schnell die gigantischen Eisvorräte an den Polen schmelzen.

Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Datei herunterzuladen
Sein Vorgänger stürzte im Oktober 2005 ins Nordpolarmeer, weil die letzte Stufe der russischen Rockot-Trägerrakete versagte. Da die Mission jedoch eminent wichtig ist, ließ die Europäische Raumfahrtagentur (Esa) einen Nachfolger bauen: Nun ist Cryosat 2 gestartet.
Nicht nur Klimaforscher, auch Laien möchten wissen, wie schnell Eisbären und Pinguinen die Schollen unter den Füßen wegschmelzen. Da die Eismassen der Pole globale Meeresströmungen antreiben, prägen sie das Klima, etwa durch den Golfstrom. Lösten sich gar die gigantischen Eisschilde auf Grönland und in der Antarktis auf, würden nicht nur unsere Küsten, sondern auch Berlin und Köln überschwemmt.
Die Infografik, die Sie hier als PDF-Datei herunterladen können, zeigt, wie der Umweltsatellit funktioniert.
Beim zweiten Versuch, am 8. April, hat eine andere russische Rakete (Typ Dnepr) Cryosat 2 von Baikonur aus in seine Umlaufbahn gehievt. Nachdem dies gelungen ist, dürfte sich der bisherige grobe Informationsfluss entscheidend verfeinern. Denn die herkömmlichen Umweltsatelliten sind blind in beiden zentralen Polgebieten (vom 82. bis zum 90. Breitengrad). Cryosat überblickt sie fast vollständig. Er misst auch viel genauer, in Streifen von 250 statt 15.000 Metern. So lassen sich Eisschollen und Wasserrinnen besser unterscheiden.
Cryosat 2 kann erstmals auch Eis- und Gletscherhänge ständig aus dem All vermessen. Für die Klimatologen ist es besonders wichtig, deren Veränderungen zu beobachten.
Der größte Fortschritt liegt aber darin, dass Cryosat zentimetergenau Höhendifferenzen bestimmen kann. Auf diese Weise lassen sich nicht nur wie bisher Eisflächen, sondern auch Eisdicken ermitteln. Entscheidend für Klimabilanzen ist letztendlich nämlich das Eisvolumen: So schichten Stürme Eisschollen zu dicken Presseisrücken auf. Dann schrumpft die Fläche – bei gleichem Volumen.
Eine Übersicht der Infografiken aus der Serie "Wissen in Bildern" finden Sie hier.
- Datum 14.04.2010 - 10:25 Uhr
- Serie Wissen in Bildern
- Quelle DIE ZEIT, 08.04.2010 Nr. 15
- Kommentare 6
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Zur Zeit waechst das Polareis mehr als es schmilzt.
Im Nordhalbkugel-Sommer ist es für das Nordhalbkugel-Eis eine durchaus liebgewordene Gewohnheit, zu schmelzen, von der es sich auch durch Ihren Kommentar nicht abhalten lassen wird!
.
Hilfreich dazu ist auch der Animationsfilm der Uni Bremen, auch wenn er die präziseren Daten des neuen Satelliten nicht wiedergeben kann.
So einen starken Glauben habe ich nicht das ich voraussagen kann welche Menge Polareis am Ende dieses Sommers uebrig sein wird. Ja, natuerlich schmilzt da jedes Jahr was aber am 31. Maerz dieses Jahres gab es 670 000 Quadratkilometer mehr Nordpolareis als 2006 und dieses Eis ereichte die spaeteste maximale Ausdehnung seit es Satelitenergebnisse gibt.
Das ist doch immer wieder erstaunlich wie entweder einer vom aneren abschreibt, oder alle aus einer original Quelle.
Wie kann denn der Höhenunterschied alleine zur Bestimmung der Dicke des Eises herangezogen werden, wenn selbst eine Schneeschicht schon den Höhenwert unbrauchbar oder zumindest ungenau macht ?
Wo man's zu lesen bekommt, steht der selbe Unfug.
Beim antarktischen Eis mag es ja stimmen, wo eben Festland darunter ist. Aber in der Arktis und beim Seeeis geht's doch auch mit CryoSat alleine nicht, die -Dicke- zu bestimmen ?
Aus dem "Kleingedruckten" im Bild .
"..Mit CryoSats Hilfe
lassen sich nun auch Höhen messen und damit versteckte Eisvolumina abschätzen"
Das klingt irgendwie nicht wie in den Texten, nicht nur bei Zeit-Online.
vom wiegen wird das schwein auch nicht fetter.
da will es jemand ganz genau wissen und muss wieder viel geld ausgeben um zu erfahren was eigentlich offensichtlich ist.
Den armen Eisbären und Pinguinen, mit denen man lediglich die Emotionen der uninformierten Menschen wecken will scheinen diesen Winter ja einen tollen Lebensraum gehabt zu haben. Vergleiche: http://3.bp.blogspot.com/...
@#2: Ja das ist wohl richtig, im Sommer schmilzt Eis, doch dabei ein Problem herbeizureden wenn es im Winter wieder da ist, schon bemerkenswert ;) dazu ist ihr Video ohne erkennbare Zeitangaben, scheint ja alles i.O. zu sein, da im Winter ja die Eisdecke wiederkommt. Oder haben Sie tatsächlich schon mal einen Sommer erlebt wo Schnee gefallen ist, bzw. einen Winter der 30 Grad hatte? Scheint eine normaler zyklischer Verlauf zu sein.
Ansonsten bleibt die Frage offen die in #4 gestellt wird: Höhe = Dicke?
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