Gorleben 30 Jahre tricksen…
…und kein Ende. Kommende Woche geht der Streit um das Endlager Gorleben in die nächste Runde. Aber Berlin setzt weiter auf den alten Ort für Atommüll
Ein einziger Satz eines politischen Freundes genügte, um Norbert Röttgen (CDU) alt aussehen zu lassen. »Keine Diskussion über alternative Standorte, sonst zünden wir die ganze Republik an.«
Die Warnung kam von Max Straubinger, dem stellvertretenden Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag. Und sie kam prompt. Straubinger meldete sich kurz nachdem Röttgen Mitte März angekündigt hatte, er werde das einst von Rot-Grün verhängte Moratorium aufheben und weiter erkunden lassen, ob der Salzstock im niedersächsischen Gorleben als atomares Endlager geeignet sei. Selbstverständlich, so der Bundesumweltminister, werde die Erkundung »ergebnisoffen« sein. So, wie es im Koalitionsvertrag steht.
Wie denn sonst?
Weil Röttgen freilich nicht kategorisch ausschloss, dass bei der Erkundung auch herauskommen könnte, der umstrittene Standort im Wendland sei ungeeignet, den gefährlichen Strahlenmüll für eine Million Jahre sicher aufzunehmen, roch der Niederbayer Straubinger Lunte. Könnte ja sein, dass jemand auf die Idee kommt, in diesem Fall nach einem alternativen Standort für die Atommüllkippe im Süden Deutschlands zu suchen.
Plötzlich wäre Gorleben tatsächlich nicht nur im nordöstlichen Zipfel Niedersachsens, sondern überall, wie die Anti-AKW-Bewegung schon lange tönt. Auch in Bayern.
- Heiß und hoch radioaktiv
Atomkraftwerke erzeugen Strom durch die Spaltung von Uran. Übrig bleiben dabei abgebrannte Brennelemente. Sie sind heiß und hoch radioaktiv. Ein Endlager soll Mensch und Umwelt für eine Million Jahre vor diesem gefährlichen Müll schützen. Ob Gorleben dafür geeignet ist, will Umweltminister Norbert Röttgen jetzt weiter erkunden lassen. Je mehr Strom Kernkraftwerke erzeugen, desto mehr Nuklearmüll erzeugen sie. Bisher hat der Betrieb der deutschen Meiler gut 12.000 Tonnen hoch radioaktives Schwermetall als Abfall entstehen lassen. Bis zum Ende der Regellaufzeit von 32 Jahren kommen noch einmal rund 5000 Tonnen hinzu. Blieben die Meiler darüber hinaus länger am Netz, müsste noch deutlich mehr Nuklearmüll irgendwo sicher verwahrt werden. Bei einer Laufzeitverlängerung um 30 Jahre rund 11.000 Tonnen.
Ein halbes Jahr nach ihrem Wahlsieg kommt die schwarz-gelbe Koalition in der atompolitischen Wirklichkeit an: Ein Machtkampf ist entbrannt um ihr bisher nur vage formuliertes Vorhaben, die Meiler länger als im rot-grünen Ausstiegsgesetz vorgesehen am Netz zu lassen. Jetzt gesellt sich dazu der wieder aufflammende Streit um das nukleare Endlager.
Erst einmal müssen sich die süddeutschen Unionisten, die präventiv die Endlagersuche in ihren Gefilden abwehren wollen, nicht sorgen. Bis auf Weiteres will Röttgen tatsächlich nur Gorleben konkret erkunden lassen. Diesen vor 33 Jahren erstmals als mögliches Endlager benannten Standort umgibt allerdings ein hässlicher Verdacht: Nicht geologische Erkenntnis, sondern politische Opportunität soll ihn qualifiziert haben.
Die Atomgemeinde, so glauben die Nukleargegner, hat jahrzehntelang getäuscht und getrickst.
Nun eskaliert die Situation. Röttgen will den umstrittenen Endlagerstandort weiter erkunden lassen, während unter anderem der Unions-Fraktionschef Volker Kauder darauf drängt, Kernkraftwerke deutlich länger laufen zu lassen – was auch deutlich mehr atomaren Müll bedeuten würde. All das hat die Atomkraftgegner bereits in Alarmstimmung versetzt. Und die Lage wird von Tag zu Tag explosiver.
- Datum 08.04.2010 - 16:44 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 08.04.2010 Nr. 15
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Ja warum soll sich die Führung in Berlin denn neuen Ärger aufhalsen, mit Baden-Württemberg, Bayern und welche Länder sonst noch über wesentlich bessere Endlagermöglichkeiten verfügen als Niedersachsen.
Geologen haben in diesen Ländern zwar wesentlich bessere Standorte ausgemacht, es wohnen leider aber zu viele Politiker dort, die es sich nicht mit ihren Wählern verderben wollen. Im anscheinend menschenleeren Wendland glaubte man schon von Jahrzehnten leichteres Spiel zu haben.
Der ganze Irrwitz deutscher Politik wird auch am Beispiel Gorleben wieder sichtbar!
Handeln wider besseren Wissens, nur aus reinem Machterhalt!
Ekelhaft!
Die WAA in Wackersdorf wurde genauso wie das geplante AKW in Wyhl durch die dort sehr aktiven Bürger "erledigt", Brockdorf im Norden dagegen nicht.
Nach 30 Jahren ist die öffentliche Meinung inzwischen so weit zermürbt, dass der Widerstand gegen Gorleben keine Chance in der Öffentlichkeit haben wird; den Leuten wird irgendwann mal klar gemacht werden, dass sie sich endlich den Fakten zu beugen haben.
Bei jedem alternativen Standort wird das nicht der Fall sein.
Unabhängig von der Frage, ob es auch politische Motive für die Auswahl des Standortes Gorleben gab, bleibt die Tatsache, dass er wahrscheinlich als Endlager geeignet ist. Gegen eine weitere Erkundung - und damit endlich Klarheit - kann niemand etwas haben. ! 10 Jahre Moratorium waren ein verlorenes Jahrzehnt. Ohne das Moratorium könnte längst eine endgültige Aussage zur Eignung des Standortes getroffen werden.
Es ist ein Gerücht, dass es in Süddeutschland besonders aussichtsreiche Standorte gäbe. Das Gegenteil ist der Fall. Fast alle potenziellen Standorte liegen in Norddeutschland. Es gibt keine linke oder rechte Geologie - die Diskussion zu Standorten in Süddeutschland muss dringend von jeder Ideologie befreit werden.
Zu der Meinung, es in Norddeutschland mehr und besser geeignete Standorte gebe, kommt man nur, wenn man weiterhin auf Salzstöcke zur Endlagerung setzt. Sie sind aber wegen der ständigen Gefahr eines Wassereinbruchs ungeeignet(s. hierzu bspw. das "Forschungslager" in der Asse, wo permanent radioaktiv kontaminierte Salzlauge abgepumpt werden muss, um eine Kontamination des Grundwassers zu verhindern).
Tongesteine sind eher geeignet, Wasser von der Lagerstätte fernzuhalten und diese sind halt in Süddeutschland häufiger als im Norden.
Nur eine Lagerstätte zu erkunden (vor allem, wenn sich eine ähnliche gerade als ungeeignetes Milliardengrab herausstellt) ist vor diesem Hintergrund zu kurzsichtig.
Zu der Meinung, es in Norddeutschland mehr und besser geeignete Standorte gebe, kommt man nur, wenn man weiterhin auf Salzstöcke zur Endlagerung setzt. Sie sind aber wegen der ständigen Gefahr eines Wassereinbruchs ungeeignet(s. hierzu bspw. das "Forschungslager" in der Asse, wo permanent radioaktiv kontaminierte Salzlauge abgepumpt werden muss, um eine Kontamination des Grundwassers zu verhindern).
Tongesteine sind eher geeignet, Wasser von der Lagerstätte fernzuhalten und diese sind halt in Süddeutschland häufiger als im Norden.
Nur eine Lagerstätte zu erkunden (vor allem, wenn sich eine ähnliche gerade als ungeeignetes Milliardengrab herausstellt) ist vor diesem Hintergrund zu kurzsichtig.
Zu der Meinung, es in Norddeutschland mehr und besser geeignete Standorte gebe, kommt man nur, wenn man weiterhin auf Salzstöcke zur Endlagerung setzt. Sie sind aber wegen der ständigen Gefahr eines Wassereinbruchs ungeeignet(s. hierzu bspw. das "Forschungslager" in der Asse, wo permanent radioaktiv kontaminierte Salzlauge abgepumpt werden muss, um eine Kontamination des Grundwassers zu verhindern).
Tongesteine sind eher geeignet, Wasser von der Lagerstätte fernzuhalten und diese sind halt in Süddeutschland häufiger als im Norden.
Nur eine Lagerstätte zu erkunden (vor allem, wenn sich eine ähnliche gerade als ungeeignetes Milliardengrab herausstellt) ist vor diesem Hintergrund zu kurzsichtig.
Es ist traurig zu sehen, wie um das Endlager Gorleben geschachert wird.
Ausgerechnet die Bundesländer deren Vertreter für Atomenergie sind weigern sich Endlagerstandorte in dem eigenen Land erkunden zu lassen.
Radioaktiver Abfall muss mindestens für Jahrtausende, wenn nicht gar für hunderttausende von Jahren weggeschlossen werden, damit die Menschheit sicher leben kann.
Hier sind verantwortliche Politiker gefragt, denen es möglich ist, weilt über die nächste Wahl hinaus zu sehen.
Mit diesem Problem sind wir deutschen nicht allein. Ein Endlager für hochradioaktive Abfälle, wie in Gorleben geplant, gibt es bisher in KEINEM Staat, der AKWs betreibt obwohl schon seit 40 Jahren danach gesucht wird. (Quelle Wikipedia). Daher sind auch wir gut beraten, wenn wir kein politisch motiviertes Endlager durchsetzen, sondern nochmals ganz von vorn überlegen, wie wir mit diesem Müll umgehen können, damit er nicht unseren Kindern und Enkeln das Trinkwasser in Deutschland verseucht.
muß man nicht einmal Wissenschaftler sein, sondern nur Hausfrau. Ja, macht nur einen Plan, wie strahlendes Material gesichert werden kann, macht einen Gipfel mit Mr Obama und erklärt ihm mal, daß Euer Beitrag zur weltweiten Atomsicherheit darin besteht, die Produktion von Atommüll kräftig anzukurbeln.
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