Teilchenbeschleuniger LHC Im Trommelfeuer der Urknälle
Jahrelang produzierte der europäische Teilchenbeschleuniger am Cern bei Genf nur Pannenmeldungen. Seit die Maschine läuft, verkünden die Forscher einen Weltrekord nach dem anderen. Was bedeuten die Schlagzeilen aus der bizarren Welt der Teilchenphysik? Antworten auf die sieben wichtigsten Fragen
© Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Die erste erfolgreiche Protonen-Kollision am Teilchenbeschleuniger LHC am Cern – simuliert am Monitor
Funktioniert sie jetzt endlich richtig, die »größte Maschine der Welt«?
Angenommen, ein Hochhaus würde fast doppelt so teuer wie geplant und wegen kaputter Steckdosen verzögerte sich die Schlüsselübergabe um ein Jahr. Würde man dem Bauherrn gratulieren? Eher nicht.
Der Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) am Genfer Forschungszentrum Cern hat eine ähnliche Vergangenheit – gefeiert wird dort trotzdem. Denn die ringförmige Partikelrennbahn ist die größte je zusammengebaute Maschine, ein Unikat also. Das ist eine gute Ausrede, wenn etwas schiefläuft. Und es lief viel schief. Was dort passiert, wenn die Maschine läuft, verstehen nur Physiker wirklich. Sie können also selbst definieren, wann sie Erfolge feiern. Und mit Fanfarenmeldungen geizte man in den vergangenen Wochen nicht. November 2009: erste Kollisionen im LHC; neuer Weltrekord der Teilchengeschwindigkeit; Dezember 2009: Teilchen jetzt noch schneller, also wieder Weltrekord; 19. März: Teilchen noch einmal schneller, wiederum Weltrekord; 30. März: Teilchen mit erneuter Rekordgeschwindigkeit kollidiert. Alles klar?
Tatsache ist: Die Maschine läuft mit halber Kraft. In zwei Jahren soll sie noch einmal gewartet werden, danach wird Vollgas gegeben. Interessante Ergebnisse werden die Physiker frühestens in einigen Monaten veröffentlichen. Bis dahin findet man sicher noch manche Gelegenheit zum Feiern.
Wozu treibt man unter Genf überhaupt den ganzen Aufwand?
Teilchenphysik funktioniert ungefähr so, als würde man ein Klavier aus dem vierten Stock auf ein zweites Klavier am Boden fallen lassen, um aus dem Geschepper auf die Existenz der Note Fis zu schließen.
- Der weltgrößte Teilchenbeschleuniger
-
Der Large Hadron Collider (LHC) ist ein 27 Kilometer langer Ringbeschleuniger am europäischen Kernforschungszentrum in Genf. Er verläuft bis zu 100 Meter tief im Untergrund des schweizerisch-französischen Grenzgebiets.
Der LHC ist für eine maximale Energie von 7 Teraelektronenvolt (TeV) pro Strahl ausgelegt, was eine Kollisionsenergie von 14 TeV ermöglicht. Derzeit läuft er aber nur mit 7 Tev, und das wird sich auch bis Ende 2011 nicht ändern.
- Pannen und Erfolge
-
Der Aufbau dauerte 14 Jahre und hat rund vier Milliarden Euro gekostet. Im September 2008 wurde der Beschleuniger erstmals gestartet, musste aber aufgrund eines Defekts im Kühlsystem wenige Tage darauf wieder abgeschaltet werden. Es folgte eine monatelange Reparatur, im November 2009 startete die Maschine erneut.
Am 30. November 2010 erreichte der Beschleuniger eine Energie von 1,18 Teraelektronenvolt und stellte damit den bisherigen Rekord des Tevatron in den USA ein. An den Experimenten sind mehr als 8.000 Gastwissenschaftler aus aller Welt beteiligt, etwa 1.000 davon aus Deutschland.
In Beschleunigern wie dem LHC prallen Atomkerne aufeinander. In ihren Trümmern suchen Physiker nach Spuren der Elementarteilchen, der Bausteine der Atome – und damit der ganzen Welt, inklusive Sonne, Mond und Sterne. 18 dieser Bausteine enthält das derzeitige Standardmodell der Physik (wie sie aussehen, weiß niemand). Entdeckt wurden alle bis auf eins, das Higgs-Boson. Am LHC will man es endlich finden.
Europäische Forscher rechtfertigen die Milliardenkosten dafür so: Teilchenphysik ist Grundlagenforschung, und die gehört zur Kultur genauso wie ein Opernhaus. Dank der Beschleuniger verstehen wir, was die Welt im Innersten zusammenhält. Und außerdem wurde am Cern das World Wide Web erfunden.
Können die Physiker damit jetzt auch den Urknall simulieren?
Nein. Der Urknall selbst bleibt unerreichbar. Das Universum begann, so glauben die meisten Fachleute, unendlich dicht, unendlich heiß und unendlich klein. Zu viel der Unendlichkeit, um im Labor nachgespielt zu werden. Erst von dem, was danach kam, haben die Physiker ein Bild. Die unsagbar heiße Energiesuppe dehnte sich aus, kühlte sich ab und ordnete sich dabei in Strahlung und verschiedene Sorten von Materieteilchen – ungefähr so, wie aus Wasserdampf zuerst Tröpfchen kondensieren und dann Schneeflocken kristallisieren.
Mit Teilchenbeschleunigern versuchen die Physiker, diesen Prozess umzukehren und sich Stück für Stück an den Urknall heranzuarbeiten. Der LHC beschleunigt Teilchen auf bisher unerreichte Energien, simuliert also Bedingungen, die näher am Urknall sind als je ein Experiment zuvor. Er dringt bis in die erste Nanosekunde des Universums vor, als das All erfüllt war von einem Plasma aus Quarks und Gluonen. Eine Nanosekunde danach ist wenig Zeit, aber physikalisch ist der Urknall auch von dort noch unendlich weit entfernt.
Was hat es mit dem Higgs-Teilchen auf sich?
Es ist das letzte Elementarteilchen aus dem Standardmodell, das noch fehlt – und jenes, das den Schlüssel zu allen anderen verspricht. Denn nach einer Theorie des britischen Physikers Peter Higgs aus den sechziger Jahren muss ein bislang unbekanntes Feld (»Higgs-Feld«) alles durchdringen und sämtlichen anderen Elementarteilchen ihre Masse verleihen.
Anschaulich lässt sich der Higgs-Mechanismus mit einer Cocktailparty unter Politikern vergleichen: Zu Anfang sind die Anwesenden gleichmäßig verteilt, doch sobald der Premierminister den Raum betritt, versammeln sich viele um ihn herum, auch wenn er sich durch den Raum bewegt.
- Datum 09.04.2010 - 10:39 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 08.04.2010 Nr. 15
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Das große Märchen vom Urknall.
Wenn genug honorige Wissenschaftler eine Theorie vertreten wird sie zum Paradigma und wir verneigen uns mehrheitlich und heldenfürchtig vor diesen selbsternannten Genies.
Es war schon immer in der Geschichte der menschlichen Rasse so,das die Masse der Menschen der Gruppendynamik und Suggestion mit ihrer magnetischen Energie wie Schäfchen hinterherläuft.
Der Prophet galt im eigenen Land noch nie etwas.
Diese Theorie ist wirklich nur eine Theorie.
Eine Theorie in wissenschaftlicher Ausdrucksweise kommt dem Faktum in der Umgangssprache schon sehr nahe. Insofern ist die "Urknall-Theorie" der Wissenschaft die Erklärung des wissenschaftlichen "Faktums", dass sich alle Materie auf genügend großer Skala von uns weg bewegt. Gleichzeitig erklärt die Theorie die Fakten der kosmischen Hintergrundstrahlung, der Dichte leichter Elemente und deren Isotopen sowie das Alter beobachteter Sterne.
Sofern Sie für all diese Beobachtungen keine bessere Erklärung haben, ist die Urknalltheorie die Beste momentan zur Verfügung stehende, und die sie unterstützenden Beobachtungen heben diese wissenschaftliche Theorie auf dasselbe Niveau, welches gesellschaftlich als Faktum bezeichnet wird.
"Das große Märchen vom Urknall.
Wenn genug honorige Wissenschaftler eine Theorie vertreten wird sie zum Paradigma und wir verneigen uns mehrheitlich und heldenfürchtig vor diesen selbsternannten Genies."
Bitte lesen Sie erst einmal ein paar Details über die Urknall-Theorie nach, bevor Sie über sie urteilen. Haben Sie eine bessere Erklärung für die Rotverschiebung - die Beobachtung, daß sich der Großteil des Universums mit zunehmender Entfernung sich immer schneller von uns wegbewegt?
Die Wissenschaft ist keine Religion - man kann ihre Hypothesen und Theorien selber nachvollziehen, da sie logisch aufeinander aufbauen. Und wenn man tatsächlich einen Fehler entdeckt, dann ist die Wissenschaft auch gerne bereit, ihre Thesen zu revidieren. Das ist aber bei der Urknall-Theorie in den Jahrzehnten seit dem sie aufgestellt wurde noch keinem gelungen. Also, warum spotten Sie darüber?
Eine Theorie in wissenschaftlicher Ausdrucksweise kommt dem Faktum in der Umgangssprache schon sehr nahe. Insofern ist die "Urknall-Theorie" der Wissenschaft die Erklärung des wissenschaftlichen "Faktums", dass sich alle Materie auf genügend großer Skala von uns weg bewegt. Gleichzeitig erklärt die Theorie die Fakten der kosmischen Hintergrundstrahlung, der Dichte leichter Elemente und deren Isotopen sowie das Alter beobachteter Sterne.
Sofern Sie für all diese Beobachtungen keine bessere Erklärung haben, ist die Urknalltheorie die Beste momentan zur Verfügung stehende, und die sie unterstützenden Beobachtungen heben diese wissenschaftliche Theorie auf dasselbe Niveau, welches gesellschaftlich als Faktum bezeichnet wird.
"Das große Märchen vom Urknall.
Wenn genug honorige Wissenschaftler eine Theorie vertreten wird sie zum Paradigma und wir verneigen uns mehrheitlich und heldenfürchtig vor diesen selbsternannten Genies."
Bitte lesen Sie erst einmal ein paar Details über die Urknall-Theorie nach, bevor Sie über sie urteilen. Haben Sie eine bessere Erklärung für die Rotverschiebung - die Beobachtung, daß sich der Großteil des Universums mit zunehmender Entfernung sich immer schneller von uns wegbewegt?
Die Wissenschaft ist keine Religion - man kann ihre Hypothesen und Theorien selber nachvollziehen, da sie logisch aufeinander aufbauen. Und wenn man tatsächlich einen Fehler entdeckt, dann ist die Wissenschaft auch gerne bereit, ihre Thesen zu revidieren. Das ist aber bei der Urknall-Theorie in den Jahrzehnten seit dem sie aufgestellt wurde noch keinem gelungen. Also, warum spotten Sie darüber?
Außer der Physik selber ist noch eine Frage interessant: Ich bin nicht im Bilde darüber, wie viele Menschen weltweit die Theorie so weit durchschauen, dass sie mitreden können - vielleicht sind es nur ein paar hundert.
Wie schaffen es also diese paar hundert Physiker, bei der Staatengemeinschaft für so ein Projekt -zig Milliarden locker zu machen, wenn sie nichtmal den praktischen Nutzen voraussagen können?
Bei politischen Entscheidungen dieser Größenordnung muss sonst jeder Minister haarklein Kosten und Nutzen gegeneinander aufrechnen und der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Was ist an der Physik anders?
die erste Voltasche Säule entwickelte, konnte er den praktischen Nutzen auch nicht vorhersagen. Wie auch?
Es gibt keinen praktischen Nutzen und trotzdem ist es toll!
Und wenn es die ersten Nobelpreise gibt, dann sind wir doch alle stolz, oder?
Zum Urknall:
Dass am Cern über Sinn oder Unsinn der Urknalltheorie geforscht wird, halte ich für mediale Übertreibung.
All den Medien (und das sind fast alle), die mangels Kenntnisse nichts über Higgs-Boson, Stringtheorien, supersymmetrische Teilchen etc. schreiben können, schreiben eben über den Urknall und schwarze Löcher. Schön, die Leser "verstehen" es, doch mit der Forschung selbst hat es nicht mehr viel zu tun.
An der Physik ist anders, dass sie bei dauerhafter Forschung immer wieder neue Gebiete erschließt die zum Nutzen des Menschen (oder zumindest einer Gruppe) genutzt werden.
Unser komplettes komfortables modernes Leben beruht auf der Physik. Ein Beispiel ist der Transistoreffekt. Ohne ihn kein IC, keine PC und überhaupt keine Elektronik wie Sie sie kennen (oder könnten wir einen PC vielleicht mit Braunischen Röhren bauen?)
Nun zu den Kosten. Sie belaufen sich auf ca. 3 Milliarden EURO (alle Kosten incl. Nachbesserungen) und werden von Ländern aus der EU gestellt. Diese 3 Milliarden EURO sind im Vergleich (noch dazu geteilt durch viele Länder) wenig zu z.B. den 70 Milliarden EURO die allein Deutschland in seine Banken im Jahr 2009 investiert hat um irgendetwas undursichtiges zu retten. Ach übrigends: Die 70 Milliarden wurden ohne Kosten/Nutzenrechnung und ohne die Liste der Empfänger der Öffentlichkeit zugänglich zu machen ausgegeben.
die erste Voltasche Säule entwickelte, konnte er den praktischen Nutzen auch nicht vorhersagen. Wie auch?
Es gibt keinen praktischen Nutzen und trotzdem ist es toll!
Und wenn es die ersten Nobelpreise gibt, dann sind wir doch alle stolz, oder?
Zum Urknall:
Dass am Cern über Sinn oder Unsinn der Urknalltheorie geforscht wird, halte ich für mediale Übertreibung.
All den Medien (und das sind fast alle), die mangels Kenntnisse nichts über Higgs-Boson, Stringtheorien, supersymmetrische Teilchen etc. schreiben können, schreiben eben über den Urknall und schwarze Löcher. Schön, die Leser "verstehen" es, doch mit der Forschung selbst hat es nicht mehr viel zu tun.
An der Physik ist anders, dass sie bei dauerhafter Forschung immer wieder neue Gebiete erschließt die zum Nutzen des Menschen (oder zumindest einer Gruppe) genutzt werden.
Unser komplettes komfortables modernes Leben beruht auf der Physik. Ein Beispiel ist der Transistoreffekt. Ohne ihn kein IC, keine PC und überhaupt keine Elektronik wie Sie sie kennen (oder könnten wir einen PC vielleicht mit Braunischen Röhren bauen?)
Nun zu den Kosten. Sie belaufen sich auf ca. 3 Milliarden EURO (alle Kosten incl. Nachbesserungen) und werden von Ländern aus der EU gestellt. Diese 3 Milliarden EURO sind im Vergleich (noch dazu geteilt durch viele Länder) wenig zu z.B. den 70 Milliarden EURO die allein Deutschland in seine Banken im Jahr 2009 investiert hat um irgendetwas undursichtiges zu retten. Ach übrigends: Die 70 Milliarden wurden ohne Kosten/Nutzenrechnung und ohne die Liste der Empfänger der Öffentlichkeit zugänglich zu machen ausgegeben.
Es liegt nicht an der Physik sondern an der Grundlagenforschung im allgemeinen.
Politiker bauen mist/ müssen den Mist ihrer Vorgänger ausbaden
=> entweder sie lösen die Probleme , oder sie investieren öffentlichkeitswirksam in die Forschung und verkaufen die missstände als unvermeidlich
=> alle lieben sie
Deshalb machen es die Politiker.
Das heißt aber nicht ,dass Grundlagenforschung überflüssig ist im Gegenteil sie ist wichtig. Die Wichtigkeit wird wiebei allen großen Erkenntnissen meist nur in der Rückschau erkannt.
die erste Voltasche Säule entwickelte, konnte er den praktischen Nutzen auch nicht vorhersagen. Wie auch?
Hallo Parvis,
ich hatte meine Frage eigentlich anders gemeint. Ich wollte wissen, wie die Physiker es schaffen, Milliarden locker zu machen für ein Projekt, das sie den Entscheidungsträgern nur oberflächlich erklären können.
Und die Voltasche Säule war billiger als der LHC.
Hallo Parvis,
ich hatte meine Frage eigentlich anders gemeint. Ich wollte wissen, wie die Physiker es schaffen, Milliarden locker zu machen für ein Projekt, das sie den Entscheidungsträgern nur oberflächlich erklären können.
Und die Voltasche Säule war billiger als der LHC.
Eine Theorie in wissenschaftlicher Ausdrucksweise kommt dem Faktum in der Umgangssprache schon sehr nahe. Insofern ist die "Urknall-Theorie" der Wissenschaft die Erklärung des wissenschaftlichen "Faktums", dass sich alle Materie auf genügend großer Skala von uns weg bewegt. Gleichzeitig erklärt die Theorie die Fakten der kosmischen Hintergrundstrahlung, der Dichte leichter Elemente und deren Isotopen sowie das Alter beobachteter Sterne.
Sofern Sie für all diese Beobachtungen keine bessere Erklärung haben, ist die Urknalltheorie die Beste momentan zur Verfügung stehende, und die sie unterstützenden Beobachtungen heben diese wissenschaftliche Theorie auf dasselbe Niveau, welches gesellschaftlich als Faktum bezeichnet wird.
Wenn jemand eine bessere Theorie (die die sehr vielen Beobachtungen erklärt) als die des Urknalls entwickelt, dann wird diese als allgemeingültig anerkannt. Ich gehe mal davon aus, dass die diese Theorie entwickelt haben. Dann können Sie sie gerne veröffentlichen und wir können sie alle nachrechnen, mathematisch überprüfen...
Es ist mir unbegreiflich warum so viele Menschen das Zustandekommen der Theorien und Modelle in den Naturwissenschaften als dogmatischen Prozess oder ähnliches (Stichwort: Verschwörung) sehen.
Nur weil man etwas nicht versteht heißt es nicht, dass es nicht so ist, oder das es andere verstanden haben könnten. Jeder ist ein Experte auf seinem Gebiet, aber auf anderen Gebieten vertraue ich den Experten auf den anderen Gebieten. Schließlich kann ich mich ja z.B. nicht selber behandeln wenn ich krank bin, denn ich bin kein Arzt. Auch wenn ich dazu in der Lage wäre mir Medikamente im Labor zu synthetisieren. Mit der Physik ist es ähnlich. Irgendwann kapituliere ich vor der notwendigen Mathematik, daher muss ich einen Physiker zu rate ziehen. Allerdings kann sich ja auch jeder hinsetzen, ein Physikstudium absolvieren und dann die Urknalltheorie überprüfen. Also tun sie nicht so, als wäre sie vorgegeben. Sie können sie ja selber überprüfen.
Das liegt an unserem ach so tollen Bildungssystem: man muss
i) lesen, schreiben und rechnen koennen (essentiell)
ii) Goethe kennen und Schiller (was okay ist)
iii) Englisch sprechen (auch okay)
iv) eine zweite Fremdsprache kennen (mglst. noch eine dritte, ach was je mehr desto besser)
v) die Bibel kennen
vi) die wichtigsten Sparten in den Wissenschaften kennen
vii) und in den Kuensten nicht ganz unbewandert sein
Dabei sind iv) und v) vollkommen ueberfluessig, und der arme Schueler weiss immer noch nicht was denn der Unterschied zwischen v) und vi) ist.
Ich fordere immer noch das Pflichtfach Erkenntnistheorie, das schliesst ja sogar die Religion mit ein.
Hallo keyescart,
Ich denke, die Leute sehen Dogmatik in der Naturwissenschaft, weil sie sie nicht wirklich verstehen. Ein katholischer Priester redet mit Autorität, und die hat er aus einer Tradition, die zur Bewahrung einer einheitlichen Lehre Dogmen formulierte. Dieselbe Tradition spricht aber den Priestern auch eine besondere Befähigung zu, mit Gott in Verbindung zu treten. Eben daraus schöpfen sie ihre Autorität.
.
Nicht jeder kann Priester werden - dazu braucht man besondere Opferbereitschaft, besondere Bildung - und man muss ein Mann sein. Es kann auch nicht jeder Physiker werden. Dazu braucht man einen klaren Kopf und unbegrenzte Frustrationstoleranz. Schließlich ist man noch lange nicht fertig, wenn man ein Physikstudium absolviert hat.
.
Die allermeisten Menschen haben nicht den Hauch einer Chance auf eine Beteiligung am Diskurs der Physiker bzw. der Priester. Dabei stellen beide Gruppen Thesen auf, die die Alltagswelt auf den Kopf stellen. Kein Wunder also, dass das Treiben von Physikern mit dem der Priester in den Köpfen der Leute verschwimmt.
Das liegt an unserem ach so tollen Bildungssystem: man muss
i) lesen, schreiben und rechnen koennen (essentiell)
ii) Goethe kennen und Schiller (was okay ist)
iii) Englisch sprechen (auch okay)
iv) eine zweite Fremdsprache kennen (mglst. noch eine dritte, ach was je mehr desto besser)
v) die Bibel kennen
vi) die wichtigsten Sparten in den Wissenschaften kennen
vii) und in den Kuensten nicht ganz unbewandert sein
Dabei sind iv) und v) vollkommen ueberfluessig, und der arme Schueler weiss immer noch nicht was denn der Unterschied zwischen v) und vi) ist.
Ich fordere immer noch das Pflichtfach Erkenntnistheorie, das schliesst ja sogar die Religion mit ein.
Hallo keyescart,
Ich denke, die Leute sehen Dogmatik in der Naturwissenschaft, weil sie sie nicht wirklich verstehen. Ein katholischer Priester redet mit Autorität, und die hat er aus einer Tradition, die zur Bewahrung einer einheitlichen Lehre Dogmen formulierte. Dieselbe Tradition spricht aber den Priestern auch eine besondere Befähigung zu, mit Gott in Verbindung zu treten. Eben daraus schöpfen sie ihre Autorität.
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Nicht jeder kann Priester werden - dazu braucht man besondere Opferbereitschaft, besondere Bildung - und man muss ein Mann sein. Es kann auch nicht jeder Physiker werden. Dazu braucht man einen klaren Kopf und unbegrenzte Frustrationstoleranz. Schließlich ist man noch lange nicht fertig, wenn man ein Physikstudium absolviert hat.
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Die allermeisten Menschen haben nicht den Hauch einer Chance auf eine Beteiligung am Diskurs der Physiker bzw. der Priester. Dabei stellen beide Gruppen Thesen auf, die die Alltagswelt auf den Kopf stellen. Kein Wunder also, dass das Treiben von Physikern mit dem der Priester in den Köpfen der Leute verschwimmt.
Das liegt an unserem ach so tollen Bildungssystem: man muss
i) lesen, schreiben und rechnen koennen (essentiell)
ii) Goethe kennen und Schiller (was okay ist)
iii) Englisch sprechen (auch okay)
iv) eine zweite Fremdsprache kennen (mglst. noch eine dritte, ach was je mehr desto besser)
v) die Bibel kennen
vi) die wichtigsten Sparten in den Wissenschaften kennen
vii) und in den Kuensten nicht ganz unbewandert sein
Dabei sind iv) und v) vollkommen ueberfluessig, und der arme Schueler weiss immer noch nicht was denn der Unterschied zwischen v) und vi) ist.
Ich fordere immer noch das Pflichtfach Erkenntnistheorie, das schliesst ja sogar die Religion mit ein.
...ist ja ein sehr geläufiges Wort. Es wird sogar bei Wikipedia erläutert.
Was unter diesem : -Georges Edouard Lemaître- zu lesen ist, sollte auch mal bedacht sein. Ebenso das Hubble selbst nicht wusste, daß er ein Indiz für diese Hypothese lieferte da die Hypothese vor der Entdeckung der Rotverschiebung des Lichtes ferner Galaxien durch Hubble von Lemaître »erdacht« wurde.
Und weil diese Hypothese eine Kopfgeburt ohne Bezug zur Realität von Beobachtungen ist, und obendrein der Versuch klassische Vorstellungen mit der Relativitätstheorie in "Einklang" zu bringen, was der Quadratur des Kreises entspricht, ist da auch des öfteren von »Folklore« die Rede.
Heute vor 75 Jahren, hatte noch kein Mensch von so einer Annahme etwas gewusst. Ihre "Erfinder" ist auch kaum notiert. Was die Vehemenz der Vertretung seiner Hypothese gar nicht erahnen lassen würde. Wenn man sich ansieht, wer diese Theorie akzeptierte, wird verständlicher um was es da geht.
"Auf einer Tagung im November 1951 akzeptierte die Päpstliche Akademie der Wissenschaften Lemaîtres Theorie. Papst Pius XII. führte in einem abschließenden Vortrag aus, der mit dem Urknall zeitlich festlegbare Anfang der Welt sei einem göttlichen Schöpfungsakt entsprungen.
"
http://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Lemaître
Hallo Parasympatikus,
Sie zitieren: "Papst Pius XII. führte in einem abschließenden Vortrag aus, der mit dem Urknall zeitlich festlegbare Anfang der Welt sei einem göttlichen Schöpfungsakt entsprungen"
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da ist eine ungeheure Dynamik in der geistlichen Welt zu spüren: Gottes Wirken wird um 10 Milliarden Jahre zurück verlegt! Kein Wunder, dass einige Leute glauben, eines Tages werde Er wohl ganz ausgedient haben!
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Das ist natürlich der Wunsch des Ochsen, zu fliegen. Fest steht aber, dass der Glaube immer mehr der Interpretation unterworfen ist.
Hallo Parasympatikus,
Sie zitieren: "Papst Pius XII. führte in einem abschließenden Vortrag aus, der mit dem Urknall zeitlich festlegbare Anfang der Welt sei einem göttlichen Schöpfungsakt entsprungen"
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da ist eine ungeheure Dynamik in der geistlichen Welt zu spüren: Gottes Wirken wird um 10 Milliarden Jahre zurück verlegt! Kein Wunder, dass einige Leute glauben, eines Tages werde Er wohl ganz ausgedient haben!
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Das ist natürlich der Wunsch des Ochsen, zu fliegen. Fest steht aber, dass der Glaube immer mehr der Interpretation unterworfen ist.
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