Wölfe Zu Gast im Rudel
In Niedersachsen eröffnet ein Ingenieur Deutschlands erstes Wolfcenter. Die Besucher dürfen mitheulen
DIE ZEIT: Herr Fass, Sie eröffnen Ende April in Niedersachsen das bisher einzige Wolfcenter Europas. Was kann man da sehen?
Frank Fass: Es wird zwei Gehege geben, in denen je ein Rudel Wölfe lebt und in die man von Aussichtsplattformen hineinblickt. Und eine Dauerausstellung, die über Leben und Verhalten, Jagd und Schutz dieser Tiere informiert.
ZEIT: Also eine Art Zoo nur für Wölfe.
Fass: Oh nein! In einem Zoo sind die Informationen zu einer Tierart meist auf eine Schautafel beschränkt. Wir liefern viel mehr Hintergrundwissen: Mitarbeiter stehen an den Gehegen und halten Vorträge, warum sich die Wölfe gerade wie verhalten. In der Ausstellung können die Gäste nachempfinden, wie ein Wolf riecht und hört. Anhand von Fotos und Videos lernen sie, Gesten zu interpretieren: Wie zeigt der Wolf, dass er wütend ist? Wie begrüßt er Artgenossen? Außerdem soll es Seminare und Filmvorführungen geben.
ZEIT: Sie sind Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik und haben bis vor ein paar Monaten in diesem Beruf gearbeitet. Wie kommt es, dass Sie jetzt auf Wölfe umsatteln?
Fass: Ich liebe Technik, aber auch Tiere – ich bin mit Hunden aufgewachsen, bin Jäger und Falkner. Auf einer Kanadareise vor fünf Jahren habe ich mit meiner Frau ein Wolfcenter besichtigt. Die Tiere haben uns so fasziniert, dass wir beschlossen haben, Kredite aufzunehmen und uns in Deutschland mit einer Anlage selbstständig zu machen.
ZEIT: Was finden Sie an Wölfen so besonders?
Fass: Sie sind der Stammvater des Hundes und dennoch im Verhalten sehr anders. Mir gefällt, dass sie ihren eigenen Kopf haben, nicht nur gehorchen, sondern selbstständig Entscheidungen treffen. Sie brauchen ihren Freiraum. Ein Hund kehrt immer zu seinem Herrchen zurück, ein Wolf würde irgendwann einfach gehen.
ZEIT: Viele Menschen finden diese Tiere aber weniger faszinierend als furchterregend. In der Lausitz, wo neuerdings wieder mehrere Dutzend Wölfe leben, bangen einige Anwohner um ihre Kinder und ihre Haustiere.
Fass: Ja, das war ein Grund, das Center zu gründen: Wir wollen aufklären. Wir möchten klarmachen, wie ein Wolf tickt. Dass er die Menschen meidet. Er kommt nicht auf die Terrasse, um ein schlafendes Baby zu beißen. Man kann auch in einem Wald, in dem Wölfe leben, gefahrlos joggen. Nur sollte man den Hund in der Nähe behalten. Ein Wolf ist viel stärker als ein Hund, er könnte ihn töten. Oder ein Wolfsrüde stellt einer läufigen Hündin nach. Und natürlich haben Landwirte berechtigte Sorge um ihre Schafe und Kälber. Doch dagegen helfen die richtigen Zäune, die wir in unserem Center vorführen.
ZEIT: Was ist denn ein guter Anti-Wolf-Zaun?
Fass: Stacheldraht bringt nichts, auch ein einfacher Elektrozaun ist wenig hilfreich. Gut sind Elektronetzzäune – aber in Sachsen wurden auch diese bereits von Wölfen übersprungen. Doch wenn man zusätzlich weiße Flatterbänder vor den Zäunen befestigt, ist man gewiss: Das Flattern macht den Wölfen aus irgendeinem Grund sehr große Angst. Da braucht der Zaun nicht mal besonders hoch zu sein.
ZEIT: In Ihrem Center werden Sie auch eine Schafherde beherbergen – das Futter für die Wölfe?
Fass: Auf gar keinen Fall! Es ist in Deutschland verboten, lebende Tiere zu verfüttern. Unsere Wölfe bekommen totes, bei Unfällen gestorbenes Wild, das uns Jäger der Umgebung verkaufen. Wir haben die Schafe, um in Vorträgen zu erläutern, warum die verschiedenen Zäune wirken oder nicht. Und wie ein Herdenschutzhund arbeitet.
- Datum 19.04.2010 - 08:21 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 08.04.2010 Nr. 15
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...nützen NICHTS gegen Wölfe, die sind ja schließlich auch lernfähig.
http://www.dernewsticker....
Und nicht jeder Schäfer/Schafhalter kann es sich leisten, einen 2m hohen Wildschutzzaun um jede Weide (Umtrieb) zu spannen.
Vielleicht sollte man einfach mal akzeptieren, dass man in einem derartig dicht besiedelten Land wie D nicht einfach überall Wölfe "wiederansiedeln" sollte (diverse Regionen sind in der Diskussion), der Ärger ist vorprogrammiert und über wild um sich ballernde Jäger/Fallensteller sollten sich die Wolfsfreunde dann nicht wundern. Sorgen der Anwohner als Rotkäppchen-Syndrom abzutun, ist dummfrech, nichts weiter.
Wir sollten den Wolf nehmen, wie er ist. Er ist weder ein Monster, noch ein vermenschlichtes Kuscheltier, wie im Artikel suggeriert wird (mit den Wölfen heulen). Ein "Wildtier" ist kein solches mehr, wenn es mit der Flasche gefüttert wird und sich jeden Tag mit dem Menschen "beschäftigt".
Die Lausitzer Wölfe sind gut aufgehoben, da wo sie jetzt sind, nämlich auf menschenleeren, gesperrten alten Truppenübungsplätzen. Die Konflikte in den Randgebieten lassen erahnen, was los wäre, würde man den Wolf bspw. in der Pfalz oder dem Harz "wiederansiedeln" (das Erzgebirge ist auch in der Diskussion).
Entweder ein Fehler oder es soll hier der neue Park PR-mäßig promotet werden. Jedoch ist dieser Park nicht der erste. In Merzig gibt es seit langer Zeit einen (sehr guten) Wolfspark; auch für die Öffentlichkeit:
http://www.wolfspark-wern...
Über so wenig Recherche muss man sich schon wundern.
In Portugal gibt es schon seit Jahren ein Wolfscenter, etwas nördlich von Lissabon.
http://lobo.fc.ul.pt/
Und @leirgulen:
Die Wölfe werden nicht "wiederangesiedelt" sondern wandern von alleine ein.
Über so wenig Recherche muss man sich schon wundern.
In Portugal gibt es schon seit Jahren ein Wolfscenter, etwas nördlich von Lissabon.
http://lobo.fc.ul.pt/
Und @leirgulen:
Die Wölfe werden nicht "wiederangesiedelt" sondern wandern von alleine ein.
Über so wenig Recherche muss man sich schon wundern.
In Portugal gibt es schon seit Jahren ein Wolfscenter, etwas nördlich von Lissabon.
http://lobo.fc.ul.pt/
Und @leirgulen:
Die Wölfe werden nicht "wiederangesiedelt" sondern wandern von alleine ein.
Aufgrund der Erklärungen, die in diesem Beitrag abgegeben wurden, sehe ich schwarz für dieses Unternehmen. Wer Wolfswelpen von Praktikanten aufziehen lässt, handelt fahrlässig. Eine vernünftige Sozialisierung ist so nicht möglich. Die werden das dann mit 7 Monaten, bzw. 2,5 Jahren schon merken. Ich finde es auch immer toll, wenn Menschen glauben, sie besuchen mal einen zweifelhaften Wolfspark irgendwo und wollen dies dann selbst umsetzen.
Das tut weder dem Wolf, noch den Menschen gut.
Im Übrigen ist es auch nicht der einzige Wolfspark in EU.
Der grösste und umfangreichste - und sicherlich auch natürlichste, befindet sich in Spanien.
www.lobopark.com
Dort wird auch wirklich vernünftige Verhaltensforschung betrieben.
Ich hatte schon im vergangenen Herbst und gegenüber der örtlichen Presse darauf hingewiesen, dass es nicht das erste Wolfcenter in Europa und auch nicht in Deutschland ist. Trotzdem wird dies immer wieder behauptet.
Es ist tierschutzwidrig, Welpen von mehreren Menschen - und dann noch gegen eine hohe Gebühr - groß ziehen zu lassen.
Auch wird mit scheuen Wölfen geworben aus der Uni Kiel. Das sind die Wölfe, an denen sehr viele Studenten und Dr. Feddersen-Petersen ihre Forschungen für ihr Buch Hundepsychologie gemacht haben. Sie sind dort in kleinen Gehegen aufgewachsen und Menschen gewöhnt!
Das Milkeler Rudel in der Lausitz ist über Flatterbänder gesprungen vor 2 Jahren. Wolfsreviere in Deutschland sind 250 bis 350 qkm groß.
Noch ein Gehege, wo nach der Geschlechtsreife die Aggression der Geschwister wieder zu Todesfällen führen wird, wie in jedem Gehege, dass eine falsche und nicht artgerechte Rudelzusammensetzung hat. Die Zoo-EU-Richtlinie aus 1999 schreibt vor, dass die Tiere artgerecht zu halten sind. Das bedeutet, wenn man Wölfe halten möchte, dass es nur ein Rüde und eine Fähe sein dürfen. Und wenn man Nachwuchs produzieren lässt, ginge das vielleicht maximal gute 2 Jahre gut. Dann müssen die Tiere aber raus. Nur dann nimmt sie keiner. Oder aber die Welpen sofort vermitteln. Aber bei dem Überschuss an Wölfen in Deutschland ist das eine Illusion. Mittlerweile haben gut 100 Tierparks, Zoos usw. Wölfe und es werden stetig mehr.
Die Menschen in der Region Niederlausitz haben allen Grund zur Sorge.In eiskalten Wintern können ausgehungerte Wölfe sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, sogar für bewaffnete Jäger, gefährlich werden. In dem von mir herausgegebenen und in diesen Tagen erschienenen Buch "Wolfsnot. Sie begegnen einem Wolf - Was tun?" (ISBN 978-3-930177-09-7), Info unter www.bengelmann.de), erwähne ich u.a. den heute leider vergessenen Vorfall vom 28. Januar 1976, als neun Wölfe aus einem Gehege im Nationalpark Bayerischer Wald ausgebrochen waren und eine Wölfin versucht hatte,in einem Dorf (sic!) ein Kind wegzuschleppen (S.72 meines Buches,das damalige Opfer sollte sich heute äußern).Die Aussage in Ihrem Interview,daß der Wolf "die Menschen meidet", ist vor dem Hintergrund der gesamten zoologischen und jagdwissenschaftlichen Literatur sowie zahllosen Zeitungsberichten aus dem wolfsgeplagten 19. Jahrhundert nicht haltbar. Aber auch ein Jogger, der am Boden liegt oder verletzt ist und nach Blut riecht, könnte angefallen werden. Auch der Wolf will, wie der Bär, "den Hahn krähen hören"(Oberförster Krementz). Dr.phil. Walter Rathgeber, ehemaliger Begleitender Bergarzt bei wissenschaftlichen Forschungsexpeditionen und Jagdgesellschaften in den Bären- und Wolfsrevieren der Urwälder der Karpathen und in Jugoslawien, ehem. Lehrbeauftragter für Medizin. Soziologie an der Fakultät für Theoretische Medizin der Universität Heidelberg und an der Medizinischen Fakultät der universität München.
Die Antwort des interviewten Wolfscenterbetreibers zeigt, wie Schönfärberei tickt:"Wir möchten klarmachen, wie ein Wolf tickt. Dass er die Menschen meidet. Er kommt nicht auf die Terrasse, um ein schlafendes Baby zu beissen..." Nun hat nur wenige Wochen später der nächste Verwandte des Wolfes neben dem Hund, also ein Fuchs, genauer gesagt ein in London lebender Kulturfolgerfuchs, Kindern in einem Schlafzimmer, in welches er durch das Fenster eingedrungen war, das Gesicht zerfleischt. Die Meldung war zunächst in allen Zeitungen, was aus den beiden derart verstümmelten Kindern geworden ist, stand nie mehr zur Debatte. Auch Wölfe dringen übrigens gerne in Häuser ein, im 19. Jahrhundert noch mußten sich in Nordspanien die Dorfbewohner oftmals gegen marodierende Wölfe wehren, die das Recht des Freien Fuchses im Hühnerstall vertraten. Dr.phil. W. Rathgeber
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