Nina Hagen: "Gott kam mir mit ausgestreckten Armen entgegen"
Nina Hagen über Verlusterfahrungen in ihrer Kindheit und Jugend
© Rafa Samano/Cover/Getty Images

Glaubt an die Dimension des ewigen Zuhause: Nina Hagen
ZEITmagazin: Frau Hagen, als Sie ein Kind waren, hat Ihre Mutter, Eva-Maria Hagen, versucht, sich umzubringen.
Nina Hagen: Ja, das war ein großer Verlassenheitsschock. Da sieht man plötzlich, dass man für sie nicht der Mittelpunkt des Lebens ist. Meine Mutter wollte mich allein zurücklassen. Sie hatte wohl ganz vergessen, wie sehr ich sie liebte. Ich wollte sie immer beschützen. Ich hatte zum Beispiel Träume, in denen meine Mama nackig auf der Straße rumlief, da wollte ich ihr so gerne sagen, dass ich das scheiße finde, dass sie sich etwas anziehen soll.
Die 55-jährige Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin wurde in Ost-Berlin geboren. Ihre Mutter ist die Schauspielerin Eva-Maria Hagen, ihr Stiefvater der Liedermacher Wolf Biermann. 1976 emigrierte Nina Hagen in den Westen. Kürzlich erschien ihre Autobiografie »Bekenntnisse«
ZEITmagazin: Aber Ihr Vater war für Sie da?
Hagen: Ja, ich war sein Ein und Alles. Doch als er anfing, fremdzugehen und sich mit anderen blonden Wesen zu beschäftigen, da kam zum ersten Mal in meinem Leben die Eifersucht hoch. Eifersucht ist ja die Angst, dass man nicht geliebt wird. Und diese Verlusterfahrung wiederholte sich immer wieder. Meine erste große Liebe, bei der ich dachte, wir müssten heiraten, wurde auch so gemein verraten.
ZEITmagazin: Gab es eine Rettung von dieser Verlustangst?
Hagen: Ich habe mich schon als Kind immer nach Gott gesehnt. Mich geliebt und aufgehoben zu fühlen, nicht nur jetzt und hier, sondern für immer und ewig. Und der liebe Gott ist mir tatsächlich mit ausgestreckten Armen entgegengekommen. Er hat nie gesagt: »Ach nö, Nina, du bist mir nicht gut genug. Ab heute bist du nicht mehr meine Tochter.« So was würde der nie machen!
ZEITmagazin: Wie haben Sie ihn kennengelernt, dass Sie so genau wissen, was er tut und was nicht?
Hagen: Da war ich 17 und wollte es wissen. Ich wollte den Gottesbeweis herbeizwingen. Ich habe LSD genommen, weil ich gehört hatte, dass so etwas auch die Naturvölker machen, um mit Gott in Verbindung zu treten. Das Ergebnis war ein LSD-Trip, der nur aus Schmerzen bestand. Es war die Hölle. Ich war an der Grenze zwischen Diesseits und Jenseits. Und da habe ich gesagt: »Lieber Gott, hilf mir!« Und sofort kam er und sprach: »Nina, ich bin hier, um dir zu helfen.« Und ich schlug die Augen auf und war in einer wunderschönen Welt. Friedliche Seligkeit. Und der liebe Gott guckte mir ins Gesicht. Und ich erkannte: Er liebt mich so, wie mich noch nie ein Mensch geliebt hat und wie auch kein Mensch je lieben kann! Und dann habe ich ihn gefragt: »Gehst du etwa wieder weg wie all die anderen?« Und er hat gesagt: »Ich war immer da, ich bin immer da, und ich werde immer da sein.«
ZEITmagazin: Und was hat Sie so sicher gemacht, dass diese Gottesbegegnung nicht nur eine LSD-Halluzination war? Klingt ein bisschen so...
Hagen: Sprich mit Menschen, die eine Nahtoderfahrung hatten, die erzählen dir dasselbe: Es gibt die Dimension des ewigen Zuhause.









Da bin ich doch wirklich beeindruckt. Nina Hagen, die in den prüden Anfängen der Fernseh-Talkshows mit einer Masturbationsprästentation die deutschsprachigen Nationen schockte, zugleich damit aber auch der weiblichen Sexualität mehr Geltung verschaffen wollte, spricht davon, dass Sex eine heilige Sache ist, da man dabei "die Liebe lebt".
Dieser urchristliche Gedanke ausgesprochen von ihr, die das Leben gerade auch in den Extremen kennt, sticht in dieser mittlerweile sehr egoistisch geworden Gesellschaft deutlich hervor und deshalb gebührt ihr großen Respekt!
Bei dieser geilen Anfangsmusik dachte keine Mensch an eine tiefe Gottesverbundenheit... ;-) Aber ok, das Universum ist in, es ist um uns rum, und je mehr wie damit zurechtkommen, desto eher ruhen wir in der Welt.
1. Die Marsianer sind bereits auf der Erde gelandet.
2. Auf dem Mars gibt es kein intelligentes Leben.
Mit freundlichen Grüßen,
Joe
Den Trick, Gott durch die Einnahme von LSD anzulocken, empfehle ich nicht zur Nachahmung.
... liebte ich ein Mädchen. Ich war schwer beendruckt von Ihrer Art, der unerträglichen Leichtigkeit des Seins zu begegnen. Eines Tages erzählte sie mir von einem Interview mit Nina Hagen, das sie im Fernsehen gesehen hatte. und sie sagte: "das Komische ist,d ass diese Frau so unglaublich normal im Kopf ist, aber von jedem als total verrückt verstanden wird".
Ich sagte nur. "Ja". Verstand aber nicht so wirklich, was sie meinte. Nach diesem Interview verstehe ich es. Heute. Denn Frau hagen ist sehr aufgeräumt. Sie lässt es zu, dass man mit ihr darüber diskutiert, ob das Erlebnis, diese Erscheinung, die sie als Gott versteht, möglicherweise nur sie selbst war. Und sie macht auf unglaublich angenehm unaufdringliche Art und Weise deutlich, dass es nicht auf darauf ankommt, welche Figur und Form man seienr persönlichen Erfahrung gibt. Oder wie man so eine Begegnung bezeichnet. Es ist egal, ob es tatscählich eine begegnung mit Gott war, oder mit einem Raum im eigenen Kopf, der für den Sterbevorgang spezielle Ressourcen bereit hält. Wichtig ist nur, dass man es nutzt, um zu leben und zu lieben.
Die große Liebe meiner Jugend hat mittlerweile übrigens zum zweiten Mal promoviert udn leidet sehr unter den Zwängen, die diese Gesellschaftsstruktur einem Menschen aufzuerlegen versteht.
Entfernt. Bitte unterlassen Sie persönliche und beleidigende Äußerungen. Danke. /Die Redaktion pt.
Irgendwo zwischen den letzten beiden Kommentaren liegt die Wahrheit. Wenn eine Nina Hagen so von Gott spricht, dann will sie trotzdem immer noch irgendwie schrill sein, irgendwas passt nicht. Trotzdem meint sie das ehrlich frei heraus und dafür kann man sie schon auch bewundern.
dass ich Frau Hagens Erfahrungen nicht teilen kann. Aber ich verstehe die Essenz ihrer Aussage. D.h. man kannlange und ausführlich darüber berichten, was man glaubt (ich z.B. glaube eben, dass sich Frau Hagen selbst begegnet ist. Und zwar nicht visuell). Es kommt nicht darauf an, WAS man glaubt, sondern DASS.
dass ich Frau Hagens Erfahrungen nicht teilen kann. Aber ich verstehe die Essenz ihrer Aussage. D.h. man kannlange und ausführlich darüber berichten, was man glaubt (ich z.B. glaube eben, dass sich Frau Hagen selbst begegnet ist. Und zwar nicht visuell). Es kommt nicht darauf an, WAS man glaubt, sondern DASS.
Ja, das kann man beobachten. Aber weniger an Nina Hagen. Eher an anderweitigen, öffentlichen "Geschehnissen". Oder Aussagen, behauptungen, etc...
Frau Hagens Erfolg gibt ihr schließlich Recht. Soweit ich weiß ist Klaus Kinski einer gewissen, für Künstler als "normal" erachteten Irrsinnigkeit unterlegen und vermutlich auch nicht sonderlich glücklich verschieden. Vom Leben verstanden hat dieser Mann, meiner Meinung nach, gar nichts.
Die meisten Leute sind der Meinung, wenn sie ein paar Wortketten miteinander verbinden können, ähnlich einem Kreuzworträtsel, wo alles irgendwie zusammenpassen und ineinander greifen muss, so hätten sie die Welt verstanden und wären somit auf dem richtigen Pfad. Gleichzeitig nehmen sie (die Leute, nicht Sie!)sich das Recht, von einer erhobenen Schiedsrichterwarte, den Weltverkehr regeln und lenken zu können, wenn man sie denn nur ließe. Was aber tatsächlich stattfindet ist, dass man diese Weltpolizisten mit den Armen fuchteln sieht und dass mit ihren Mundbewegungen bei Erklärung der Welt, Miniaturwinde erzeugen, bei dem die Erde (wider Erwarten) nicht das Drehen einstellt. Kein Wunder: Mehrere Milliarden weitere "Wissende" sind ebenso dabei, die Welt zu erklären und zu deuten. "Es" gefunden zu haben ist ein Trostpreis, den man sich nur selbst verleihen kann. Eine der größtmöglichen Illusionen, zu der man als Mensch fähig ist. Es ist so, als ob man in einem Schwarm von Millionen Fischen glaubt, der Boss zu sein. Kann man sich einbilden und dabei glücklich sein - oder auch nicht!
Die meisten Leute sind der Meinung, wenn sie ein paar Wortketten miteinander verbinden können, ähnlich einem Kreuzworträtsel, wo alles irgendwie zusammenpassen und ineinander greifen muss, so hätten sie die Welt verstanden und wären somit auf dem richtigen Pfad. Gleichzeitig nehmen sie (die Leute, nicht Sie!)sich das Recht, von einer erhobenen Schiedsrichterwarte, den Weltverkehr regeln und lenken zu können, wenn man sie denn nur ließe. Was aber tatsächlich stattfindet ist, dass man diese Weltpolizisten mit den Armen fuchteln sieht und dass mit ihren Mundbewegungen bei Erklärung der Welt, Miniaturwinde erzeugen, bei dem die Erde (wider Erwarten) nicht das Drehen einstellt. Kein Wunder: Mehrere Milliarden weitere "Wissende" sind ebenso dabei, die Welt zu erklären und zu deuten. "Es" gefunden zu haben ist ein Trostpreis, den man sich nur selbst verleihen kann. Eine der größtmöglichen Illusionen, zu der man als Mensch fähig ist. Es ist so, als ob man in einem Schwarm von Millionen Fischen glaubt, der Boss zu sein. Kann man sich einbilden und dabei glücklich sein - oder auch nicht!
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