Brettspiel Schach

Roger Cohen schrieb in der International Herald Tribune, wie er bei einem Abendessen in New York neben Henry Kissinger saß und diesen nach seiner Meinung über Präsident Obama fragte. »Er erinnert mich an einen Schachgroßmeister, der sechs Simultanpartien gleichzeitig eröffnet, ohne eine einzige zu Ende zu bringen«, sagte Kissinger. Nun ist Obama wohl kein Schachspieler – könnte dies beim Entscheiden vielleicht helfen? Der bekannte amerikanische Kolumnist W. Lippmann antwortete 1960 auf eine Gallup-Anfrage, welcher Präsidentschaftskandidat am besten geeignet sei, mit den Russen zu verhandeln: »Ein Schachspieler.« Das Spiel setze ähnliche geistige Fähigkeiten voraus wie die Politik und die Strategie.

Doch vor vereinfachenden Parallelen sei gewarnt. Wie sagt es der Schach liebende Bundespräsident a. D. Richard von Weizsäcker: »Das Leben im Allgemeinen und die Politik im Besonderen sind von so vielen gefühlsmäßigen und irrationalen Komponenten geprägt, dass man sich bestimmt nicht einbilden darf, eine gute Fähigkeit zum Schachspielen wäre bereits eine Garantie für gutes Regieren.« Zumal es für Schachspieler wie Regierungschefs gleichermaßen schwer ist, aus Fehlern zu lernen. Kenneth Rogoff, einer der renommiertesten Ökonomen, zeigt in seinem Buch This Time is Different, dass dieser Satz noch nie gegolten habe und die Weltwirtschaft immer wieder in dieselben Krisen stürze. In jüngeren Jahren war Rogoff ein Schachgroßmeister. Wie eroberte er 1971 im spanischen Olot als Schwarzer zwangsläufig die Dame seines amerikanischen Landsmanns Benkö?

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Schachlösung

Lösung aus Nr. 14:
Welcher Überfall gewann auf der Stelle für Weiß? Nach 1.Dd8! war die Dame wegen des »Erstickten Matts« tabu: 1...Dxd8 2.Sf7 matt. Schwarz versuchte noch 1...Tc8, gab aber nach 2.Dxc8 auf. Auch 1...Txd6 2.Dxf8 Td7 3.Lg5 mit dem Läufermatt auf f6 hätte nicht geholfen

 
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