Stimmt's? Murks im Getriebe

"Verschleißt das Getriebe, wenn man während der Fahrt die Hand auf den Schaltknüppel legt?", fragt Alexander Altgelt aus Münster.

Viele Fahrer legen beim Fahren eine Hand an den Schaltknüppel. Schadet das dem Auto?

Viele Fahrer legen beim Fahren eine Hand an den Schaltknüppel. Schadet das dem Auto?

Es scheint vor allem vielen Männern ein Bedürfnis zu sein, während der Fahrt eine Hand stets am Schaltknüppel zu haben, selbst bei Autobahnfahrten im fünften Gang, wenn man ganz gewiss nicht mal schnell für einen Überholsprint runterschalten muss. Vielleicht finden sie das irgendwie sportlich – sicher ist das einhändige Fahren nicht. Der Freizeitchauffeur sollte beide Hände am Lenkrad haben.

Und tatsächlich kann die Hand auf dem Knüppel obendrein das Getriebe schädigen. Es kommt darauf an, wie die Schaltbewegungen ans Getriebe übertragen werden – mit einem Schaltgestänge, bei dem alle Teile starr miteinander verbunden sind, oder mit einem Seilzug.

Anzeige
Serie: Stimmt's?
Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild

»Handelt es sich um das klassische Schaltgestänge, können sich Vibrationen auf die Schaltbetätigungen übertragen, und dies führt unter Umständen zu einem früheren Verschleiß«, sagt Arnulf Thiemel, Technikexperte beim ADAC. »Bei Fahrzeugen mit Bowdenzug dagegen dürften die Auswirkungen vernachlässigbar sein.« Eine Folge des Verschleißes kann zum Beispiel sein, dass die Gänge manchmal unerwartet herausspringen.

Wissen Sie, ob in Ihrem Fahrzeug die Gänge starr oder per Seil geschaltet werden? Wahrscheinlich nicht. Die Werkstatt könnte Auskunft geben. Am besten aber gewöhnt man sich das Macho-Gehabe ab. 

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. hat sowieso Schalt-Paddel am Lenkrad.

  2. 2. macho?

    lieber herr drösser,

    warum sollte die hand am schaltknüppel macho-gehabe sein?

    phallus-theorien?

    viele frauen fahren auch so, wie nennen wir das jetzt?

    mfg

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Gyro
    • 12.04.2010 um 18:35 Uhr

    Genau -- was soll daran "Macho" sein, wenn man die Hand am Schaltknüppel lässt? Das ermöglicht immerhin schnelle Schaltvorgänge, kann also durchaus sinnvoll sein.

    Und im Zeitalter von Servolenkungen ist es auch nicht mehr nötig, sich permanent mit beiden Händen am Lenkrad fest zu klammern. Davon bekommt man doch nur einen Krampf in den Schultern.

    • Gyro
    • 12.04.2010 um 18:35 Uhr

    Genau -- was soll daran "Macho" sein, wenn man die Hand am Schaltknüppel lässt? Das ermöglicht immerhin schnelle Schaltvorgänge, kann also durchaus sinnvoll sein.

    Und im Zeitalter von Servolenkungen ist es auch nicht mehr nötig, sich permanent mit beiden Händen am Lenkrad fest zu klammern. Davon bekommt man doch nur einen Krampf in den Schultern.

  3. Autofahren ist eh out..

  4. ...ist trotzdem nur ein wort....;-)

  5. ... wenn's der ADAC sagt, dann muss es ja stimmen!

    • YaX
    • 10.04.2010 um 16:25 Uhr

    Nehmen wir es doch mal so: Für den heutigen Mann ist ein Auto doch so etwas wie ein Wohnzimmer auf Rädern. Nicht umsonst wird teilweise so viel in ein "Gebrauchsgegenstand" investiert. Und was liegt jetzt näher, als es sich in seinem Auto bequem zu machen, sich einfach ein wenig hinzulümmeln? Die oft verbaute Mittelarmlehne kommt ja auch nicht von ungefähr und wird sicher nicht eingebaut um alle Hände permanent am Lenkrad zu haben und ich nehme an, auch nicht um irgendwie cooler zu wirken.

  6. Ich glaube, die Hand am Schalthebel-bezw-knopf soll dem Fahrer/ der Fahrerin - auf der Ebene des Unbewussten - das beruhigende Gefühl sozusagen per feedback vermitteln, alles im Griff zu haben. Ich fahre zu 99% der Zeit nicht so, zu 1 % aber doch. Meistens fahre ich dann gemütlich so dahin. Mit mach hat es nichts zu tun, wenigstens in meinem Fall.

  7. Hat sich schon mal jemand angesehen, wie man mit zwei Händen am Lenkrad sitzt? Bei uns ( Linkslenker = Rechtsverkehr ) hat man dann häufig den linken Ellenbogen auf der Armstütze der Fahrertür abgestützt und damit sozusagen eine stabile ( zitterfreie ) Verbindung von Tür zum Lenkrad. Die kleinen Lenkbewegungen auf der Autobahn werden dann "aus dem Hangelenk" getätigt. Die rechte Hand hängt am Lenkrad, beim normalen Automobil ist die Mittelarmstütze armselig, also "hängt" der gesamte rechte Arm zwischen Fingern und Schultergürtel. Das ist nach kurzer Zeit ausgesprochen lästig, die Position "Hand auf Schalthebel" entspannt die Muskeln. So werden Sie auch Automatikfahrer mit der Hand auf dem Schalthebel "erwischen" ...
    Ach, noch was, was sagen eigentlich die Verkehrtexperten über die Position der Hände am Lenkrad, "zehn-vor-zwei" oder vielleicht doch besser als "viertel-vor-drei"?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Serie Stimmt's
  • Quelle DIE ZEIT, 08.04.2010 Nr. 15
  • Kommentare 10
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Autoren abonnieren RSS-Feed
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte ADAC | Fahrzeug | Ganges | Hamburg
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service