Missbrauchsskandal "Der Zorn ist richtig"
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 Alle Täter sind schuldig

ZEIT: Was bedeutet das?

Mertes: Vornehmlich sündensensibel, das ist eine alte Versuchung jeglicher Frömmigkeit, vor Gott mit reiner Weste dazustehen, weil man keine Regel gebrochen hat. Das aus dieser Sicht Schlimmste ist eine Sünde, also ein Regelübertritt. Aber Jesus übertritt Regeln, weil er merkt, dass die absolute Geltung bestimmter Regeln Leid verursachen kann. Das bedeutet Leidsensibilität.

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ZEIT: Ist Pädophilie Sünde oder Krankheit?

Mertes: Es gibt Täter, die halten das, was sie taten, nicht für eine Sünde. Dennoch sind sie schuldig. Der Begriff der Krankheit hebt das Schuldhafte der Tat nicht auf. Und es gibt den Täter, der sich mit seiner Geschichte auseinandersetzt und Reue empfindet. Dem ist es wichtig, dass ich ihm nicht einrede, er sei eigentlich nur krank. Was oft passierte, ist: Der Täter wurde von innen als Kranker gesehen. Deswegen hat man ihn gedeckt und ihn sogar nach außen als Gesunden präsentiert. Dann hat man nach dem Therapeuten statt dem Staatsanwalt gerufen…

ZEIT:  …also in guter Absicht das Falsche getan.

Mertes: Mitleid mit dem Kranken ist etwas anderes als Mitleid mit dem Sünder. Da hat eine Verwechslung stattgefunden. Das Mitleid mit dem Kranken führt zu dem Impuls zu helfen. Die richtige Reaktion auf den Sünder ist hingegen erst einmal Zorn. Gott ist zornig auf den Sünder! Dem reuigen Sünder gebührt Mitleid.

Die Fragen stellten Georg Fahrion und Patrik Schwarz

 
Leser-Kommentare
  1. Ich hätte mir gewünscht, die Bischöfe hätten die Sichtweise von Pater Mertes gehabt. Dann wäre die ganze Sache nicht so eskalliert.

    • honett
    • 14.04.2010 um 17:08 Uhr

    .. erfrischend, dass es noch gerades Denken in der Kirche gibt, im Gegensatz zu einem Mixa, der das Geld fuer Stiche und Teppiche ausgibt und von Kinderheimen stiehlt, statt den Armen zu helfen ..

  2. sondern kommt in allen geschlossenen Systemen mit Kindern vor (wie etwa in Internaten, Erziehungs-, Kultur- und Sportvereinen etc.), am meisten vermutlich aber in Familien vor. Keiner kennt die Dunkelziffer.

    Was im Zusammenhang mit der aktuellen Kirchenkritik aber immer deutlicher wird, ist die Tatsache, dass am delikaten Aufhänger dieses Themas ein offenbar systematischer A n g r i f f auf die katholische Kirche und insbesondere auch auf den Hl. Stuhl im Gange ist.

    Denn alle tun so, ob sexueller Missbrauch primär etwas mit dem Zölibat oder katholischen Homosexuellen zu tun haben "muss".

    Und was ist besser dazu angetan, endlich mal auf die Kirche anhand eines solchen Themas loszugehen. Fast schon nach dem Motto: Das haben wir doch schon immer gewusst, dass an den verklemmten Gestalten in schwarzer Sutane und ihrer frömmelnden Art was faul sein muss.

    Und auch der Papst, die Kirchensteuer, das ganze katholische Getue, die "Frauenfeindlichkeit", die bigotte Sexualmoral. Und überhaupt: Das Ganz gehört am besten abgeschafft.

    So klingt es jedenfalls nur allzu oft aus den kreischenden Mäulern allzu vieler Medien.

    Aber das kann's nicht sein.

    Ja, was dann? Und wer eigentlich könnte ein wie immer geartetes Interesse an der fortgesetzen Diffamierung von Papst, Klerus und Kirche haben?

    Oder wie sonst soll man diese Hetzkampagne - und das ist sie mittlerweile - erklären?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Argumentation, dass sich Pädophilie durch die ganze Gesellschaft hinzieht, ist schon richtig. Aber speziell die katholische Kirche kann nicht mit der übrigen Gesellschaft verglichen werden. Sie ist die Institution, die vorgibt, für die Regeln von Anstand, Moral und Ethik zuständig zu sein, die in Predigten die Gläubigen für ihre Sünden geißelt und auch behauptet, Gottes Vergebung nach einer Beichte deklarieren zu können.
    Die Kirche ist eine Institution, mehr nicht. Eine Institution, in welcher Heuchelei besonders tief verwurzelt ist. In den 90er Jahren wurden mannigfaltige Missbrauchsfälle der Kirche in den USA aufgedeckt, aber wirklich zur Verantwortung gezogen wurde niemand. Die Leute wurden versetzt (wie hier z. T. auch) und bekamen wieder Aufgaben, in welchen sie ihre makabren Spielchen fortsetzen konnten.
    Es war höchste Zeit, dass diese Bigotterie endlich mal bekannt wurde. Sie verhöhnen mit Ihren Aussagen die Opfer.
    Stattdessen hätten Sie mal ernsthaft die Frage stellen sollen, wie viel Schuld die Eltern der missbrauchten Kinder haben, denn es ist anzunehmen, dass Kinder versucht haben, ihre Eltern von manchen Vorfällen in Kenntnis zu setzen. Wie viele Eltern haben dann wohl ihre Kinder beschimpft, den Herrn Pfarrer so unverschämt zu beschuldigen mit dem Satz: "Unser Herr Pfarrer tut so etwas nicht" und sicherlich wurde so manches Kind dann noch zusätzlich bestraft, weil die Eltern ihrem Kind kein Wort glaubten. Auch das ist ein Mantel des Schweigens.

    Sie scheinen wohl nichts aus der ganzen Diskussion gelernt zu haben und verschanzen sich hinter dem Begriff Hetzkampagne. Merken Sie eigentlich, wie Sie den Opfern des schändlichsten Handelns Geistlicher erneut Schaden zufügen?

    des Vertrauensmißbrauchs gerade durch kath. Priester, denen vertraut wurde, daß sie nach ihrer Ethik und Moral auch lebten, noch nicht verstanden? Wollen Sie den Opfern weiterhin in ein Schweigegelübde pressen? Oder gehören Sie zum Täterkreis?

    von Herrn Pfarrer Mertes! - Herzlichen Dank. - Die kath. Kirche muß sich zum einen ehrlich und deutlich mit den Opfern befassen und aufarbeiten, zum anderen an Haupt und Gliedern erneuern; das wird ein weltweiter Weg, der hoffentlich begangen nicht auf halber Strecke beendet wird; denn es gehört dazu, daß es "keinem Menschen zu(steht), einem anderen Menschen in der Autorität Gottes zu sagen, was er zu tun und zu lassen hat." - keinem, auch dem Papst nicht.

    • trueQ
    • 14.04.2010 um 18:28 Uhr

    Sie haben leider nichts verstanden.

    Es wird schon längst nicht mehr kritisiert, dass es in der Katholischen Kirche zu Missbrauchsfällen gekommen ist - es wird kritisiert, wie Bischöfe, Kardinale und der Vatikan damit umgegangen sind und immer noch umgehen.

    Es wird zwar von Aufklärung gesprochen, tatsächlich ist davon aber nur wenig zu merken. Stattdessen werden die Opfer diffamiert und beleidigt (Mixa), wieder einmal eine Homosexuellenhatz eröffnet (siehe jüngste Kardinalsäußerungen aus Rom) und Kritiker eben dieses Verhaltens in die Nähe von Naziz gestellt (siehe Karfreitag-Äußerungen).

    Wer hier eine Hetzkampagne gegen die Kirche sieht, hat das Problem, in das sich die Kirche selbst manövriert hat, nicht einmal ansatzweise verstanden.

    Kirchenfunktionären würden genau so ausfallen, wenn diese einsichtig, reumütig, demütig, bescheiden, lernfähig aufträten?
    Oder wenn sie es sogar wären?

    Ich möchte Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber an Ihrem Kommentar kann man leicht festmachen, daß hier apostolische Weichspüler wie Unkraut aus dem Boden schießen, um "die Kirche" irgendwie in Schutz zu nehmen, in dem man verallgemeinert.
    Guter Mann, das brauchen Sie nicht. Pater Mertes macht das besser, als Sie oder der Papst es jemals könnten. Solche Leute sind es, die die Kirche braucht. Die die Sache an der Wurzel (=Wahrheit) packen und so das Vertrauen zurück gewinnt, das durch die unsägliche Erstarrung der Bischöfe eingetreten ist.
    In einfachen Worten: Tausche einen Mixa gegen einen Mertes, und es wird wieder was mit der kath. Kirche.

    Danke, sie sprachen mir förmlich aus dem Herzen. Die Kirche, der Papst und der gesamte Klerus der katholischen Kirche hat kein Interesse daran, dass dieser Skandal noch größer wird. Die Haltung der Kirche (vorallem die Äußerung von Bischhof Mixa) halte ich nicht für besonders hilfreich. Trotzdem darf nicht das Syndikat der Pädophilie auf der Kirche lasten!

    • gizzy
    • 14.04.2010 um 19:52 Uhr

    Entsetzen, Entrüstung, Erschütterung ist nicht angebracht?

    Natürlich ist Kindemißbrauch kein kirchentypisches Delikt, auch wenn Ich persönlich glaube, daß die Struktur der kath. Kirche Mißbrauch und Mißhandlungen fördert. Dort wo natürliche Bedürfnisse eines Menschen unterdrückt werden, sei es durch falsche Moral (betrifft auch die ev. Kirchen) oder Zöllibat, suchen sie sich andere Wege und diese sind in den seltensten Fällen gute Wege.

    Die aktuelle Diskussion wird von der kath. Kirche fehlinterpretiert. Es handelt sich nur in den wenigsten Fällen um einen systematischen Angrif auf die Kirche. Aber dadurch, das die kath. Kirche derzeit eine Wagenburgmentalität an den Tag legt und die Kritik als systematischen Angriff von Kirchenhassern abtut sorgt sie tatsächlich dafür, daß eine differenziertere Kritik kaum noch möglich wird.

    Das ist ein Problem, das in der Geschichte und dem Selbstverständnis der kath. Kirche begründet liegt. Da sich nach wie vor viele kath. Würdenträger überaus autoritär und über den Dingen stehend, als etwas Besseres definieren und gleichzeit die Probleme verleugnen, sorgen sie natürlich für Entrüstung, die auch verständlich ist. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Das können Sie wunderebar am Bischof Mixa beobachten: Der stellt sich immer noch hin und behauptet, das die Probleme irgendeiner weltlichen Unsitte entspringen. Dabei ist die Kirche nichts anderes als eine Ansammlung von Menschen auf der Suche nach Vergebung. Und keiner dieser Menschen ist fehlerfrei.

    Die Argumentation, dass sich Pädophilie durch die ganze Gesellschaft hinzieht, ist schon richtig. Aber speziell die katholische Kirche kann nicht mit der übrigen Gesellschaft verglichen werden. Sie ist die Institution, die vorgibt, für die Regeln von Anstand, Moral und Ethik zuständig zu sein, die in Predigten die Gläubigen für ihre Sünden geißelt und auch behauptet, Gottes Vergebung nach einer Beichte deklarieren zu können.
    Die Kirche ist eine Institution, mehr nicht. Eine Institution, in welcher Heuchelei besonders tief verwurzelt ist. In den 90er Jahren wurden mannigfaltige Missbrauchsfälle der Kirche in den USA aufgedeckt, aber wirklich zur Verantwortung gezogen wurde niemand. Die Leute wurden versetzt (wie hier z. T. auch) und bekamen wieder Aufgaben, in welchen sie ihre makabren Spielchen fortsetzen konnten.
    Es war höchste Zeit, dass diese Bigotterie endlich mal bekannt wurde. Sie verhöhnen mit Ihren Aussagen die Opfer.
    Stattdessen hätten Sie mal ernsthaft die Frage stellen sollen, wie viel Schuld die Eltern der missbrauchten Kinder haben, denn es ist anzunehmen, dass Kinder versucht haben, ihre Eltern von manchen Vorfällen in Kenntnis zu setzen. Wie viele Eltern haben dann wohl ihre Kinder beschimpft, den Herrn Pfarrer so unverschämt zu beschuldigen mit dem Satz: "Unser Herr Pfarrer tut so etwas nicht" und sicherlich wurde so manches Kind dann noch zusätzlich bestraft, weil die Eltern ihrem Kind kein Wort glaubten. Auch das ist ein Mantel des Schweigens.

    Sie scheinen wohl nichts aus der ganzen Diskussion gelernt zu haben und verschanzen sich hinter dem Begriff Hetzkampagne. Merken Sie eigentlich, wie Sie den Opfern des schändlichsten Handelns Geistlicher erneut Schaden zufügen?

    des Vertrauensmißbrauchs gerade durch kath. Priester, denen vertraut wurde, daß sie nach ihrer Ethik und Moral auch lebten, noch nicht verstanden? Wollen Sie den Opfern weiterhin in ein Schweigegelübde pressen? Oder gehören Sie zum Täterkreis?

    von Herrn Pfarrer Mertes! - Herzlichen Dank. - Die kath. Kirche muß sich zum einen ehrlich und deutlich mit den Opfern befassen und aufarbeiten, zum anderen an Haupt und Gliedern erneuern; das wird ein weltweiter Weg, der hoffentlich begangen nicht auf halber Strecke beendet wird; denn es gehört dazu, daß es "keinem Menschen zu(steht), einem anderen Menschen in der Autorität Gottes zu sagen, was er zu tun und zu lassen hat." - keinem, auch dem Papst nicht.

    • trueQ
    • 14.04.2010 um 18:28 Uhr

    Sie haben leider nichts verstanden.

    Es wird schon längst nicht mehr kritisiert, dass es in der Katholischen Kirche zu Missbrauchsfällen gekommen ist - es wird kritisiert, wie Bischöfe, Kardinale und der Vatikan damit umgegangen sind und immer noch umgehen.

    Es wird zwar von Aufklärung gesprochen, tatsächlich ist davon aber nur wenig zu merken. Stattdessen werden die Opfer diffamiert und beleidigt (Mixa), wieder einmal eine Homosexuellenhatz eröffnet (siehe jüngste Kardinalsäußerungen aus Rom) und Kritiker eben dieses Verhaltens in die Nähe von Naziz gestellt (siehe Karfreitag-Äußerungen).

    Wer hier eine Hetzkampagne gegen die Kirche sieht, hat das Problem, in das sich die Kirche selbst manövriert hat, nicht einmal ansatzweise verstanden.

    Kirchenfunktionären würden genau so ausfallen, wenn diese einsichtig, reumütig, demütig, bescheiden, lernfähig aufträten?
    Oder wenn sie es sogar wären?

    Ich möchte Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber an Ihrem Kommentar kann man leicht festmachen, daß hier apostolische Weichspüler wie Unkraut aus dem Boden schießen, um "die Kirche" irgendwie in Schutz zu nehmen, in dem man verallgemeinert.
    Guter Mann, das brauchen Sie nicht. Pater Mertes macht das besser, als Sie oder der Papst es jemals könnten. Solche Leute sind es, die die Kirche braucht. Die die Sache an der Wurzel (=Wahrheit) packen und so das Vertrauen zurück gewinnt, das durch die unsägliche Erstarrung der Bischöfe eingetreten ist.
    In einfachen Worten: Tausche einen Mixa gegen einen Mertes, und es wird wieder was mit der kath. Kirche.

    Danke, sie sprachen mir förmlich aus dem Herzen. Die Kirche, der Papst und der gesamte Klerus der katholischen Kirche hat kein Interesse daran, dass dieser Skandal noch größer wird. Die Haltung der Kirche (vorallem die Äußerung von Bischhof Mixa) halte ich nicht für besonders hilfreich. Trotzdem darf nicht das Syndikat der Pädophilie auf der Kirche lasten!

    • gizzy
    • 14.04.2010 um 19:52 Uhr

    Entsetzen, Entrüstung, Erschütterung ist nicht angebracht?

    Natürlich ist Kindemißbrauch kein kirchentypisches Delikt, auch wenn Ich persönlich glaube, daß die Struktur der kath. Kirche Mißbrauch und Mißhandlungen fördert. Dort wo natürliche Bedürfnisse eines Menschen unterdrückt werden, sei es durch falsche Moral (betrifft auch die ev. Kirchen) oder Zöllibat, suchen sie sich andere Wege und diese sind in den seltensten Fällen gute Wege.

    Die aktuelle Diskussion wird von der kath. Kirche fehlinterpretiert. Es handelt sich nur in den wenigsten Fällen um einen systematischen Angrif auf die Kirche. Aber dadurch, das die kath. Kirche derzeit eine Wagenburgmentalität an den Tag legt und die Kritik als systematischen Angriff von Kirchenhassern abtut sorgt sie tatsächlich dafür, daß eine differenziertere Kritik kaum noch möglich wird.

    Das ist ein Problem, das in der Geschichte und dem Selbstverständnis der kath. Kirche begründet liegt. Da sich nach wie vor viele kath. Würdenträger überaus autoritär und über den Dingen stehend, als etwas Besseres definieren und gleichzeit die Probleme verleugnen, sorgen sie natürlich für Entrüstung, die auch verständlich ist. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Das können Sie wunderebar am Bischof Mixa beobachten: Der stellt sich immer noch hin und behauptet, das die Probleme irgendeiner weltlichen Unsitte entspringen. Dabei ist die Kirche nichts anderes als eine Ansammlung von Menschen auf der Suche nach Vergebung. Und keiner dieser Menschen ist fehlerfrei.

  3. "Nach drei Monaten Kampf gegen Missbrauch..." - Wo bitte gibt es einen Kampf gegen Missbrauch? Nicht ein einziges Mal in diesem Interview gibt es auch nur einen Ansatz für tief empfundenes Mitgefühl für die Opfer dieser sexuellen Gewaltverbrecher. Die Opfer haben ihr ganzes Leben an den Auswirkungen der Untaten dieser Priester zu tragen. "Das Thema des Missbrauchs enthält alle wesentlichen Fragen der christlichen Spiritualität."
    - Versetzen Sie sich bitte einmal an die Stelle eines Betroffenen, wenn er dies liest. Fühlen Sie sich bitte nur ein Mal ein und versuchen Sie zu verstehen, wie Ihre Worte von den Betroffenen empfunden werden. "Vornehmlich sündensensibel." - Leere Worthülsen!

    "An ihren Worten sollt ihr sie erkennen!" - Wer hatte dies noch einmal gesagt? Wer nur?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Gibt es denn einen Betroffenen des sexuellen Missbrauchs Canisius-Kollegs, der diese Worte als hohl beschrieben hat? Stellvertretergefühle vehement zu äußern hat auch mit Übergriffigkeit zu tun.
    Pater Mertes war meiner Kenntnis nach der erste, der gesagt hat: Ich erkenne an, was passiert ist und stelle mich als Vertreter und Gegenüber der Täterorganisation - damit war das CK gemeint - zur Verfügung, wenn Sie als von Missbrauch Betroffener sprechen wollen.
    Das ist in meinen Augen viel. Pater Mertes hat sich insofern bemüht, den Opfern Würde zurückzugeben.
    Vielleicht ist Mitleid nicht die richtige Kategorie?

    Ich möchte Ihnen eine Email zitieren, die ich am 3.2. von Pater Mertes erhielt, nachdem ich ihn auf eine Diskussion bei Zeitonline aufmerksam gemacht hatte, in der ein Nutzer ihn als 'Homosexuellenaktivist' zu etikettieren versuchte:

    'Liebe Frau ...,

    danke für Ihr mail mit der Information aus dem Leser-Blog von die Zeit. Dazu kann ich Ihnen sagen:

    1. Über meine eigene sexuelle Identität mache ich keine öffentliche Aussage.
    2. Ich fühle mich geehrt, wenn ich an die Seite der Diskriminierten gestellt werde und nun die Kübel der Homphobie mitspüren darf, die diese täglich spüren müssen. Das ist Schmach, die Ehre ist.
    3. Meine Aufgabe ist und bleibt das Signal an die Opfer: Ich habe gehört, worunter ihr leidet.

    Sie können diesen text von mir gerne verwenden, überall wo Sie es wollen.

    Herzliche Grüße, P. Klaus Mertes SJ'

    Pater Mertes ist mit seiner Haltung einer der wenigen, die mir Hoffnung auf Glaubwürdigkeit der Institution RKK und auch auf adäquaten Umgang mit den Betroffenen von sexualisierter/physischer/psychischer Gewalt machen. Wären mehr Schulleiter, Priester, Bischöfe, Kardinäle, Päpste so gestrickt, wären die notwendigen Umgestaltungen nicht so zögerlich (zugunsten der Wahrung des Außenbilds RKK) und der Vertrauensverlust der Öffentlichkeit nicht so groß.

    • TDU
    • 16.04.2010 um 13:07 Uhr

    Verwechseln Sie doch die Worte diese klugen Herrn nicht mit einer Wahlkampfrede.

    Gibt es denn einen Betroffenen des sexuellen Missbrauchs Canisius-Kollegs, der diese Worte als hohl beschrieben hat? Stellvertretergefühle vehement zu äußern hat auch mit Übergriffigkeit zu tun.
    Pater Mertes war meiner Kenntnis nach der erste, der gesagt hat: Ich erkenne an, was passiert ist und stelle mich als Vertreter und Gegenüber der Täterorganisation - damit war das CK gemeint - zur Verfügung, wenn Sie als von Missbrauch Betroffener sprechen wollen.
    Das ist in meinen Augen viel. Pater Mertes hat sich insofern bemüht, den Opfern Würde zurückzugeben.
    Vielleicht ist Mitleid nicht die richtige Kategorie?

    Ich möchte Ihnen eine Email zitieren, die ich am 3.2. von Pater Mertes erhielt, nachdem ich ihn auf eine Diskussion bei Zeitonline aufmerksam gemacht hatte, in der ein Nutzer ihn als 'Homosexuellenaktivist' zu etikettieren versuchte:

    'Liebe Frau ...,

    danke für Ihr mail mit der Information aus dem Leser-Blog von die Zeit. Dazu kann ich Ihnen sagen:

    1. Über meine eigene sexuelle Identität mache ich keine öffentliche Aussage.
    2. Ich fühle mich geehrt, wenn ich an die Seite der Diskriminierten gestellt werde und nun die Kübel der Homphobie mitspüren darf, die diese täglich spüren müssen. Das ist Schmach, die Ehre ist.
    3. Meine Aufgabe ist und bleibt das Signal an die Opfer: Ich habe gehört, worunter ihr leidet.

    Sie können diesen text von mir gerne verwenden, überall wo Sie es wollen.

    Herzliche Grüße, P. Klaus Mertes SJ'

    Pater Mertes ist mit seiner Haltung einer der wenigen, die mir Hoffnung auf Glaubwürdigkeit der Institution RKK und auch auf adäquaten Umgang mit den Betroffenen von sexualisierter/physischer/psychischer Gewalt machen. Wären mehr Schulleiter, Priester, Bischöfe, Kardinäle, Päpste so gestrickt, wären die notwendigen Umgestaltungen nicht so zögerlich (zugunsten der Wahrung des Außenbilds RKK) und der Vertrauensverlust der Öffentlichkeit nicht so groß.

    • TDU
    • 16.04.2010 um 13:07 Uhr

    Verwechseln Sie doch die Worte diese klugen Herrn nicht mit einer Wahlkampfrede.

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