Klimaschutz Zwei Grad und nicht mehrSeite 2/2
Derlei ernsthaften Versuchen, der Politik einen Kompass für Klimaschutzmaßnahmen an die Hand zu geben, wird nach Kopenhagen verstärkt eine bloße Behauptung entgegengestellt: Die Anpassung an den ungebremsten Klimawandel sei gar nicht so schwierig. Belastbare Argumente dafür sucht man vergebens. Schwadronieren darf aber nicht als Grundlage dafür akzeptiert werden, die ganze Menschheit auf eine Reise ins unbekannte Klimaland zu schicken – oder sich auf das hochriskante Abenteuer des Geo-Engineerings einzulassen, der großtechnische Eingriffe ins Wetter vorsieht.
Damit sind wir beim Thema Risikomanagement. Wer das Vorsorgeprinzip über Bord wirft, weil er keine absolute Problemgewissheit vorfindet, ist töricht oder verantwortungslos. Die Gegner des vorbeugenden Klimaschutzes möchten bitte folgende Fragen beantworten: Ab welcher konkreten Risikowahrscheinlichkeit ist praktisches Handeln zwingend geboten? Wann genau wird die Forschung in der Lage sein, diesen Grenzwert exakt anzugeben? Und wie sicher kann man sein, dass unser Zivilisationszug bis zu diesem Moment der Erleuchtung nicht schon entscheidende Weichen überfahren hat?
Diese drei Fragen hat unseres Wissens bisher niemand zufriedenstellend beantwortet. Trotzdem liebäugeln heute viele Entscheidungsträger damit, die rationale Doppelstrategie von Vermeidung und Anpassung – »Das Unbeherrschbare vermeiden und das Unvermeidbare beherrschen« – zugunsten einer reinen Reparaturpolitik aufzugeben. Insbesondere argumentieren manche Ökonomen so: Nationale Reparaturmaßnahmen stifteten nationalen Nutzen, während nationale Emissionsbeschränkungen nur Trittbrettfahrern in den Schwellen- und Entwicklungsländern zugutekämen.
Die Wirtschaftswissenschaften sind lange über solche Gedankengänge hinausgewachsen, dennoch die Frage: Welche Zukunft haben die einschlägigen Stichwortgeber eigentlich vor Augen? Glauben sie wirklich, dass man in einer sozioökonomisch dicht vernetzten Welt nationale Zitadellen der Klimasicherheit errichten und gegen die weniger privilegierten Umweltflüchtlinge aus den Entwicklungsländern verteidigen kann? Oder gar, dass man in einem Anpassungswettrüsten Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien – also die Weltmächte von morgen – auf die Knie freiwilliger Emissionsbeschränkung zwingen kann?
Wer sich solchen Illusionen hingibt, spielt ein gefährliches und zugleich unmoralisches Spiel. Wenn jedes Land, ungeachtet seiner historischen Verantwortung für die Belastung der Atmosphäre, nur noch an sich dächte, würden sich gefährliche Spannungen aufbauen und schließlich entladen. Verlieren dürften dabei alle, insbesondere aber die jungen und noch nicht geborenen Menschen, denen eine lebenswerte Zukunft abhanden zu kommen droht. Und dies ganz besonders in den armen Ländern des Südens, die über ein Emissionshandelssystem erhebliche Entwicklungschancen gewinnen könnten.
Zum guten Risikomanagement gehört es, die Chancen zu erkennen, die mit dem Einhegen von Gefahren verbunden sind. Die Weltgesellschaft schnell, also bis zur Jahrhundertmitte, aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu befreien hätte drei Vorteile: Erstens würde das Klima stabilisiert. Zweitens käme es dadurch zum Übergang zu einer hocheffizient-nachhaltigen Energieversorgung aus Sonne, Wind und Wellen. Drittens könnten viele Entwicklungsländer »schmutzige« Industrialisierungsphasen überspringen. Sie würden dadurch gerade für Deutschland und Europa zu interessanten Partnern und Märkten im 21. Jahrhundert.
Damit ist die Richtung einer rationalen Klimastrategie für uns klar: Das Zwei-Grad-Ziel stößt technische Innovationen und Investitionen in erneuerbare Energiesysteme und Ressourceneffizienz an, es fördert intelligente Mobilitätssysteme sowie nachhaltige Raumordnungskonzepte und bietet Unternehmen wie Verbrauchern weltweit Erwartungssicherheit. Nicht zuletzt werden verantwortungsvolle Bürger zu einem nachhaltigeren Lebensstil animiert, es kommt Bewegung in das ungerechte Nord-Süd-Verhältnis, und die Weichen werden auf gemeinsame Zukunftsvorsorge der Welt gestellt. Selbst wenn es gar keinen gefährlichen Klimawandel gäbe, wofür leider nichts spricht, wäre dieser Entwicklungspfad sinnvoll und empfehlenswert. Der Klimaschutz-Avantgarde bietet sich die Chance, sowohl verantwortlich zu handeln – die Bewahrung der Schöpfung kann dabei durchaus als Richtlinie dienen –, als auch den eigenen Wohlstand langfristig zu mehren.
Keine schlechten Aussichten für Vorreiter.
Professor Hans Joachim Schellnhuber ist Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Professor Claus Leggewie ist Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen, Professor Renate Schubert ist Direktorin des Instituts für Umweltentscheidungen an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Die Autoren sind Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU)
- Datum 16.04.2010 - 18:55 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 15.04.2010 Nr. 16
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wird die menschliche Dummheit und Unvernunft überleben,
der Mensch mit Sicherheit nicht!
"...... der Mensch mit Sicherheit nicht", woher nehmen sie denn diese Weisheit? Mal ganz abgesehen von dem vorherigen Unfug.
Lehrt, und damit meine ich nicht die unsere.
Lehrt, und damit meine ich nicht die unsere.
warten Sie es doch einfach mal ab, wenn Sie Glück haben, erleben es Ihre Kinder oder Enkelkinder, die haben dann allerdings Pech.
..... wenn Sie Glück haben, erleben es Ihre Kinder oder Enkelkinder, die haben dann allerdings Pech."
Das ist ein guter Rat. Man sollte sich eh nicht in die Probleme Andere einmischen.
..... wenn Sie Glück haben, erleben es Ihre Kinder oder Enkelkinder, die haben dann allerdings Pech."
Das ist ein guter Rat. Man sollte sich eh nicht in die Probleme Andere einmischen.
Mir fallen spontan zwei Gebiete ein, in denen Voraussagen von "Experten" so gut wie nie eintreffen: Volkswirtschaft und Klimatologie.
Das Klimagesülze der Damen und Herren Selbstüberschätzer nervt nur noch.
Auf Peak Oil kann man sich auch anders vorbereiten, dafür braucht man den Zwei-Grad-Quatsch nicht.
gehen wohl die Jünger aus?
Was für ein Geschwafel.
Ein angenehmer Service für den Leser wäre es, wenn man die Autoren am Anfang des Artikels vorstellen würde - da bräuchte man den eigeninteressierten Unfug gar nicht zu lesen.
Oder lesen wir demnächst hier
- von einem RWE-Direktor zu Kernkraftwerken
- zu Afghanistan von einem Rheinmetall-Vorstand
- von einem Aldi-Bruder über Bioprodukte
- ... ???
....seine Argumente am besten und bereitet sie auf. Diese kann man vergleichen mit Artikel von anders Interessierten. Die Argumente vergleicht man dann.
....seine Argumente am besten und bereitet sie auf. Diese kann man vergleichen mit Artikel von anders Interessierten. Die Argumente vergleicht man dann.
Fragen Sie mal Kosmologen nach »Ringalaxien«
Kannte Kepler nicht. Gibt's nicht. Zumindest nicht in der Kosmologie. Also, solche Fragen stellen "sich" nicht.
Ist sie menschengemacht? NEIN!
Können wir etwas dagegen tun? NEIN!
Ich war erst kürzlich auf Neuseeland und habe mir den Franz Joseph Gletscher angesehen. Da steht weit vorner ein Schild "Hier war der Gletscher 1750". Gut SEIT 1750 ist er also stetig zurückgeangen...OK. Gabs ab 1750 ene erhöte CO2 Konzentration...nö...das Klima war also schon zu dieser Zeit erwärmt, wenn man den Rücxkgang der Gletscher als Zeiche einer solchen Erwärmung deutet, was Klimatologen und Klimahysteriker ja regelmäßig tun.
Nein, das Klima verändert sich so, oder so...und wir werden rein gar nichts dagegen tun können. Oder anders ausgedrückt , wenn ich einen Schnupfen kriege und zur gleichen Zeit in Chine Regen fällt, haben dennoch die beiden Dinge rein gar ichts miteinander zu tun.
ABER: Findige Leute haben dieses Thema als eine geniale Gelddruckmachine entdeckt. Sie haben auch lange gewußt, dass sich das Klima erwärmt. Sie wissen auch , daß wir vielleicht einen anteil daran haben, dieser aber marginal ist. Nur haben sie das für sich instrumentalisiert um kräftig abzukassieren.
In zwei Jahren ist das Thema vergessen , wie auch schon der seure Regen vorher. Wer sich derweil daradurch den Spaß am Leben verderben läßt , ist selber schuld.
Kommentar zu "Kommentar 8 - Klimaerwärmung Ja"
"In zwei Jahren ist das Thema vergessen , wie auch schon der seure Regen vorher. Wer sich derweil daradurch den Spaß am Leben verderben läßt , ist selber schuld."
Der saure Regen ist deshalb kein Thema mehr, da etwas dagegen getan werden konnten. Zum Beispiel durch Entschwefelung der Abgase!
Genau so eine Einstellung braucht die Welt, immer nur Spaß haben wollen und nicht an die möglichen Konsequenzen denken. Nur weiter so.
der Klimawandel ist menschengemacht - JA
können wir dagegen etwas tun - JA
Lieber chubby - zunächst die schlechte Nachricht: der aktuelle Klimawandel ist menschengemacht, die wissenschaftlichen Beweise dafür sind eindeutig. Das sind komplizierte Studien, die ein Normalbürger nicht so leicht versteht. Aber rechne doch einfach mal nach, wieviel fossile Brennstoffe - also Oel, Kohle und Gas - wir bereits verbrannt haben. Dann wird dir schon der gesunde Menschenverstand (sofern vorhanden) zu Denken geben, dass man eine so grosse CO2 Menge nicht folgenlos in die Atmosphäre blasen kann.
Ich kann verstehen, dass sich etwas ängstlichere Zeitgenossen schnell hilflos fühlen wenn sie über solche komplexen Zusammenhänge nachdenken und aus Trotz den Kopf in den Sand stecken, den Klimawandel leugen und lieber weiter Super-Nanny gucken. Aber jetzt die gute Nachricht: wir alle können etwas gegen den Klimawandel tun, JA! Zum Beispiel Energie sparen - und das ist nichteinmal mit Einschränkungen verbunden, es ist auch eine CO2-arme Zukunft möglich, in der die Lebensqualität höher (!) ist als heute.
Nur mal zum Nachdenken: Der Energieverbrauch der Amerikaner hat sich in den letzten 20 Jahren verviervacht. Glaubst du etwa, sie seien deshalb auch viermal so glücklich? Nein, das Zufriedenheitsnievau ist gleich geblieben. Und die Deutschen werden sowieso immer unzufriedener, egal wieviel Energie sie verschwenden...
Greenpeace-Studie: Die Öl- und Kohle-Lobby unterstützt seit 20 Jahren gezielt den Zweifel am Klimawandel. Nicht nur Öl-Giganten wie ExxonMobil haben ihre Finger mit Millionen US-Dollar im Spiel. König der Förderer von Zweifler-Kampagnen, so Greenpeace, sei das eher unbekannte US-Unternehmen Koch Industries
http://www.wir-klimarette...
Kommentar zu "Kommentar 8 - Klimaerwärmung Ja"
"In zwei Jahren ist das Thema vergessen , wie auch schon der seure Regen vorher. Wer sich derweil daradurch den Spaß am Leben verderben läßt , ist selber schuld."
Der saure Regen ist deshalb kein Thema mehr, da etwas dagegen getan werden konnten. Zum Beispiel durch Entschwefelung der Abgase!
Genau so eine Einstellung braucht die Welt, immer nur Spaß haben wollen und nicht an die möglichen Konsequenzen denken. Nur weiter so.
der Klimawandel ist menschengemacht - JA
können wir dagegen etwas tun - JA
Lieber chubby - zunächst die schlechte Nachricht: der aktuelle Klimawandel ist menschengemacht, die wissenschaftlichen Beweise dafür sind eindeutig. Das sind komplizierte Studien, die ein Normalbürger nicht so leicht versteht. Aber rechne doch einfach mal nach, wieviel fossile Brennstoffe - also Oel, Kohle und Gas - wir bereits verbrannt haben. Dann wird dir schon der gesunde Menschenverstand (sofern vorhanden) zu Denken geben, dass man eine so grosse CO2 Menge nicht folgenlos in die Atmosphäre blasen kann.
Ich kann verstehen, dass sich etwas ängstlichere Zeitgenossen schnell hilflos fühlen wenn sie über solche komplexen Zusammenhänge nachdenken und aus Trotz den Kopf in den Sand stecken, den Klimawandel leugen und lieber weiter Super-Nanny gucken. Aber jetzt die gute Nachricht: wir alle können etwas gegen den Klimawandel tun, JA! Zum Beispiel Energie sparen - und das ist nichteinmal mit Einschränkungen verbunden, es ist auch eine CO2-arme Zukunft möglich, in der die Lebensqualität höher (!) ist als heute.
Nur mal zum Nachdenken: Der Energieverbrauch der Amerikaner hat sich in den letzten 20 Jahren verviervacht. Glaubst du etwa, sie seien deshalb auch viermal so glücklich? Nein, das Zufriedenheitsnievau ist gleich geblieben. Und die Deutschen werden sowieso immer unzufriedener, egal wieviel Energie sie verschwenden...
Greenpeace-Studie: Die Öl- und Kohle-Lobby unterstützt seit 20 Jahren gezielt den Zweifel am Klimawandel. Nicht nur Öl-Giganten wie ExxonMobil haben ihre Finger mit Millionen US-Dollar im Spiel. König der Förderer von Zweifler-Kampagnen, so Greenpeace, sei das eher unbekannte US-Unternehmen Koch Industries
http://www.wir-klimarette...
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