Meinungsklima Was man in Deutschland NICHT sagen darf

Tanz mit mir den Tabu-Tango: Warum Provokateure und Gesinnungspolizisten im deutschen Meinungsklima nicht ohne einander auskommen

Die öffentliche Debatte in Deutschland findet nicht zwischen Linken und Rechten statt, sondern zwischen Tabuhütern und Tabubrechern

Die öffentliche Debatte in Deutschland findet nicht zwischen Linken und Rechten statt, sondern zwischen Tabuhütern und Tabubrechern

Wahrscheinlich ist der zwölfte Stock der Deutschen Bundesbank kein ganz schlechter Ort, um zu vermessen, wie es in diesem Land um das Meinungsklima bestellt ist. Zum einen bietet die verglaste Fensterfront einen weiten Blick über Frankfurt und das Umland, sodass sich in einem so verwirrenden Terrain wie der Debattenlandschaft ein erstes beruhigendes Gefühl des Überblicks einstellt. Vor allem aber hat in dieser Etage ein Mann sein Büro, der wie kaum ein Zweiter in Deutschland den Cowboy eines Diskurses mimt, der sich um nichts schert: Thilo Sarrazin, der Mann mit dem Pullover.

Wem die Erhöhung der Gaspreise zu teuer sei, der könne ja einen Pullover überziehen. Es war nur einer von Sarrazins Sprüchen als Finanzsenator von Berlin, eines Sozialdemokraten, der unter Bürgermeister Klaus Wowereit das Haushaltsdefizit der Stadt senkte, aber den Puls vieler Leute nach oben trieb. Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat gute Laune, der 65-Jährige spricht über andere Provokateure. »Alice Schwarzer kann sich ja mit Bischof Mixa auf ein Podium setzen, die beiden würden sich sicher schnell über vieles einig werden.« Mixa und Schwarzer? »Sie will keine Sexmaschinen, er will keine Gebärmaschinen, beide wollen die beseelte Frau.« Pointe, Applaus, Ende der Vorstellung. Darf man derlei in Deutschland sagen?

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Ständig vermischt Thilo Sarrazin – mal fatal, mal vergnüglich – allgemeine Gesellschaftsanalyse, konzentrierte Politik, Borderline-Rassismus und wilde Polemik. Thilo Sarrazin gilt als der Django des Tabubruchs.

Witzbolde

»Eine größere Missachtung des Kreuzes und der Würdenträger der katholischen Kirche und damit der Kirche selbst ist kaum denkbar«, schreibt der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis über das aktuelle Titelblatt des Satire-Magazins »Titanic« . Das wäre eine schlechte Nachricht für die Witzbolde aus Frankfurt. Seit das Bild eines Blechkruzifixes mit der Zeile »Ich war eine Dose« in der »Titanic« erschien, haben sie Deutschlands Katholiken immer wieder provoziert. Die Methode aber lebt von der Steigerung – was wird aus ihr, wenn eine weitere Eskalation nicht mehr möglich ist? Noch tun Geis und Gleichgesinnte den Spöttern den Gefallen, nach dem Staatsanwalt zu rufen. Könnten sie sich das verkneifen, entfiele die letzte Rechtfertigung für solch verletzenden Spott.

Was heißt hier Tabu?

Sprechverbote in einem freien Land – undenkbar? Dies ist die bequemste Form, sich der Frage zu entziehen: Was darf man in Deutschland NICHT sagen? Dass es Sprechverbote geben könnte in der Bundesrepublik, das hat das politische Lager rechts der Mitte bis in die achtziger Jahre immer als Angriff auf die Demokratie denunziert. Umgekehrt bezog die Linke ihren Schwung daraus, gegen tatsächliche und eingebildete Sprechverbote anzugehen: die beschwiegenen Nazisünden der Väter ebenso wie die erfundenen Morde an den RAF-Häftlingen im Gefängnis von Stammheim. Inzwischen haben sich die Rollen verkehrt: Die linken Rebellen von einst haben ihren Frieden mit dem Land gemacht, die Rede von Tabus gilt ihnen als Guerillaangriff neoliberaler Irrlichter.

Eine Stunde und 32 Minuten dauert das Gespräch mit dem Bankvorstand über das Meinungsklima hierzulande. Dann ist der Thilo-Sarrazin-Moment erreicht. Seine Hand knetet seine Lippen, der Ärmel des dunklen Jacketts rutscht zurück, die Hemdmanschette gibt den Blick frei auf seine Armbanduhr. Sie zeigt 15.40 Uhr. Und Thilo Sarrazin tut es wieder. Sagt Sätze, für die er berüchtigt ist. Spricht von einer Volksgruppe, ihrer Arbeitsleistung, ihrer Kinderzahl. Welche? Das möchte er, als es später zur Autorisierung der Zitate kommt, doch nicht gedruckt sehen. »Das wird missverstanden werden.« Damit hat der Mann Erfahrung. In einem Interview mit der Zeitschrift Lettre hatte er vergangenes Jahr über »Kopftuchmädchen« räsoniert und die fehlende Integrationsbereitschaft junger Türken und Araber angeprangert. Warum der Drang zur Wiederholung?

»Ach, wissen Sie, Martin Luther hat als junger Mönch sein Lettre- Interview an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg genagelt.« Martin Luther und die Reformation: Ein großer Mann, ein großer Kampf – und vielleicht ist das schon die erste Erkenntnis, die für viele gilt, die sich als Tabubrecher im Land erleben. Ob Alice Schwarzer, Thilo Sarrazin oder Guido Westerwelle, wer sich an die Meinungsfront wirft mit dem Vorwurf, die anderen würden verschweigen, was Sache ist, der tut das, weil er für mehr kämpft als nur den eigenen Ruhm. Er wähnt Millionen hinter sich – oder aber gegen sich.

Thilo Sarrazins Millionen stecken in drei Büroablagen, ordentlich beschriftet »Ordner 1«, »Ordner 2«, »Ordner 3«. Seine Sekretärin verwahrt sie im Vorzimmer, der Bankvorstand führt den Besucher hin. »Ich glaube nicht, dass bei der Bundesbank zu einem Thema je 860 Briefe von Bürgern eingegangen sind«, sagt er, kritisch »waren 16, glaube ich«. Die öffentliche Meinung, das sagen Tabubrecher wie Sarrazin immer gern, unterscheide sich von der veröffentlichten Meinung. Die Presse neige zum Tabu-Reflex, die ZEIT inklusive. »Es gibt auch bei Ihnen – entschuldigen Sie – einige liberale Scheißer«, worunter Sarrazin Leute versteht, »die gut im Speck stehen und von der Warte moralischer Überlegenheit heraus die Welt beurteilen«. 

Leser-Kommentare
  1. ...man muss eben nur bereit sein, auch den Gegenwind zu verkraften, der einem gegebenenfalls entgegenschlaegt - oder im Zweifelsfall eben auch die rechtlichen Konsequenzen auf sich nehmen, die auf manches Gesagte folgen koennen.
    "Zensur" und "Sprechverbot" finden dort statt, wo man wegen seiner Ueberzeugungen um Leib und Leben fuerchten muss oder selbst Familienmitglieder unter den eigenen Aussagen leiden muessen. Herr Sarrazin oder auch Herr Westerwelle hingegen fuehlen sich bereits in ihrer Redefreiheit bedroht und eingeschraenkt, wenn die Repliken auf ihre "Thesen" ebenso entschieden ausfallen, wie diese Thesen selbst.

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    "Man "darf" in Deutschland alles sagen - man muss eben nur bereit sein, auch den Gegenwind zu verkraften, der einem gegebenenfalls entgegenschlaegt - oder im Zweifelsfall eben auch die rechtlichen Konsequenzen auf sich nehmen, die auf manches Gesagte folgen koennen."

    Mit letzterem beschreiben Sie genau den Funktionsmechanismus von Zensur. Wenn durch staatliche Repressionen eine Einschränkung von Meinungs- und Gedankenfreiheit stattfindet, heißt das Zensur. Das können Sie natürlich nicht wissen.

    " "Zensur" und "Sprechverbot" finden dort statt, wo man wegen seiner Ueberzeugungen um Leib und Leben fuerchten muss oder selbst Familienmitglieder unter den eigenen Aussagen leiden muessen."

    Na wie gut, daß es so etwas hier nicht gibt. Meinen Sie nicht, daß die mediale Hinrichtung von Personen und deren anschließende berufliche oder politische Existenzvernichtung nicht ebenso wirksam sind wie eine Hinrichtung, um die betroffenen Personen zum Schweigen zu bringen? Daß es auch um Angriffe auf Leib und Leben geht, zeigen Ereignisse um die geplante Ernennung von Peter Krause zum Kultusminister des Landes Thüringern, die in Folge einer medialen Hetz- und Verleumdungskampagne gegen Krause auf Grund einer zeitweiligen Mitarbeit bei der "Jungen Freiheit" nicht stattfand. Die Attacken gegen ihn gingen bis zur physischen Bedrohung seiner Person und seiner Familie.

    • ilot
    • 18.04.2010 um 23:12 Uhr

    Denk- und Sprechverbote gibt es wieder. Dazu muss man gar nicht in die Ferne schweifen, man kann auch bei der ZEIT bleiben, siehe hier.

    Ein Tabubruch war es hier auf DIESEN Artikel von Dieter Deiseroth in der Frankfurter Rundschau (Titel: "Jenseits des Rechts") zu verweisen. Deiseroth, 59, ist Richter am Bundesverwaltungsgericht. Er ist Experte für Verfassungs-, Verwaltungs- und Völkerrecht.

    Bei Gelegenheit kann man dann auch gleich noch diese Ausführungen des Schweizer Friedensforschers Dr. Daniele Ganser (Universität Basel) zensieren.

    Tabus eben.

    Von Kirchen und Politik wird mantramäßig eingefordert, dass die deutsche "Mehrheitsgesellschaft" zu differenzieren hätte zwischen Islam und Islamismus.

    Doch wie sollen theologische und religionsferne Laien diese Differenzierung ohne entsprechende Unterscheidungskriterien vollziehen können, wenn sich nicht mal die aufgeklärten Muslime und Korangelehrten imstande sehen, die offensichtlich zu Gewalttaten an Frauen und Andersgläubigen propagierte Textsstellen des Koran, aufgrund von modernen historisch-kritischen Auslegungen, den toleranzwilligen Bürgern nahe zu bringen, um den Widerspruch zwischen dem Anspruch des Islam als friedlicher Religion und dem Fundamentalaussagen dieser 3.Schriftreligion aufzudröseln?
    Aber es steht nun mal im Koran, dass der Mann die „widerspenstige“ Frau zu schlagen hat (Sure 4,34) und Andersgläubige zu töten sind (Sure 9,5).
    Warum darf darüber kein öffentlicher Diskurs stattfinden?

    Nun könnte man zu Recht einwenden, dass ähnlich schreckliche Frauen- und Andersgläubige diffamierende Dinge auch in der Bibel zu finden sind.

    Doch da bestehen sowohl von jüdischer als auch von christlich-theologischer Seite keinerlei Tabus, brisante Texte, "heiße Eisen", aus heutiger Sicht öffentlich zu diskutieren, um sie historisch u. gesellschaftlich neu zu verorten.

    Warum blieb meine Anfrage zur "Islamkritik" bislang immer unveröffentlicht?
    Aufgrund dieser mehrfachen Erfahrung hatte ich sie in ZEIT-Foren erst gar nicht gestellt.

    Tabu! - Habe ich Recht?

    wenn man aufgrund seiner Meinung Nachteile fürchten muss, obwohl die Beurteilung der Meinung subjektiv ist.
    Wenn also Sarrazin etwas über Kopftuchmädchen sagt und dafür fürchten muss ein Amt zu verlieren, ist das eine Form von Zensur. Zumindest aber ein großes Toleranzdefizit!
    Denn anders als z.B. die Leugnung des Holocaust, ist es Interpretationssache, ob man das als unzulässige Diskriminierung ansieht oder nur als Pauschalisierung eines häufigen Phänomens. Vor allem da niemand mit Beweiskraft dagegen antritt, sondern wiederum nur mit Überzeugung, also Glaube.
    Die linke Lesart stellt den früheren rechten Tabus, die sie gestürmt hat lediglich der eigenen Weltanschauung Entsprungene gegenüber. Ebenso, wie ehedem die alten bürgerlichen Tabus der 50-ziger haben die nuen bürgerlichen Tabus einen wahren Kern, die aber in ihrer Verfestigung sich kaum von den Tabus der 50ziger unterscheiden.
    Dabei ist das neue Prinzip gefährlicher, weil es alles negiert was mit Risiken behaftet ist, womit man letztlich immer Recht behält, die Moral immer auf seiner Seite hat, ohne irgendwas tun oder verantworten zu müssen.
    Nichts tun kann ebenso unmoralisch sein, ist aber mangels Täter nie zuordnungsfähig.
    Der allgemein beklagte Mangel an Verantwortung ist eine direkte Folge dieser Prinzipumkehr ohne jeglichen echten moralischen Fortschritt. Getreu nach dem Motto: "Wer nichts tut, kann auch nichts falsch machen"

    H.

    "Man "darf" in Deutschland alles sagen - man muss eben nur bereit sein, auch den Gegenwind zu verkraften, der einem gegebenenfalls entgegenschlaegt - oder im Zweifelsfall eben auch die rechtlichen Konsequenzen auf sich nehmen, die auf manches Gesagte folgen koennen."

    Mit letzterem beschreiben Sie genau den Funktionsmechanismus von Zensur. Wenn durch staatliche Repressionen eine Einschränkung von Meinungs- und Gedankenfreiheit stattfindet, heißt das Zensur. Das können Sie natürlich nicht wissen.

    " "Zensur" und "Sprechverbot" finden dort statt, wo man wegen seiner Ueberzeugungen um Leib und Leben fuerchten muss oder selbst Familienmitglieder unter den eigenen Aussagen leiden muessen."

    Na wie gut, daß es so etwas hier nicht gibt. Meinen Sie nicht, daß die mediale Hinrichtung von Personen und deren anschließende berufliche oder politische Existenzvernichtung nicht ebenso wirksam sind wie eine Hinrichtung, um die betroffenen Personen zum Schweigen zu bringen? Daß es auch um Angriffe auf Leib und Leben geht, zeigen Ereignisse um die geplante Ernennung von Peter Krause zum Kultusminister des Landes Thüringern, die in Folge einer medialen Hetz- und Verleumdungskampagne gegen Krause auf Grund einer zeitweiligen Mitarbeit bei der "Jungen Freiheit" nicht stattfand. Die Attacken gegen ihn gingen bis zur physischen Bedrohung seiner Person und seiner Familie.

    • ilot
    • 18.04.2010 um 23:12 Uhr

    Denk- und Sprechverbote gibt es wieder. Dazu muss man gar nicht in die Ferne schweifen, man kann auch bei der ZEIT bleiben, siehe hier.

    Ein Tabubruch war es hier auf DIESEN Artikel von Dieter Deiseroth in der Frankfurter Rundschau (Titel: "Jenseits des Rechts") zu verweisen. Deiseroth, 59, ist Richter am Bundesverwaltungsgericht. Er ist Experte für Verfassungs-, Verwaltungs- und Völkerrecht.

    Bei Gelegenheit kann man dann auch gleich noch diese Ausführungen des Schweizer Friedensforschers Dr. Daniele Ganser (Universität Basel) zensieren.

    Tabus eben.

    Von Kirchen und Politik wird mantramäßig eingefordert, dass die deutsche "Mehrheitsgesellschaft" zu differenzieren hätte zwischen Islam und Islamismus.

    Doch wie sollen theologische und religionsferne Laien diese Differenzierung ohne entsprechende Unterscheidungskriterien vollziehen können, wenn sich nicht mal die aufgeklärten Muslime und Korangelehrten imstande sehen, die offensichtlich zu Gewalttaten an Frauen und Andersgläubigen propagierte Textsstellen des Koran, aufgrund von modernen historisch-kritischen Auslegungen, den toleranzwilligen Bürgern nahe zu bringen, um den Widerspruch zwischen dem Anspruch des Islam als friedlicher Religion und dem Fundamentalaussagen dieser 3.Schriftreligion aufzudröseln?
    Aber es steht nun mal im Koran, dass der Mann die „widerspenstige“ Frau zu schlagen hat (Sure 4,34) und Andersgläubige zu töten sind (Sure 9,5).
    Warum darf darüber kein öffentlicher Diskurs stattfinden?

    Nun könnte man zu Recht einwenden, dass ähnlich schreckliche Frauen- und Andersgläubige diffamierende Dinge auch in der Bibel zu finden sind.

    Doch da bestehen sowohl von jüdischer als auch von christlich-theologischer Seite keinerlei Tabus, brisante Texte, "heiße Eisen", aus heutiger Sicht öffentlich zu diskutieren, um sie historisch u. gesellschaftlich neu zu verorten.

    Warum blieb meine Anfrage zur "Islamkritik" bislang immer unveröffentlicht?
    Aufgrund dieser mehrfachen Erfahrung hatte ich sie in ZEIT-Foren erst gar nicht gestellt.

    Tabu! - Habe ich Recht?

    wenn man aufgrund seiner Meinung Nachteile fürchten muss, obwohl die Beurteilung der Meinung subjektiv ist.
    Wenn also Sarrazin etwas über Kopftuchmädchen sagt und dafür fürchten muss ein Amt zu verlieren, ist das eine Form von Zensur. Zumindest aber ein großes Toleranzdefizit!
    Denn anders als z.B. die Leugnung des Holocaust, ist es Interpretationssache, ob man das als unzulässige Diskriminierung ansieht oder nur als Pauschalisierung eines häufigen Phänomens. Vor allem da niemand mit Beweiskraft dagegen antritt, sondern wiederum nur mit Überzeugung, also Glaube.
    Die linke Lesart stellt den früheren rechten Tabus, die sie gestürmt hat lediglich der eigenen Weltanschauung Entsprungene gegenüber. Ebenso, wie ehedem die alten bürgerlichen Tabus der 50-ziger haben die nuen bürgerlichen Tabus einen wahren Kern, die aber in ihrer Verfestigung sich kaum von den Tabus der 50ziger unterscheiden.
    Dabei ist das neue Prinzip gefährlicher, weil es alles negiert was mit Risiken behaftet ist, womit man letztlich immer Recht behält, die Moral immer auf seiner Seite hat, ohne irgendwas tun oder verantworten zu müssen.
    Nichts tun kann ebenso unmoralisch sein, ist aber mangels Täter nie zuordnungsfähig.
    Der allgemein beklagte Mangel an Verantwortung ist eine direkte Folge dieser Prinzipumkehr ohne jeglichen echten moralischen Fortschritt. Getreu nach dem Motto: "Wer nichts tut, kann auch nichts falsch machen"

    H.

  2. Wieso ist es immer gleich ein "Tabubruch" gewesen, wenn einer dumme, faschistoide, verhetzende, perverse oder was auch immer für Dinge sagt und anschließend Leute antworten, indem sie das, was er gesagt hat, mal mehr, mal weniger angemessen einordnen?

    Und soll das dann eine besondere Legitimation sein, nach dem Motto "Soviel Dummheit, Verantwortungslosigkeit und mangelnde Verfassungstreue wird man doch wohl noch mal präsentieren dürfen"? Mit welcher Folge? Einem Kritikverbot für jene, denen die Äußerung sauer aufgestoßen ist und die sie nicht einfach schweigend im Raum stehen ließen?

    Ich stehe diesem Artikel mal wieder völlig ratlos gegenüber. Wo ist die Pointe?

  3. z.B. der Gloria von Thurn und Taxis, Kommentare wie „Afrika hat Probleme nicht wegen fehlender Verhütung. Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gerne.“ abzulassen. Es ist nicht illegal, so etwas zu sagen, aber sie entlarvt sich damit selber als Mitglied des intellektuellen Prekariats.
    Und damit ist sie nicht die einzige Niete in Nadelstreifen (oder in dem Falle Designerkostüm) in der Republik, deren geistige Reife deulich uner dem Niveau ist, auf dem Sie "spielt".

  4. ...1500 Zeichen sind echt viel zu wenig um einen einigermaßen differenzierten Kommentar zu diesem Thema zu schreiben. Was soll diese ****-Limitierung eigentlich? Macht halt mal einen Spendenaufruf für einen neuen Server, wenn der alte nur mit einer Schmalspurdatenbank zurecht kommt.

    So macht das hier wirklich keinen Spaß!

  5. Da werden irgendwelche BILD-berühmten Hetzer und Dummschwätzer als mutige Tabubrecher dargestellt. Hoffentlich haben die erwähnten Figuren wenigstens ordentlich für die ehrfürchtige Nennung ihres Namens löhnen müssen.

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    Der Hetzer sind Sie !

    Der Hetzer sind Sie !

  6. Wäre Thilo Sarrazin immer noch ein Tabubrecher, wenn er in der CDU/CSU/FDP wäre statt in der SPD? Oder wäre er dann nur ein konservativ-wirtschaftsliberaler Hardliner? Und damit ziemlich uninteressant für die Medien?

    Welche Frau unter 40 Jahren fühlt sich von Alice Schwarzers Ansichten noch in weitreichender Form vertreten?

    Hätte Michel Friedman nach seinem Koks- und ukrainische Zwangsprostituierten-Skandal innerhalb eines eines Jahres eine neue Fernsehsendung bekommen, wenn er Muslim gewesen wäre?

    Wer würde Guido Westerwelle wahrnehmen, wenn er nicht gegen irgendwen hetzen würde? Fundierte politische Aussagen? Strategische Planung? Absolute Fehlanzeige! Ein eiskalter Opportunist, der das Glück hatte, dass sich die politische Stimmung in diesem Land kurz vor der Wahl zu seinen Gunsten gedreht hat. Jetzt, wo er an der Regierung ist, sieht man was er kann. Nämlich nichts, außer provozieren. Was in der Opposostion vielleicht noch als angriffslustig gelten mag, wirkt als Außenminister nur peinlich keifend. Zum Glück merken das jetzt auch seine Wähler. Noch nie ist ein Außenminister in der Zustimmung so schnell abgestürzt wie Westerwelle.

    Btw: Ein Mensch mit dermaßen lausigen Englischkenntnissen würde im Außenministerium wahrscheinlich nicht mal Hilfshausmeister. Aber Minister.

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    Wawerka schrieb:

    "Hätte Michel Friedman nach seinem Koks- und ukrainische Zwangsprostituierten-Skandal innerhalb eines eines Jahres eine neue Fernsehsendung bekommen, wenn er Muslim gewesen wäre?"

    Wenn ich "Paolo Pinkel", TSCHULDIGUNG, Herrn Dr. Dr. M. Friedman heute im Fernsehen seine moralinsauren Reden halten höre, dann frage ich mich, wie lange es wohl dauert bis Bischoff Mixa als Ratgeber für Kindererziehung wieder im Fernsehen zu sehen ist....

    War das jetzt ein Tabubruch?

    Bravo ! Dem ist nichts hinzuzufügen.

    • Kor57
    • 22.04.2010 um 10:16 Uhr

    Es sind die Frauen ÜBER 40, denen Alice Schwarzer auf die Nerven geht! Denn sie WAR mal eine Tabu-Brecherin. Heute ist sie ... zu oft zu hören, zu jedem Thema, mit jedem Quatsch.

    Was sie geleistet hat, zusammen mit Inge Meysel (!) und vielen anderen, war u.a. die klare Stellungnahme und der entschiedene, vielleicht entscheidende, Einsatz rund um den
    § 218.

    Diese Alice Schwarzer vermisse ich. Die heutige... nicht. (Da fehlt die "Courage", das damals eingegangene Konkurrenzblatt zur "Emma".)

    Wawerka schrieb:

    "Hätte Michel Friedman nach seinem Koks- und ukrainische Zwangsprostituierten-Skandal innerhalb eines eines Jahres eine neue Fernsehsendung bekommen, wenn er Muslim gewesen wäre?"

    Wenn ich "Paolo Pinkel", TSCHULDIGUNG, Herrn Dr. Dr. M. Friedman heute im Fernsehen seine moralinsauren Reden halten höre, dann frage ich mich, wie lange es wohl dauert bis Bischoff Mixa als Ratgeber für Kindererziehung wieder im Fernsehen zu sehen ist....

    War das jetzt ein Tabubruch?

    Bravo ! Dem ist nichts hinzuzufügen.

    • Kor57
    • 22.04.2010 um 10:16 Uhr

    Es sind die Frauen ÜBER 40, denen Alice Schwarzer auf die Nerven geht! Denn sie WAR mal eine Tabu-Brecherin. Heute ist sie ... zu oft zu hören, zu jedem Thema, mit jedem Quatsch.

    Was sie geleistet hat, zusammen mit Inge Meysel (!) und vielen anderen, war u.a. die klare Stellungnahme und der entschiedene, vielleicht entscheidende, Einsatz rund um den
    § 218.

    Diese Alice Schwarzer vermisse ich. Die heutige... nicht. (Da fehlt die "Courage", das damals eingegangene Konkurrenzblatt zur "Emma".)

  7. Der Hetzer sind Sie !

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    Was bitte hat die Antifa damit zu tun?

    Was bitte hat die Antifa damit zu tun?

  8. Es ist doch eigentlich ganz einfach: Wer anderen das Wort verbieten möchte, ist im Unrecht.

    Wenn unser Land das wieder verinnerlichen würde, wäre die Macht der politisch korrekten Zensoren, auch bei zeit.de, gebrochen.

    Das heißt noch lange nicht, dass man auch jedem zuhören muss. Ein Depp hat das Recht auf freie Rede, nicht auf Zuhörer.

    In Foren erkennt man die größten Deppen z.B. daran, dass sie um Aufmerksamkeit hechelnd direkt anderen Kommentatoren vorwerfen, ihre meist belanglosen geistigen Ergüsse nicht zu beachten.

    Wir sollten uns mal wieder etwas mehr an der freien Rede, z.B. dem amerikanischen Freedom of Speech, orientieren.

    Jeder darf sagen, was er will. Das bringt auch die Freiheit, das Gesagte oder den Autor als Idioten zu titulieren, in zu beschimpfen und zu diffamieren. Nur das Wort verbieten, das ist verboten.

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    • keox
    • 18.04.2010 um 20:08 Uhr

    stimme ich Ihnen zu. So hier.

    "Es ist doch eigentlich ganz einfach: Wer anderen das Wort verbieten möchte, ist im Unrecht.

    Wenn unser Land das wieder verinnerlichen würde, wäre die Macht der politisch korrekten Zensoren, auch bei zeit.de, gebrochen.

    Das heißt noch lange nicht, dass man auch jedem zuhören muss. Ein Depp hat das Recht auf freie Rede, nicht auf Zuhörer.

    In Foren erkennt man die größten Deppen z.B. daran, dass sie um Aufmerksamkeit hechelnd direkt anderen Kommentatoren vorwerfen, ihre meist belanglosen geistigen Ergüsse nicht zu beachten.

    Wir sollten uns mal wieder etwas mehr an der freien Rede, z.B. dem amerikanischen Freedom of Speech, orientieren.

    Jeder darf sagen, was er will. Das bringt auch die Freiheit, das Gesagte oder den Autor als Idioten zu titulieren, in zu beschimpfen und zu diffamieren. Nur das Wort verbieten, das ist verboten."

    Die Definition in wenigen Worten:

    »Das Tabu fängt vor der Antwort an – es klammert schon die Frage aus«, argumentiert Sarrazin.»

    Aber genau das ist es, was die spin-doctors in den Mainstrammedien beabsichtigen. Die Diskussion soll gar nicht erst stattfinden, sondern bereits im Keim abgewürgt werden. Wer so handelt, muß eine panische Angst vor der Wahrheit haben. Es ist bezeichnend, daß genau diejenigen am blauäugisten danach fragen, wer denn für die Tabus verantwortlich zeichnet, die diese Tabus am rigidesten praktizieren.

    • keox
    • 18.04.2010 um 20:08 Uhr

    stimme ich Ihnen zu. So hier.

    "Es ist doch eigentlich ganz einfach: Wer anderen das Wort verbieten möchte, ist im Unrecht.

    Wenn unser Land das wieder verinnerlichen würde, wäre die Macht der politisch korrekten Zensoren, auch bei zeit.de, gebrochen.

    Das heißt noch lange nicht, dass man auch jedem zuhören muss. Ein Depp hat das Recht auf freie Rede, nicht auf Zuhörer.

    In Foren erkennt man die größten Deppen z.B. daran, dass sie um Aufmerksamkeit hechelnd direkt anderen Kommentatoren vorwerfen, ihre meist belanglosen geistigen Ergüsse nicht zu beachten.

    Wir sollten uns mal wieder etwas mehr an der freien Rede, z.B. dem amerikanischen Freedom of Speech, orientieren.

    Jeder darf sagen, was er will. Das bringt auch die Freiheit, das Gesagte oder den Autor als Idioten zu titulieren, in zu beschimpfen und zu diffamieren. Nur das Wort verbieten, das ist verboten."

    Die Definition in wenigen Worten:

    »Das Tabu fängt vor der Antwort an – es klammert schon die Frage aus«, argumentiert Sarrazin.»

    Aber genau das ist es, was die spin-doctors in den Mainstrammedien beabsichtigen. Die Diskussion soll gar nicht erst stattfinden, sondern bereits im Keim abgewürgt werden. Wer so handelt, muß eine panische Angst vor der Wahrheit haben. Es ist bezeichnend, daß genau diejenigen am blauäugisten danach fragen, wer denn für die Tabus verantwortlich zeichnet, die diese Tabus am rigidesten praktizieren.

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