Boys Day Ein Tag für KerleSeite 3/3

Schröder: Da setzte ich auf Freiwilligkeit und Wettbewerb. Firmen, die sich wie die Telekom zu einem höheren Frauenanteil verpflichten, haben meine Sympathie. Für mich zeichnet eine fortschrittliche Unternehmenspolitik aus, die Stärken beider Geschlechter zu nutzen. 

ZEIT: Was können Frauen besser?

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Schröder: Sie sind meist lösungsorientierter und pragmatischer. Auch das Prinzip »Es wurde schon alles gesagt, nur nicht von mir« scheint mir eher eine männliche Erfindung. 

ZEIT: Ist Angela Merkel ein Beispiel für weibliches Führungsverhalten?

Schröder: Ja, gerade wenn man sie mit dem eher machohaften Gerhard Schröder vergleicht. Die Kanzlerin ist keine Selbstdarstellerin.

ZEIT: Wo sehen Sie Frauen noch benachteiligt?

Schröder: In Teilen der Wirtschaft, wobei Frauen teilweise selbst daran schuld sind, dass sie zwar die besseren Noten bekommen, aber nicht die besseren Jobs. Bei Gehaltsverhandlungen tendieren sie zum Beispiel dazu, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Und sie sind zu zurückhaltend, wenn Führungspositionen besetzt werden. Sie warten lieber darauf, dass sie gefragt werden. Doch bis das geschieht, haben schon fünf Männer die Hand gehoben. Frauen sollten da selbstbewusster sein.

ZEIT: Vielleicht wollen Frauen nicht rund um die Uhr präsent sein, was hierzulande von vielen Führungskräften immer noch verlangt wird.

Schröder: Diese anachronistische Unternehmenskultur gibt es noch. Wer Verantwortung für seine Familie spürt, kann sich das nicht leisten – egal ob Mann oder Frau. Dennoch sehe ich etwas aufbrechen. Selbst in Anwaltskanzleien oder Unternehmensberatungen, wo die Präsenzkultur bislang großgeschrieben wurde, achtet man stärker auf Familienfreundlichkeit. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass mehr Männer, wenn ein Meeting auf 19 Uhr angesetzt wird, sagen: Das geht nicht, da habe ich einen Termin – und zwar mit meinen Kindern.

 
Leser-Kommentare
  1. ja, aber nicht erst seit 10 Jahren. Beim Grundschullehrpersonal ist die Quote (bitte ggf. um Korrektur) von ca. 55% 1960 auf ca. 70% heute gestiegen.
    In meiner (1970) Schulzeit wurde ich in der Grundschule lediglich von Frauen unterrichtet und im Gymnasium war die Disziplin deutlich höher (nicht "jungsorientiert", d.h., 45Min still sitzen war angebracht).
    Ich vermute, dass die Mädchen bereits früher als Gruppe bessere Leistungen erbracht haben, angesichts der geringeren Anzahl von Mädchen an Gymnasien ist das aber nicht aufgefallen.

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    in den 1960er Jahren wurden Buben aber auch nicht systematisch in der Schule benachteiligt, gerade im Bereich der Lehrerinnen ist diese latente Misandrie weit verbreitet

    bei Mädchen solle es schlecht sein, wenn sie in typische Frauenberufe gehen, es soll ein Grund für Armut sein

    bei Buben ist es neuerdings super, wenn sie in typische Frauenberufe gehen

    Politiker in dem Fall Politikerinnen sind schon ein komisches Völkchen ohne jeden Haus- und Sachverstand

    in den 1960er Jahren wurden Buben aber auch nicht systematisch in der Schule benachteiligt, gerade im Bereich der Lehrerinnen ist diese latente Misandrie weit verbreitet

    bei Mädchen solle es schlecht sein, wenn sie in typische Frauenberufe gehen, es soll ein Grund für Armut sein

    bei Buben ist es neuerdings super, wenn sie in typische Frauenberufe gehen

    Politiker in dem Fall Politikerinnen sind schon ein komisches Völkchen ohne jeden Haus- und Sachverstand

  2. zu dem man der Ministerin nur viel Erfolg wünschen kann.

  3. dort darf sie Glauben verbreiten

    "Ich glaube nicht, dass Erzieherinnen oder Lehrerinnen Jungen bewusst benachteiligen, etwa ihnen schlechtere Noten erteilen. "

    aber genau das passiert und ist durch unzählige Studien belegt, in der Politik sollte man wissen, nicht Glauben, das kann man am Sonntag, oder auch unter der Woche in der Kirche

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    • Timo K
    • 22.04.2010 um 8:45 Uhr

    dass es Lehrerinnen eben doch unbewusst passiert Jungen zu benachteiligen.

    • Timo K
    • 22.04.2010 um 8:45 Uhr

    dass es Lehrerinnen eben doch unbewusst passiert Jungen zu benachteiligen.

  4. in den 1960er Jahren wurden Buben aber auch nicht systematisch in der Schule benachteiligt, gerade im Bereich der Lehrerinnen ist diese latente Misandrie weit verbreitet

    • Timo K
    • 22.04.2010 um 8:45 Uhr

    dass es Lehrerinnen eben doch unbewusst passiert Jungen zu benachteiligen.

  5. bei Mädchen solle es schlecht sein, wenn sie in typische Frauenberufe gehen, es soll ein Grund für Armut sein

    bei Buben ist es neuerdings super, wenn sie in typische Frauenberufe gehen

    Politiker in dem Fall Politikerinnen sind schon ein komisches Völkchen ohne jeden Haus- und Sachverstand

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    • Timo K
    • 22.04.2010 um 8:47 Uhr

    dass auch typische Männerberufe wie der erwähnte KFZ-Mechatronkier schlecht bezahlt sind?

    Frauen in typischen Frauenberufen gehen in die Armut, weil schlecht bezahlt. Gehen jetzt Männer in bisher typische Frauenberufe, wird besser bezahlt resp. Karriere angeboten, hoffentlich nicht nur für diese Männer. Haben Sie davor Angst?

    • Timo K
    • 22.04.2010 um 8:47 Uhr

    dass auch typische Männerberufe wie der erwähnte KFZ-Mechatronkier schlecht bezahlt sind?

    Frauen in typischen Frauenberufen gehen in die Armut, weil schlecht bezahlt. Gehen jetzt Männer in bisher typische Frauenberufe, wird besser bezahlt resp. Karriere angeboten, hoffentlich nicht nur für diese Männer. Haben Sie davor Angst?

  6. Schröder: "Sie (Frauen) sind meist lösungsorientierter und pragmatischer. Auch das Prinzip 'Es wurde schon alles gesagt, nur nicht von mir' scheint mir eher eine männliche Erfindung."

    Da Lösungsorientiertheit, Pragmatik und Schwafellosigkeit erwünschte Eigenschaften sind, folgt doch aus ihrer Rede: Stellt im Zweifel Frauen ein! Schickt die Männer nach Afghanistan oder auf den Bau! Da können sie sich austoben.

    Bin gespannt, wie sie "Jungenförderung" machen will, wenn sie im Grunde selbst überzeugt ist, daß Frauen die besseren Menschen sind.

    Gegenthese: Die Zwanghaftigkeit, jeden Menschen zu optimieren und optimal zu nutzen (sei es aus weltverbesserischen oder aus kapitalistischen Gründen) ist das Übel unserer Zeit.

    • Timo K
    • 22.04.2010 um 8:47 Uhr

    dass auch typische Männerberufe wie der erwähnte KFZ-Mechatronkier schlecht bezahlt sind?

    Antwort auf "schon irrer Vorschlag"

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