Es heißt ja, dass sich Paare in der Krise an ihre glücklichen Zeiten erinnern sollten – wenn sie wenigstens das noch gerne täten, sei vielleicht nicht alles verloren. Deutschland und die Schweiz, gerade in einer akuten Beziehungskrise (es geht um das liebe Thema Geld), sollten sich also an die Romantik erinnern, auch wenn diese Epoche schon mehr als hundertfünfzig Jahre vorüber ist: Damals verehrte Deutschland die Schweiz so sehr, dass es hügelige Landschaften im eigenen Land nach ihr benannte. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier).

In Ostwestfalen kam es zu einer Schweizhäufung, und auch sonst wurde vor allem nördlich des Mains (man vermisst ja umso mehr, je größer die Distanz zum Vermissten ist) so munter nach der Schweiz getauft, dass schon Theodor Fontane auffiel: "Die Schweizen werden jetzt immer kleiner."

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Dabei ist doch nur die Liebe groß, wenn man selbst im kleinsten Hügel noch die Verehrte erkennt. Dass die Schweiz die Geschenke erwidert hätte, indem sie flache Landschaften nach Deutschland benannte, darüber ist nichts bekannt. Man hätte damals schon stutzig werden können.

Recherche: Sascha Chaimowicz