Deal mit der GebärmutterDer Deal mit der Gebärmutter

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Die Leihmutterschaft ist in Deutschland durch das Embryonen-Schutzgesetz verboten. Weder darf eine befruchtete Eizelle einer anderen Frau übertragen werden, noch darf eine Schwangerschaft mit dem Ziel entstehen, das Kind an Dritte zu geben. Auch in den meisten Staaten Europas ist das Austragen eines Kindes durch eine zweite Frau untersagt. Eine Ausnahme ist England, wo die Leihmutter aber kein Geld erhalten darf. Nur in Israel, den USA oder Indien können Frauen ihre Gebärmutter »vermieten«.

Mit der Leihmutterschaft können bizarre Familienkonstellationen entstehen. Im einfachen Fall wird nur der Uterus der Leihmutter gebraucht. Sperma und Eizelle stammen von den Eheleuten. Häufig hapert es aber nicht an der Fähigkeit, eine Schwangerschaft auszutragen, sondern an der Zeugungsfähigkeit. Neben der fremden Gebärmutter wird dann eine fremde Eizelle gebraucht. Um eine enge Bindung zu vermeiden, wird dafür in der Regel eine dritte Frau beteiligt: eine Eizellspenderin. Kommt eine Zeugungsschwäche des Mannes hinzu, benötigt man einen Samenspender. Im Extremfall hat das Kind fünf Eltern – sozialer Vater, Samenspender sowie soziale Mutter, Leihmutter und Eizellspenderin.

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Nach den wenigen Untersuchungen zum Thema sind Leihmutterschaften jedoch selten von Problemen begleitet. Die Mietmutter und das unfruchtbare Paar verstehen sich meist gut, auch nach der Geburt des Kindes halten sie Kontakt. Das ergaben Studien des Center for Family Research der Cambridge-Universität. Die Leihmütter haben danach kaum Schwierigkeiten damit, das Neugeborene abzugeben. Viele spürten Stolz, kinderlosen Paaren geholfen zu haben, sagt Forscherin Susan Golombok. Die Wunscheltern gingen mit ihrem Nachwuchs besonders liebevoll um. Alle Eltern wollten ihre Kinder beizeiten über ihre Herkunft aufklären.

Ob die Leihmutterschaft Folgen für die Kinder hat, ist strittig. Hirnforscher weisen darauf hin, dass Föten in der Schwangerschaft einen intensiven Kontakt zur Mutter aufbauen. »Was für das Kind in der Gebärmutter erfahrbar ist, wird in seinem Gehirn verankert«, sagt der Neurobiologe Gerald Hüther. Die Cambridge-Studien zeigen indes keine traumatischen Folgen der Trennung nach der Geburt. Seit neun Jahren verfolgen sie eine Gruppe von Leihmutterkindern. Bisher wurden weder soziale noch psychologische oder kognitive Auffälligkeiten beobachtet.

Später freilich könnte sie die Kenntnis ihrer Zeugungsumstände belasten. Denn manche von Samenspendern gezeugte Kinder suchen als Erwachsene nach ihrem genetischen Vater – meist ohne Erfolg. Auch Leihmutterkinder werden ihre genetische Mutter, die Eizellspenderin, in der Regel nie kennenlernen.

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Leserkommentare
  1. Ich bin so froh, dass es Leihmutterschaft gibt, es hat mein Leben verändert. Wir haben unsere Tochter und sind jetzt die glückligste Paar der Welt. Es ist natürlich nicht leicht das Leihmutterschaftprogramm durchzumachen, aber wir haben es geschaft und sind sehr dankbar der ukrainischen Klinik BioTexCom und unserer Leihmutter.

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  • Schlagworte Eltern | Erwachsene | Geburt | Gehirn | Nachwuchs | Schwangerschaft
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