Alfred Biolek über Partys Für Obama gäbe es Spaghetti

Wie gibt man die perfekte Party? Niemand weiß es besser als der ehemalige Fernsehmoderator Alfred Biolek, dessen Einladungen seit Jahrzehnten legendär sind

Moderator, Koch und Gastgeber: Alfred Biolek

Moderator, Koch und Gastgeber: Alfred Biolek

ZEITmagazin: Herr Biolek, wenn man an Ihrer Wohnung in Prenzlauer Berg vorbeigeht, sieht man vor der Tür manchmal polierte schwarze Wagen parken und fragt sich: Hier in Bios Wohnzimmer also trifft sich die "Berliner Gesellschaft"?

Alfred Biolek: Nee, damit habe ich nichts zu tun. Das ist nicht meine Welt, meine Gäste gehören, glaube ich, nicht dazu. Ich habe auch keinen regelmäßigen Salon. Es kann sein, dass ich drei Einladungen in zwei Wochen gebe, und dann mal drei Monate lang gar keine.

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ZEITmagazin: Wer darf denn zu Ihnen kommen?

Biolek: Das ist ganz unterschiedlich. Früher waren es meistens Gäste im Zusammenhang mit meinem Beruf, also nach den Sendungen, ob das jetzt die Ella Fitzgerald war oder der israelische Botschafter Avi Primor oder Rudi Carell. Irgendwann rief mich auch ein Konzertmanager an und sagte: Shirley MacLaine kommt nach Köln und hat zwei Tage frei. Einen Abend ist sie beim Bundeskanzler Helmut Schmidt, den anderen hat sie noch nichts – kannst du helfen? Also hab ich noch ein paar Leute eingeladen und für sie gekocht. Nächsten Montag koche ich für Freunde aus Griechenland, die in der Stadt sind, morgen habe ich meine Klassenkameraden aus dem Gymnasium in Waiblingen zu Gast. Beim letzten Mal waren wir noch 19, jetzt werden wir zu elft sein.

ZEITmagazin: Was servieren Sie?

Biolek: Spaghetti mit rohem Thunfisch. Der wird vorher mit Kapern eingelegt und dann durch die heiße Pasta von außen gegart.

ZEITmagazin: Kann man sich als Gastgeber beim Kochen eigentlich auch zu viel Mühe machen, also zu kompliziert, zu gewollt kochen, und die anderen damit einschüchtern?

Biolek: Das mache ich ja sowieso nicht, etepetete kochen. Heute zu Mittag war ein Freund aus Bern da, da habe ich eine ganz einfache Pasta gemacht. Wichtig ist bei meinen Einladungen nur, dass ich selbst koche, das erwarten die Gäste einfach von mir. Egal, ob spontan ein paar Leute kommen, ob ich zu einem Hauskonzert einlade oder sechzig Leute zu Silvester: Ein Caterer wäre mir zu unpersönlich. Jeder, der hier an meinem Holztisch sitzt, weiß, dass ich das Essen für ihn gemacht habe.

ZEITmagazin: Die ersten Gäste klingeln schon, Sie stehen noch in der Küche – ist das eigentlich erlaubt oder ein Fauxpas?

Biolek: Vieles kann man ja erst zubereiten, wenn alle da sind. Wenn meine Klassenkameraden morgen kommen, werde ich auch noch in der Küche stehen, denn der Thunfisch muss ja zur heißen Pasta.

Leser-Kommentare
  1. mit hr. biolek ist sicher immer ein vergnügen.
    in diesem fall waren ein teil der fragen einfach schlecht. wer hr. b. kennt, das nennt man recherche, würde sich solche fragen nicht ausdenken.
    siehe antworten: ja - nein-....
    danke hr. biolek.

    • creezy
    • 22.04.2010 um 13:40 Uhr

    „ZEITmagazin: Sollte man Leute einladen, die gar nicht zusammenpassen? Also die eben arbeitslos gewordene Freundin mit Erfolgsmenschen an einen Tisch setzen, die gerade die beste Zeit ihres Lebens haben?“

    Diese Frage ist so abgrundtief strunzdumm und signalisiert das Schubladendenken des Interviewers auf unterstem Niveau. Bin ehrlich entsetzt!

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    diese Frage ist sehr interessant und zeigt das Verständnis des Journalisten für die Problematik. Man könnte ja auch auf die Idee kommen, dass Biolek in seiner Promi-Spassgesellschaft gar nicht damit in Berührung kommt. Das wird dann auch durch seine Antwort bestätigt: wer keine Arbeit hat könne sich trotzdem mit den anderen gut unterhalten.
    Wahrscheinlich denkt er dabei an Schauspieler, die gerade in keinem Dreh involviert sind oder so. Die Frage die man sich stellt ist, wie geht Biolek mit Menschen um, die in einer schweren persönlichen Lage stecken? Lädt er sie gar nicht erst ein, weil sie ihm und den anderen die gute Laune verderben? Wer solch eine Frage stellt ist wahrscheinlich schon als "Miesmacher" für eine Biolek-Party disqualifiziert.

    diese Frage ist sehr interessant und zeigt das Verständnis des Journalisten für die Problematik. Man könnte ja auch auf die Idee kommen, dass Biolek in seiner Promi-Spassgesellschaft gar nicht damit in Berührung kommt. Das wird dann auch durch seine Antwort bestätigt: wer keine Arbeit hat könne sich trotzdem mit den anderen gut unterhalten.
    Wahrscheinlich denkt er dabei an Schauspieler, die gerade in keinem Dreh involviert sind oder so. Die Frage die man sich stellt ist, wie geht Biolek mit Menschen um, die in einer schweren persönlichen Lage stecken? Lädt er sie gar nicht erst ein, weil sie ihm und den anderen die gute Laune verderben? Wer solch eine Frage stellt ist wahrscheinlich schon als "Miesmacher" für eine Biolek-Party disqualifiziert.

  2. diese Frage ist sehr interessant und zeigt das Verständnis des Journalisten für die Problematik. Man könnte ja auch auf die Idee kommen, dass Biolek in seiner Promi-Spassgesellschaft gar nicht damit in Berührung kommt. Das wird dann auch durch seine Antwort bestätigt: wer keine Arbeit hat könne sich trotzdem mit den anderen gut unterhalten.
    Wahrscheinlich denkt er dabei an Schauspieler, die gerade in keinem Dreh involviert sind oder so. Die Frage die man sich stellt ist, wie geht Biolek mit Menschen um, die in einer schweren persönlichen Lage stecken? Lädt er sie gar nicht erst ein, weil sie ihm und den anderen die gute Laune verderben? Wer solch eine Frage stellt ist wahrscheinlich schon als "Miesmacher" für eine Biolek-Party disqualifiziert.

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    Ihr Kommentar ist seinerseits von Vorurteilen geprägt. Woher wollen Sie denn wissen, dass Herr Biolek nicht einfach den Arbeitslosen als Mensch mit anderen Erfahrungen sieht asl den Prominenten, als Mensch, der z. B. Prominenten gerade durch seinen täglichen Kampf mit Behörden eine Welt zeigen kann, die sie absolut nicht kennen?
    Ich würde Herrn Bioleks Antwort eher so auslegen, umso mehr da er in seinen Talkshows einer der wenigen war, der sich darum bemüht hat, sein Gegenüber zum freien Reden zu bringen anstatt sich selber in den Mittelpunkt zu stellen und sich als Rächer der Enterbten zu gebärden, wie das heute bei Plasberg und anderen Wichtigtuern an der Tagesordnung liegt.
    Er hat auch z. B. bei "Bio's Bahnhof" nicht nur Prominente, sondern eher Menschen eingeladen, die zwar manchmal etwas komisch waren aber alles andere als Prominent.

    Ihr Kommentar ist seinerseits von Vorurteilen geprägt. Woher wollen Sie denn wissen, dass Herr Biolek nicht einfach den Arbeitslosen als Mensch mit anderen Erfahrungen sieht asl den Prominenten, als Mensch, der z. B. Prominenten gerade durch seinen täglichen Kampf mit Behörden eine Welt zeigen kann, die sie absolut nicht kennen?
    Ich würde Herrn Bioleks Antwort eher so auslegen, umso mehr da er in seinen Talkshows einer der wenigen war, der sich darum bemüht hat, sein Gegenüber zum freien Reden zu bringen anstatt sich selber in den Mittelpunkt zu stellen und sich als Rächer der Enterbten zu gebärden, wie das heute bei Plasberg und anderen Wichtigtuern an der Tagesordnung liegt.
    Er hat auch z. B. bei "Bio's Bahnhof" nicht nur Prominente, sondern eher Menschen eingeladen, die zwar manchmal etwas komisch waren aber alles andere als Prominent.

  3. Ihr Kommentar ist seinerseits von Vorurteilen geprägt. Woher wollen Sie denn wissen, dass Herr Biolek nicht einfach den Arbeitslosen als Mensch mit anderen Erfahrungen sieht asl den Prominenten, als Mensch, der z. B. Prominenten gerade durch seinen täglichen Kampf mit Behörden eine Welt zeigen kann, die sie absolut nicht kennen?
    Ich würde Herrn Bioleks Antwort eher so auslegen, umso mehr da er in seinen Talkshows einer der wenigen war, der sich darum bemüht hat, sein Gegenüber zum freien Reden zu bringen anstatt sich selber in den Mittelpunkt zu stellen und sich als Rächer der Enterbten zu gebärden, wie das heute bei Plasberg und anderen Wichtigtuern an der Tagesordnung liegt.
    Er hat auch z. B. bei "Bio's Bahnhof" nicht nur Prominente, sondern eher Menschen eingeladen, die zwar manchmal etwas komisch waren aber alles andere als Prominent.

    Antwort auf "im Gegenteil"
  4. suchen Leute nach etwas Unangenehmen! Ich bin beeindruckt, wie elegant und geschmackvoll er das Interview bestritten hat, aber auch nicht wirklich überrascht :)

    Herr Biolek lädt natürlich die ein, die ihm belieben, es ist schließlich sein Haus, man kann jetzt zwar das eigene Heim der Leute zu einem Politikum machen, outet sich damit aber bloß als kleingeistiger Möchtegern-Extremist (und verbleibt ohne jede Einladung).

    • R_B
    • 27.04.2010 um 17:23 Uhr

    In diesem Interview outet sich Herr Biolek als konsequenter Anwender des Stinktierprinzips:

    http://www.zeit.de/2009/1...

    siehe insb. Punkt 7.
    Ein Grund mehr, warum ich diesen Mann so symphatisch finde.

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