Stilkolumne Das große Wettnähen

Um den schnell nachproduzierten Modetrends in den Billigläden nachzukommen, verkauft das Traditionslabel Burberry nun live von der Show.

So rasch beim Kunden, dass kein Konkurrent Zeit hat zu kopieren: Lammfelljacke mit Schalkragen von Burberry Prorsum, 2795 Euro

So rasch beim Kunden, dass kein Konkurrent Zeit hat zu kopieren: Lammfelljacke mit Schalkragen von Burberry Prorsum, 2795 Euro

Vor Jahren mahnte die Modekritikerin Suzy Menkes: "Fast Fashion ist zu schnell geworden" und forderte mehr Nachhaltigkeit in der Mode. Das hat die Beschleunigung allerdings nicht aufgehalten. Die Fast Fashion – so wird die Mode genannt, die von Herstellern wie Zara, H&M und Mango in Rekordzeiten produziert wird ist keineswegs langsamer geworden. Stattdessen werden nun auch die etablierten Modelabels immer schneller.

Früher vergingen Monate, bis nach den Defilées der Designer bei den Schauen in Mailand und Paris die Looks auf Fotos in den Modestrecken der Magazine auftauchten. Doch seitdem jeder modeinteressierte Mensch einen Internetanschluss hat und jeder zweite Modeliebhaber bloggt, hat sich das geändert. Das Netz ist nun voll von Bildern von den Schauen, und über die Mode des kommenden Herbstes wird schon geredet, als sei sie bereits auf der Straße zu sehen.

Und tatsächlich sind die Trends auch schon bald in den Läden zu haben. Aber leider meist nicht in den Boutiquen der Designer – sondern an den Stangen der Billiganbieter. Sie kopieren die Entwürfe zum Teil schneller, als die Schöpfer der Ideen selbst die Modelle herstellen können.

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Alle Kolumnen von Tillmann Prüfer im Überblick

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Nun zeigte die britische Marke Burberry, wie sich Designer ihre Exklusivität zurückerkämpfen können. Und zwar nicht durch weniger, sondern durch mehr Beschleunigung. Die Modenschau in London wurde nicht nur ins Internet übertragen (es gab in ausgewählten Städten sogar Public Viewings in 3-D) – man konnte ausgewählte Stücke sogar während der Schau und kurz danach online vorbestellen. Sechs Wochen später, also in diesen Tagen, wird die Ware ausgeliefert. Kunden, die nicht vorbestellt haben, müssen wie bisher warten, bis die Kleidung im Laden ist.

Das Experiment hat gezeigt, wie Mode künftig verkauft werden könnte. Nämlich direkt auf der Show, wo sie nicht mehr nur einem kleinen Kreis präsentiert wird, sondern einer Weltöffentlichkeit vor den Bildschirmen. Das Home-Order-Television hat die hohe Mode erreicht.

Die Burberry-Show hat auch einen Bestseller hervorgebracht: eine Lederjacke mit Lammfell. Wer eine davon bestellt hat, kann nun sicher sein, zu den ersten Besitzern zu gehören. Lange bevor die Kopierwerke der Fast Fashion anlaufen. Einziger Nachteil: Es ist auch genauso lange noch zu warm, um sie anzuziehen.

 
Leser-Kommentare
    • Buh
    • 26.04.2010 um 10:20 Uhr

    Man züchtet ein Tier weil man sich an ihm ergötzen will - Egoismus 1
    Man züchtet ein anderes Tier um es zu töten und aus ihm Nutzen zu schlagen - Egoismus 2
    Nun nimmt man das eine Fell des Tier2 um es Tier1 überzustülpen. -Egoismus 3

    Ich bin erbost und gekränkt, wie Salonfähig der menschliche Egoismus mitlerweile ist. Das haben wir wohl einer gnadenlosen Ausbeuterpolitik zu verdanken, die allest tut um Länder wie Mali oer andere afrikanische Länder zu unterdrücken um sich selbst zu bereichern. Das ganze ist so normal geworden, dass wir garnicht mehr merken was wir eigentlich mit den Tieren der Mode zuliebe machen. Wir züchten und töten und häuten wie es uns beliebt. Es ist reiner zufall ob ein Hund einem Menschen zum Opfer fällt oder sein Kuscheltier wird. Tiere werden immernoch wie Objekte behandelt, wie noch im Mittelalter obwohl wir längst wissen, dass sie Subjekte mit Emotionen und Intellekt sind.

    Wir Menschen sind die schrecklichste Art die diesem planeten passieren konnte. Und all dies manifestiert sich in dem Bild, auf dem für eine Modenschau ein Hund in das Fell eines Lammes gesteckt wird.

    Wussten Sie dass Tierversuche wegen Kosemtik und Putzmittel durchgeführt werden? Sicherlich, hier ist es verboten, aber im Ausland nicht und dann wird das fluchs importiert. Und es gibt auch tausende Ausnahmen. Zb darf Botox an Tieren gestetste werden, wo dann einer Gruppe von Mäusen das Gift verabreicht wird um zu sehen wie schnell sie ersticken. Alles für die Frau von Welt.

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    Insbesondere Leute, die sich die Errungenschaften einer modernen Gesellschaft zunutze machen, um diese in Grund und Boden zu verdammen, obwohl sie selbst doch am liebsten in Höhlen sitzen, sich von Gras und Wurzeln ernähren und jeden totschlagen würden, der anderer Meinung ist als sie.

    Insbesondere Leute, die sich die Errungenschaften einer modernen Gesellschaft zunutze machen, um diese in Grund und Boden zu verdammen, obwohl sie selbst doch am liebsten in Höhlen sitzen, sich von Gras und Wurzeln ernähren und jeden totschlagen würden, der anderer Meinung ist als sie.

  1. Insbesondere Leute, die sich die Errungenschaften einer modernen Gesellschaft zunutze machen, um diese in Grund und Boden zu verdammen, obwohl sie selbst doch am liebsten in Höhlen sitzen, sich von Gras und Wurzeln ernähren und jeden totschlagen würden, der anderer Meinung ist als sie.

    Antwort auf "mörderrische Mode"
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    • Oshima
    • 27.04.2010 um 10:34 Uhr

    Kleidung aus Pelzen, Fellen und Leder ist keine Errungenschaft einer modernen Gesellschaft, wie Sie sicherlich wissen, sie ist die primitivste Art der Bekleidung.

    Dass Mode selten den Fortschritt sucht, und Trends selten neu, sondern meist nur neu aufgewärmt sind, mag dem einen oder der anderen bereits aufgefallen sein. Auf diese Weise kann natürlich auch das Primitive dem Konsumenten als Neuheit verkauft werden und dieser sich fortschrittlich und trendig fühlen.
    Im Hinblick auf die Geschichte "Des Kaisers neue Kleider" bekommt der Spruch "Lieber nackt, als im Pelz" eine ganz andere und dennoch sinnhafte Bedeutung. Es reicht eben die Eitelkeit anzusprechen, damit die Illusion perfekt ist.

    • Oshima
    • 27.04.2010 um 10:34 Uhr

    Kleidung aus Pelzen, Fellen und Leder ist keine Errungenschaft einer modernen Gesellschaft, wie Sie sicherlich wissen, sie ist die primitivste Art der Bekleidung.

    Dass Mode selten den Fortschritt sucht, und Trends selten neu, sondern meist nur neu aufgewärmt sind, mag dem einen oder der anderen bereits aufgefallen sein. Auf diese Weise kann natürlich auch das Primitive dem Konsumenten als Neuheit verkauft werden und dieser sich fortschrittlich und trendig fühlen.
    Im Hinblick auf die Geschichte "Des Kaisers neue Kleider" bekommt der Spruch "Lieber nackt, als im Pelz" eine ganz andere und dennoch sinnhafte Bedeutung. Es reicht eben die Eitelkeit anzusprechen, damit die Illusion perfekt ist.

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