Fußball-WM Wie gefährlich ist Südafrika?

Je näher die Fußball-WM rückt, desto eindringlicher wird in den Medien vor einem Besuch gewarnt. Bartholomäus Grill hält die Panikmache für völlig überzogen.

Im Gastgeber-Land freut man sich auf die WM

Im Gastgeber-Land freut man sich auf die WM

"Dort sehen Sie das Mzimhlope Hostel." Lebohang Malepa deutet auf die verwahrlosten Wohnbaracken, in denen einst Wanderarbeiter hausten. "Das war einer der gefährlichsten Orte Südafrikas. Da wurde jede Nacht wild geschossen, und jede Nacht starben ein paar Leute." Die Baracken lagen mitten in einer der Kriegszonen von Soweto , in denen sich politische Gegner bekämpften. Eine absolute No-go-Area. Damals, in der Endphase der Apartheid, hätte sich kein Mensch vorstellen können, dass diese gewaltgeplagte Gegend irgendwann einmal eine Touristenattraktion werden würde. Heute radeln jeden Tag Besucher aus aller Welt am Mzimhlope Hostel vorbei und lassen sich die Geschichte der South Western Township erklären, der größten Schwarzensiedlung Südafrikas.

Auch wir, eine deutsche Journalistengruppe, sind auf Drahteseln unterwegs, um das Alltagsleben in Soweto aus unmittelbarer Nähe kennenzulernen. Wir wollen herausfinden, wer von der Fußballweltmeisterschaft 2010 profitiert und wie sicher Touristen und Fans während des vierwöchigen Turniers sind. Denn je näher das Großereignis rückt, desto eindringlicher wird gewarnt. Die deutschen Medien berichten über die ausufernde Kriminalität und zitieren genüsslich die regierungsamtlichen Zahlen: Zwischen April 2008 und März 2009 wurden in Südafrika 18148 Menschen umgebracht, fünfzig pro Tag – das ist die höchste Mordrate der Welt. Eine niederschmetternde Statistik, die das Image des WM-Gastlandes massiv beschädigt hat.

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Die Botschaft aller Vorberichte ist stets die gleiche: Man kann da nicht hinfahren, zu unsicher, zu gefährlich. Schlachtenbummler sollen lieber daheim bleiben und sich die Spiele im Fernsehen anschauen. Ein Feuilletonist der Süddeutschen Zeitung prophezeit zum Beispiel, dass viele WM-Touristen ihre Reise stornieren und die Südafrikaner am Ende das tun werden, "was sie offenbar noch immer am besten können: sich gegenseitig totschießen". So füttert man die zählebigen Stereotype über Afrika, über diesen angeblich so dunklen, unheimlichen, barbarischen Kontinent.

Aber wie gefährdet sind die WM-Touristen tatsächlich? "Es wird total übertrieben", sagt Malepa, unser Führer durch Soweto. "Ihr Europäer müsst überhaupt keine Angst haben", versichert er und schwingt sich wieder auf den Sattel. Wir kurven auf leicht ramponierten Mountainbikes zwischen Blechhütten herum, fahren vorbei an Bolzplätzen, Marktständen und Friseursalons unter freiem Himmel. An jeder Straßenecke rufen uns fröhliche Kinder nach: "Mlungu! Mlungu!" – Weiße! Wir halten vor einer shebeen, einer jener berüchtigten Spelunken, in denen schon Hochprozentiges ausgeschenkt wurde, als das noch verboten war. In einem schummrigen Raum sitzen ein Dutzend Leute, und natürlich müssen wir das selbst gebraute Hirsebier aus einem Fünfliterkübel probieren, der von Mund zu Mund wandert. Das milchige Gebräu schmeckt ziemlich säuerlich.

Als ein alter Mann sieht, dass wir Notizen machen, warnt er die Zechrunde mit einem Augenzwinkern. "Passt auf, das sind Pressemenschen. Die schreiben über alles, sogar über unsere Mücken." Er hat auch gehört, dass Journalisten gerne aus Mücken Elefanten machen und nicht nur Soweto, sondern das ganze Land in düsteren Farben malen. "Warum berichtet ihr eigentlich immer so schlecht über uns?", fragt der Alte. Es klingt nicht vorwurfsvoll, sondern verwundert. Wenn er die Horrorberichte lesen könnte, die in Deutschland über sein Land erscheinen, würde er es vermutlich nicht wiedererkennen.

Voriges Jahr im Wahlkampf, als ein Buschbrand an den Flanken des Kapstädter Tafelbergs nagte, schlug Spiegel Online einen eleganten Feuerbogen zur politischen Landschaft, "in der es seit Tagen brennt". In der reißerischen Titelei war zu lesen, dass die Armee bereitstehe und das Land außer Kontrolle gerate. Da platzte sogar Helen Zille der Kragen, der weißen Oppositionschefin, die normalerweise kein gutes Haar an der schwarzen Regierung lässt. "Wir reden die Probleme nicht klein", hieß es in einem offenen Brief ihrer Partei an den Spiegel, "aber jeder, der in Südafrika lebt, weiß, dass das Land nicht am Rande eines Bürgerkrieges steht." Auch die Ermordung des weißen Rechtsextremisten Eugène Terre’Blanche am Osterwochenende hat übrigens nicht zu "Rassenunruhen" geführt, wie manche Beobachter befürchtet hatten.

Die Bedenkenträger in Deutschland rüsten dennoch für eine Art Fronteinsatz am Kap. Eine private Sicherheitsfirma schlug sogar vor, unsere Nationalspieler mit kugelsicheren Westen zu schützen. Wenn dann auch noch der bekannte Afrika-Experte und Wurstfabrikant Uli Hoeneß seinen Senf dazugibt und vor den Sicherheitsrisiken warnt, werden die diffusen Ängste verstärkt. Es sei "eine der größten Fehlentscheidungen" von Fifa-Präsident Sepp Blatter gewesen, den Weltcup an Südafrika zu vergeben, befand der Präsident des FC Bayern München. In der Kaprepublik kam seine Fernanalyse dem Tatbestand der Völkerbeleidigung gleich. "Er hat die Seele der Südafrikaner verletzt, der Schaden ist groß", klagt ein deutscher Diplomat.

Mitarbeiter lassen Tauben im Stadion in Kapstadt steigen - testweise

Mitarbeiter lassen Tauben im Stadion in Kapstadt steigen - testweise

Uli Hoeneß sollte ein paar Nachhilfestunden bei seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Rainer Zobel nehmen, der als Fußballlehrer weit in der Welt herumgekommen ist und sich sogar traut, in Johannesburg zu arbeiten. Momentan trainiert er das Erstligateam der Moroka Swallows und fährt jeden Tag hinaus nach Soweto. "Man muss ein paar Regeln beachten, aber ich fühle mich in keinster Weise eingeschränkt", sagt Zobel. "Südafrika ist ein tolles Land, ich wüsste keines, das touristisch interessanter wäre."

Das Magazin International Living hat unlängst die Lebensqualität in 194 Ländern verglichen und kommt zum Ergebnis: "Südafrika gehört zu den Regionen der Welt, in denen es sich einfach großartig leben lässt." Wenn man wohlhabend ist und die richtige Hautfarbe hat, müsste man allerdings hinzufügen. Denn Millionen von schwarzen Südafrikanern leben in bitterer Armut und werden von Krankheit und Gewalt geplagt. Das lässt sich schnell herausfinden, wenn man sich die Mühe macht, die offizielle Kriminalitätsstatistik genauer unter die Lupe zu nehmen. "Wir schätzen, dass 80 Prozent der Morde in den Townships begangen werden", erklärt Chris de Kock, Leiter des nationalen Analysezentrums der südafrikanischen Polizei. In zwei Dritteln aller Fälle würden sich Täter und Opfer kennen. Und während man etwa in der City von Kapstadt, wo "nur" fünf Morde geschahen, relativ unbesorgt herumspazieren kann, empfiehlt es sich nicht, die Township Nyanga am Stadtrand zu betreten – dort wurden 208 Mordfälle registriert. "Man sollte präzise unterscheiden", empfiehlt de Kock, "es ist unfair, die Verbrechensrate ganz allgemein mit den Weltcup-Besuchern zu verbinden. Ich kenne nur ein paar Fälle von ermordeten Touristen in den letzten zehn Jahren."

Das neue Südafrika stellt sich gerne als tolerante, multikulturelle Regenbogen-Nation dar. Ein ganz anderes Bild vermittelten die fremdenfeindlichen Pogrome vor zwei Jahren. Damals sah man in den Townships regelrechte Treibjagden auf Ausländer, und viele Südafrikaner schämten sich. Zyniker gaben zu bedenken, dass sich der Zorn des Pöbels ausschließlich gegen legale und illegale Einwanderer aus afrikanischen Staaten gerichtet habe. Die Opfer waren schwarze Ausländer, keinem einzigen weißen Besucher wurde ein Haar gekrümmt. Die meisten Touristen bekamen von den Gewaltexzessen in den Armenvierteln gar nichts mit. Wo sie unterwegs waren, ging es so friedlich zu wie in Patensie.

Patensie ist ein abgelegenes Nest in der Provinz Ostkap. Gleich dahinter beginnt Baviaanskloof, das "Tal der Paviane", ein riesiger Nationalpark von 200 Quadratkilometern Größe. Dieses Weltnaturerbe gehört zu den Geheimtipps für Reisende, die Südafrika auf eigene Faust erkunden wollen, und die größte anzunehmende Gefahr stellen hier die Wachhunde dar. Zum Beispiel der pechschwarze Rottweiler, der uns an der Gartenpforte eines Gästehauses knurrend beschnüffelt. "Kommen Sie herein, Rotti hat noch nie jemanden gebissen", ruft die Besitzerin Margaret Bosman und eskortiert uns ins Haus. "In unserer Region gibt es fast überhaupt keine Kriminalität, hier sind Sie so sicher wie in Abrahams Schoß. Wir sperren nachts nicht mal unsere Haustür ab."

Von der Holzveranda des Gästehauses schweift der Blick über ein üppiges Tal, Mandarinenhaine, blühende Zitronenbäume. Am Horizont zackt eine Bergkette in den gänseaugenblauen Himmel, auf der gegenüberliegenden Talseite schmiegt sich ein Dorf an eine Hügelflanke. Man denkt an Südtirol. Erst in der Dämmerung, wenn die Blechdächer den Schein der Peitschenlampen reflektieren, erkennt man, dass das Dorf eine Township ist – die schwarze Zwillingsschwester jeder weißen Siedlung. "Aber da können Sie unbesorgt hingehen. Ich verkaufe da manchmal zusammen mit schwarzen Frauen selbst gebastelte Andenken."

Es ist tiefe Provinz, beschaulich und schläfrig

So wie in Patensie geht es einem überall in den ländlichen Regionen Südafrikas. Es ist tiefe Provinz, beschaulich, schläfrig, manchmal auch ein bisschen langweilig, aber vollkommen problemlos zu bereisen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Besuchern in den Drakensbergen, an den Stränden des Indischen Ozeans, in der Halbwüste der Karoo oder an der beliebten Garden Route etwas zustößt, ist ungefähr so hoch wie in Niederbayern – mit dem Unterschied, dass die Südafrikaner viel gastfreundlicher, redseliger und hilfsbereiter sind.

Fünf tote Touristen seit 2006. Drei starben eines natürlichen Todes, einer infolge eines Verkehrsunfalls, einer stürzte vom Tafelberg. Außerdem gab es 44 Verletzte, 23 Sportunfälle, drei Hundeattacken und zwei Schlangenbisse. Das sind die Zahlen, die uns die Kapstädter Niederlassung des Euro-Centers mitteilt, eines weltweit operierenden Servicenetzwerks für Reiseversicherungen, das Millionen von Kunden betreut. Auch das Risiko von Raubüberfällen sei denkbar gering, sagt eine Mitarbeiterin, es könne weiter minimiert werden, wenn man die einschlägigen Sicherheitshinweise beachte. Man kann sie auf der Website des Auswärtigen Amtes nachlesen: die Zentren der Großstädte nach Geschäftsschluss meiden, erhöhte Aufmerksamkeit in den Townships walten lassen, einsame Wanderwege nicht allein begehen, das Auto stets von innen verriegeln, nicht nachts fahren und so weiter. Es sind die üblichen Empfehlungen für "Problemländer" auf der Südhalbkugel. Bei der Wahl eines Reiseziels ist allerdings nicht die tatsächliche, sondern die gefühlte Gefahr ausschlaggebend. Und da wird Südafrika offenbar so ähnlich wahrgenommen wie Afghanistan.

Ein Junge spielt im Township Alexandra mit einem Fußball

Ein Junge spielt im Township Alexandra mit einem Fußball

Doch nicht alle ließen sich von der negativen Presse abschrecken. Immerhin reisten rund zehn Millionen Ausländer im vergangenen Jahr zwischen Kapstadt und Krügerpark herum. Die meisten sind laut Umfragen der Touristikverbände begeistert und wollen unbedingt wiederkommen, manche haben beschlossen zu bleiben und kaufen Häuser, Jagdfarmen, Weingüter oder Grundstücke mit Meerblick.

In jüngster Zeit sind die Besucherzahlen allerdings deutlich zurückgegangen. Die Panikmache vor dem Weltcup zeigt Wirkung, und die Südafrikaner müssen damit rechnen, dass zur WM nicht die erwarteten 450000 Gäste aus aller Welt kommen werden, sondern vermutlich nur die Hälfte. Das liegt vor allem an der Angst vor Gewaltverbrechen, aber auch daran, dass das Fußballfest ausgerechnet im Juni und Juli stattfindet, in der südafrikanischen Winterzeit also, wenn es in den höher gelegenen Regionen grimmig kalt werden kann. Hinzu kommen die Wucherpreise, die manche Hotels, Safari-Unternehmen und Fluglinien während des vierwöchigen Turniers verlangen. Unterkünfte können oft nur für drei oder mehr Tage gebucht werden. Wer also zwischen den bis zu 1800 Kilometer voneinander entfernten Spielorten pendeln will, muss tief in die Tasche greifen. Das Geld jedoch sitzt in Zeiten der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr so locker. Folglich sind die WM-Buchungsraten bislang enttäuschend, und sie werden niedrig bleiben, wenn Touristen und Fußballfans beim Lesen der Gruselgeschichten über Südafrika den Eindruck gewinnen, dass sie erschossen werden, sobald sie ihr Hotel verlassen.

"Eine Unverschämtheit!", schimpfte ein Freund aus Deutschland, der während der WM-Gruppenauslosung vorigen Dezember in Kapstadt Urlaub machte. Wir hatten gerade eine fröhliche Party in der Long Street erlebt, 60000 Menschen waren zum Public Viewing gekommen, Schwarze, Weiße, Farbige, Asiaten, ein buntes Völkchen, das gemeinsam die schillernde Zeremonie bejubelte. Anschließend sahen wir per Satelliten-TV die Tagesthemen. Das Volksfest wurde nur ein paar Sekunden lang gezeigt. Dann fokussierte die Kamera in einer neuen Einstellung eine stockdunkle Township. Man sah ein flackerndes Feuer, davor eine verstörte Mutter mit Kind, neben ihr ein Kreuz – die Stelle, an der ihr Mann ermordet worden war. Eine gespenstische Szene aus dem ARD-Archiv. Die Zuschauer konnten den Schluss selber ziehen: Wer möchte so ein mörderisches Land besuchen?

Unser Freund zog damals einen provokanten Vergleich: Man stelle sich die Empörung in Deutschland vor, wenn das südafrikanische Fernsehen bei der Gruppenauslosung für die WM 2006 in Leipzig ein sächsisches Dorf bei Nacht gezeigt hätte, in dem eine Horde von Neonazis einen Obdachlosen totgeprügelt hat. Na ja, hätte man gesagt, so berichten eben Afrikaner. Die wissen es nicht besser.

Manche Südafrikaner spielen allerdings selber gerne mit dem Klischee vom »gefährlichsten Land der Welt«, man muss nur in einem Kleinbus von Jimmy’s Face to Face Tours nach Soweto fahren. Auf dem Weg dorthin erzählt der Reiseunternehmer Jimmy Ntintili höchstpersönlich von den fürchterlichsten Verbrechen, die in der Township verübt werden, und er freut sich, wenn seinen Kunden kalte Schauer über den Rücken laufen. Übertreibungen gehören zum Geschäft, und am Ende können die tapferen Reisenden sagen: We have survived Soweto – wir haben Soweto überlebt.

 
Leser-Kommentare
  1. "Ich kenne nur ein paar Fälle von ermordeten Touristen in den letzten zehn Jahren."
    Ach so, nur ein paar, na dann mal los. Ich finde, Ulli Hoeness hat Recht. Dieses Land ist noch nicht soweit, ein solches Grossereignis auszurichten. Der eigentliche Skandal ist aber die Tatsache, dass es die jetzigen schwarzen Machthaber nach Abschaffung der Appartheid nicht geschafft haben 9oder nicht schaffen wollten?), ihrem Volk eine lebenswerte Existenz zu organisieren. Was hat sich denn in Suedafrika geaendert, ausser das in der Regierung jetzt die Schwarzen das Sagen haben. Im Grunde nichts. Nur das sich jetzt die schwarzen Machthaber die Taschen fuellen und ihre Brueder und Schwestern in den Townships verkommen lassen.

  2. @Labskaus: diesen Blick auf die Dinge finde ich richtig.
    @Rainererich: Es ist falsch, Gefahren herunter zu spielen, aber die Darstellung in dem Bericht entspricht dem, was mir Freunde und Bekannte erzählen, die häufig nach Südafrika fliegen. Wie würden denn die Alternativen heißen? Selbst in den USA müssen sie aufpassen wo und wann sie unterwegs sind. US-Amerikaner schildern immer wieder, wie sicher sie sich hier in Europa fühlen. Oder Brasilien? Was halten sie denn von FIFA-Weltmeisterschaften in Ägypten oder Kolumbien?

  3. Danke, endlich mal ein neutraler Artikel über Südafrika. Und nicht so ein gehetze wie in anderen Zeitungen. Vielen Dank! :)

    @Rainererich "Fünf tote Touristen seit 2006. Drei starben eines natürlichen Todes, einer infolge eines Verkehrsunfalls, einer stürzte vom Tafelberg." Hast du auch diese Statistik wahrgenommen? Diese ganzen Horrormeldungen über Südafrika kann ich nicht mehr hören. Ja, natürlich ist Südafrika nicht Westeuropa. Ja, natürlich hat Südafrika eine andere Kultur und die SüdafrikanerInnen ein anderes Temperament. Und ja in Südafika ist auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen! Aber deshalb ihnen die Fähigkeit abzusprechen ein sportliches Großereignis auszurichten, finde ich sehr fragwürdig. In den letzten Jahren hat Südafrika bewiesen, dass sie sollche sportlichen Großereignisse hervorragend Organisieren können - und jetzt die Überraschung, ohne tausende Tote und ohne Bürgerkrieg!

  4. Zu der Entwicklung Südafrikas seit dem Ende der Apartheid. Du hast recht, wenn in Südafrika noch viele Probleme existieren und mit Sicherheit auch viele Fehler gemacht wurden. Aber die Unterschiede in Südafrika waren auch viel Größer als z.B. in Deutschland nach der Wiedervereinigung! Und bei uns ist auch noch nicht alles Top! In Südafrika verändert sich einiges und hat sich auch schon einiges verändert! Schwarze und Weiße gehen zusammen zur Schule, werden Freunde, reden auf Augenhöhe miteinander, etc...
    Es gab eine recht erfolgreiche Aufarbeitung der Apartheidszeit durch die Truth and Reconciliation Commission (natürlich kann man über die viele Punkte der Ausführung der Kommision streiten) ...etc.
    Lasst uns Südafrika und ganz Afrika differenzierter betrachten! Genau so, wie wir von Bayern nicht auf Preußen schließen! ;)

    • hermse
    • 04.05.2010 um 9:39 Uhr

    Ich war 2008 in Kapstadt 3 Wochen im Urlaub und habe dort ca. 1500km lang Touren durchs Land gemacht. Ich lebe noch. Als weißer Tourist der mit zwei anderen weißen Touristen unterwegs war. Angst vor Verbrechen/Gewalt hatte ich nur einmal als wir in eine Polizeikontrolle kamen... ;-)

    Ich denke das mit dem richtigen Verhalten gibt es wirklich keinen Grund zur Sorge. Das Land, die Natur ist wirklich ein Traum. Wer sich für Landschaften und Tiere interessiert sollte sich das Land nicht entgehen lassen.
    Die WM wird dort bestimmt sehr gut mit vielen vielen Feiern. Schlimme Ecken gibt es überall. Auch in Köln, Berlin, Duisburg etc. würde ich mich extrem ungern in bestimmten Vierteln auf Sightseeingtour begeben.

    Wenn man Olympia in China stattfinden lassen kann, dann auch Fußball in Südafrika. Da herrscht wenigsten offiziel noch eine Demokratie.

    Was mich persönlich an der Berichterstattung ziemlich wundert ist, dass niemand darauf hinweist das es in Südafrika nun Winter ist. Was zumindest für die südlichen Ecken Temperaturen um die 10 bis 15° bedeutet. Am Strand liegen und in FlipFlops rumlaufen ist da nicht.

  5. Ich habe inzwischen so viele Artikel über Südafrika gelesen und zweifle inzwischen daran, dass ich dieses Land selbst vor einigen Jahren bereist habe- mit Freunden im Auto von Kapstadt nach Durban nach Lüderitz (Namibia) und wieder zurück nach Kapstadt. (>es ist übrigens nichts schlimmes passiert).
    Ich verstehe zum einen nicht, warum große Zeitungen nicht realistisch über dieses Land berichten können und wer von dieser ganzen Panikmache profitieren soll?
    Zum anderen ärgert es mich ungemein, wenn Weltmänner wie Uli Hoeneß oder andere Lichtgestalten über ein Land urteilen, das sie abgesehen von ihren Golfplätzen nie ernsthaft bereist haben.
    Sicherlich ist in Südafrika nicht alles zum Besten bestellt, aber war das 1986 in Mexiko anders und wird das in Brasilien 2014 anders sein?

  6. Die Schlechtmacherei und die Panikmache vor der WM in Südafrika sind wirklich abstoßend. Am dümmsten waren die Reaktionen nach dem Anschlag auf die Nationalmannschaft Togos im angolanischen Cabinda (nördlich der Kongmündung, ca. 2000 km Luftstrecke von Kapstadt). Hat da von denjenigen, die ein Sicherheisrisiko für die WM in Südafrika konstatiert haben, mal jemand auf die Landkarte geschaut? Angesichts der unmittelbaren Nähe der Krisengebiete Kosovo, Kurdistan und Israel/Palästina hätte die WM 2006 auch niemals nach Deutschland vergeben weren dürfen!

    Warten wir doch in Ruhe die WM ab, analysieren hinterher und hüten uns mit Vorverurteilungen. Vielleicht wird's ja ein südafrikanisches Wintermärchen.

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