Artensterben Weg ist weg
1627 wurde der Auerochse ausgerottet. Seit Jahrzehnten versucht man ihn "zurückzuzüchten" – vergeblich. Ein Beispiel, das zeigt, was beim rasenden Verlust unserer Artenvielfalt auf dem Spiel steht.
© Rainer Jensen/dpa

Ein nachgezüchteter Auerochsbulle auf den Ilkerbruchwiesen bei Wolfsburg
Dunkle, archaische Gestalten blicken den Besucher an. Ihre kräftigen Hörner zeigen nach vorne, scheinen auf den Betrachter zu zielen. Sieht man sie zum ersten Mal, denkt man sofort an die schnaubenden toros in der spanischen Arena. Dabei grasen sie vollkommen friedlich in der Spreeaue zehn Kilometer nördlich von Cottbus. Im Vordergrund stehen die beiden Stiere, bemuskelt wie die Klitschkobrüder, den mächtigen Schädel von ein paar Locken umspielt. Aus den Augen blitzt eine kräftige Dosis Testosteron. »Das macht die regelmäßige sexuelle Aktivität«, sagt Wolfram Hotzler, Geschäftsführer der Auerochsenreservat Spreeaue GmbH, dem die Herde gehört.
Man sieht den Tieren das Alter der Art nicht an. Doch sie ist Tausende Jahre alt – zumindest sind es einige Gensequenzen des Erbguts. Hier grast auf deutscher Au die Kopie des einst größten Landsäugetieres Europas: Bos primigenius, der Auerochse oder Ur. Er war der mächtige Herrscher der Wiesen und Wälder, Inbild der Kraft und der Wildheit, bis zu einer Tonne schwer, mit fast zwei Metern Stockmaß und gewaltigen Hörnern von bis zu achtzig Zentimetern Länge. Der Stammvater unserer Hausrinder.
Die Cottbusser Nachfahren der Ure sind ein wenig kleiner, aber immer noch Ehrfurcht gebietend. 40 Tiere leben hier auf 52 Hektar Weideland, zwischen Birken- und Kiefernwäldchen. Die Herde ist bildschön und hat doch ein Identitätsproblem. Eigentlich sind dies gar keine Auerochsen, sondern nur Aueroxen, so heißt die neue Kompromissvokabel. Sie liegen irgendwo in der Mitte zwischen Original und Fälschung. Manche nennen sie auch einfach Heck-Rinder.
Der Auerochse steht für den spektakulärsten Versuch, eine ausgestorbene Art wieder zum Leben zu erwecken. Das macht den Fall hochaktuell. Denn die Ausrottungsrate bei Tieren und Pflanzen war noch nie so alarmierend hoch wie heute. Der Mensch dezimiert die Schatzkammer der Natur hundert- bis tausendmal schneller, als die natürliche Verlustrate der Evolution dies erwarten ließe. Und noch immer gilt das unerbittliche Naturgesetz: Arten, die ausgestorben sind, sind für immer verschwunden. Was weg ist, ist weg!
Siegfried, der kühne Recke, jagt ihn im Wald der Vogesen
Doch an genau dieser Einsicht wird gelegentlich gezweifelt. Das Skelett ausgestorbener Tiere soll auf wundersame Weise wieder Fleisch ansetzen, die alte Gestalt neu erstehen – mithilfe der Gentechnik oder eben durch aufwendige Rückzuchten. So wurde die Rekonstruktion des Auerochsen für Naturschützer und Biologen ein aufregendes Experiment, das noch lange nicht zu Ende ist.
Der Anfang der Art liegt im voreiszeitlichen Tertiär. Knochenfunde aus Indien belegen die frühe Existenz eines evolutionären Vorfahren schon vor rund fünf Millionen Jahren. Der imposante Gras- und Laubfresser verbreitete sich in vorgeschichtlicher Zeit über drei Kontinente, über China, Sibirien, Kleinasien, Nordafrika und Europa. Sein Reich teilte er mit dem Wisent, dem zweiten großen Wildrind. Die beiden Wiederkäuer wurden immer wieder verwechselt. Der Wisent hat zumindest in Reservaten und Zoos überlebt, der Auerochse aber ist ausgerottet.
In Mitteleuropa tauchte er erstmals vor 250.000 Jahren auf. Im frühen Holozän, vor etwa 10.000 bis 11.000 Jahren, soll die Art hier ihre höchst Populationsdichte erreicht haben. Der Ur jener frühen Zeit hatte bereits den gewaltigen Schädel mit den langen Hörnern, die Bullen brachten es auf eine Risthöhe von 1,65 bis 1,85 Metern. Trotz dieser Masse waren die Tiere mit ihren langen Beinen eleganter und beweglicher als unsere eher plumpen, tiefer gelegten Hausrinder. Erkennungsmerkmal des Ur blieb neben der charakteristischen Hornform und dem weißen Maul der sogenannte Aalstrich, eine helle dünne Rückenlinie vom Nacken bis zum Schwanz.
Die gewaltigen Tiere inspirierten schon die Künstler der Steinzeit. Ihre Wandzeichnungen – etwa in den Felshöhlen von Lascaux in Südwestfrankreich oder in der spanischen Levante – feiern den Ur in kräftigen Strichen. Es sind Bilder, die zu den ältesten Kulturdokumenten der Menschheit gehören. Das nach vorn geschwungene Horn, der hochbeinige Schritt und selbst ihr Blick sind authentisch und »außerordentlich naturwahr« festgehalten, wie Hanns von Lengerken 1953 in seinen Betrachtungen Der Ur und seine Beziehungen zum Menschen schwärmt. Das Abbild der Tiere, schreibt er, hätte sich tief ins Bewusstsein der frühen Jäger eingegraben: »Vom Wildbestand und dem Ergebnis der Jagd hing sein Dasein ab. [] Mit dem geschärften Sinn des Jägers sah er die Tiere, prägte sich alle Einzelheiten ihres Körperbaues und ihrer Bewegungen ein und trug ein deutliches Erinnerungsbild im Gedächtnis.«
Noch im 16. Jahrhundert, als der Bestand schon gefährlich dezimiert ist, gibt uns der Schweizer Humanist und Naturforscher Conrad Gessner eine lebendige Beschreibung des imposanten Tieres: »Die Ure sind den Hausochsen völlig ähnlich, aber viel größer und mit längeren Haaren bekleidet. Die Stirn gewährt wegen der krausen zusammengedrehten Haare einen schrecklichen Anblick. Ein Bullkalb hat schwarzbraune Haare, in einem halben Jahr wird es ganz schwarz. Den Menschen fürchten die Tiere nicht. Wenn sie gereizt werden, nehmen sie den Menschen an und werfen ihn mit den Hörnern in die Luft.«
Die berühmteste Jagdszene stammt aus dem Nibelungenlied und beschreibt Siegfrieds Waidmannsglück im Wald der Vogesen: »Darnach schlug er schiere einen Wisent, einen Elch und starker Ure viere.« Die Tiere lieferten Fleisch und Fell, als besondere Trophäe galten seit jeh die Hörner. Sie wurden sorgfältig präpariert, besondere Prachtexemplare mit Gold und Silber gefasst und als Trinkgefäß genutzt. Im römischen Heer dienten Urhörner als Signalinstrumente, auf denen man zum Kampf blies.
So zieht sich die Spur der Ure durch die Kulturen und Jahrhunderte, festgehalten in Bildern, in Psalmen, Gedichten und Ortsnamen. In Mesopotamien kam die Auerochsenjagd gleich nach der Löwenjagd, Herodot begegnete den wilden Stieren 450 vor Christus im südlichen Griechenland, Cäsar berichtete von germanischen Wildrindern, die fast die Größe eines Elefanten erreichten, Vergil schilderte, wie nach dem Wüten der Pest in der Po-Ebene Ure den Wagen zogen, weil alle Hausrinder der Epidemie zum Opfer gefallen waren. Und der Dichter Hartmann von der Aue reimte um 1170: »Da nahten mit Grimme / mit gräulicher Stimme / Wisente und Urrinder.«
Zu dieser Zeit allerdings, im hohen Mittelalter, waren die Bestände im Orient, in Asien und Nordafrika längst vernichtet. Die große Rodungsperiode vom 9. bis zum 11. Jahrhundert, schonungslose Verfolgung und Jagd ließen sie nun auch in Mitteleuropa schrumpfen. Immer tiefer zog sich das Wildrind in die Wälder Osteuropas zurück. Im 13. Jahrhundert verschwand es aus Frankreich, ein Jahrhundert später gab es selbst in Ostpreußen nur noch wenige Tiere. Der letzte bayerische Auerochse wurde um 1470 im Neuburger Wald erlegt. 1501 stellte König Maximilian I. noch einmal fünf lebende Ure in Nürnberg aus – ein fast schon musealer Akt. In Polen waren die wenigen verbliebenen Tiere unter Schutz gestellt, sie wurden von Waldhütern bewacht und im Winter mit Heu gefüttert. Vergebens.
Walter Frisch, Auerochsenzüchter aus dem oberbayerischen Steinberg, dokumentiert in seinem im Sommer erscheinenden Buch Der Auerochs die letzten Tage des Urs. Danach registrierten die königlich-polnischen Revisoren 1564 in ihrem Bericht 30 Wildrinder im Forst von Jaktorow südlich von Warschau. 1599 waren es 24 Tiere. Im Rapport von 1602 schrumpfte die Population auf nur noch vier Auerochsen. Der Bericht von 1630 meldet, dass die letzte Ur-Kuh 1627 dahingegangen sei. Sie wurde gewildert. Ein Gedenkstein erinnert noch heute an dieses Tier. Vom letzten Bullen, der 1620 starb, ist ein Horn geblieben, das, goldverziert, die Rüstkammer in Stockholm aufbewahrt.
Es war das Ende einer stolzen Art. In den darauffolgenden 300 Jahren ruhte sie in Frieden – bis zwei deutsche Zoologen sie wieder auferstehen lassen wollten. Es sei falsch, schreibt im Jahre 1927 Lutz Heck, »daß der Auerochse ausgestorben sei. Kein Lebewesen ist ausgestorben, dessen lebendige Erbmasse noch vorhanden ist«. Lutz Heck, der Sohn des langjährigen Berliner Zoodirektors Ludwig Heck, wurde am 1.Januar 1932 auch dessen Nachfolger. Schon Mitte der zwanziger Jahre hatte er zusammen mit seinem Bruder Heinz, der von 1927 an Direktor des Münchner Tierparks Hellabrunn war, Pläne zur »Wiedererstehung des Auerochsen« geschmiedet. Damit wurden die Brüder zu Deutschlands Urpionieren.
Ihr Ansatz erscheint plausibel. Der Auerochse, erstmals vor 8000 Jahren im Vorderen Orient domestiziert, hat sein Erbmaterial in den nachgezüchteten Rassen unserer Hausrinder hinterlassen. Lutz Heck war überzeugt: »Das herrliche Wildtier lebt in den Trägern seiner Erbmasse fort.« Jetzt komme es darauf an, mit der kundigen Hand des Züchters das in verschiedenen Rinderrassen verstreute Erbgut wieder zu vereinigen. Weil der Auerochse erst im 17. Jahrhundert ausgestorben sei, habe man eine genaue Vorstellung von Aussehen, Verhalten und Lebensweise der Tiere. Damit war das Zuchtziel definiert.
Auf Korsika entdeckt Lutz Heck in einem abgelegenen Bergdorf urwüchsige Rinder, die ihm beim ersten Anblick »förmlich einen Schlag versetzen – das ist ja mein Auerochs«! Er paart die Tiere mit südfranzösischen und spanischen Kampfrindern. Bruder Heinz setzt dagegen ganz auf das ungarische Steppenrind, mischt dessen Blut mit einem podolischen Steppenstier und einer englischen Hochlandkuh. Schritt für Schritt, Jahr für Jahr, von einer Rindergeneration zur nächsten, versuchen die Brüder den Auerochsen neu zu erschaffen. Nach gut zehn Jahren stehen in den Zoos von Berlin und München Ur-ähnliche Tiere, die den Aalstrich auf dem Rücken tragen. Lutz Heck ist zufrieden: »Der Versuch ist geglückt, der Auer oder Ur ist seiner Gestalt nach wiedererstanden.«
An einem klaren Herbsttag des Jahres 1938 fahren schwere Lastwagen in die Rominter Heide nach Ostpreußen. In einem Waldstück sind 50 Hektar eingezäunt. Dicht am Tor bugsieren die Helfer riesige Kisten in Position. Dann werden sie geöffnet, und »heraus stürmen die ersten Auerochsen der Neuzeit«. Lutz Heck, wie sein Vater überzeugter Nationalsozialist, verklärt die Szenerie im Ton der Zeit: »Dicht vor uns stand der riesige Bulle, wilden Blickes und hocherhobenen Hauptes, mit drohenden Hörnern, deren Spitzen im Waldesgrün aufleuchteten.« Der »germanische« Urstier, »an Kraft dem Nashorn gleichgestellt«, werde wieder, so glaubt Heck, »in deutschen Wäldern umherziehen«. Auch in der Schorfheide bei Berlin setzt man später eine Herde aus.
Keine Frage, das alte Tier passt gut ins neue Reich. Die Nazis sind begeistert. An die Seite der verweichlichten und verwelschten, letztlich entarteten Hauskühe soll neu befruchtend das wilde Rind aus der Tiefe der germanischen Wälder treten. Pazifistische Wesensmerkmale werden »unerbittlich ausgemerzt«, das Urrind soll wieder auferstehen, rasserein und Furcht einflößend. Vor allem Luftwaffenchef und Reichsjägermeister Hermann Göring, in dessen Haus der Berliner Zoodirektor ein und aus geht, fördert die Zucht von Auerochse und Wisent.
Göring träume davon, »in den eroberten Gebieten Osteuropas eine ur-arische Wildnis zu erschaffen«, schreibt die Londoner Times. Durch diese Wildnis sollen dann, nach der Vertreibung und Vernichtung der »slawischen Untermenschen«, Auerochsen, Wisente und Wildpferde brausen. 1943, während der Krieg tobt und Europa in Trümmer sinkt, präsentiert Heck seinen Plan, nach dem Endsieg weite Naturparks einzurichten. Er will, wie er in der Zeitschrift Neues Bauerntum schreibt, das »heiß ersehnte Siedlungsgebiet« im Osten landschaftlich völlig umgestalten.
Daraus wurde bekanntlich nichts. 1945 glich der Berliner Zoo einem Trümmer- und Totenfeld. Die Berliner Linie der Heck-Rinder hatte den Krieg nicht überlebt. Die letzten Exemplare der ausgewilderten Ure soll Göring persönlich in der Schorfheide erschossen haben – damit die Tiere nicht der Roten Armee in die Hände fielen. Nur die Münchner Linie von Heinz Heck erlebte das Ende der Naziherrschaft. Doch schien das Unternehmen Auerochse fürs Erste beendet. Heinz Heck blieb zwar Direktor in Hellabrunn, Lutz Heck in Berlin aber wurde von Käthe Heinroth abgelöst. Der Versuch des Westberliner Kaufmanns Otto Radke, ihn 1949 zurückzuholen, scheiterte. »Urmacher unerwünscht«, spottete der Spiegel und zitierte bekannte Wissenschaftler, die den Zuchtexperimenten der Heck-Brüder kritisch gegenüberstanden.
So rechnete Otto Koehler, Direktor des Zoologischen Instituts der Universität Freiburg, erzürnt mit der angeblichen Erfolgsbilanz der Hecks ab: »Was bestenfalls erzielt wurde, ist eine unstabile, mehr oder weniger weitgehende äußere Ähnlichkeit mit den erstrebten Zuchtzielen.« Der Berliner Genetikprofessor Hans Nachtsheim legte nach: »Einen so heterogen zusammengesetzten Bastard als wilden Urstier zu bezeichnen, weil er in der Haarfarbe oder Hornform dem Ur ähnelt, sollte einem schon das wissenschaftliche Anstandsgefühl verbieten. Nunmehr betrachten aber offenbar die beiden Hecks ihre Zeit wieder als gekommen. Sie entfalten in Zeitschriften und illustrierten Blättern erneut eine lebhafte Propaganda für ihre Rückzüchtungen.«
Doch es gab auch Kollegen, die von solchen Verrissen unbeeindruckt blieben. In einigen Zoos und Wildparks wurden weiterhin Heck-Rinder der Münchner Linie gehalten und gezüchtet. Nicht nur im Westen. Denn trotz der politisch heiklen Vergangenheit des Unternehmens engagierte sich ausgerechnet der legendäre Ostberliner Tierparkdirektor Heinrich Dathe für die Tiere. Schon 1956 holte er einige Auerochsen in die Hauptstadt der DDR. Er wollte nicht nur »an den züchterischen Arbeiten teilhaben, sondern auch aus pädagogischen Gründen die stattlichen Tiere zur Schau stellen«. Die Zuchtarbeit der Heck-Brüder zählte Dathe, wie er später schrieb, zu den »bemerkenswertesten tiergärtnerischen Aktivitäten der letzten Jahrzehnte«.
Der Ur verlor allmählich seinen schlechten Ruf als »Naziochse«, wie respektlose Briten ihn getauft hatten. 1980 erhielt das Projekt noch einmal entscheidenden Aufwind. Dathe veröffentlichte das erste Internationale Zuchtbuch für Auerochsen, und in Steinberg beschloss der passionierte Auerochsen-Liebhaber Walter Frisch, in die »Abbildungszucht« des Urs einzusteigen. 1997 gründete er zusammen mit dem Wildpark Neandertal bei Düsseldorf den Verein zur Förderung der Auerochsenzucht.
Der »Aueroxe« macht sich als Landschaftsgärtner nützlich
Das Tier selbst wird jetzt als Landschaftspfleger betrachtet, ganz im Dienste des Naturschutzes. In der Tat sind große Pflanzenfresser Schlüsselarten zur Erhaltung der Kulturlandschaft, weil sie das Zuwachsen von Naturflächen verhindern. Ihr Dung, der sich auf den Weideflächen verteilt, zieht Würmer, Fliegen und andere Insekten an, die wiederum von Vögeln und Fledermäusen vernascht werden. So dienen die neuen Auerochsen – die Aueroxen – nicht nur zur ästhetischen Erbauung, sondern auch »zur Offenhaltung bestimmter Lebensräume und zur Wiederherstellung von lichten Waldökosystemen«, sagt Frisch.
In Europa leben heute rund 3000 Tiere. 76 Züchter sind im aktuellen Zuchtbuch erfasst, darunter Holländer, Ungarn und Österreicher. Und die Annäherungsarbeit geht weiter. Vor allem größer und hochbeiniger sollen die Neo-Ure noch werden und bitte »nicht so dickärschig«, wie ein Naturschützer im Greenpeace-Magazin forderte.
Die eiserne Naturschutzregel allerdings, dass ausgerottete Tierarten für immer ausgerottet sind, können auch diese engagierten Züchter nicht umstoßen. Ja, mehr noch: Ihre Nachschöpfung erinnert uns daran, welch eindrucksvolles Naturwesen wir durch eigene Dummheit verloren haben.
Der rasante Verlust der Artenvielfalt, sagt selbst die Bundeskanzlerin, bleibe eine Herausforderung, die nur noch mit dem Klimawandel vergleichbar sei. Dazu gehört die bittere Pointe, dass zahlreiche Rinderrassen, die zur Wiedererstehung des Auerochsen genutzt wurden, wie das Anglerrind oder das Schwarzbunte Niederungsrind, nun selbst auf der Roten Liste stehen, der langen Liste der bedrohten Tiere.
Der Autor ist einer der beiden Chefredakteure des Umweltmagazins »zeozwei« und lebt in Berlin. Mehr zum Thema in Walter Frischs Buch »Der Auerochs«, das im Sommer erscheint
- Datum 26.04.2010 - 06:52 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.04.2010 Nr. 17
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"EVOLUTION" nennt man das. Genau diese Auslese hat "uns" doch erst möglich gemacht.
Dazu wird [...] die Gegenseite völlig übersehen: Täglich entstehen neue Arten.
[...]
Wo sind eigentlich die Belege für solch ein "Artensterben"? Weiss man denn überhaupt wieviele Arten es überhaupt gibt, um zu einer sinnvollen, quantitativen Einschätzung zu kommen? Ich denke nicht.
[...]
Bitte äußern Sie sachliche Kritik zu den konkreten Inhalten des Artikels. Danke. Die Redaktion/sh
Ob nun ein Meteorit irgendwo 'reinhämmert und im Rundumschlag alles platt macht oder eine Spezies evolutionär die Fähigkeit entwickelt hat, selektiv diese oder jene Art auszurotten, wo ist das Problem? Was so schön als "im Einklang mit der Natur leben" genannt wird, zeigt ja nur den Mangel an Fähigkeiten zur totalen Zerstörung auf. Und jede Lücke im System wird über kurz oder lang von diesem oder jenem gefüllt oder das System ändert sich und es gibt diese Lücke nicht mehr. Wir können den Quadratmeter Erde eben nur einmal nutzen, entweder "Weizen für Menschen" oder "Mischwald für Rehe, Hasen und Wölfe". Entweder machen wir die "Anderen" dafür platt oder wir machen uns gegenseitig platt, für die "Anderen".
Welche Arten genau entstehen denn jeden Tag?
Vollkommen richtig!
Wieviele Ur-Rinder lebten z.B. vor 1.000 Jahren und wieviele Neo-Rinder leben derzeit auf diesem Planeten?
Eine Erfolgs-Story durch Evolution und Züchtung.
Das GLEICHE gilt für unsere Vorfahren,auch ausgestorben aber trotzdem erfolgreich als Spezies.
Dieses grüne Kaspale-Theater um das Aussterben von Arten ist geradezu lächerlich,denn die Erde ist kein STABILES Freilicht-Museum für alte Spezies sondern verändert sich evolutiv schon bei jeder künstlichen oder natürlichen Befruchtung und durch Selektion aufgrund veränderter Umwelt-Bedingungen.
Pflanzenfressende Groß-Saurier könnten heute auch nicht mehr in freier Natur überleben, da sie an die speziellen Fraß-Schutz-Gifte der modernen Pflanzen nicht angepasst sind.
Und in jeder Kuh lebt auch HEUTE noch das Ur-Rind und das sollte eigentlich reichen,statt mit viel Geld erfolglos ein Tier aus der Vergangenheit züchten zu wollen.
ich finde das sind alles ziemlich halbseidene entschuldigungen für den mist den der mensch fabriziert.
Ob nun ein Meteorit irgendwo 'reinhämmert und im Rundumschlag alles platt macht oder eine Spezies evolutionär die Fähigkeit entwickelt hat, selektiv diese oder jene Art auszurotten, wo ist das Problem? Was so schön als "im Einklang mit der Natur leben" genannt wird, zeigt ja nur den Mangel an Fähigkeiten zur totalen Zerstörung auf. Und jede Lücke im System wird über kurz oder lang von diesem oder jenem gefüllt oder das System ändert sich und es gibt diese Lücke nicht mehr. Wir können den Quadratmeter Erde eben nur einmal nutzen, entweder "Weizen für Menschen" oder "Mischwald für Rehe, Hasen und Wölfe". Entweder machen wir die "Anderen" dafür platt oder wir machen uns gegenseitig platt, für die "Anderen".
Welche Arten genau entstehen denn jeden Tag?
Vollkommen richtig!
Wieviele Ur-Rinder lebten z.B. vor 1.000 Jahren und wieviele Neo-Rinder leben derzeit auf diesem Planeten?
Eine Erfolgs-Story durch Evolution und Züchtung.
Das GLEICHE gilt für unsere Vorfahren,auch ausgestorben aber trotzdem erfolgreich als Spezies.
Dieses grüne Kaspale-Theater um das Aussterben von Arten ist geradezu lächerlich,denn die Erde ist kein STABILES Freilicht-Museum für alte Spezies sondern verändert sich evolutiv schon bei jeder künstlichen oder natürlichen Befruchtung und durch Selektion aufgrund veränderter Umwelt-Bedingungen.
Pflanzenfressende Groß-Saurier könnten heute auch nicht mehr in freier Natur überleben, da sie an die speziellen Fraß-Schutz-Gifte der modernen Pflanzen nicht angepasst sind.
Und in jeder Kuh lebt auch HEUTE noch das Ur-Rind und das sollte eigentlich reichen,statt mit viel Geld erfolglos ein Tier aus der Vergangenheit züchten zu wollen.
ich finde das sind alles ziemlich halbseidene entschuldigungen für den mist den der mensch fabriziert.
Ob nun ein Meteorit irgendwo 'reinhämmert und im Rundumschlag alles platt macht oder eine Spezies evolutionär die Fähigkeit entwickelt hat, selektiv diese oder jene Art auszurotten, wo ist das Problem? Was so schön als "im Einklang mit der Natur leben" genannt wird, zeigt ja nur den Mangel an Fähigkeiten zur totalen Zerstörung auf. Und jede Lücke im System wird über kurz oder lang von diesem oder jenem gefüllt oder das System ändert sich und es gibt diese Lücke nicht mehr. Wir können den Quadratmeter Erde eben nur einmal nutzen, entweder "Weizen für Menschen" oder "Mischwald für Rehe, Hasen und Wölfe". Entweder machen wir die "Anderen" dafür platt oder wir machen uns gegenseitig platt, für die "Anderen".
>>Entweder machen wir die "Anderen" dafür platt oder wir machen uns gegenseitig platt, für die "Anderen".<<
Wenn man die "Anderen" (was/wen haben Sie denn damit gemeint?) "plattmacht", bleibt nicht zwangsläufig mehr übrig für sich selbst. Im Einklang mit der Natur zu leben heißt auch, die eigenen Ressourcen zu erhalten. Mithilfe diesen großen Tier- und Pflanzenreichs hat sich ein Ökosystem über sehr lange Zeit stabilisiert, an das sich der Mensch lokal und global angepasst hat und nur auf dessen Grundlage er so existieren kann, wie er es tut. Diese Abhängigkeit zeigt sich jedem, der hinschaut.
Sollte der Mensch einem Meteoriten gleich alles platt machen, so sägt er den Ast, auf dem er sitzt, einfach ab.
Naturschutz ist auch Selbstschutz.
Moin,
Sie beschreiben den Menschen, die vorgeblich überlegene Spezies, als Betreiber eines globalen Osterinsel-Experiments. So ganz unrecht haben Sie bei der Benennung des menschlichen Treibens sicher nicht, gänzlich falsch liegen Sie aber in der Bewertung.
Zunächst drei Worte zu den Osterinseln, das sind die mit den Steinköpfen, baumlose Inseln mit steinernen Köpfen. Heute geht man davon aus, dass das rituelle Aufstellen der Köpfe zur Ausrottung des Baumbestands und damit zum Ende der dortigen Zivilisation geführt hat.
Mit gentechnischen Hybridsaaten, die (hauptsächlich) in den USA eine beachtliche Verbreitung gefunden haben, scheint es nun doch kleine Nebeneffekte zu geben, wie eine mögliche zumindest teilweise Sterilität der Zuchttiere, an die sie verfüttert werden. Aber ich möchte hier jetzt gar keine Gen-Debatte starten. Nehmen wir als Gedankenexperiment einmal an, das globale Osterinsel-Experiment wäre geglückt; in Ihrem Sprachgebrauch wäre also der Mensch alles platt machend eingeschlagen. Nun, was dann ganz sicher ausgerottet wäre, kann nur der Mensch selber sein, er würde schlicht an seiner Hybris verhungern. Nur kann er seiner Insel dann eben nicht einfach den Rücken kehren.
Sieger sind vermutlich eine ganze Reihe Krabbeltiere, Insekten, Spinnentiere und ähnliches. Schön nur, dass der Mensch dabei den Vorgang seiner eigenen Ausrottung mental begreifen kann.
Beste Grüße
Grabert
> [...] Entweder machen wir die "Anderen" dafür platt
> oder wir machen uns gegenseitig platt, für
> die "Anderen".
Was für ein absolut hanebüchener Unsinn. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie manche meinen, im Brustton der Überzeugung Plattitüten von sich geben zu müssen - die von keiner Spur Wissen oder gar Nachdenklichkeit getrübt sind.
Googelt 'mal nach dem Stichwort "ecosystem services" - dann sollte sehr schnell klar werden, dass "andere platt machen" bedeutet, sich selber zu plätten. Gute Hintergrundinformationen gibt es auch im Millennium Ecosystem Assessment Report: http://www.maweb.org/en/i...
> [...] Ich denke nicht.
Dem würde ich hingegen uneingeschränkt zustimmen.
Falls Sie mit Evolution die Entwicklung der Arten meinen, die Darwin erforscht hat, so hat diese nichts mit Meteoriteneinschlägen oder menschlichen Eingriffen zu tun. Damit ist die ungestörte Entwicklung gemeint Nach Eingriffen und Einschlägen beginnt höchstens etwas wieder neu. Aber redet nicht immer von Evolution.
Gruß
>>Entweder machen wir die "Anderen" dafür platt oder wir machen uns gegenseitig platt, für die "Anderen".<<
Wenn man die "Anderen" (was/wen haben Sie denn damit gemeint?) "plattmacht", bleibt nicht zwangsläufig mehr übrig für sich selbst. Im Einklang mit der Natur zu leben heißt auch, die eigenen Ressourcen zu erhalten. Mithilfe diesen großen Tier- und Pflanzenreichs hat sich ein Ökosystem über sehr lange Zeit stabilisiert, an das sich der Mensch lokal und global angepasst hat und nur auf dessen Grundlage er so existieren kann, wie er es tut. Diese Abhängigkeit zeigt sich jedem, der hinschaut.
Sollte der Mensch einem Meteoriten gleich alles platt machen, so sägt er den Ast, auf dem er sitzt, einfach ab.
Naturschutz ist auch Selbstschutz.
Moin,
Sie beschreiben den Menschen, die vorgeblich überlegene Spezies, als Betreiber eines globalen Osterinsel-Experiments. So ganz unrecht haben Sie bei der Benennung des menschlichen Treibens sicher nicht, gänzlich falsch liegen Sie aber in der Bewertung.
Zunächst drei Worte zu den Osterinseln, das sind die mit den Steinköpfen, baumlose Inseln mit steinernen Köpfen. Heute geht man davon aus, dass das rituelle Aufstellen der Köpfe zur Ausrottung des Baumbestands und damit zum Ende der dortigen Zivilisation geführt hat.
Mit gentechnischen Hybridsaaten, die (hauptsächlich) in den USA eine beachtliche Verbreitung gefunden haben, scheint es nun doch kleine Nebeneffekte zu geben, wie eine mögliche zumindest teilweise Sterilität der Zuchttiere, an die sie verfüttert werden. Aber ich möchte hier jetzt gar keine Gen-Debatte starten. Nehmen wir als Gedankenexperiment einmal an, das globale Osterinsel-Experiment wäre geglückt; in Ihrem Sprachgebrauch wäre also der Mensch alles platt machend eingeschlagen. Nun, was dann ganz sicher ausgerottet wäre, kann nur der Mensch selber sein, er würde schlicht an seiner Hybris verhungern. Nur kann er seiner Insel dann eben nicht einfach den Rücken kehren.
Sieger sind vermutlich eine ganze Reihe Krabbeltiere, Insekten, Spinnentiere und ähnliches. Schön nur, dass der Mensch dabei den Vorgang seiner eigenen Ausrottung mental begreifen kann.
Beste Grüße
Grabert
> [...] Entweder machen wir die "Anderen" dafür platt
> oder wir machen uns gegenseitig platt, für
> die "Anderen".
Was für ein absolut hanebüchener Unsinn. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie manche meinen, im Brustton der Überzeugung Plattitüten von sich geben zu müssen - die von keiner Spur Wissen oder gar Nachdenklichkeit getrübt sind.
Googelt 'mal nach dem Stichwort "ecosystem services" - dann sollte sehr schnell klar werden, dass "andere platt machen" bedeutet, sich selber zu plätten. Gute Hintergrundinformationen gibt es auch im Millennium Ecosystem Assessment Report: http://www.maweb.org/en/i...
> [...] Ich denke nicht.
Dem würde ich hingegen uneingeschränkt zustimmen.
Falls Sie mit Evolution die Entwicklung der Arten meinen, die Darwin erforscht hat, so hat diese nichts mit Meteoriteneinschlägen oder menschlichen Eingriffen zu tun. Damit ist die ungestörte Entwicklung gemeint Nach Eingriffen und Einschlägen beginnt höchstens etwas wieder neu. Aber redet nicht immer von Evolution.
Gruß
könnte man die Gleichung so stehen lassen? Sehr wahrscheinlich schon, solange man nicht auf der Seite steht die eliminiert wird. Seien das nun Pflanzen, Tiere, Menschen, Sprachen, Arbeitslose...
The winner takes it all!
The winner takes it all!
"Der Bericht von 1630 meldet, dass die letzte Ur-Kuh 1627 dahingegangen sei. Sie wurde gewildert."
In diesem Satz steckt das ganze, vergebliche Elend des Naturschutzes.
Naturschützer brauchen staatliche Gewalt, die ihnen bei der Durchsetzung des Schutzes hilft. Wo diese Schutzmacht nur einmal nicht zur Stelle ist, findet sich schon jemand, der einer Art den Garaus macht, wenn nicht heute, dann morgen.
Zum Vernichten braucht man nur eine Handvoll Ignoranten - zum bewußten Bewahren nahezu vollkommenen Konsens oder eben eine allgegenwärtige Staatsmacht.
Menschenaffen, Tiger, Wale -- sie werden früher oder später unweigerlich dem Ur folgen.
Das ist mir zu einfach. Der Naturschutz muss und wird scheitern, weil er in seiner heutigen Form eine romantisierte idealistische Strömung jenseits der Realitäten ist.
Damit bringt er am Ende nur Bevormundung und Privilegierung zu Stande.
Der Erfolg der Spezies Mensch macht evolutionär andere Arten überflüssig, oder verdrängt sie wegen der Nahrungs- und Lebensraumkonkurrenz.
Daran wird kein Naturschutz etwas ändern.
Der Versuch das eigentliche Problem zu umgehen macht staatliche Regulierung nötig, denn Mangel muss verwaltet und damit privilegiert werden, nur beheben kann man damit den Mangel auf Dauer nicht.
H.
Das ist mir zu einfach. Der Naturschutz muss und wird scheitern, weil er in seiner heutigen Form eine romantisierte idealistische Strömung jenseits der Realitäten ist.
Damit bringt er am Ende nur Bevormundung und Privilegierung zu Stande.
Der Erfolg der Spezies Mensch macht evolutionär andere Arten überflüssig, oder verdrängt sie wegen der Nahrungs- und Lebensraumkonkurrenz.
Daran wird kein Naturschutz etwas ändern.
Der Versuch das eigentliche Problem zu umgehen macht staatliche Regulierung nötig, denn Mangel muss verwaltet und damit privilegiert werden, nur beheben kann man damit den Mangel auf Dauer nicht.
H.
>>Entweder machen wir die "Anderen" dafür platt oder wir machen uns gegenseitig platt, für die "Anderen".<<
Wenn man die "Anderen" (was/wen haben Sie denn damit gemeint?) "plattmacht", bleibt nicht zwangsläufig mehr übrig für sich selbst. Im Einklang mit der Natur zu leben heißt auch, die eigenen Ressourcen zu erhalten. Mithilfe diesen großen Tier- und Pflanzenreichs hat sich ein Ökosystem über sehr lange Zeit stabilisiert, an das sich der Mensch lokal und global angepasst hat und nur auf dessen Grundlage er so existieren kann, wie er es tut. Diese Abhängigkeit zeigt sich jedem, der hinschaut.
Sollte der Mensch einem Meteoriten gleich alles platt machen, so sägt er den Ast, auf dem er sitzt, einfach ab.
Naturschutz ist auch Selbstschutz.
Nur setzt diese Einsicht die Fähigkeit voraus, weiter in die Zukunft zu denken als die eigene Nase lang ist.
Was ich in dieser Hinsicht über die übergroße Bevölkerungsmehrheit denke, schreibe ich mal lieber nicht.
Das gleiche Problem stellt sich ja auch bei dem Thema Verteilungsgerechtigkeit. Auch da können oder wollen viele nicht begreifen, dass, wenn sie andere Menschen ausbeuten, demütigen, kränken, dass das mit Sicherheit auf sie selbst zurückfallen wird, oder auf ihre Kinder, spätestens auf ihre Enkel.
Nur setzt diese Einsicht die Fähigkeit voraus, weiter in die Zukunft zu denken als die eigene Nase lang ist.
Was ich in dieser Hinsicht über die übergroße Bevölkerungsmehrheit denke, schreibe ich mal lieber nicht.
Das gleiche Problem stellt sich ja auch bei dem Thema Verteilungsgerechtigkeit. Auch da können oder wollen viele nicht begreifen, dass, wenn sie andere Menschen ausbeuten, demütigen, kränken, dass das mit Sicherheit auf sie selbst zurückfallen wird, oder auf ihre Kinder, spätestens auf ihre Enkel.
Moin,
Sie beschreiben den Menschen, die vorgeblich überlegene Spezies, als Betreiber eines globalen Osterinsel-Experiments. So ganz unrecht haben Sie bei der Benennung des menschlichen Treibens sicher nicht, gänzlich falsch liegen Sie aber in der Bewertung.
Zunächst drei Worte zu den Osterinseln, das sind die mit den Steinköpfen, baumlose Inseln mit steinernen Köpfen. Heute geht man davon aus, dass das rituelle Aufstellen der Köpfe zur Ausrottung des Baumbestands und damit zum Ende der dortigen Zivilisation geführt hat.
Mit gentechnischen Hybridsaaten, die (hauptsächlich) in den USA eine beachtliche Verbreitung gefunden haben, scheint es nun doch kleine Nebeneffekte zu geben, wie eine mögliche zumindest teilweise Sterilität der Zuchttiere, an die sie verfüttert werden. Aber ich möchte hier jetzt gar keine Gen-Debatte starten. Nehmen wir als Gedankenexperiment einmal an, das globale Osterinsel-Experiment wäre geglückt; in Ihrem Sprachgebrauch wäre also der Mensch alles platt machend eingeschlagen. Nun, was dann ganz sicher ausgerottet wäre, kann nur der Mensch selber sein, er würde schlicht an seiner Hybris verhungern. Nur kann er seiner Insel dann eben nicht einfach den Rücken kehren.
Sieger sind vermutlich eine ganze Reihe Krabbeltiere, Insekten, Spinnentiere und ähnliches. Schön nur, dass der Mensch dabei den Vorgang seiner eigenen Ausrottung mental begreifen kann.
Beste Grüße
Grabert
Nur setzt diese Einsicht die Fähigkeit voraus, weiter in die Zukunft zu denken als die eigene Nase lang ist.
Was ich in dieser Hinsicht über die übergroße Bevölkerungsmehrheit denke, schreibe ich mal lieber nicht.
Das gleiche Problem stellt sich ja auch bei dem Thema Verteilungsgerechtigkeit. Auch da können oder wollen viele nicht begreifen, dass, wenn sie andere Menschen ausbeuten, demütigen, kränken, dass das mit Sicherheit auf sie selbst zurückfallen wird, oder auf ihre Kinder, spätestens auf ihre Enkel.
"Was ich in dieser Hinsicht über die übergroße Bevölkerungsmehrheit denke, schreibe ich mal lieber nicht."
...dieser Pessimismus? Nur weil uns jetzt schwarz-gelb regiert?
"Was ich in dieser Hinsicht über die übergroße Bevölkerungsmehrheit denke, schreibe ich mal lieber nicht."
...dieser Pessimismus? Nur weil uns jetzt schwarz-gelb regiert?
> [...] Entweder machen wir die "Anderen" dafür platt
> oder wir machen uns gegenseitig platt, für
> die "Anderen".
Was für ein absolut hanebüchener Unsinn. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie manche meinen, im Brustton der Überzeugung Plattitüten von sich geben zu müssen - die von keiner Spur Wissen oder gar Nachdenklichkeit getrübt sind.
Googelt 'mal nach dem Stichwort "ecosystem services" - dann sollte sehr schnell klar werden, dass "andere platt machen" bedeutet, sich selber zu plätten. Gute Hintergrundinformationen gibt es auch im Millennium Ecosystem Assessment Report: http://www.maweb.org/en/i...
> [...] Ich denke nicht.
Dem würde ich hingegen uneingeschränkt zustimmen.
Aber nur als Frage: Es gab mal vor Zeiten viel Natur ( Tiere und Pflanzen ) und keine Menschen, heute haben wir so 6 Giga Menschen, mit mehr oder weniger großen Ansprüchen. Ist die Erde inzwischen größer geworden, bietet sie inzwischen mehr Ressourcen, damit "Natur" und Menschen gleichzeitig Platz finden - und vor allen Dingen, gleichzeitig essen ( wohnen ) können? Jeder Hund weiß, woher sein Fresschen kommt, und wir?
Aber nur als Frage: Es gab mal vor Zeiten viel Natur ( Tiere und Pflanzen ) und keine Menschen, heute haben wir so 6 Giga Menschen, mit mehr oder weniger großen Ansprüchen. Ist die Erde inzwischen größer geworden, bietet sie inzwischen mehr Ressourcen, damit "Natur" und Menschen gleichzeitig Platz finden - und vor allen Dingen, gleichzeitig essen ( wohnen ) können? Jeder Hund weiß, woher sein Fresschen kommt, und wir?
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