Als Angela Merkel jüngst auf ihrer "Odyssee" (Focus, Welt, Tagesschau, n-tv und andere) von Bozen über die Autobahn zurück nach Berlin fuhr, wechselte sie für eine Weile vom Auto in den Bus, in dem die begleitenden Journalisten saßen. Es entstand das Symbolfoto der Asche-Krise: die Kanzlerin im Bus! Sie ist eine aus dem Volk.

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Reisebusfahren hat in Deutschland ein sehr wenig elitäres Image. Rentner- und Jugendgruppen sitzen im Bus, den allermeisten anderen ist der Bus als Alternative zu Bahn, Auto oder Flugzeug unbekannt (obwohl Busreisen besonders umweltfreundlich sind). Es gibt einfach zu wenige Strecken. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier)

Das liegt an einem Gesetz von 1931: Anders als in England oder Schweden sind in Deutschland Fernbuslinien nur in den seltenen Fällen erlaubt, in denen sie der Bahn keine Konkurrenz machen. Die Ausnahme bildet Berlin, das zu DDR-Zeiten (bis heute bestehende) Buslinien bekam, damit die Westberliner zur Not mit dem Bus in den Westen kamen. Und wer will das alte Gesetz wohl abschaffen? Die FDP. Das kriegt sie nach Merkelchens Busfahrt bestimmt durch.

Recherche: Friederike Milbradt