Wirtschaftsminister Brüderle "Genau prüfen"
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) über Griechenland und das Geld.
DIE ZEIT: Herr Minister, würden Sie heute griechische Anleihen kaufen?
Rainer Brüderle: Wenn ich spekulieren wollte, dann ja. Aber ich bin in Geldfragen als Liberaler eher konservativ. Griechische Anleihen sind heute hoch spekulativ…
ZEIT: …weil die Griechen am Ende doch umschulden müssen und die Anleihen dann weniger wert sind? Oder kann die Regierung in Athen fest damit rechnen, dass die europäischen Regierungen ihr das nötige Geld leihen werden?
Brüderle: Das hängt sehr davon ab, was Griechenland jetzt tut. Die Griechen müssen wissen, dass sie überhaupt nur dann Hilfen bekommen, wenn sie den harten Weg der Reformen gehen.
ZEIT: Und wer entscheidet, ob sie das wirklich tun?
Brüderle: Das werden drei Kontrollinstitutionen prüfen: der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission. Im Übrigen haben die Griechen in diesem Jahr ja bereits geliefert und harte Reformen beschlossen. Nun muss noch geprüft werden, ob auch die Konzepte für die Jahre 2011 und 2012 überzeugen. Wir wollen konkrete Vorschläge. Vorher wird es von keiner der Kontrollinstitutionen grünes Licht geben. Und von Deutschland auch nicht.
ZEIT: Auf der Frühjahrstagung des IWF wurden die Deutschen für ihre Haltung von anderen Regierungen kritisiert. Der Vorwurf lautete: Ihr zögert zu lange, die Griechen brauchen das Geld jetzt.
Brüderle: Die nächsten griechischen Anleihen werden erst in ein paar Wochen fällig. Es ist im Übrigen sehr wichtig, dass beim ersten Fall dieser Art ein überzeugendes Verfahren installiert wird. Deswegen fordern wir eine solide Grundlage, die Griechenland aus der Misere hilft, ohne es in die Deflationsspirale zu treiben. Die Hilfe wird in der Eurogruppe beschlossen werden, und die braucht für eine Entscheidung die Einstimmigkeit. Jeder Staat muss also genau prüfen, ob er zustimmt. Auch wir in Deutschland werden das tun.
ZEIT: Damit aus Deutschland Kredite fließen können, muss ein Bundesgesetz verabschiedet werden. Sollte sich der Bundestag damit noch Zeit lassen?
Brüderle: Man kann es jetzt schon verabschieden. Nur sollte die Regierung die endgültige Entscheidung davon abhängig machen, dass Griechenland seinen Beitrag auch leistet.
- Datum 28.04.2010 - 13:11 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 29.04.2010 Nr. 18
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"Viele europäische Banken haben griechische Anleihen im Wert von vielen Milliarden Euro in den Bankbilanzen. Wenn davon große Teile abgeschrieben werden müssten, würden Banken bei der Kreditvergabe noch restriktiver."
Oder sie hören auf mit dem Spekulieren oder gehen gar selbst insolvent? Wer weiß, wer weiß. Aber logisch, dass ein Liberaler wie Brüderle niemals den Banken direkt an's Geschäft gehen würde. Wäre ja unliberal, (ganz anders als Sparapelle oder das Eintreten gegen einen Mindestlohn, nicht wahr Herr Brüderle?).
… die in Deutschland den Weg für unbegrenzte Kreditgeschäfte freigemacht haben, trugen ein SPD-Parteibuch.
Aber vielleicht sind die Dinge gar nicht so wild; immerhin verwies doch ein Herr Steinbrück darauf, dass es sich bei der Finanzkrise um ein grundsätzlich amerikanisches Problem handelt, von dem Deutschland nicht betroffen ist.
… die in Deutschland den Weg für unbegrenzte Kreditgeschäfte freigemacht haben, trugen ein SPD-Parteibuch.
Aber vielleicht sind die Dinge gar nicht so wild; immerhin verwies doch ein Herr Steinbrück darauf, dass es sich bei der Finanzkrise um ein grundsätzlich amerikanisches Problem handelt, von dem Deutschland nicht betroffen ist.
...den Brüderle da Ackermann nachplappert: Die Banken sollen ihre griechischen "Fehlanleihen" ruhig abschreiben. Es machen dann halt ein paar Tausend reiche und superreiche Spekulanten Verluste. Das schadet nicht! Daß sie danach restriktiver werden liegt auf der Hand. Auch das schadet nicht! Wenn er das mit Hinweis auf die gerade erblühende Konjunktur ablehnt ist das mindestens fahrlässig - denn durch diese Begründung kam es ja erst zum griechischen Desaster, will sagen: Man hat die deutsche Konjunktur jahrelang durch die Inkaufnahme der griechischen Pleite angeschoben.
...keine Sekunde lang, dass die Banken restriktiver werden, als sie ohnehin schon sind. Dann müssten sie angesichts der EZB-Niedrigzinspolitik doch das Geld jetzt nur so raushauen, ist das so?
Die eigentliche Entscheidung vor der eine Bank steht ist doch: benutz ich das Geld für die Realwirtschaft oder spekuliere ich ein bisschen damit? Spekulationen bringen in einem bulligen Markt einfach den besseren Schnitt und die dickeren Boni. Es wäre natürlich vergleichsweise einfach, diese Abwägung per Besteuerung ein bisschen mehr in Richtung Realwirtschaft zu verschieben (man muss ja nicht gleich die nächste Immobilienblase damit aufblasen).
Aber all das benennt (und erkennt?) Brüderle natürlich nicht. Vermutlich plabbert er seinen Beratern aus der Finanzindustrie tatsächlich nur nach, ist auch besser so für die Lobby-gestützte Parteikasse. Bei den Banken gibts viel zu holen...
...keine Sekunde lang, dass die Banken restriktiver werden, als sie ohnehin schon sind. Dann müssten sie angesichts der EZB-Niedrigzinspolitik doch das Geld jetzt nur so raushauen, ist das so?
Die eigentliche Entscheidung vor der eine Bank steht ist doch: benutz ich das Geld für die Realwirtschaft oder spekuliere ich ein bisschen damit? Spekulationen bringen in einem bulligen Markt einfach den besseren Schnitt und die dickeren Boni. Es wäre natürlich vergleichsweise einfach, diese Abwägung per Besteuerung ein bisschen mehr in Richtung Realwirtschaft zu verschieben (man muss ja nicht gleich die nächste Immobilienblase damit aufblasen).
Aber all das benennt (und erkennt?) Brüderle natürlich nicht. Vermutlich plabbert er seinen Beratern aus der Finanzindustrie tatsächlich nur nach, ist auch besser so für die Lobby-gestützte Parteikasse. Bei den Banken gibts viel zu holen...
… die in Deutschland den Weg für unbegrenzte Kreditgeschäfte freigemacht haben, trugen ein SPD-Parteibuch.
Aber vielleicht sind die Dinge gar nicht so wild; immerhin verwies doch ein Herr Steinbrück darauf, dass es sich bei der Finanzkrise um ein grundsätzlich amerikanisches Problem handelt, von dem Deutschland nicht betroffen ist.
... und Merkel hat sich für CDO's stark gemacht und damit offene Türen eingerannt:
http://www.weissgarnix.de...
Es spielt offensichtlich keine Rolle, welcher neoliberale Parteiblock was beschlossen hat. Die SPD ist für mich genauso unwählbar wie die Grünen, die CDU oder die FDP.
Brüderle ist übrigens Mitglied des Beirates der deutschen Bank (unter anderem):
http://www.bundestag.de/b...
Nur so. Dass er jetzt Feuerwehr spielt, wo doch der FDP die Deregulierungen nie weit genug gehen konnten, sei's drum, ist ja gerade modern.
Aber mögen werde ich den Brüderle nie, schon deshalb nicht, weil er sich mit Scheinargumenten gegen Mindestlöhne einsetzt.
... und Merkel hat sich für CDO's stark gemacht und damit offene Türen eingerannt:
http://www.weissgarnix.de...
Es spielt offensichtlich keine Rolle, welcher neoliberale Parteiblock was beschlossen hat. Die SPD ist für mich genauso unwählbar wie die Grünen, die CDU oder die FDP.
Brüderle ist übrigens Mitglied des Beirates der deutschen Bank (unter anderem):
http://www.bundestag.de/b...
Nur so. Dass er jetzt Feuerwehr spielt, wo doch der FDP die Deregulierungen nie weit genug gehen konnten, sei's drum, ist ja gerade modern.
Aber mögen werde ich den Brüderle nie, schon deshalb nicht, weil er sich mit Scheinargumenten gegen Mindestlöhne einsetzt.
...keine Sekunde lang, dass die Banken restriktiver werden, als sie ohnehin schon sind. Dann müssten sie angesichts der EZB-Niedrigzinspolitik doch das Geld jetzt nur so raushauen, ist das so?
Die eigentliche Entscheidung vor der eine Bank steht ist doch: benutz ich das Geld für die Realwirtschaft oder spekuliere ich ein bisschen damit? Spekulationen bringen in einem bulligen Markt einfach den besseren Schnitt und die dickeren Boni. Es wäre natürlich vergleichsweise einfach, diese Abwägung per Besteuerung ein bisschen mehr in Richtung Realwirtschaft zu verschieben (man muss ja nicht gleich die nächste Immobilienblase damit aufblasen).
Aber all das benennt (und erkennt?) Brüderle natürlich nicht. Vermutlich plabbert er seinen Beratern aus der Finanzindustrie tatsächlich nur nach, ist auch besser so für die Lobby-gestützte Parteikasse. Bei den Banken gibts viel zu holen...
...zeugt von seiner hohen Wirtschaftskompetenz: Moderne Konjunktur läuft nicht wegen sondern trotz Banken. Deren "Geschäfte" Konjunktur abwürgen durch das Abgreifen (und Umverteilen) auch noch der kleinsten Rationalisierungsreserve.
"Trotzdem könnten wir natürlich auch im aktuellen Fall eine Art Vergleich suchen. Das aber hätte einen großen Nachteil. Viele europäische Banken haben griechische Anleihen im Wert von vielen Milliarden Euro in den Bankbilanzen. Wenn davon große Teile abgeschrieben werden müssten, würden Banken bei der Kreditvergabe noch restriktiver. Und das wäre wiederum Gift für den beginnenden Aufschwung und die deutsche Wirtschaft."
wie wäre es, die dann "übrig" gebliebenen rund 8 milliarden einfach in den deutschen mittelstand zu investieren?
Man ist geneigt die Frage zu stellen: Nehmen unsere sogenannten Politiker eigentlich noch die Realität wahr oder sind sie dem Weltlichen bereits gänzlich entrückt?
... und Merkel hat sich für CDO's stark gemacht und damit offene Türen eingerannt:
http://www.weissgarnix.de...
Es spielt offensichtlich keine Rolle, welcher neoliberale Parteiblock was beschlossen hat. Die SPD ist für mich genauso unwählbar wie die Grünen, die CDU oder die FDP.
Brüderle ist übrigens Mitglied des Beirates der deutschen Bank (unter anderem):
http://www.bundestag.de/b...
Nur so. Dass er jetzt Feuerwehr spielt, wo doch der FDP die Deregulierungen nie weit genug gehen konnten, sei's drum, ist ja gerade modern.
Aber mögen werde ich den Brüderle nie, schon deshalb nicht, weil er sich mit Scheinargumenten gegen Mindestlöhne einsetzt.
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