Kalter Krieg Chruschtschows schönster Tag
Am 1. Mai 1960 schossen die Sowjets den US-Spionagepiloten Gary Powers über Sibirien ab. Der Kalte Krieg erreichte einen neuen Höhepunkt
Die Nachrichten, die Anfang der fünfziger Jahre in Washington eintrafen, waren beunruhigend: Mit aller Macht rüstete die Sowjetunion auf; innerhalb von fünf Jahren war der alte Verbündete aus den Tagen des Zweiten Weltkriegs zum Todfeind geworden. Nicht allein, dass sowjetische Physiker bereits im Oktober 1949 die Atombombe gezündet hatten. Deutsche V2-Techniker, nach 1945 zwangsrekrutiert und jetzt heimgekehrt, berichteten von den Erfolgen der Russen in der Raketentechnik. Amerikanische Militärattachés meldeten, das Land habe neue Langstreckenbomber gebaut. Schon bald könnte es über atomar gerüstete Interkontinentalraketen und eine strategische Bomberflotte verfügen. Hatten die Sowjets die Vereinigten Staaten in der Rüstung überholt?
Aufklärung tat not. Satelliten gab es noch nicht, als Spionagemittel kam nur ein in großer Höhe fliegendes Flugzeug infrage, ausgerüstet mit einer Spezialkamera. Ein Entwurf der Firma Lockheed machte das Rennen – ein von einem starken Turbojet angetriebenes Langstrecken-Aufklärungsflugzeug, das es über 20.000 Meter hoch schaffte und damit für die Luftabwehr unerreichbar war. Denn die Abfangjäger konnten nicht so hoch fliegen, die ersten Boden-Luft-Raketen nicht so präzise zielen. 1956 standen 25 dieser spartanisch ausgestatteten Maschinen bereit, genannt »U-2«. Nun konnte Operation Overflight beginnen, die erfolgreichste Spionageaktion in der Geschichte des amerikanischen Geheimdienstes CIA.
Von ihren Flügen kehrten die Piloten mit Tausenden bestechend scharfer Aufnahmen zurück. Die Auswertung erbrachte zwei wichtige Ergebnisse. Erstens: Die Sowjetunion war weit davon entfernt, eine strategische Bomberflotte aufzustellen. Und zweitens: Beim Bau von Langstreckenraketen hatte Moskau offenbar große Fortschritte erzielt.
Der Start des Sputniks am 4. Oktober 1957 bestätigte die Befürchtung, dass die Sowjetunion die USA in der Raketentechnik tatsächlich überholt hatte. Damit stand das Hauptziel der künftigen Flüge fest: Die Piloten sollten die Raketentestgelände und Atomzentren hinter dem Eisernen Vorhang ausspähen. US-Präsident Dwight D. Eisenhower war sich der politischen Brisanz der Flüge bewusst, die sämtlich von der sowjetischen Luftabwehr registriert worden waren. Auf einem Gipfeltreffen, das für Mitte Mai 1960 in Paris angesetzt war, wollte er die Chancen für eine Entspannung ausloten. Er ordnete daher an, dass der letzte Überflug bis zum 26. April beendet sein sollte, verschob den Termin aber wegen schlechten Wetters mehrmals bis zum 1.Mai. Zwei Wochen blieben noch bis zum Pariser Gipfel.
Welch ein symbolisches Datum der 1. Mai war, hatte offenbar niemand in Washington bedacht: Neben den Jahrestagen der Oktoberrevolution und des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg war der 1. Mai einer der hohen Festtage – eine Gelegenheit für die Kreml-Führung, auf dem Roten Platz in Moskau eine Militärparade abzunehmen und Stärke zu zeigen. Ein Spionageflug just an diesem Tag musste Nikita Chruschtschow, den Ersten Sekretär des Zentralkomitees, zutiefst demütigen. Ein gutes Verhandlungsklima in Paris war damit ausgeschlossen. Noch Jahrzehnte später sollte man über Eisenhowers Entscheidung rätseln: Panne oder Kalkül?
Am frühen Morgen des 1. Mai startete der Air-Force-Pilot Francis Gary Powers von Peschawar in Pakistan. Die rund 6100 Kilometer lange Strecke – der 24. Überflug insgesamt – führte über Baikonur, Swerdlowsk, Plessezk und Murmansk bis nach Bodø in Norwegen. Die Umstände waren alles andere als günstig: Der Pilot war nicht ausgeruht, sein Flugzeug schlecht gewartet, die Route zu lang, die Ziele waren ehrgeizig gesetzt. Schon kurz nach dem Start fiel der Autopilot aus. Hinter der sowjetischen Grenze bemerkte Powers tief unter sich mehrere Abfangjäger. Er wusste, dass sie ihn nicht treffen konnten. Wenn es allerdings zu einem Flammabriss des Turbojets kam, was öfter geschehen war, müsste er für einen Neustart der Maschine tiefer fliegen.
Unterdessen rüstete sich 3000 Kilometer weiter nordwestlich Moskau zur Maiparade. Noch vor dem Aufbruch zum Roten Platz erreichte Chruschtschow die Nachricht, dass wieder ein Spähflugzeug das Land überflog. Der Erste Sekretär tobte. Man werde die Maschine abschießen, versprach Sergej Birjusow, Chef der Luftabwehr. Chruschtschow, zu oft enttäuscht von seinen Generälen, wollte es nicht glauben. Birjusow sah seine letzte Stunde als Marschall der Sowjetarmee gekommen.
Powers steuerte gerade den zweiten Zielpunkt der Route an, die Rüstungsstadt Swerdlowsk am Ural, das heutige Jekaterinburg. Er wusste nicht, dass die Sowjets gut getarnt verbesserte Boden-Luft-Raketen aufgestellt hatten, die mit einem Radarhöhenmesser gekoppelt waren. Zudem waren alle Überflüge analysiert worden, sodass die Luftabwehr ungefähr wusste, welche Ziele die U-2 passieren würde. Es war, als hätten die Sowjets Powers geradezu erwartet.
Drei Stunden und 27 Minuten nach dem Start sah der Pilot einen orangefarbenen Blitz und spürte einen Schlag. Kurz darauf stürzte die Maschine ab und geriet ins Trudeln. Durch die Fliehkraft gegen die Armaturen gepresst, konnte er den Schleudersitz nicht auslösen, sondern nur das Kabinendach abwerfen. Kaum hatte er den Gurt gelöst, wurde er ins Freie gezogen, ohne die Sprengladung zünden zu können, welche die Kamera zerstören sollte. In 4600 Meter Höhe öffnete sich automatisch der Fallschirm.
Powers landete auf einem Acker in der Nähe einer Siedlung und sah sich bald von einigen Kolchosniks umringt, am Himmel bemerkte er einen zweiten Fallschirm. Die Bauern nahmen ihm Pistole und Jagdmesser ab. Kurz darauf in Moskau, noch während der Maiparade, flüsterte Marschall Birjusow auf dem Lenin-Mausoleum Chruschtschow zu, dass das Flugzeug abgeschossen und der Pilot gefangen genommen worden sei. Chruschtschow war glücklich. Vier Jahre hatte er auf diesen Triumph gewartet.
Bereits am späten Nachmittag des 1. Mai wurde Powers in der Moskauer Lubjanka verhört, Sitz des Geheimdienstes KGB. Am Tisch saßen Bewacher und Dolmetscher an seiner Seite, hinter ihm, für ihn nicht zu sehen, hatten mehrere Dutzend Personen Platz genommen, allesamt hochrangige Funktionäre, Geheimdienstmitarbeiter und Militärs. Das Wort führte Generalstaatsanwalt Roman Rudenko, der als sowjetischer Chefankläger 1945/46 beim Nürnberger Prozess bekannt geworden war.
Obwohl alle Piloten der Operation Overflight eine harte Ausbildung hinter sich hatten, war keiner von ihnen auf solch eine Situation vorbereitet worden. Ein Abschuss stand nicht auf dem Lehrplan. Es gab nur eine kurze Dienstanweisung, die es den Piloten erlaubte, bei Gefangennahme alles zu sagen. Instinktiv beschloss Powers, der erfahrenste Pilot im U-2-Team, nur das zuzugeben, was der KGB ohnehin wusste, nichts von sich aus zu offenbaren und im Übrigen den unbedarften Piloten zu spielen. Würde man ihn foltern oder unter Drogen setzen? Wussten die Sowjets, dass er eine Ausbildung für den Abwurf von Atombomben hatte?
Powers erklärte, er sei 1929 in Virginia als Sohn eines Schuhmachers geboren. Er arbeite als ziviler Pilot für die CIA und habe den Auftrag gehabt, die Sowjetunion zu überfliegen und an bestimmten Punkten, gemäß Flugplan, die Kamera einzuschalten. Es sei sein erster Überflug gewesen. »Wie hoch sind Sie geflogen?«, wollte Rudenko wissen. Immer wieder kam er auf diesen Punkt zu sprechen: wie hoch das Flugzeug geflogen sei, als es getroffen wurde. »20.700 Meter, die maximale Flughöhe.« Powers erkannte: Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis.
Am nächsten Morgen wurde er überraschend zu einer Stadtrundfahrt eingeladen. Die Russen, die ihn bewachten, wollten ihm einige sowjetische Errungenschaften zeigen. Dann begannen die Verhöre, jeden Tag zehn Stunden, insgesamt 61 Tage. Um ihn in Widersprüche zu verwickeln, stellten ihm die Spezialisten mit entnervender Geduld immer wieder die gleichen Fragen. Sie glaubten ihm nicht, dass er als ziviler Pilot für die CIA gearbeitet habe. Sie nahmen ihm nicht ab, dass es sein erster Flug über der Sowjetunion gewesen sei.
Der Pariser Gipfel platzt, Eisenhowers Politik ist gescheitert
Und immer wieder diese eine Frage nach der Flughöhe im Augenblick des Abschusses. Die Russen betonten jedes Mal, dass das Spionageflugzeug von der ersten Rakete getroffen worden sei. Für Powers kam das etwas zu oft. Er war überzeugt, dass mehrere Raketen auf ihn abgefeuert worden waren und dass die Sowjets offenbar nicht wussten, in welcher Höhe sie getroffen hatten. Sie wollten es von ihm erfahren. Bei diesem Abschuss – dem ersten eines Flugzeuges durch eine Boden-Luft-Rakete überhaupt – arbeitete der Radarhöhenmesser noch ungenau, weshalb mehrere Raketen in verschiedenen Höhen gezündet worden waren. Die Frage verriet die Russen. Denn nun begriff Powers, weshalb er nach dem Abschuss am Himmel einen zweiten Fallschirm gesehen hatte: Die Sowjets hatten auch einen der eigenen Jäger getroffen.
Alles in allem behandelte der KGB Powers korrekt. Das Essen war akzeptabel, er bekam eine Einzelzelle, wenngleich Tag und Nacht beleuchtet, mit einer Pritsche, deren Stahlfedern durch das Tuch drückten. Auf dem Dach eines der Lubjanka-Gebäude konnte er jeden Tag in einem Drahtverhau einige Schritte gehen. Er wurde weder geschlagen noch gefoltert, Drogen wurden ihm nicht verabreicht. Die einzige Folter waren seine eigenen Gedanken. Dass ihn die Todesstrafe erwartete, stand für ihn fest.
Über den Abschuss hatten die sowjetischen Medien zunächst nichts verlauten lassen. Washington gab bekannt, dass ein hoch fliegendes »Wetterflugzeug« über der Türkei vom Kurs abgekommen und verschollen sei. Aufgrund des Schweigens aus Moskau nahm die CIA an, dass Powers ums Leben gekommen und das Flugzeug zerstört worden sei. Erst am 5. Mai enthüllte Chruschtschow im Obersten Sowjet den Abschuss. Doch in Washington wiederholte man nur stur die Meldung über ein verschollenes Wetterflugzeug.
Zwei Tage später ließ Chruschtschow die Bombe platzen und verkündete, dass der Pilot am Leben sei und alles gestanden habe. Kurz darauf eröffnete er im Moskauer Gorki-Park eine Ausstellung mit Überresten der U-2, darunter große Rumpfteile der Maschine, die Kamera und elektronische Lauschgeräte, der Plan der Flugroute, Luftaufnahmen, Goldmünzen, Powers’ Pistole – und eine Giftnadel. Auch Häftling Powers durfte sich die Ausstellung ansehen.
Mit gemischten Gefühlen reiste Eisenhower Mitte Mai zum Gipfel nach Paris. Chruschtschow hatte darauf bestanden, als Erster zu reden. Er protestierte heftig gegen die Aggression der USA und forderte eine Entschuldigung. In seiner Antwort verkündete Eisenhower lediglich, dass es keine Überflüge mehr geben werde. Postwendend verließ Chruschtschow das Treffen. Der Pariser Gipfel war geplatzt, Eisenhowers Kurs der Entspannung gescheitert.
Unterdessen gingen die Verhöre weiter. Powers’ Vorgesetzte hatten ihm stets versichert, dass der sowjetische Geheimdienst alles über die U-2 wisse. Nun stellte er fest, dass der KGB noch nicht einmal die Spezialaufträge der Flugzeuge kannte: Die Verhörspezialisten stellten keine einzige Frage nach den täglichen Spionageflügen der U-2 während der Sueskrise 1956. Beharrlich wollten sie die Namen der übrigen Piloten aus seiner Einheit erfahren, was Powers rundweg ablehnte. Immer wieder bohrten sie nach, warum er den Schleudersitz nicht betätigt und die Sprengladung der Maschine nicht in Gang gesetzt hatte. Habe er befürchtet, dass der Mechanismus des Schleudersitzes mit der Sprengladung gekoppelt gewesen sei? Offenbar wollte der KGB unterstellen, die CIA hätte Powers bei einem Abschuss töten wollen. Gelegentlich erhöhten die Verhörspezialisten den Druck, indem sie ihm amerikanische Zeitungen zeigten, die gespickt waren mit Falschmeldungen und abstrusen Verdächtigungen. Er begriff, dass er nicht nur den KGB, sondern auch die amerikanischen Medien zum Gegner hatte.
Der Prozess war auf den 17. August 1960 festgesetzt worden, Powers’ 31. Geburtstag. Zuvor hatte sich sein sowjetischer Rechtsbeistand bei ihm eingestellt. Wie sich zeigte, sollte er ihn vor allem zu erwünschten, genau festgelegten Sprachregelungen überreden. Sie könnten das Urteil beeinflussen, versicherte er. Powers sollte sein Verbrechen zugeben, es »zutiefst« bereuen und die »aggressive, kriegstreiberische Politik« der USA verurteilen. Mit größtem Widerwillen musste er feststellen, dass er an einem Schauprozess teilnehmen sollte, in dem er stellvertretend für sein Land auf der Anklagebank sitzen würde. Vermutlich stand das Urteil schon längst fest.
Ort des Prozesses vor dem Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes war der Säulensaal des Moskauer Gewerkschaftshauses, in dem in den dreißiger Jahren die Schauprozesse gegen Kamenew, Sinowjew und Bucharin stattgefunden hatten. Vor rund tausend Zuschauern, in Anwesenheit seiner Eltern und seiner Ehefrau Barbara, musste Powers drei Tage lang Rede und Antwort stehen. Die Weltpresse berichtete. Wie abgesprochen, bekannte er, ein Verbrechen begangen zu haben, das er zutiefst bereue, doch sein Heimatland anzuklagen, lehnte er ab. Obwohl Powers nur teilweise mitspielte, konnte er bald aufatmen: Rudenko forderte »nur« 15 Jahre Gefängnis. Erst später sollte er erfahren, dass die CIA bis zuletzt an ein inszeniertes Spiel mit einem falschen Angeklagten geglaubt hatte. Zehn Jahre Gefängnis, lautete das Urteil.
Seine Haftzeit musste Powers im Gefängnis von Wladimir antreten, 150 Kilometer östlich von Moskau. Man gab ihm einen Zellengenossen, wie er besser nicht hätte sein können: einen politischen Gefangenen mit Namen Zigurd Kruminsh aus Lettland, der etwas Englisch sprach, gern Schach spielte und genug Mitgefühl besaß, den Zellengenossen nicht über seinen Flug auszufragen.
Am meisten machten Powers die Presseberichte aus der Heimat zu schaffen. Einige der Journalisten fragten, warum er sich nicht mit der Giftnadel getötet habe. Warum nur hatte er das Flugzeug nicht zerstört? Und er habe ja wohl Geheimnisse verraten, sicherlich unter Drogen. War er »umgedreht« worden? Powers begriff, was man ihm eigentlich vorwarf: Er hatte überlebt, und lebend war er für sein Land ein Problem.
Am Morgen des 10. Februar 1962, nach 21 Monaten Haft, wurde Powers auf der Glienicker Brücke zwischen Potsdam und West-Berlin gegen den Sowjetspion Rudolf Abel ausgetauscht. Es war der erste Austausch von Agenten aus Ost und West, eine Premiere auch für den DDR-Anwalt Wolfgang Vogel. Ein freier Mann war Powers damit keineswegs. Mehrere Wochen lang wurde er von verschiedenen Kommissionen der CIA und der Air Force verhört, ein Test mit dem Lügendetektor inklusive. Der Abschlussbericht stellte fest, dass er korrekt gehandelt und dem Gegner keine Geheimnisse preisgegeben habe.
Seine letzte Ruhe findet Powers auf dem Heldenfriedhof Arlington
Der Bericht entlastete Powers zwar, aber da gab es einen Haken – er war geheim. Der neue CIA-Chef John McCone blieb skeptisch und ließ über das Ergebnis nichts verlauten. Die Verdächtigungen in der Presse nahmen daher kein Ende. Eine Kommission des Senats sprach ihn ohne Einschränkung frei, doch der Makel, der Powers anhaftete, blieb bestehen. John F. Kennedy, der neue Präsident, sagte einen angekündigten Empfang für Powers ab, ein Orden, den alle anderen U-2-Kameraden erhielten, wurde ihm versagt. Justizminister Robert Kennedy dachte sogar über einen Prozess gegen den Piloten nach.
Dabei hätte Powers vieles berichten können. Er hatte die Denkweise zweier feindlicher Geheimdienste kennengelernt, eine einzigartige Erfahrung. Vorteilhaft waren seine Schlussfolgerungen nicht. Die Dienste dachten zu starr, und sie wussten weitaus weniger über die Gegenseite als angenommen. Was der KGB nicht gefragt hatte, war viel wichtiger als das, was er hatte wissen wollen. Es interessierte niemanden.
Teile des »militärisch-industriellen Komplexes« sahen überdies ihre Kreise empfindlich gestört. Zwar hielt Lockheed Powers die Treue, auch sah sich die Raketenlobby gestärkt, aber andere Firmen, die an neuen Langstreckenbombern arbeiteten, waren von der erstarkten Verteidigungsfähigkeit der Russen irritiert. Das Interesse an dem genauen Hergang des Abschusses blieb erstaunlich gering. Selbst Eisenhower schrieb noch in seinen Erinnerungen, der Pilot habe aufgrund eines Flammabrisses tiefer fliegen müssen und sei deshalb abgeschossen worden – eine glatte Fehlinformation vonseiten der CIA.
1970 veröffentlichte Powers seine eigenen Memoiren. Operation Overflight ist ein erhellendes Buch, das einen anfangs unpolitischen, gelegentlich naiven Air-Force-Piloten zeigt, der zwischen die Mühlsteine der großen Politik geriet. Powers stellte viele Unwahrheiten richtig, die tatsächliche Flughöhe beim Abschuss nannte er auch diesmal nicht. Sein Hauptmakel aber blieb: Er hatte überlebt. Wäre er am 1. Mai 1960 ums Leben gekommen, hätte Amerika ihn zum Heros verklärt.
Francis Gary Powers starb am 1. August 1977 in Los Angeles bei einem Helikopter-Absturz. Er wurde auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt. Endlich hatte sein Land ihn als Helden angenommen.
Der Autor ist Publizist und lebt in Berlin
- Datum 30.04.2010 - 14:41 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 29.04.2010 Nr. 18
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weder gefoltert noch unter Drogen gestellt. Von seinen eigenen Leuten wurde erwartet, dass er sich umbringt und die Anschuldigungen und Verdachtsaeusserungen seitens der Presse hoerten nie auf (so ein Verhalten ist man doch sonst eher von irgendwelchen Terrororganisationen oder Mafia-Grupen gewohnt). Nach 21 Monaten Haft wurde er entlassen.
Da sieht man mal wieder, welcher Teil dieser Welt wie wahrgenommen wird und wurde, welcher Teil dieser Welt Menschenrechte respektiert und in welchem Teil dieser Welt Gefangene gefoltert und hingerichtet werden, wo man fuer ein Verbrechen einen ordentlichen Rechtsbeistand bekommt usw... und das alles im Jahr 1960 kurz vor dem Hoehepunkt des kalten Krieges, in dem Rassentrennung in Amerika und Kommunistenhetze noch alltaeglich waren. Leider gibt es solche kluge Berichterstattung nicht immer.
Verklären Sie bitte nicht die Sowjetunion!
Beide Blöcke haben sich nie etwas geschenkt.
Durch besonderen Humanismus haben sie sich auch nicht hervorgetan.
Innerhalb der Sowjetunion waren Russen gleicher als andere Volksgruppen wie die Ukrainer oder die Balten usw.
Auch gab es keine Reisefreiheit für Sowjetbürger innerhalb der Union.
Rassismus, Ungleichbehandlung,Unterdrückung, alles Dinge die es zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt gibt und gab.
Auch in der UDSSR.
Verklären Sie bitte nicht die Sowjetunion!
Beide Blöcke haben sich nie etwas geschenkt.
Durch besonderen Humanismus haben sie sich auch nicht hervorgetan.
Innerhalb der Sowjetunion waren Russen gleicher als andere Volksgruppen wie die Ukrainer oder die Balten usw.
Auch gab es keine Reisefreiheit für Sowjetbürger innerhalb der Union.
Rassismus, Ungleichbehandlung,Unterdrückung, alles Dinge die es zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt gibt und gab.
Auch in der UDSSR.
"... welcher Teil dieser Welt Menschenrechte respektiert und in welchem Teil dieser Welt Gefangene gefoltert und hingerichtet werden, wo man fuer ein Verbrechen einen ordentlichen Rechtsbeistand bekommt usw ..."
Auch die USA haben keine reine Weste (bei Sklavenhaltung, Völkermord an den Ureinwohnern, Hiroshima, Nagasaki, Vietnam, Guantanamo, abu Ghraib etc. fragt man sich schon, woher dieses Volk sein Selbstverständnis als God´s chosen country nimmt), aber mir der stalinistischen Säuberung und den Zuständen in der SU kann man das nicht ganz vergleichen
Verklären Sie bitte nicht die Sowjetunion!
Beide Blöcke haben sich nie etwas geschenkt.
Durch besonderen Humanismus haben sie sich auch nicht hervorgetan.
Innerhalb der Sowjetunion waren Russen gleicher als andere Volksgruppen wie die Ukrainer oder die Balten usw.
Auch gab es keine Reisefreiheit für Sowjetbürger innerhalb der Union.
Rassismus, Ungleichbehandlung,Unterdrückung, alles Dinge die es zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt gibt und gab.
Auch in der UDSSR.
an beiden Blöcken stimme ich Ihnen zu. Bitte vergessen Sie aber nicht, dass uns im Westen - in Deutschland vornehmlich von den Springerblättern - immer wieder erklärt wurde, nur die Sowjetunion sei so. Die Verbrechen der USA blieben weitgehend unberücksichtigt, weil sie nicht in`s Weltbild passten.
Innerhalb der Sowjetunion waren Russen gleicher als andere Volksgruppen wie die Ukrainer oder die Balten usw.
Alle waren gleich.
Auch gab es keine Reisefreiheit für Sowjetbürger innerhalb der Union.
Was erzählen sie für ein Blödsinn, in der SU konnten alle reisen und sogar extrem Billig.
Ich habe in der SU gelebt, deswegen brauchen Sie mir so ein misst nicht zu erzählen. Sie sind ein Typisches Beispiel für Westliche Aufklärung, BILD gelesen und Sie meinen Sie Wissen alles.
an beiden Blöcken stimme ich Ihnen zu. Bitte vergessen Sie aber nicht, dass uns im Westen - in Deutschland vornehmlich von den Springerblättern - immer wieder erklärt wurde, nur die Sowjetunion sei so. Die Verbrechen der USA blieben weitgehend unberücksichtigt, weil sie nicht in`s Weltbild passten.
Innerhalb der Sowjetunion waren Russen gleicher als andere Volksgruppen wie die Ukrainer oder die Balten usw.
Alle waren gleich.
Auch gab es keine Reisefreiheit für Sowjetbürger innerhalb der Union.
Was erzählen sie für ein Blödsinn, in der SU konnten alle reisen und sogar extrem Billig.
Ich habe in der SU gelebt, deswegen brauchen Sie mir so ein misst nicht zu erzählen. Sie sind ein Typisches Beispiel für Westliche Aufklärung, BILD gelesen und Sie meinen Sie Wissen alles.
Lassen wir doch mal die Kirche im Dorf:
Die ersten einsatzfähigen Atombomben wurden von den Amerikanern in Japan 1945 eingesetzt.
Der Russe hatte damals keine!
Deutschland wurde von den Westmächten gepalten:
Zuerst die Bi- und dann die Tri-Zone geschaffen und dann wurde die Bundesrepublik gegründet - der Ami war mit von der Partie.
Der Russe kam mal wieder zu spät!
In Südostasien wurden während des Vietnam-Krieges flächendeckend chemische Waffen eingesetzt - vom Ami!
Der Russe war da viel bescheidener - er setzte auf konventionelle Kriegsführung und gewann diesen Stellvertreterkrieg.
Einzig in Afghanistan haben sich beide Großmächte die Zähne ausgebissen.
Dafür beißen heute unsere deutschen Soldaten dort ins Gras!
Soviel zum Thema Krieg und Frieden!
an beiden Blöcken stimme ich Ihnen zu. Bitte vergessen Sie aber nicht, dass uns im Westen - in Deutschland vornehmlich von den Springerblättern - immer wieder erklärt wurde, nur die Sowjetunion sei so. Die Verbrechen der USA blieben weitgehend unberücksichtigt, weil sie nicht in`s Weltbild passten.
Und wieder Jemand, der dem Staate diente und nicht der Saate ihm.
RIP
Lg
Innerhalb der Sowjetunion waren Russen gleicher als andere Volksgruppen wie die Ukrainer oder die Balten usw.
Alle waren gleich.
Auch gab es keine Reisefreiheit für Sowjetbürger innerhalb der Union.
Was erzählen sie für ein Blödsinn, in der SU konnten alle reisen und sogar extrem Billig.
Ich habe in der SU gelebt, deswegen brauchen Sie mir so ein misst nicht zu erzählen. Sie sind ein Typisches Beispiel für Westliche Aufklärung, BILD gelesen und Sie meinen Sie Wissen alles.
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