Recycelte Kleidung Bloß nicht in die Tonne!Seite 2/2
Das Recycling von synthetischen Fasern ist schwieriger als das von Naturfasern, aber dringend notwendig: Die Hälfte aller Kleidungsstücke weltweit besteht daraus. Dabei sind die Kunstfasern nicht per se umweltschädlicher. Sie werden zwar aus dem nicht erneuerbaren Rohstoff Erdöl hergestellt, bei ihrer Herstellung wird aber kein Wasser verbraucht. Außerdem muss Kleidung aus Polyester weniger heiß gewaschen und kaum gebügelt werden. "Vergleicht man die Ökoprofile von Naturtextilfasern und Recyclingfasern, schneiden zum Beispiel Recyclingfasern aus gebrauchten PET-Flaschen besser als Naturfasern ab", sagt Ulrich van Gemmeren von MADE BY, einer Organisation, die sich für mehr Transparenz in der Mode einsetzt.
Nach dem Cradle-to-Cradle-Konzept sollen synthetische Fasern nach Gebrauch getrennt und dann zu neuen Stoffen verarbeitet werden. Das Projekt steht und fällt mit Polyester – fast alle Kleider aus Kunstfasern sind daraus gefertigt. Damit das vollständige Recycling gelingt, müssen Hersteller und Kunden Einschränkungen in Kauf nehmen, zum Beispiel bei der Farbe. "Um Stoffe blütenweiß zu bekommen, werden normalerweise Aufheller benutzt, deren Verbindungen wie Hormone wirken können", erklärt EPEA-Biologin Parusel. EPEA vermutet, dass die zunehmende Unfruchtbarkeit von Männern unter anderem auf hormonaktive Substanzen wie diese Aufheller zurückführen ist.
Das Prinzip "von der Wiege bis zur Wiege" ist auch deshalb wichtig, weil Kleider aus Kunstfasern nicht kompostierbar sind. Der amerikanische Hersteller von Outdoorbekleidung Patagonia fordert daher seine Kunden auf, getragene Klamotten in den Laden zurückzubringen. Zahlen darüber, wie viele das wirklich tun, gibt es nicht – vermutlich ist die Rücklaufquote gering. EPEA entwickelt momentan gemeinsam mit Altkleidersammlern und Müllverwertern Sortier- und Rücknahmesysteme. Braungarts Utopie kann nur Wirklichkeit werden, wenn alle mitmachen.
- Datum 05.05.2010 - 16:46 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 29.04.2010 Nr. 18
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Der ökologische Kleidermarkt scheint sich echt schnell und vorallem kreativ zu entwickeln.
Die Branche hat es echt drauf um die Ecke zudenken.
Da die oben erwähnte Outdoorbekleidungsfirma enorm hohe Qualität herstellt, nicht jeden Modetrend mitmacht, und somit die Stücke auch keine sichbare "Jahreszahl" aufweisen, ihre Ware nicht über die Masse verramscht und obendrein auf alle Produkte lebenslange Garantie gibt, ist der Rücklauf auch aus diesem Grund vermutlich gering. Darüber hinaus spendet Patagonia 1% des Umsatzes an unabhängige Umweltschutzbewegungen und die Wiederherstellung der Natur und produziert ihre Ware für hauptsächlich ressourcenschonende Sportarten. Ich kaufe dort schon jahrelang aus vollster Überzeugung ein und in diesem Jahr sind 88% der angebotenen Texilien im Katalog bereits entweder aus ökologisch angebauten oder recycelten Fasern hergestellt. Nachhaltigkeit und verantwortungsvoller Umgang mit Natur und Mensch sind Überzeugungsentscheidungen ohne ständig auf die Gewinnmargen zu schielen und auch nicht nur eine Frage von "Greenwashing" von Firmen, die sich fürs Marketing aufhübschen wollen.
Alles nur PR ? Es gibt keinen kompostierbaren BH auf dem Markt.
Hört sich gut an „kompostierbarerer BH“. Sei auf dem Markt bei Triumph seit 2007. Stimmt nicht – leider- war nur eine PR Aktion, wie mir Triumph auf Anfrage ganz nett mitteilt. Aber ich fände bestimmt in der Auswahl ein tolles Geschenk für meine Frau.
Ist Oeko Mode nur ein guter Reisser, um Käufer anzulocken?
Guido Besmer
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