Stadtplanung Yuppies raus!Seite 3/3
Die Investoren sind so angeschlagen, dass sie das Feld freiwillig räumen
So auch im Hamburger Gängeviertel. Das Gängeviertel ist ein Überbleibsel Hamburger Stadtgeschichte. Hier trifft die Businessclass auf die Häuser der Arbeiterklasse des 19. Jahrhunderts. Seit 40 Jahren stehen die dicht gedrängten Backsteingebäude leer. Als der niederländische Investor Hanzevast einstieg, war man zunächst froh, endlich einen Investor gefunden zu haben. Dann aber habe die Stadt durch zahlreiche Nachverhandlungen »immer wieder Abstriche machen müssen« von ihrem ursprünglichen Konzept, sagt Claudius Lieven. Als dann auch noch die Künstler auf sich und das Viertel aufmerksam machten und renommierte Unterstützung bekamen, »gewann das Ganze eine andere Virulenz«, sagt Lieven.
Unterstützung kommt noch aus einer anderen Ecke: Die Finanzmarktkrise hat viele Investoren so gebeutelt, dass sie lieber heute als morgen aus den Verträgen rauswollen. Seit Jahren sinkt bundesweit die Zahl der Wohnungen, die von der öffentlichen Hand an private Investoren verkauft werden. Gängeviertel-Investor Hanzevast hat nicht nur wegen des überraschend starken Widerstandes verkauft. »Wir mussten auch abwägen«, erklärt Jaap Wolters, Chef des finanziell angeschlagenen niederländischen Konzerns, »wollen wir noch mehr investieren oder lieber Geld kriegen?«
Das Ende der Gentrifizierung ist jedoch nicht in Sicht. Auch wenn die Kommunalpolitik den Folgen der Aufwertung verstärkte Aufmerksamkeit widme, eine echte Trendwende weg von der Privatisierung des städtischen Raums gebe es nicht, sagt Matthias Bernt. »Dass private Investoren zurzeit wenig aktiv sind, hat mit der Finanzmarktkrise zu tun«, meint der Politikwissenschaftler. Wenn die vorüber ist, setzt sich der alte Trend womöglich unverändert fort.
Im Bernhard-Nocht-Quartier verhandeln die Anwohner weiter mit den Investoren. Die NoBNQ-Aktivisten sind zuversichtlich, dass sie die Grundstücke kaufen und sie so, wie sie selbst sagen, dem Spekulationskreislauf entziehen können. Aber selbst wenn kein Kauf zustande käme und die Investoren blieben – das ursprüngliche Konzept hat sich durch die Gegenwehr schon deutlich verändert. Statt ausschließlich Eigentumswohnungen soll nun auch ein Sozialbau entstehen, die Mieten der Bewohner dürfen in den Altbauten, die stehen bleiben sollen, die nächsten zehn Jahre nicht steigen.
Im alten Speicher des ehemaligen Erotic Art Museums wollen Köhler & von Bargen im Erdgeschoss unter Mitgestaltung der Gegner und Befürworter eine Künstlerpassage schaffen, mit einem Tante-Emma-Laden zum Beispiel. Der Innenhof wäre trotzdem fast vollständig mit Eigentumswohnungen bebaut. Interessenten dafür hätten sich bereits gemeldet, sagt von Bargen. Die Nachbarschaft der Bernhard-Nocht-Straße gehört, wie kürzlich im Wirtschaftsmagazin Capital zu lesen war, inzwischen zu Hamburgs Top-Lage.
- Datum 03.05.2010 - 14:45 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 29.04.2010 Nr. 18
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Klischee und Schubladendenken.
Immobilienbesitz in solchen Gegenden sind ein Faß ohne Boden. Linken Farbbeuteln und Gewalttaten sei dank, dass sich das bald ändert. Har Har Har
Klassische Fremdenfeindlichkeit - nur anders verpackt
>>Klassische Fremdenfeindlichkeit - nur anders verpackt.<<
das ist sicher nicht ganz falsch, hängt aber am ehesten mit dem im grunde kleinbürgerlichen charakter des links-autonomen gesellschaftsbildes zusammen. danach werden objektiv bedingte veränderungen schlicht als angriff auf das angestammte 'gemeinschaftsidyll' gedeutet und zurückgewiesen. auf dem dorf ist es nicht anders.
andererseits sind es jedoch gerade die links-alternativ geprägten bezirke, die städte wie berlin und hh speziell für junge, kreative leute und auch für touristen attraktiv machen. kaum jemand wird wegen der gepflegten bürgerlichkeit charlottenburgs von london nach berlin ziehen. und wo rechte subkultur die atmosphäre prägt, möchte man eh nicht tot überm zaun hängen.
allen anti-'linken' affekten (und häme-bekundungen) zum trotz entsteht ein entspanntes, liberales sozialklima meist (nur?) dort, wo sich eine aktiv-renitente links-alternative szene (inkl. 'farbbeutel-fraktion) ansiedelt. dass diese lebensweltliche wertsteigerung auch die bionade-bohème und zahlungskräftige 'erlebnis-wohner' anlockt, ist logisch. ebenso, dass in der folge die mieten steigen, die szene abzieht und das begehrte anarchische flair dem etwas piefigen ambiente der demeter- und 'carloft'-postbourgeoisie weicht. das ist weder gut noch schlecht. so läuft das halt. so wirds auch in neukölln laufen.
>>Klassische Fremdenfeindlichkeit - nur anders verpackt.<<
das ist sicher nicht ganz falsch, hängt aber am ehesten mit dem im grunde kleinbürgerlichen charakter des links-autonomen gesellschaftsbildes zusammen. danach werden objektiv bedingte veränderungen schlicht als angriff auf das angestammte 'gemeinschaftsidyll' gedeutet und zurückgewiesen. auf dem dorf ist es nicht anders.
andererseits sind es jedoch gerade die links-alternativ geprägten bezirke, die städte wie berlin und hh speziell für junge, kreative leute und auch für touristen attraktiv machen. kaum jemand wird wegen der gepflegten bürgerlichkeit charlottenburgs von london nach berlin ziehen. und wo rechte subkultur die atmosphäre prägt, möchte man eh nicht tot überm zaun hängen.
allen anti-'linken' affekten (und häme-bekundungen) zum trotz entsteht ein entspanntes, liberales sozialklima meist (nur?) dort, wo sich eine aktiv-renitente links-alternative szene (inkl. 'farbbeutel-fraktion) ansiedelt. dass diese lebensweltliche wertsteigerung auch die bionade-bohème und zahlungskräftige 'erlebnis-wohner' anlockt, ist logisch. ebenso, dass in der folge die mieten steigen, die szene abzieht und das begehrte anarchische flair dem etwas piefigen ambiente der demeter- und 'carloft'-postbourgeoisie weicht. das ist weder gut noch schlecht. so läuft das halt. so wirds auch in neukölln laufen.
>>Klassische Fremdenfeindlichkeit - nur anders verpackt.<<
das ist sicher nicht ganz falsch, hängt aber am ehesten mit dem im grunde kleinbürgerlichen charakter des links-autonomen gesellschaftsbildes zusammen. danach werden objektiv bedingte veränderungen schlicht als angriff auf das angestammte 'gemeinschaftsidyll' gedeutet und zurückgewiesen. auf dem dorf ist es nicht anders.
andererseits sind es jedoch gerade die links-alternativ geprägten bezirke, die städte wie berlin und hh speziell für junge, kreative leute und auch für touristen attraktiv machen. kaum jemand wird wegen der gepflegten bürgerlichkeit charlottenburgs von london nach berlin ziehen. und wo rechte subkultur die atmosphäre prägt, möchte man eh nicht tot überm zaun hängen.
allen anti-'linken' affekten (und häme-bekundungen) zum trotz entsteht ein entspanntes, liberales sozialklima meist (nur?) dort, wo sich eine aktiv-renitente links-alternative szene (inkl. 'farbbeutel-fraktion) ansiedelt. dass diese lebensweltliche wertsteigerung auch die bionade-bohème und zahlungskräftige 'erlebnis-wohner' anlockt, ist logisch. ebenso, dass in der folge die mieten steigen, die szene abzieht und das begehrte anarchische flair dem etwas piefigen ambiente der demeter- und 'carloft'-postbourgeoisie weicht. das ist weder gut noch schlecht. so läuft das halt. so wirds auch in neukölln laufen.
....über alles in der Welt", könnte man sagen. Immer auf er Seite der Witwen und Waisen, der Entrechteten, der Erniedrigten, Beleidigten und Enterbten, selbst dann, wenn's totaler Quatsch ist. Ich könnte garnicht soviel saufen wie ich besoffen sein möchte, um dieses Gesinnungsklientel zu ertragen.
Ziehen "Besserverdienende" in ein Viertel, dann schreien Möchtegernmenschenfreunde: "Vertreibung, Gentrisierung, Yuppiesierung". Ziehen hingegen "Besserverdienende" aus einem Stadtviertel raus, schreien die gleichen selbsternannten Gerechtigkeitsguerilleros entgegen jede Logik nun plötzlich: "Ghettoisierung, Entsolidarisierung, Verslumung". Tja, man kann's den edlen Seelen halt nie Recht machen. Muss man als resignierter "Schlechtmensch" wohl oder übel hinnehmen.
"...arbeitet man nun quer durch die Stadt über das Netzwerk »Recht auf Stadt« zusammen."
Schlau schlau, diese Wortartilleristen. So kann man im doppeldeutigen "Häuserkampf" natürlich auch Geländegewinne machen. Ein "Recht auf Stadt". Da fühlen sich natürlich alle Bewohner einer Stadt(Hamburg) angesprochen. Klingt so herrlich erdbeermangofruchtig-allgemeinnützig nicht wahr, obwohl ja in Wahrheit damit nur das "Recht" auf INNEN-stadt!!!!! gemeint ist. Aber das gibt es nunmal nicht, genausowenig wie das Recht auf Karibikurlaub, auf schönes Wetter, auf einen Mercedes, einer schönen Partnerin mit üppiger Oberweite, oder halt das Recht auf Vorstadt, Dorf oder Kleinstadt.
Gäbe es hingegen das "Recht auf Innenstadt" und würden alle Stadtbewohner davon Gebrauch machen wollen, so müsste man folgerichtig im Zenrum der City, auf einen engen Flächenraum begrenzt, eine entsprechende Anzahl an 1 bis 2 Kilometer hohen Hochhäusern hinklotzen und den dann leer gezogenen Rest der Stadt drumherum abreißen.
Wolkenkratzerinseln umgeben von einem wüsten Meer der Ödnis. Naja, zumindest bräuchte man in solchen Gebilden kein Auto mehr und könnte alles mit dem Fahrrad erledigen. Vielleicht ist dies ja auch die tatsächliche Intention dieser "Recht"haber. Wer weiß das schon?
Und was soll daran so schlimm sein wenn zwischen den vielen "auf wirtschaftlichkeit beruhenden Projekten" auch mal das ein oder andere haus zu finden ist welches keinen Gewinn abwirft?
Das einfach nur da steht und sich selber trägt und damit den Zweck eines Hauses, Unterkunft und Schutz zu bieten, völlig gerecht wird.
Aber hier ist ja etwas selbstbestimmtes, auf Solidarität beruhendes, gemeint.
Das sowas dann auch noch an Banken vorbei und ohne staatliche Unterstützung funktioniert kann schon Angst machen...
Diese Konflike sind hausgemacht...wer den sozialen Wohnungsbau vernachlässigt und Investoren das Feld überlässt schafft genau diese Konflikte. Irgentwann muss dann der Mitarbeiter von McDonalds 50min mit der S-Bahn zur Arbeit fahren (oder 2h wie in New York?)...
Ist doch wunderbar unsere schöne neue Yuppiewelt. Kein Dreck, kein Schmutz und keine Drogen...mitten in Sankt-Pauli. Dass hier früher mal die Post abging, mit Party und Musik, Künstlern und Multikulti...daran kann sich schon lange keiner mehr erinnern. Auf der Straße ist eigentlich keiner mehr, denn alle haben Dachterassen mit Terracotta und Carports mit Aufzug in die Wohnung...
Eigentlich hätte man auch gleich in einen ruhigen Vorort ziehen können in ein Haus mit Garten, aber Sankt Pauli hört sich wenigstens nicht so Spießermäßig an...zum Feiern muss man eben raus in die verlotterten Vororte fahren...ist auch ok...
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