Wirtschaftswachstum Es wird engSeite 3/3
Die Bedrängnisse der Zukunft sind existenzieller als die bisherigen. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein hatten die Menschen Rückzugsgebiete, die sie aufsuchten, wenn es für sie irgendwo und irgendwie eng wurde. Wasser, Land, Rohstoffe – immer gab es noch etwas Ungenutztes. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ist dieser Ausweg versperrt. Alle stehen mit dem Rücken zur Wand. Geblieben sind lediglich die unerschlossenen Weiten menschlicher Fantasie und Innovationskraft.
Doch ebenso wie Menschen in den zurückliegenden Jahrzehnten die Mehrung ihres materiellen Wohlstands überschätzten, neigen sie jetzt dazu, ihre mentalen Fähigkeiten zu überschätzen.
Viele in Aussicht gestellte Durchbrüche lassen seit Jahrzehnten auf sich warten. Die Erschließung der Weiten menschlichen Geistes scheint doch schwieriger als gedacht. Zwar darf das nicht entmutigen.
Doch bis die ersehnten Durchbrüche wirklich geschafft sind, müssen sich gerade die heute wohlhabenden Völker darauf einstellen, mit dem auszukommen, was sie erwirtschaften, und zwar ohne Ausbeutung von Mensch, Umwelt, Natur und Zukunft. Das dann Erwirtschaftete wird nicht wenig sein.
Aber es wird weniger sein, als viele heute gewohnt sind.
- Datum 02.05.2010 - 17:02 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 29.04.2010 Nr. 18
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Das sieht man an der schwachen Kommentarbeteiligung hier.
Wir denken zwar stunden- wenn nicht tagelang darüber nach, was für ein Auto wir uns kaufen sollen, aber über das Wirtschafswachstum, die Geldschöpfung und die Folgen einer Schuldenpolitik verschwenden wir maximal 3 Sekunden eigenes Denken. Da hat sich quasi ohne unser Zutun eine Meinung gebildet, die wir von dieser oder jener Seite bestätigt sehen, nachkauen und keinen Anlaß sehen, solche Fragen vielleicht stunden- oder gar tagelang zu studieren um z. B. zumindest eine besser fundierte Wahlentscheidung treffen zu könnnen. Wir sind alle eine verblödete Hammelherde, die dem Sporteil verfallen ist und am Abend die Spatzen in ihrem Hirn singen hören möchte. Wir wissen das auch und haben aufgegeben. Darum ist eben die Welt wie sie ist. Ein uns zufällig erschlagendes oder begünstigendes Naturereignis.
Ständig erzählt Meinhard Miegel dem Volk, wir leben über unsere Verhältnisse, obwohl die Reallöhne seit jahren in Deutschland fallen und eine immer größere Zahl von Menschen in präkären Arbeitsverhältnissen und von Transferleistungen leben müssen, währen eine Handvoll Leute es sich gutgehen lässt. Und Miegel hat halt den Job, diese Verhältnisse zu rechtfertigen.
Zu Miegel findet man auf den Nachdenkseiten genügend.
Es ist weniger traurig, als vielmehr dramatisch, mit welcher Unbedarftheit der Mensch sich an die Trostworte klammert, es werde schon irgendwie weitergehen.
Wir leben in einem neuen Zeitalter der Reaktion, als unsere Gesellschaft erstarrt ist, ihr Ziel nicht die Fortentwicklung, die Erneuerung ist, sondern das Festhalten am status quo, die Wahrung des Besitzstandes.
Glaubt man aber, das Paradies auf Erden im Groben erreicht zu haben, wird jeder Zweifel am status quo zum Mordversuch an einer heiligen Kuh, die Gesellschaft wird reaktionär. Daß sich unsere Eliten zudem vermehrt aus sich selbst heraus in Form einer Art erneuerten Erbadels regenerieren, und damit verbunden das Querdenken bis hin zum Zweifeln durch eine neue Art inzestuöser geistiger Selbstbeschränkung unterbinden, wird gerade jetzt in der Krise deutlich.
Denn alle Denkansätze, die sich mit Lösung und zukünftiger Verhinderung solcher Krisis beschäftigen, reichen über einen rein wirtschaftlich-technologischen Ansatz nicht hinaus. Rettung erhofft man vom Elektroauto, stärkerer Kontrolle der Finanzmärkte, wieder anlaufenden Wirtschaftswachstums und aus der überhöhten Wolke des Internets.
Niemand wagt den Schritt darüberhinauszugehen, und die Frage zu stellen, ob es sich vorliegend bloß um einen Betriebsunfall handelt, den man mit ein wenig Korrektur in den Griff bekommt, oder sich hier und heute der Zenit unserer besten aller Welten andeutet, wenn nicht schnell etwas geschieht und es nicht bereits zu spät ist.
Ständig erzählt Meinhard Miegel dem Volk, wir leben über unsere Verhältnisse, obwohl die Reallöhne seit jahren in Deutschland fallen und eine immer größere Zahl von Menschen in präkären Arbeitsverhältnissen und von Transferleistungen leben müssen, währen eine Handvoll Leute es sich gutgehen lässt. Und Miegel hat halt den Job, diese Verhältnisse zu rechtfertigen.
Zu Miegel findet man auf den Nachdenkseiten genügend.
Es ist weniger traurig, als vielmehr dramatisch, mit welcher Unbedarftheit der Mensch sich an die Trostworte klammert, es werde schon irgendwie weitergehen.
Wir leben in einem neuen Zeitalter der Reaktion, als unsere Gesellschaft erstarrt ist, ihr Ziel nicht die Fortentwicklung, die Erneuerung ist, sondern das Festhalten am status quo, die Wahrung des Besitzstandes.
Glaubt man aber, das Paradies auf Erden im Groben erreicht zu haben, wird jeder Zweifel am status quo zum Mordversuch an einer heiligen Kuh, die Gesellschaft wird reaktionär. Daß sich unsere Eliten zudem vermehrt aus sich selbst heraus in Form einer Art erneuerten Erbadels regenerieren, und damit verbunden das Querdenken bis hin zum Zweifeln durch eine neue Art inzestuöser geistiger Selbstbeschränkung unterbinden, wird gerade jetzt in der Krise deutlich.
Denn alle Denkansätze, die sich mit Lösung und zukünftiger Verhinderung solcher Krisis beschäftigen, reichen über einen rein wirtschaftlich-technologischen Ansatz nicht hinaus. Rettung erhofft man vom Elektroauto, stärkerer Kontrolle der Finanzmärkte, wieder anlaufenden Wirtschaftswachstums und aus der überhöhten Wolke des Internets.
Niemand wagt den Schritt darüberhinauszugehen, und die Frage zu stellen, ob es sich vorliegend bloß um einen Betriebsunfall handelt, den man mit ein wenig Korrektur in den Griff bekommt, oder sich hier und heute der Zenit unserer besten aller Welten andeutet, wenn nicht schnell etwas geschieht und es nicht bereits zu spät ist.
Auch wenn er (scheinbar) Bekanntes wiederholt, ist er doch für Leser, die sich mit dem BIP-Problem noch nicht beschäftigt haben, ein Anlass sich damit zu beschäftigen.
Eine Massenkarambolage auf der Autobahn ist ein Segen für das BIP, schafft es doch Arbeit für Polizisten, Bestatter, Versicherungen, KFZ-Werkstätten und -Hersteller. Das mit einem derartigen Ereignis einhergehende Unglück für die betroffenen Familien kommt im BIP nicht vor, bestimmt aber die Lebensqualität der Menschen.
Was wollen wir? Hamster im Laufrad sein oder leben?
Der Artikel beschwert sich leider nur über Wachstumsphilosophien - Alternativen werden nicht aufgezeigt. Auch beschwert er sich über Probleme, die nur bedingt mit dem Wachstum zusammenhängen.
Zum Beispiel, dass es vielen Milliarden Menschen heute schlechter geht als früher. An sich bezweifle ich dies, aber selbst wenn man es als wahr ansieht liegt der Grund hierin doch nicht im wirtschaflichen Wachstum - sondern im Bevölkerungswachstum. Um dieses einzuschränken hat man bisher nur 2 Wege gefunden. Wohlstand (siehe Länder im Westen) oder staatliche Sanktionen (China). Was möchte der Autor uns hier sagen? Wohlstand lehnt er ab, da dieser ja nur durch wirtschaftliches Wachstum zu erreichen ist. Dann also Sanktionen in den meisten Ländern wie in China? Oder ungehemmtes Bevölkerungswachstum? Oder vielleicht hoffen wir einfach darauf, dass die Menschen rechtzeitig aufhören sich zu vermehren?
Auch in andere Hinsicht ist Wachstum nötig - z.B. um höhere Lebenserwartungen finanzieren zu können. Im übrigen sind die Zeiten der immer größeren Wohnungen und teureren Autos in D schon vorbei. Die junge Generation sieht Autos schon nicht mehr als Statussymbole. Viel Wachstum findet im Informationsbereich (Unterhaltung, Internet) und der Medizin statt.
Alles in allem wäre es schön gewesen, wenn der Autor mehr Fakten verwendet hätte und nicht nur am Status quo herumnörgelt sondern eine gangbare Alternative beschreibt.
Ständig erzählt Meinhard Miegel dem Volk, wir leben über unsere Verhältnisse, obwohl die Reallöhne seit jahren in Deutschland fallen und eine immer größere Zahl von Menschen in präkären Arbeitsverhältnissen und von Transferleistungen leben müssen, währen eine Handvoll Leute es sich gutgehen lässt. Und Miegel hat halt den Job, diese Verhältnisse zu rechtfertigen.
Zu Miegel findet man auf den Nachdenkseiten genügend.
denn MEHR macht nicht glücklicher. Glücklicher wird man durch das Teilen von Wissen und Fähigkeiten. Es verdoppelt sich dadurch. Dieses Wissen ist mindestens seit der "Erfindung" des Christentums (Paulus) bekannt - doch wird es immer wieder vergessen, obwohl man meinen könnte, dass es zum festen Grundsatz von C(hristliche)DU und C(hristliche)SU gehören müsste.
...wissen wir nicht erst seit Miegel. Neu ist, daß die Menschen nicht nur nicht lernen sondern im Gegenteil: Sie entwickeln sich geistig zurück. Ein Schutzmechanismus der Natur? Oder des Kapitals? Weil nicht sein kann was nicht sein darf? Dabei ist Rationierung so einfach: Berechenbar mit jedem Haushaltslaptop.
"Erst haben die Menschen den Wohlstand überschätzt, jetzt überschätzen sie ihre Fantasie"
lautet das Eingangstatement dieses Artikels, der Autor aber beschäftigt sich nur mit der ersten Aussage und das auch noch in einer sehr oberflächlichen Art und Weise. Keine Beschreibung der Ursachen, nur ein seichtes Dahingleiten über die Symptome, über diese Ebene wird man niemanden erreichen, weil diese Thematik in dieser oder anderer Form schon viele Male durchgekaut wurde. Dort wo es dann wirklich vom Thema (Ausblick) verspricht interessant zu werden, flüchtet der Autor sich mit einigen wenigen Sätzen ins Nirwana.
Da sind viele, die sich mit diesem Thema eingehender befassen, schon viel viel weiter.
...nun, wir auf dem Planeten Erde haben auch solche Geschichten zu erzählen. Und das werden Sie auch. Sogar aufgeschrieben.
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