Kopftuch-Debatte Mit erhobenem Haupt

Warum sich moderne muslimische Frauen in Deutschland freiwillig für das Kopftuch entscheiden

Ohne Kopf wiegt das Tuch exakt 56 Gramm. 94 auf 94 Zentimeter, 100 Prozent Polyester. Nichts weiter als ein Stück bügelbarer Stoff der Firma Rosa Parks aus Istanbul, massenindustriell gefertigt, als Cargo per Lkw nach Hamburg verfrachtet. Artikelnummer 992, zu waschen bei 30 Grad, eingeschweißt in einer Plastiktüte mit neun weiteren. Es kommt auf Basare, in Import-Export-Shops, Damenmodeboutiquen, zu Kaufhof und Karstadt, wird in flache Kartons gesteckt, in Regale gestapelt, in Glaskästen gelegt. In seiner ganzen Unschuld kostet das Kopftuch fast überall 4,99 Euro.

Özlem Nas ist eine muslimische Frau im deutschen Alltag, türkische Wurzeln, vor 36 Jahren in Uelzen geboren. Auf den ersten Blick ist sie das beste Beispiel für Zweifel am salonfähigen Generalverdacht, kopftuchtragende Frauen seien zum Tragen des Kopftuchs gezwungen. Es gibt Momente in einer Begegnung, da man spürt, dass man eine Frau wie Özlem Nas niemals zu irgendetwas zwingen könnte; beweisbar ist das nicht, natürlich, es könnte genauso gut auch anders sein.

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Özlem Nas ist eine Art Vorzeigemuslimin, die schnell, klar und geistreich spricht, norddeutscher Dialekt, leichter Hamburger Akzent, reflektiert, engagiert, an Versöhnung, Dialog und dem Einschmelzen handelsüblicher Vorurteile interessiert. Ihr Haar ist nicht zu sehen, das Kopftuch hat – an jenem Freitag Ende April – ein braunes Muster, passend zur braunen Hose und den braunen Ballerinas. Ihre drei Kinder spielen Geige, die älteste Tochter macht Kung-Fu, einen Kampfsport, den Özlem Nas früher selbst betrieb. Ihr Terminkalender gestern, heute, morgen randvoll, Kind und Karriere, anstrengend, ja klar, aber es geht. Nas ist Vorstandsmitglied im »Bündnis der islamischen Gemeinden in Norddeutschland« und Frauenbeauftragte des »Rats der islamischen Gemeinschaften« (Schura). Weil sie, examinierte Pädagogin, Lehrer fortbildet und Schüler unterrichtet, kennt sie die muslimische wie nichtmuslimische Perspektive und sagt ohne Umschweife: »Wir können nicht mehr von Islamophobie reden, wir müssen heute von regelrechter Islamfeindlichkeit sprechen.«

Dass das Kopftuch seine Trägerin im deutschen Alltag zu einer Person zweiter Klasse macht, hat sie leibhaftig erfahren und zigfach erzählt bekommen; sie hat das Tuscheln hinter ihrem Rücken gehört, hat Passanten die Straßenseite wechseln sehen, hat mit Musliminnen gesprochen, die auf der Straße bespuckt, auf Ämtern für minderbemittelt gehalten wurden. Und wie oft wurde sie selbst von Fremden gefragt, ob sie unterdrückt werde, wie oft musste sie erleben, dass es weniger darauf ankommt, was eine Frau im Kopf, als was sie auf dem Kopf hat. Nichts anderes soll das heißen, als dass im liberalen Rechtsstaat Deutschland die offene Diskriminierung Alltag ist. »Kennen Sie«, fragt Özlem Nas keineswegs provokativ, »auch nur eine Frau mit Kopftuch, die bei einem Amt oder bei einem Notar arbeitet und keine Putzfrau ist?«

Wenn das Stück Stoff zum Symbol des Islams an sich reduziert wird, muss die anhängige Debatte um das Kopftuch als Stellvertreterschlacht in einem Kulturkampf zwischen Islamkritikern und Islamkritiker-Kritikern begriffen werden, der auch ein Kampf der Klischees ist. Die Islamkritiker sagen in etwa: Der Islam sei unreformierbar, rückständig und das Kopftuch, wie Alice Schwarzer es in einem Interview vor vier Jahren in der FAZ formulierte, die »Flagge des Islamismus«. Die Kritiker der Islamkritiker sagen: Man muss den Islam neu definieren, den Koran aus dynamischer Perspektive lesen und vor allem mit jeder einzelnen Muslimin über ihre Motive sprechen, Aug’ in Aug’, Fall für Fall.

»Es nervt schlicht und einfach«, sagt Özlem Nas, »wenn ich jedes Mal wieder auf ein Kleidungsstück reduziert werde. Ich kenne keine einzige muslimische Frau, die ihr Kopftuch aus politischen Gründen trägt.«

Mitten im Abitur hatte sich Özlem Nas für das Tuch entschieden, vor 18 Jahren. Ihr Vater war laizistisch. »Du spinnst«, hatte er gesagt und gelacht. Für Özlem Nas aber wurde das Kopftuch ein Teil ihres Ichs. Das Kopftuch drückte die beginnende Beziehung zwischen ihr und ihrem Schöpfer aus, sagt sie. »Es passte zu mir.« Bis heute ist es Teil ihrer religiösen Identität, Teil ihrer Identität als Bürgerin einer liberalen Demokratie, die ihr vor allem eines garantiert: unbedingtes Selbstbestimmungsrecht. Das Stück Stoff auf dem Kopf von Özlem Nas ist verfassungsrechtlich geschützte Freiheit.

Die Suche nach dem Wort Kopftuch im Koran dauert bereits eine halbe Stunde. Der Haupt-Imam der Centrum-Moschee Hamburg, Mitte vierzig, ein islamischer Theologe mit beträchtlichem Einfluss, hatte das arabische Wort für Kopftuch über das »Qu’ran«-App auf seinem iPhone eingegeben, dann zwei zweisprachige Koranausgaben aus dem Regal gezogen, sodann die Grundlagenwerke des syrischen Rechtsgelehrten Wahba Al-Zuhayli zurate gezogen, um die Frage zu klären, ob der arabische Terminus jalabib nun als »Übergewand« oder »Ganzkörpergewand« zu verstehen sei und ob der Kopf dann als Teil des »Ganzkörpers« gelten könne.

Stundenlang sucht der Imam im Koran nach dem Wort für Kopftuch

Ramazan Ucar ist ein ordentlicher Mann. Er lässt sich alle Zeit, obwohl er eigentlich keine hat. Anzug und Krawatte sind in hellem Ton gehalten, der Vollbart ist kurz und konturiert. Mehr Wandschmuck als das Bild der Ka’aba in Mekka ist nicht zu sehen. Immer wieder wird türkischer Schwarztee serviert, Ucar verzichtet auf Zucker. Fünf zum Teil voluminöse Bücher in arabischem Schriftbild liegen aufgeschlagen auf seinem Schreibtisch, dritter Stock, kurz unter der Kuppel, Hamburg-St.Georg. Die Gemeinde ist Kooperationspartner des Verbandes Milli Görüș, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Man darf hier also eine eher konservative Lesart erwarten, und wenn Ucar als Imam in siebzehn Moscheen in Norddeutschland über die Aufgaben von Männern und Frauen predigt, hat jedes seiner Worte entsprechendes Gewicht.

Wieder legt er eine Seite um, fährt die Zeilen mit dem Finger ab. Im Raum steht Stille. Nur zwei der 114 Kapitel des Korans geben Hinweise auf die Bekleidungsvorschriften, die für die muslimische Frau – da »muslimisch« mit »gottergeben« zu übersetzen ist – religiöse Pflicht sind. Jede Silbe ist entscheidend, das Schriftarabische ist oft zweideutig. Ucars Exemplar wurde 1901 von Max Hennig übertragen und ist akademisch allgemein anerkannt. Er nuschelt Sure 24, Vers 31: »Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke niederschlagen und ihre Scham hüten und dass sie nicht« – hier merkt er auf – »ihre Reize zur Schau tragen, es sei denn, was außen ist, und dass sie ihren Schleier über ihren Busen schlagen (…).« Und dann, von hinten mit dem Daumen vorgeblättert, Sure 33, Vers 59: »O Prophet, sprich zu deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Weibern der Gläubigen, dass sie sich in ihren Überwurf verhüllen. So werden sie eher erkannt und werden nicht verletzt. Und Allah ist verzeihend und barmherzig.«

Das Wort »Kopftuch« ist mit keiner Silbe erwähnt. Ucar wappnet sich für das große Also. Entscheidend sei der Begriff Hmr (gesprochen: Hamer) im arabischen Original. Weltweit jeder, der den Koran im Original liest, stößt auf Hmr. Ohne den frisch servierten Tee anzurühren, versucht der Islamgelehrte und Imam Ramazan Ucar, der in Damaskus Theologie studiert hat, den Begriff Hmr gleichzusetzen mit Kopftuch. »Wir lesen es so.«

Aber so steht es nicht da. Ein Tuch kann man sich auch über die Schulter legen. »Zur Zeit unseres Propheten«, sagt Ucar, »zog man in Medina und Mekka ein Tuch über den Kopf.«

Woher weiß er, wie man um 622 nach Christus in Mekka und Medina ein Tuch trug? Ucar steht auf, geht zum Regal, zieht aus einer zwölfbändigen Reihe zwei Bände heraus und setzt sich wieder.

»Es gibt diesbezüglich sehr eindeutige Hadithe«, sagt er. Als Hadithe werden die mündlich überlieferten Worte und Taten des Propheten Mohammed bezeichnet, die später schriftlich niedergelegt und in zwölf Büchern gesammelt wurden. Für Muslime sind die Hadithe, die sogenannte Sunna, nach dem Koran die zweitwichtigste Quelle ihres Glaubens; Koran und Hadithe zusammen erst bilden die religiöse Grundlage des Islams, für Ucar des Weiteren die kanonischen Werke des Rechtsgelehrten Muhammed Ali Sabuni. Er interpretiert das Wort yudnine mit »überziehen«. Zur Zeit des Propheten wurde das Ganzkörpergewand über den Kopf gelegt und über dem Busen zugezogen, sodass das Dekolleté bedeckt war. Das Schlüsselwort ist »Reize«.

Wie genau sind diese »Reize« definiert? »Reize sind, was als Schmuck dient.«

Dann gelten Haare und Dekolleté einer Frau als Schmuck? »Haare und Busen sind schmückbar, das ist Konsens unter den Rechtsgelehrten; man legt das Tuch über den Kopf, und wenn man das Gewand herunterlässt, um es über den Busen zu schlagen, ist das Haar automatisch mitbedeckt.«

Nach zwei Stunden kleinteiliger Lektürearbeit steht für den Imam außer Frage, dass durch den Islam eine Revolution geschehen ist: In vorislamischen Zeiten habe, um sich von Sklaven abzuheben, nur die ehrbare Frau ihren Kopf bedecken dürfen. Durch die muslimische Revolution aber sei die Frau aufgewertet geworden. Der Islam, so predigt Ucar es seiner Gemeinde, mache zwischen ehrbaren, normalen und versklavten Frauen keinen Unterschied mehr.

Das Kopftuch ist das vieldeutigste Stück Stoff, das auf dem Markt religiöser Bekleidungsstücke zu finden ist. Es steht als Symbol für Widerstand und religiöse Identität, für verhüllte Weiblichkeit und für demonstrative Weiblichkeit, für Tradition und für Abkehr von Tradition, für die Herrschaft des Patriarchats über die Frau und für die Herrschaft der Frau über die Blicke des Mannes, für den politischen Islam in orthodoxen Staaten und die Angst vor der schleichenden Islamisierung Europas. Trotz vielfältiger Zuschreibungen ist das Kopftuch eine Uniform, die sich jeder uniformen Betrachtung entzieht. Über Jahrhunderte hinweg waren an Kopftuch und Schleier bestimmte Werte, Normen und Frauenbilder geknüpft.

Sechs Bundesländer haben sich für ein Kopftuchverbot an Schulen entschieden

Zwei Namen stehen für die juristische wie moralische Brisanz des Kopftuchs in den vergangenen zehn Jahren: Leyla Sahin in der Türkei und Fereshta Ludin in Deutschland. Die türkische Medizinstudentin Sahin hatte sich wiederholt geweigert, im Gebäude der Universität Istanbul ihr Kopftuch abzunehmen, und da in der laizistischen Türkei seit Atatürks Staatsgründung 1923 in allen öffentlichen Ämtern, Schulen und Universitäten das Kopftuch verboten ist, war sie nach mehreren Verwarnungen der Universität verwiesen worden. Sie rief den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg an und verlor 2005 in der Sache »Leyla Sahin gegen die Türkei« in zweiter Instanz. Nach Auffassung des Gerichts ist das Kopftuchverbot mit der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar.

Währenddessen weigerte sich in Baden-Württemberg die angehende Lehrerin Fereshta Ludin, eine deutsche Staatsbürgerin muslimischen Glaubens, im Unterricht an ihrer Schule das Kopftuch abzulegen. Zum ersten Mal in Deutschland stand eine grundsätzliche Frage zur Verhandlung: Ist das Kopftuch nur Ausdruck religiöser Identität, oder ist es zugleich ein politisches Symbol? Ludin unterlag in drei Instanzen, ehe am 24. September 2003 das Bundesverfassungsgericht ihrer Verfassungsbeschwerde stattgab: Man könne das Kopftuch nicht allein als Zeichen der Unterdrückung der Frau deuten. Das höchste deutsche Gericht überließ es dem jeweiligen Bundesland, ein Kopftuchverbot an Schulen einzuführen oder nicht.

Sechs Länder haben sich bis heute für das Verbot entschieden und verstoßen so nach Ansicht von Heiner Bielefeldt, Professor für Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen-Nürnberg, gegen die grundgesetzlich garantierte Rechtsgleichheit der Religionen. Bielefeldt hält es für einen »offenkundigen Fall von Diskriminierung«, dass die Bundesländer darauf abheben, christliche Symbole wie das Kruzifix in Schulen als »überkonfessionellen Kulturwert« vom Gebot der religionsoffenen Neutralität des Staates auszunehmen.

Der Rechtsprofessor Mathias Rohe nennt die »Zwangsbefreiung« der muslimischen Frauen durch den Staat »arrogantes Staatskommissardenken«, und die Bremer Erziehungswissenschaftlerin Yasemin Karakasoglu erkennt im Kopftuchverbot den Versuch eines »Umerziehungsprogramms«. Ihre Studie »Viele Welten leben«, in der sie 300 15- bis 21-jährige Frauen befragte, widerlege den Verdacht, Musliminnen fühlten sich unterdrückt: »Es wäre falsch, das Kopftuch grundsätzlich als Zeichen erzwungener Weltabgewandtheit unter einem machtvollen Patriarchat zu interpretieren.«

Es gibt Tage wie jenen Freitag Ende April, da man unerwartet mit der schweren Last eines Kopftuchs konfrontiert wird. Um ein Gefühl zu entwickeln, wie viele Sorten, Farben und Formen es gibt, ist der Besuch des Lindenbazars, Nähe Hamburger Hauptbahnhof, unumgänglich. In dieser wellblechgedeckten Markthalle erhalten Muslime und Nichtmuslime geschächtetes Fleisch, wannenweise Oliven, regalvoll Brot; in der Abteilung »Stoffe« werden pro Tag bis zu 50 Kopftücher verkauft. Plötzlich kommt lächelnd eine junge Frau herbei. Ohne Not und ungefragt sagt sie: »Ich trage das Kopftuch freiwillig, und ich werde nicht und wurde nie unterdrückt.«

Seit wann trägt sie es? »Seit ich fünf bin. Niemand hat mich gezwungen.«

Mit fünf hat sie sich frei entschieden? »Ich sah das Tuch bei einer Bekannten meiner Mutter und wollte es unbedingt auch haben.«

So geht es weiter, und man erfährt, dass die junge Frau Rukiye heißt, 24 und unverheiratet ist und seit ihrer Entdeckung der religiösen Reife das Kopftuch, das sie bis dahin aus scheinbar kindlicher Lust an dessen Schönheit getragen hatte, aus Gründen der religiösen Identität nicht mehr abnahm. Ist es naiv, dieser Erklärung zu glauben? Oder ist es anmaßend, ihr nicht zu glauben?

Rukiyes jüngere Kollegin mischt sich ein, dezent, freundlich. Seyhan sei ihr Name, sie mache eine Lehre als Einzelhandelskauffrau, Kopftuch trage sie seit vorigem Jahr. »Seit ich 17 bin, fühle ich mich reif, da war die Zeit ist gekommen.«

Hat jemand der Reife nachgeholfen? »Wäre es Zwang, hätte ich es seit meiner ersten Menstruation tragen müssen, so will es der Koran.« Bis siebzehn war Seyhan »offen«, wie sie sagt, dann hat sie »zugemacht«. »Offen« sein und »zumachen«, wenn die Zeit »reif« ist – diese Sprech- und Denkfigur taucht immer wieder auf, wenn es um die Motivation muslimischer Frauen geht, Kopftuch zu tragen.

Drei Stunden vor der zufälligen Begegnung mit Rukiye und Seyhan im Lindenbazar sitzt man zehn völlig unterschiedlichen Frauen im Integrationskurs der Moschee in Hamburg-Bergedorf gegenüber. Fünf tragen ein Kopftuch, fünf nicht. Alle sind verheiratet, haben Kinder, stammen aus der Türkei. Alle sind zu unterschiedlichen Zeiten aus unterschiedlichen Gründen in den vergangenen zehn Jahren nach Deutschland gekommen. Weniger arrangiert und damit weniger vorurteilsbehaftet als in dieser Runde kann ein Austausch über das Kopftuch kaum sein. Vier der Frauen melden sich ohne Umschweife zu Wort: Hacer, 35, ist die Konservativste und studiert zu Hause eifrig den Koran. Fatma, 29, geht gerne tanzen und liebt zeitgemäßen Lifestyle. Mehtap, 22, ist die Jüngste, aber bereits sehr bürgerlich. Hülya, 39, trägt die Haare offen. Gewiss, jede der Frauen könnte insgeheim unter Druck stehen, jede könnte gezwungen sein. Um halb neun am Morgen beginnt der Tag mit einem Bekenntnis.

»Sind Sie gezwungen, Christ zu sein? Sie wurden als Baby getauft – freiwillig?«

Mehtap: »Ich trage das Kopftuch, weil es ein Befehl Gottes ist.«

Hacer: »Aber wir verurteilen niemand, der es nicht trägt!«

Hülya: »Ich trage kein Kopftuch und weiß, dass ich dafür später bestraft werde.«

Wer sagt das?

Hülya: »Gott. Aber ich versuche, ein guter Mensch zu sein, vielleicht fällt die Strafe in der Hölle dann nicht so drastisch aus.«

Das Wort Kopftuch steht nicht im Koran.

Fatma: »Doch, es steht dort.«

»Nein.«

Hülya: »Nicht genau.«

Mehtap: »Wenn wir uns das dauernd fragen würden, könnten wir nicht in Frieden leben.«

Sie gehorchen also den Gelehrten?

Fatma: »Keine Kraft kann mich zum Kopftuch zwingen, nicht mein Vater, nicht mein Mann! Sind Sie gezwungen, Christ zu sein? Sie wurden doch getauft als Baby. Freiwillig?«

Fatma: »Bis vor zehn Jahren war das vielleicht anders, aber heute trägt eine junge Muslimin das Kopftuch freiwillig. Es ist meine Kultur!«

Hülya: »Bei mir ist es genau andersherum: Ich habe das Kopftuch immer getragen, doch dann habe ich es abgelegt.«

Auf Druck von außen?

Hülya: »Er wollte nicht mit mir ausgehen, wenn ich bedeckt bin. Also habe ich das Tuch abgelegt.«

Mehtap: »Ich finde, jede Muslimin sollte Burka tragen.«

Fatma: »Oh nein!«

Mehtap: »Ich bin neidisch auf die Frauen, die sie tragen.«

Warum tragen Sie dann nicht die Burka?

Mehtap: »Ich schaff es nicht. Der Stoff ist sehr schwer. Wäre er nicht so schwer, würde ich eine Burka tragen.«

Tumult bei Fatma und Hülya, und auch die anderen, bisher Stillen, regen sich und stimmen Songül zu, die sagt: »Burka steht nicht im Koran. Burka ist nicht religiöser Glaube, Burka ist Tradition.«

Niemand, der sich in Deutschland mit dem Kopftuch beschäftigt, schließt aus, dass es tatsächlich unterdrückte Musliminnen gibt. Und auch das ist klar: Keine unterdrückte Muslimin würde einem Reporter ins Gesicht sagen, sie werde, wenn dem so wäre, zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen.

»Unterm Schwanz des Pferdes«, hatte Annett Abdel-Rahman am Telefon gesagt. Die große Reiterstatue des Fürsten Ernst August steht direkt vor dem Hauptbahnhof Hannover.

Es ist Abend, Hauptbahnhof Hannover, da kommen und gehen Hunderte.

»Sie werden mich schon erkennen.«

Woran?

»Ich trage Tuch.«

Zwei Tage später ist klar, dass unter allen Menschen »unterm Schwanz« in der Tat nur eine Einzige Annett Abdel-Rahman sein kann. Wenn sie sich über all das Unwissen in der Gesellschaft ereifert, hört man den thüringischen Akzent heraus. Vor vierzig Jahren wurde sie in Erfurt geboren.

Annett Abdel-Rahman trägt ein dezentes, arabesk gemustertes Kopftuch aus Baumwolle und dazu Jeans und Slipper. In der Kulturgeschichte der Menschheit gilt das Haar als sexueller Lockreiz, und weil die Haare nach orthodox-islamischer Auslegung bekanntlich unter den Begriff »Reize« fallen, war es für Abdel-Rahman keine Frage, ein Tuch aufzuziehen. Aber das war bereits der Endpunkt einer quälenden Entwicklung.

Als die Mauer fiel, war sie 19 und Atheistin. DDR-Erziehung. Von Christentum und Islam hatte sie keine Ahnung. Aus Erfurt kam sie nach Hannover, studierte dort Deutsch auf Lehramt und verliebte sich in einen ägyptischen Kommilitonen. Sie fuhren nach Kairo, kehrten zurück, und Annett Abdel-Rahman begab sich auf eine lange Suche nach Transzendenz, die sie schließlich auch ins katholische Hildegard-von-Bingen-Kloster führte. Nach drei Tagen wusste sie, dass es einen Gott gibt – den muslimischen. Sie empfand den Islam logischer als alles andere. Spiritualität ohne Hierarchie, die direkte Linie zum Schöpfer, das gefiel ihr – da der Mensch, hier der Gott, so schön, so klar. 1995 sprach sie in einem Büro der Kairoer Al-Azhar-Universität das islamische Glaubensbekenntnis, eine Sache von zwei Minuten. Ihr Haar aber ließ sie offen, aus ästhetischen Gründen: Kopftuch, Mantel, Aldi-Tüte – dieser Anblick war hässlich, das war Landfrauenfolklore. »Nie seht ihr mich mit einem Kopftuch!«, hatte sie den Freunden gesagt.

Es folgte das Erste Staatsexamen als Realschullehrerin für Deutsch und Geschichte, ihr Traumberuf, dann kam die erste Tochter zur Welt. Und nun, auf einmal, hatte Abdel-Rahman das Gefühl, unehrlich zu sein, sich nicht wirklich zu etwas zu bekennen; zu nehmen und auszusuchen, was ihr gefällt, ja, aber der Verantwortung auszuweichen.

Aus islamischer Sicht ist ein neugeborenes Kind von Gott anvertraut, also muss man sich dankbar zeigen. Abdel-Rahman zog das Kopftuch auf und wieder ab, auf, ab, auf, ab. Ein Jahr lang diskutieren, ein Jahr sich quälen: Muss ich das Tuch akzeptieren? Ihr ägyptischer Mann – der Verzweiflung nahe. Auf ihre gebetsmühlenhafte Fragen kam stets seine gebetsmühlenhafte Antwort: Das musst du selbst entscheiden. »Mit dem Tuch«, sagt sie heute, »da kann dir keiner helfen.«

Eines Tages, als sie mit einer Freundin zu einem Ikea-Geschäft fuhr, zog sie das Tuch wieder einmal auf, um zu spüren, wie es sich anfühlt. Und auf einmal war Seelenfrieden. Ruhe. Es fühlte sich richtig an. Das Tuch blieb auf dem Kopf, der Frieden blieb, aber die Probleme begannen. Diskriminierende Äußerungen im Voltigierverein der Tochter, im Schwimmbad, und im Lehrerkollegium ihrer Schule strengte man eine Unterschriftenaktion gegen sie an. Vorreiter waren Kolleginnen um die 50, die jahrelang für einen Girls’ Day gekämpft hatten. Die Ängste engagierter Frauen vor einem Rückschlag im jahrelangen Kampf um Gleichberechtigung versteht Annett sehr gut, die Furcht von Nichtmuslimen vor der Fremdheit des Kopftuchs kann sie nachvollziehen. Aber sie zieht das Kopftuch für Allah auf, nicht für ihren Mann und nicht für die islamische Weltherrschaft. »Es gibt sicher unterdrückte muslimische Frauen«, sagt sie, »aber Frauen werden in allen Kulturen und Bereichen unterdrückt, und wenn man den Musliminnen mit Zwang das Kopftuch nimmt, sind unterdrückte muslimische Frauen immer noch unterdrückt.«

Gebildete Menschen fragen Annett, ob sie zu Hause »islamisch« spreche

Seit Jahren, sagt Annett, laufe in den Köpfen der Leute derselbe Film ab: der 11. September, die Ermordung Theo van Goghs im liberalen Amsterdam, die Attentatsversuche der Sauerlandgruppe in Deutschland. Seither, so erlebt sie es, werde das Kopftuch schlichtweg gleichgesetzt mit Fundamentalismus, Gewalt, Unterdrückung. Noch immer wird sie von gebildeten Menschen gefragt, ob sie zu Hause »islamisch« spreche. Wann endlich, fragt sie zurück, begreift ihr, dass muslimische Frauen nicht gerettet werden wollen? Müsste sie ihr Kopftuch ablegen, wäre ihr Innerstes angegriffen. Als angehende Lehrerin in niedersächsischen Schulen musste sie sich entscheiden. Annett zog das Kopftuch vor.

Die verfassungsrechtliche Betrachtung des Kopftuchs ist umstritten und weitaus facettenreicher, als das Stück Stoff vermuten lässt. Auf 56 Gramm Polyester stehen zwei Grundwerte zur Verhandlung: das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Artikel2GG) und die Freiheit des Glaubens (Artikel4GG). Im Rahmen des garantierten Rechts auf Religionsfreiheit kollidieren jedoch zwei Aspekte: positive und negative Religionsfreiheit. Die Freiheit der Lehrerin etwa, ihrem Bekenntnis zur Religion mithilfe eines symbolischen Kleidungsstücks Ausdruck zu verleihen. Und auf der anderen das Recht auf religiöse Neutralität der Schülerinnen und Schüler, die diese Lehrerin als Autorität erleben. »Diesen Grundrechtskonflikt aber grundsätzlich zu unterstellen, ganz unabhängig von der Persönlichkeit der Lehrerin, halte ich für nicht angemessen«, befindet der Erlanger Menschenrechtspolitologe Heiner Bielefeldt. Für ihn ist das Kopftuchtragen ein Menschenrecht, weil es in den Schutzbereich der Religionsfreiheit fällt. Aber, so lautet Bielefeldts Nachsatz, es könne kein kategorisches Recht geben, das Kopftuch zu tragen. »Wir müssen von Fall zu Fall abwägen.«

Es gibt gläubige Eltern, die ihre Tochter drängen, das Kopftuch für einen Ausbildungsplatz abzulegen. Es gibt Töchter, die es nur ihren Familien zuliebe tragen. Es gibt Eltern, die gegen das Kopftuch sind und hinnehmen müssen, dass ihre Töchter es anlegen. Und es gibt Großfamilien, gegen deren subtilen Druck sich aufzulehnen es junge Frauen sehr schwer haben. Kategorisch wird man dem Kopftuch in keinem Fall gerecht.

Manchmal kommt der Tag, an dem es einem die Luft zum Atmen nimmt, wie locker auch immer das Tuch gebunden ist. Wie war das für Emel? Der Druck kam nicht vom Tuch selbst, er kam aus dem Kopf quasi nach außen. Das Tuch schnürte ein, machte eng. Also nahm Emel eine Schere und schnitt den hinteren Teil ihres Kopftuchs ab. Das Gefühl der Enge blieb. Sie schnitt weiter. Die Beklemmung blieb. An jenem kalten Nachmittag im Februar 2005, am zweiten Tag einer Fastenwoche, spürte die gläubige Muslimin Emel Zeynelabidin schließlich, dass »das Ding« nicht mehr zu ihr gehörte. Sie nahm es ab, nach dreißig Jahren, und setzte es nie wieder auf. Die Haare waren offen – was würde jetzt geschehen?

Nichts geschah. Die Ohren waren kalt, das war es. Zu diesem Zeitpunkt war Emel 43, hatte, nach arrangierter Ehe, sechs Kinder geboren und sich dreißig Jahre lang dem islamischen System aus Verbot und Gebot untergeordnet. Wer Muslime verstehen will, sagt sie, müsse deren Weltbild verstehen. Für die meisten basiere es auf der »Sünde« und der Angst, eine »Sünde« zu begehen.

Offen und lebensfroh, so wirkt die nach wie vor gläubige Frau auch auf den zweiten Blick, mit wildem, lockigem Haar, dem ihr Charlottenburger Coiffeur mit raffinierter Technik immer wieder eine Kurzhaarfrisur abgewinnen kann. Dreißig Jahre lang war sie bei keinem Friseur. Dreißig Jahre lang ahnte sie nicht, dass sie sexuelle Reize haben könnte. In Istanbul geboren, in Lehrte bei Hannover aufgewachsen, Studium der Anglistik, Vorsitzende des islamischen Frauenvereins Cemiyet-i Nisa, jetzt Kommunikationsmanagerin in Berlin: Das ist Emel Zeynelabidin, 49, von der jeder in der muslimischen Gemeinschaft weiß, dass sie die erstgeborene Tochter von Yusuf Zeynelabidin ist, dem noch heute verehrten Gründer des muslimischen, manche sagen: fundamentalistischen, Verbandes Milli Görüș in Deutschland. Und ausgerechnet sie, die den 1986 verstorbenen Vater bis heute liebt, wurde zur leibhaftigen Attacke auf das herrschende Islamverständnis – auf- und ausgestiegen aus den Tiefen einer traditionellen islamischen Erziehung, da ihr Vater sie auf dem Weg zur Schule den Koran rezitieren ließ.

An dem Tag, als sie das Kopftuch abnahm, legte sie auch ihre, wie sie sagt, »aufgestülpte« Identität ab. »Menschsein ist eine Steigerung von Muslimsein«, sagt sie. Seit sie »offen« ist, wurde sie zurechtgewiesen, angefeindet, wird sie von der muslimischen Gemeinde wie eine Häretikerin isoliert. Sie sagt: »Ich habe das große Glück, noch nicht erschossen worden zu sein.« 

Heute erscheinen ihr die jungen Musliminnen in Berlin und Hamburg, Köln und Hannover unglaublich uniformiert, verhüllt nicht wegen ihrer Religion, sondern wegen der Willkür ihrer Eltern. Für eine Frau wie Emel Zeynelabidin ist das Kopftuch ein Symbol der Abgrenzung. Sie kritisiert keineswegs den Islam an sich, sondern das, was Muslime aus ihm gemacht haben, und hält sich selbst an das Wort des Propheten, Sure 2 Vers 256: Es sei kein Zwang im Glauben. Gegen Ende eines langen Gesprächs im kleinen Sushirestaurant am Berliner Alexanderplatz fallen Sätze, die mal wütend, mal traurig klingen: »Islam heißt Hingabe, nicht Unterwerfung.« Oder: »Nicht das Befolgen der Scharia macht jemanden zum Muslim, sondern das Glaubensbekenntnis.«

Für Emel Zeynelabidin, die 2007 mit dem Preis der Lutherstädte »Das unerschrockene Wort« geehrt worden ist, sind Gelehrte nur Meinungsträger, und weil aus dem »Heilmittel« Koran ein »Kampfmittel« gemacht worden sei, fordert sie, die nach ihrer »Verwandlung« das Leben genießt, die Muslime auf: Werdet erwachsen und tragt selbst Verantwortung, statt sie an Regeln und Traditionen abzugeben!

Etwas ändert sich. Es gibt ältere Musliminnen in einer weltweit wachsenden Frauenbewegung, die einen islamischen Feminismus vertreten. Sie können theologisch begründen, dass etwa die koranische Schöpfungsgeschichte die Frau keinesfalls als nachrangig betrachte. Und es gibt junge kopftuchtragende Frauen, in Deutschland aufgewachsen, die von der Emanzipation profitiert haben und nun trotzdem Ablehnung erfahren. Plötzlich sind Praktikumsstellen nicht mehr frei, wenn sie sich bewerben, und oftmals ist genau das der fehlende Beweis: Siehst du, sie wollen dich in Deutschland nicht, weil du Muslimin bist!

Das Tuch als Designobjekt – es gibt Variationen von Chanel und Versace

Eine vor Kurzem durchgeführte Studie über »Islamic Fashion« hat einen Identitätswandel bei jungen Musliminnen ausgemacht: In den Großstädten Europas entstehen neue Formen der Vergemeinschaftung, autonome Netzwerke von Frauen, die das Kopftuch als Teil eines individuellen Gesamtstils begreifen. Munter experimentieren sie mit Ethno- oder Retrostil, Farben, Formen und Knüpfstilen und schaffen über die Kombination mit Hüten, Kosmetik und Stöckelschuhwerk einen Pluralismus an unkontrollierbaren Aussagen. Auf der Internetseite fashionfreax.net sind »24 Styles mit Hermès-Kopftuch« zu sehen, über YouTube werden Musliminnen in zahllosen Workshops zum Binden des Tuchs angeleitet, und noch zahlloser sind die Videos, die den jeweiligen »Hijab-Style« vorstellen: Party-Hijab, Business-Hijab, Freizeit-Hijab. Das Kopftuch ist auch Modeprodukt und Designobjekt, Chanel, Versace und Hermès haben eigene Versionen.

Während das Kopftuch im Sinne des Korans eigentlich dazu dienen soll, die Frau in der Öffentlichkeit unsichtbar zu machen, fällt sie hier und heute mit nichts mehr auf als mit einem Kopftuch. Wissenschaftlich abgesichert darf festgestellt werden: Es gibt einen neuen Typus muslimische Frau. Oder anders: einen Typus spätmoderne Muslimin. Doch sie ist keine »Pop-Muslimin«, denn bei aller Lust zum modebewussten Trendsetting ist und bleibt ihr Referenzrahmen in erster Linie immer das Bewusstsein des Glaubens.

Die Wände blendend weiß, der Boden aus grauem PVC, Soulmusik im Hintergrund. In einer ehemaligen Zahnarztpraxis in Witten an der Ruhr wird der neue Islam designt. Islamic Streetwear, so was wie ein urbanic muslim lifestyle – nicht weit entfernt vom Propheten, nah an den Kids von heute. Die einzige Person ohne Kopftuch hier ist Melih Kesmen, Gründer und Chef der Firma styleislam. Jeans und Pulli, längeres Schwarzhaar, Jahrgang 76. Seine vier Auszubildenden tragen Jeans und Birkenstock, bunte und unifarbene Kopftücher, klassisch, modisch, schwarz. Sie sitzen an einem quadratischen Tisch vor aufgeklappten Apple-Laptops. Kesmen gibt ihnen eine Chance, weil es sonst keiner tut: die übliche Ablehnung, Hindernis Kopftuch. styleislam ist eine Art Movement unter muslimischen Jugendlichen weltweit. Ein Identitätslabel. So sieht Kesmen das. Der Torhüter der saudi-arabischen Fußballnationalmannschaft buhlt gerade um die Rechte für den arabischen Raum, aus Kasachstan und Südafrika kommen Vertriebsangebote, ach ja, und die New York Times war in Witten. Auf al-Dschasira waren sie erst kürzlich.

2005 waren Melih und seine Frau Yeliz auf dem Hadsch nach Mekka. Weil Pilger bedeckt sein müssen, trug Yeliz zum ersten Mal ein Kopftuch. Nach dem Hadsch zog sie es nicht mehr ab. So einfach. Dann kamen die Mohammed-Karikaturen. Kesmen fand das Fahnenverbrennen idiotisch. Drei Jahre später ging es los mit styleislam, Ramadan 2008. Nix mit kitschiger Folklore aus Syrien oder Ägypten. Kesmen zeigt die Messages, die sie auf Tuniken, Taschen und Kapuzenpullis druckten: »I love my Prophet«. Oder: »Jesus and Muhammad – Brothers in faith«. Oder: »Hijab – my right, my choice, my life«. Es geht nicht um Politik, es geht ums Lebensgefühl, sagt er: Hey Muslim, wo stehst du? Und es geht um viel mehr als um ein Stück Stoff. Es geht um Chadidscha bint Chuwailid, jene sehr erfolgreiche Geschäftsfrau, die Mohammed anstellte und dem sie die Ehe antrug. Wenn der direkte Bezug auf den Propheten fundamental ist, dann betreiben Leute wie Yeliz Kesmen eine Art Fundamentalismus.

Yeliz ist 30. Hat in Dortmund Grafikdesign studiert, wie Melih. Beide im Ruhrgebiet geboren, die Eltern »Gastarbeiter«, zweite Generation. Der gemeinsame Sohn heißt Isaak. Die Kesmens verabscheuen das Wort »Integration«. »Wir sind eine neue Spezies Euromuslime, die multiple Identitäten haben«, sagt er. Und sie: »Wir sind so deutsch, dass wir uns nicht zu integrieren brauchen. Wir wollen partizipieren.«

Yeliz’ Türkisch ist schlecht. Ihre Freundinnen sind Ärztinnen und Architektinnen, beste Abschlüsse, alle mit Kopftuch. Zurzeit: meist arbeitslos. Im organisierten Vereinsislam herrschten Machostrukturen, sagt Yeliz, Moscheen seien zu Männertempeln degeneriert, Zwangsehen unislamisch, Ehrenmorde pervers. Ihren rechten Nasenflügel ziert ein glitzernder Sticker. »Es ist mir scheißegal, ob eine Muslimin ein Kopftuch trägt oder nicht.« Das ist der Sound eines neuen Bewusstseins von Freiheit. Klappe auf, mitreden, mitstreiten, gestalten. Für eine neue Generation Muslimin ist es die Freiheit, sie selbst zu sein. Die Freiheit zum bescheidenen Äußeren bei all der Nacktheit. Die Freiheit, alles in einem zu sagen: Ich bin selbstbewusst, ich bin gebildet, ich bin kreativ, Deutsch ist meine Muttersprache, Deutschland mein Zuhause, ich liebe meinen Propheten.

 
Leser-Kommentare
  1. »Kennen Sie«, fragt Özlem Nas keineswegs provokativ, »auch nur eine Frau mit Kopftuch, die bei einem Amt oder bei einem Notar arbeitet und keine Putzfrau ist?« - Kennen Sie auch nur einen Mann mit Irokesenschnitt, der bei einem Amt oder bei einem Notar arbeitet und kein Hausmeister ist?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Arril
    • 10.05.2010 um 17:03 Uhr

    ... ein Mann mit Irokesenschnitt würde vermutlich nicht einmal aktiv von der eigenen Familie daran gehindert, eine solche Karriere anzustreben.
    Das Frauenbild des Islam sieht doch so aus, dass das Einfügen in die religiös vorgesehene Rolle (Gehorsam, weitestgehende Beschränkung auf den "heimischen Herd", Aufziehen von möglichst vielen Kindern) und beruflicher Erfolg nur sehr schwer miteinander zu vereinbaren sein dürfen. Dafür braucht es gar keine Diskriminierung von außen...
    Berufstätigkeit von Frauen wird bekanntlich in traditionell-muslimisch geprägten Gesellschaften und Familienverbänden als Gräuel angesehen und bekämpft. In vielen muslimischen Ländern dürfen Mädchen nicht einmal zur Schule gehen.
    Die logische Konsequenz daraus - dass es eben statistisch gesehen weniger streng religiös erzogene muslimische Frauen in Berufen mit hohen Qualifikationsanforderungen gibt - jetzt auf den Rassismus der bösen, bösen Deutschen zu schieben, ist ein Automatismus, der mir sauer aufstößt. Dieses Problem ist von unseren Einwanderer-Parallelgesellschaften selbstgemacht.
    Mein Respekt gilt allen Frauen, die es selbstständig geschafft haben, sich aus diesen Gesellschaftsstrukturen zu lösen und etwas aus ihrem Leben zu machen. Allerdings: je gebildeter und selbstständiger eine Frau ist, desto wahrscheinlicher wird es auch, dass sie anfängt, religiöse und kulturelle Dogmen - wozu eben auch die Verhüllung zählt - kritisch zu hinterfragen.

    Also ich habe genau das mal gehabt: Ich habe mit Irokesenschnitt auf einem Amt gearbeitet. Ungefähr ein Jahr lang. Während mein direkter Chef sich tatsächlich eher an meinen fachlichen Qualifikationen orientiert hat und es den Bürgern (die um die es ja angeblich zuförderst geht) recht egal war, gab es durchaus sowohl im Freundeskreis als auch im Kollegialen Umfeld außerhalb der Abteilung immer wieder Sprüche, angefangen von "Was willst du damit beweisen, sei doch nicht so kindisch" bis zu "In meiner Abteilung hätte ich dem die Hammelbeine langgezogen, so rumzulaufen"

    Der Druck kam nicht durch offene Ansprache "mach das weg" sondern durch langsames stetiges Murmeln im Hintergrund. Über Monate, Jahre. Einmal geriet ich in eine Polizeikontrolle und die Beamten wollten mir partout nciht glauben dass ich nur Apfelsaftschorle getrunkne hatte... seit dieser Behandlung verstehe ich eher dass manche Leute vorbehalte gegen Polizisten haben.

    Heute trage ich eine adrette Kurzhaarfrisur und Hemdchen mit Sakko. Ein Irokesenschnitt ? würde meine Karriere beerdigen.

    Ob es 56 gramm Kopftuch sind, ein Haarschnitt, eine Haarfarbe, oder eine bestimmte Anzugtracht (z.b. Krawatte): An hanebüchenen Kleinigkeiten wird der Mensch bemessen.

    Doppelmoral ist auf dem ganzen Planeten gesellschaftliche Grundvoraussetzung, ganz egal in welchem Land.

    in London arbeitete vor 3 Jahren eine freundliche junge Dame an der Kasse, beiger Ganzkoerperschleier, nur Gesicht war frei. Haende weiss ich nicht. Beispiel leider schon etwas aelter, aber soo intolerant sind die Deutschen wohl doch nicht

    • Arril
    • 10.05.2010 um 17:03 Uhr

    ... ein Mann mit Irokesenschnitt würde vermutlich nicht einmal aktiv von der eigenen Familie daran gehindert, eine solche Karriere anzustreben.
    Das Frauenbild des Islam sieht doch so aus, dass das Einfügen in die religiös vorgesehene Rolle (Gehorsam, weitestgehende Beschränkung auf den "heimischen Herd", Aufziehen von möglichst vielen Kindern) und beruflicher Erfolg nur sehr schwer miteinander zu vereinbaren sein dürfen. Dafür braucht es gar keine Diskriminierung von außen...
    Berufstätigkeit von Frauen wird bekanntlich in traditionell-muslimisch geprägten Gesellschaften und Familienverbänden als Gräuel angesehen und bekämpft. In vielen muslimischen Ländern dürfen Mädchen nicht einmal zur Schule gehen.
    Die logische Konsequenz daraus - dass es eben statistisch gesehen weniger streng religiös erzogene muslimische Frauen in Berufen mit hohen Qualifikationsanforderungen gibt - jetzt auf den Rassismus der bösen, bösen Deutschen zu schieben, ist ein Automatismus, der mir sauer aufstößt. Dieses Problem ist von unseren Einwanderer-Parallelgesellschaften selbstgemacht.
    Mein Respekt gilt allen Frauen, die es selbstständig geschafft haben, sich aus diesen Gesellschaftsstrukturen zu lösen und etwas aus ihrem Leben zu machen. Allerdings: je gebildeter und selbstständiger eine Frau ist, desto wahrscheinlicher wird es auch, dass sie anfängt, religiöse und kulturelle Dogmen - wozu eben auch die Verhüllung zählt - kritisch zu hinterfragen.

    Also ich habe genau das mal gehabt: Ich habe mit Irokesenschnitt auf einem Amt gearbeitet. Ungefähr ein Jahr lang. Während mein direkter Chef sich tatsächlich eher an meinen fachlichen Qualifikationen orientiert hat und es den Bürgern (die um die es ja angeblich zuförderst geht) recht egal war, gab es durchaus sowohl im Freundeskreis als auch im Kollegialen Umfeld außerhalb der Abteilung immer wieder Sprüche, angefangen von "Was willst du damit beweisen, sei doch nicht so kindisch" bis zu "In meiner Abteilung hätte ich dem die Hammelbeine langgezogen, so rumzulaufen"

    Der Druck kam nicht durch offene Ansprache "mach das weg" sondern durch langsames stetiges Murmeln im Hintergrund. Über Monate, Jahre. Einmal geriet ich in eine Polizeikontrolle und die Beamten wollten mir partout nciht glauben dass ich nur Apfelsaftschorle getrunkne hatte... seit dieser Behandlung verstehe ich eher dass manche Leute vorbehalte gegen Polizisten haben.

    Heute trage ich eine adrette Kurzhaarfrisur und Hemdchen mit Sakko. Ein Irokesenschnitt ? würde meine Karriere beerdigen.

    Ob es 56 gramm Kopftuch sind, ein Haarschnitt, eine Haarfarbe, oder eine bestimmte Anzugtracht (z.b. Krawatte): An hanebüchenen Kleinigkeiten wird der Mensch bemessen.

    Doppelmoral ist auf dem ganzen Planeten gesellschaftliche Grundvoraussetzung, ganz egal in welchem Land.

    in London arbeitete vor 3 Jahren eine freundliche junge Dame an der Kasse, beiger Ganzkoerperschleier, nur Gesicht war frei. Haende weiss ich nicht. Beispiel leider schon etwas aelter, aber soo intolerant sind die Deutschen wohl doch nicht

    • Astgfl
    • 10.05.2010 um 16:52 Uhr

    So ändern sich die Zeiten, sind die Symbole überkommener Patriarchalischer Gesellschaften heute Zeichen jugendlicher Opposition? Wer weiss. Tatsache ist aber, dass vielen Leuten die aggressiv und aufdringlich vor die Nase gehaltenen Glaubensbekenntnisse religiöser Eiferer schlicht und einfach auf die Nerven gehen. Niemand möchte solche Leute in seiner Firma haben, denn das Risiko, dass dadurch das Betriebsklima vergiftet wird, ist groß. Wir leben in einem Land, in dem zunehmend Menschen unterschiedlichster Religionen auf engstem Raum zusammenleben müssen. Etwas Zurückhaltung in dieser Richtung kann dem friedlichen Miteinander durchaus förderlich sein.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Diese Forderung pervertiert die Religionsfreiheit. Jeder Mensch in Deutschland hat das Recht, sich zu seiner Religion zu bekennen, die einzige Ausnahme sind Handlungen, die gegen Gesetze verstoßen. Wer das Tragen eines Kopftuches als Provokation empfindet, ist kein guter Zeuge für Laizismus und Toleranz, sondern offenbart sich als Dogmatiker.

    ... den unkontrollierbaren Drang verspüren, ihren Glauben dadurch auszudrücken, dass sie diese peinlichen Christenfische auf das Heck ihres Autos kleben.

    • joG
    • 12.05.2010 um 8:25 Uhr

    ...Ausdrucks. Der Rabbi hat einen. "Tatsache ist aber, dass vielen Leuten die aggressiv und aufdringlich vor die Nase gehaltenen Glaubensbekenntnisse religiöser Eiferer schlicht und einfach auf die Nerven gehen. Niemand möchte solche Leute in seiner Firma haben, denn das Risiko, dass dadurch das Betriebsklima vergiftet wird,...". Würden Sie das hier auch für diesen Fall so sehen? Und wie würden Sie es sehen, wenn wir beschließen xenophobische Giftmischer in Sicherheitsverwahrung nehmen?

    • dacapo
    • 13.05.2010 um 20:12 Uhr

    Man kann es nicht oft genug sagen: Religion hat hier und heute, so gut wie möglich, Privatangelegenheit zu sein. Dieses ganze Gerede über Religion, speziell über dem Islam, ist eben doch zu einer politischen Haltung geworden.

    • grrzt
    • 14.05.2010 um 13:21 Uhr

    aber wenn Sie z.B. als Personalverantwortlicher z.b. bei der Auswahl von Azubis diesen Punkt thematisieren, kann es sein, dass diese Bewerbung für Sie ziemlich teuer wird. (AGG etc.pp)

    "Religionen sind zu schonen, sie sind für Moral gemacht...-...kein Gott hat besser gedacht" heisst es in einem Song von Grönemeyer.
    Man sieht wieder einmal, dass offenbar nur die Kunst es vermag, Wahrheit zu sehen.
    Jeder Glaube-egal welcher Art-sollte der Gläubige doch am Besten still für sich leben und glauben.Für meine innersten Überzeugungen und Glaubensgrundsätze brauche ich weder ein Symbol noch einen "Lehrer" und schon gar keinen "Geistlichen".
    Alle Religionen der Menschheit haben ursprünglich identische Grundsätze und wollten nichts als Frieden sichern, Unterdrückung und Sklaverei beenden, sowie Gleichberechtigung von Rassen und Geschlechtern durchsetzen.
    Durch das (Fehl)Interpretieren dieser (ursprünglichen) Werte hat die Menschheit diese "Götterziele" in Schutt und Asche gelegt und nichts weiter als Blut und Tränen hinterlassen. Gebt unseren Kindern nicht die Bibel und gebt ihnen auch nicht den Koran, gebt unseren Kindern Liebe und Bildung!

    Diese Forderung pervertiert die Religionsfreiheit. Jeder Mensch in Deutschland hat das Recht, sich zu seiner Religion zu bekennen, die einzige Ausnahme sind Handlungen, die gegen Gesetze verstoßen. Wer das Tragen eines Kopftuches als Provokation empfindet, ist kein guter Zeuge für Laizismus und Toleranz, sondern offenbart sich als Dogmatiker.

    ... den unkontrollierbaren Drang verspüren, ihren Glauben dadurch auszudrücken, dass sie diese peinlichen Christenfische auf das Heck ihres Autos kleben.

    • joG
    • 12.05.2010 um 8:25 Uhr

    ...Ausdrucks. Der Rabbi hat einen. "Tatsache ist aber, dass vielen Leuten die aggressiv und aufdringlich vor die Nase gehaltenen Glaubensbekenntnisse religiöser Eiferer schlicht und einfach auf die Nerven gehen. Niemand möchte solche Leute in seiner Firma haben, denn das Risiko, dass dadurch das Betriebsklima vergiftet wird,...". Würden Sie das hier auch für diesen Fall so sehen? Und wie würden Sie es sehen, wenn wir beschließen xenophobische Giftmischer in Sicherheitsverwahrung nehmen?

    • dacapo
    • 13.05.2010 um 20:12 Uhr

    Man kann es nicht oft genug sagen: Religion hat hier und heute, so gut wie möglich, Privatangelegenheit zu sein. Dieses ganze Gerede über Religion, speziell über dem Islam, ist eben doch zu einer politischen Haltung geworden.

    • grrzt
    • 14.05.2010 um 13:21 Uhr

    aber wenn Sie z.B. als Personalverantwortlicher z.b. bei der Auswahl von Azubis diesen Punkt thematisieren, kann es sein, dass diese Bewerbung für Sie ziemlich teuer wird. (AGG etc.pp)

    "Religionen sind zu schonen, sie sind für Moral gemacht...-...kein Gott hat besser gedacht" heisst es in einem Song von Grönemeyer.
    Man sieht wieder einmal, dass offenbar nur die Kunst es vermag, Wahrheit zu sehen.
    Jeder Glaube-egal welcher Art-sollte der Gläubige doch am Besten still für sich leben und glauben.Für meine innersten Überzeugungen und Glaubensgrundsätze brauche ich weder ein Symbol noch einen "Lehrer" und schon gar keinen "Geistlichen".
    Alle Religionen der Menschheit haben ursprünglich identische Grundsätze und wollten nichts als Frieden sichern, Unterdrückung und Sklaverei beenden, sowie Gleichberechtigung von Rassen und Geschlechtern durchsetzen.
    Durch das (Fehl)Interpretieren dieser (ursprünglichen) Werte hat die Menschheit diese "Götterziele" in Schutt und Asche gelegt und nichts weiter als Blut und Tränen hinterlassen. Gebt unseren Kindern nicht die Bibel und gebt ihnen auch nicht den Koran, gebt unseren Kindern Liebe und Bildung!

  2. was will uns dieser (gefühlte) 10000ste Artikel zu Islam/Kopftuch/Türken etc. sagen?

    Daß wir uns nun gefälligst damit abfinden sollen, daß Kopftuch in Deutschland Fakt ist, oder was?

    Ich werde mich mit diesem Stoff-Fetzen niemals abfinden wollen. Er beleidigt schlicht meine Sinne. Für mich ist das ein Zeichen der Abgrenzung, ein Zeichen an die männlichen Türken, ich bin Moslem, laß mich in Ruhe, mach doch die Nichtkopftuchfrauen an...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 11.05.2010 um 18:46 Uhr

    ..... wollen. Er beleidigt schlicht meine Sinne. Für mich ist das ein Zeichen der Abgrenzung,..."

    ....wie das auch das Kopftuch war, das Grace Kelly so gerne trug.

    • joG
    • 11.05.2010 um 18:51 Uhr

    ....Meinungsäußerung". Das mag ja sein. Aber freie Meinungsäußerung ist hier kein absolutes Recht, wenn es auch als "Menschenrecht" bezeichnet wird. Kopftücher, die nicht von Hermes sind, sind nun einmal sittenwidrig. Da lässt sich momentan nichts machen.

    Kopftuch hier Kopftuch da....
    Ich will, nein ich will nicht...
    Was soll das? wer gibt einem das Recht, zudem etwas zu sagen, was ein Mensch für sich als wichtig empfindet.
    Es wurde einmal eine Frau gefagt( diese Frage wird zu oft gestellt):,,Warum tragen Sie ein Kopftuch warum verbergen sie ihre schönen haare?''
    Die Frau antwortete daraufhin:,, tja das gleiche könnte ich sie Fragen, warum tragen sie KEIN Kopftuch, wieso sind sie so schamlos und ziehen so kurze Kleidung an und stellen sich schamlos zur schau.''
    Aber der unterschied ist das Frauen die Kopftuch tragen vielfreundlicher und unaufdringlicher sind, das erkennt man daran, das eine Kopft. Frau niemals diese Frage einer deutschen Frau stellen würde, weil es sie nichts angeht. und umgekehrt sollte es auch akzeptiert werden.
    Wo ist die freie Meinung.
    Ich sage ja nicht das Frauen die Kopftuch tragen im Recht sind, aber sollten wir nicht toleranter sein. Man sagt solche Frauen (die kopftuch tragen) würden sich v on der gesellschaft abkapseln aber ich denke das Menschen wie sie diese Frauen versuchen von der gesellschaft fern zu halten in der hoffnung das sie an ihrem glauben kaputt gehen und sich zu ihrem vergnügen zur schau stellen. soe wird es nie sein mein Freund und das sollten alle einsehen.

    So egoistisch und untolerant wie sie sich darstellen und das nur in Worten, beleidigt meine Sinne auch, nämlich meine Gefühle! Mehr Toleranz, es lebe die Vielfalt..wenn es mir danach ist zieh ich mir auch eins auf! Vor allem im Sommer am Strand..superangenehm wenn man es im Meerwasser befeuchtet hat und der Wind für Abkühlung sorgt..Kopftuchfan :-) und Frauenrechtlerin und Männerrechtlerin und Kinderrechlerin und Natur-, Umwelt-, Tier-,rechtlerin...Gegen Modediktatur!

    • joG
    • 11.05.2010 um 18:46 Uhr

    ..... wollen. Er beleidigt schlicht meine Sinne. Für mich ist das ein Zeichen der Abgrenzung,..."

    ....wie das auch das Kopftuch war, das Grace Kelly so gerne trug.

    • joG
    • 11.05.2010 um 18:51 Uhr

    ....Meinungsäußerung". Das mag ja sein. Aber freie Meinungsäußerung ist hier kein absolutes Recht, wenn es auch als "Menschenrecht" bezeichnet wird. Kopftücher, die nicht von Hermes sind, sind nun einmal sittenwidrig. Da lässt sich momentan nichts machen.

    Kopftuch hier Kopftuch da....
    Ich will, nein ich will nicht...
    Was soll das? wer gibt einem das Recht, zudem etwas zu sagen, was ein Mensch für sich als wichtig empfindet.
    Es wurde einmal eine Frau gefagt( diese Frage wird zu oft gestellt):,,Warum tragen Sie ein Kopftuch warum verbergen sie ihre schönen haare?''
    Die Frau antwortete daraufhin:,, tja das gleiche könnte ich sie Fragen, warum tragen sie KEIN Kopftuch, wieso sind sie so schamlos und ziehen so kurze Kleidung an und stellen sich schamlos zur schau.''
    Aber der unterschied ist das Frauen die Kopftuch tragen vielfreundlicher und unaufdringlicher sind, das erkennt man daran, das eine Kopft. Frau niemals diese Frage einer deutschen Frau stellen würde, weil es sie nichts angeht. und umgekehrt sollte es auch akzeptiert werden.
    Wo ist die freie Meinung.
    Ich sage ja nicht das Frauen die Kopftuch tragen im Recht sind, aber sollten wir nicht toleranter sein. Man sagt solche Frauen (die kopftuch tragen) würden sich v on der gesellschaft abkapseln aber ich denke das Menschen wie sie diese Frauen versuchen von der gesellschaft fern zu halten in der hoffnung das sie an ihrem glauben kaputt gehen und sich zu ihrem vergnügen zur schau stellen. soe wird es nie sein mein Freund und das sollten alle einsehen.

    So egoistisch und untolerant wie sie sich darstellen und das nur in Worten, beleidigt meine Sinne auch, nämlich meine Gefühle! Mehr Toleranz, es lebe die Vielfalt..wenn es mir danach ist zieh ich mir auch eins auf! Vor allem im Sommer am Strand..superangenehm wenn man es im Meerwasser befeuchtet hat und der Wind für Abkühlung sorgt..Kopftuchfan :-) und Frauenrechtlerin und Männerrechtlerin und Kinderrechlerin und Natur-, Umwelt-, Tier-,rechtlerin...Gegen Modediktatur!

  3. "Für Özlem Nas aber wurde das Kopftuch ein Teil ihres Ichs. Das Kopftuch drückte die beginnende Beziehung zwischen ihr und ihrem Schöpfer aus, sagt sie."

    ...dann sollte man sie das einfach tun lassen.

    Und trotzdem möchte ich nicht, dass meine Tochter in diesem Style unterrichtet wird. Wenn sie mit Schule und Ausbildung und ihrem Ich fertig ist, mag sie im Extremfalle meinetwegen auch eine "Beziehung zu ihrem Schöpfer" beginnen und ein Tuch dabei zuhilfe nehmen. Aber als Kind sollte ihr diesen, mit Verlaub, Mummenschanz keine Respektsperson als erstrebenswert vorleben.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    für ihr statement mit hintergrund

    • Buh
    • 02.06.2010 um 3:17 Uhr

    Aber natrlich ist es OK sein eigenes Kind nach seinen religiösen Vorstellungen zu erziehen. Auch eine agnostische Erziehung ist in diesem Sinne eine Lenkung des Kindes und das ist ja auch in Orndung.

    für ihr statement mit hintergrund

    • Buh
    • 02.06.2010 um 3:17 Uhr

    Aber natrlich ist es OK sein eigenes Kind nach seinen religiösen Vorstellungen zu erziehen. Auch eine agnostische Erziehung ist in diesem Sinne eine Lenkung des Kindes und das ist ja auch in Orndung.

    • Arril
    • 10.05.2010 um 17:03 Uhr
    5. Und...

    ... ein Mann mit Irokesenschnitt würde vermutlich nicht einmal aktiv von der eigenen Familie daran gehindert, eine solche Karriere anzustreben.
    Das Frauenbild des Islam sieht doch so aus, dass das Einfügen in die religiös vorgesehene Rolle (Gehorsam, weitestgehende Beschränkung auf den "heimischen Herd", Aufziehen von möglichst vielen Kindern) und beruflicher Erfolg nur sehr schwer miteinander zu vereinbaren sein dürfen. Dafür braucht es gar keine Diskriminierung von außen...
    Berufstätigkeit von Frauen wird bekanntlich in traditionell-muslimisch geprägten Gesellschaften und Familienverbänden als Gräuel angesehen und bekämpft. In vielen muslimischen Ländern dürfen Mädchen nicht einmal zur Schule gehen.
    Die logische Konsequenz daraus - dass es eben statistisch gesehen weniger streng religiös erzogene muslimische Frauen in Berufen mit hohen Qualifikationsanforderungen gibt - jetzt auf den Rassismus der bösen, bösen Deutschen zu schieben, ist ein Automatismus, der mir sauer aufstößt. Dieses Problem ist von unseren Einwanderer-Parallelgesellschaften selbstgemacht.
    Mein Respekt gilt allen Frauen, die es selbstständig geschafft haben, sich aus diesen Gesellschaftsstrukturen zu lösen und etwas aus ihrem Leben zu machen. Allerdings: je gebildeter und selbstständiger eine Frau ist, desto wahrscheinlicher wird es auch, dass sie anfängt, religiöse und kulturelle Dogmen - wozu eben auch die Verhüllung zählt - kritisch zu hinterfragen.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. "... und die Bremer Erziehungswissenschaftlerin Yasemin Karakasoglu erkennt im Kopftuchverbot den Versuch eines »Umerziehungsprogramms«..."

    nun gut , ich erkenne genau in diesem Artikel , und an dem Verhalten unserer Moslemischen Bürger den Versuch eines "Umerziehungsprogrammes". Der Artikel bringt doch zum Ausdruck das Frauen ohne Kopftuch und "ungläubige" Fraue sowieso weniger wert sind in den Augen unserer Moslemischen Mitbürger. Und das ist vollkommen inakzeptabel. Um diese Art von 2 Klassengesellschaft zu verhindern , ist ein Kopftuchverbot sehr wünschenswert.

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    • Arril
    • 10.05.2010 um 17:28 Uhr

    Auch ein Kopftuch ist eine Meinungsäußerung und als solche zu schützen, ob einem die damit ausgedrückte Meinung nun passt oder nicht. (Und ja, die vermittelte Ideologie schätze ich ähnlich ein wie Sie.) Im privaten Rahmen muss es also erlaubt sein, Kopftücher (oder auch Burkas) zu tragen. Im öffentlichen Raum (z.B. eben im Lehrerberuf) hat so etwas aber mMn nichts zu suchen - die weltanschauliche Neutralität muss gewährleistet bleiben.
    Im Gegenzug muss aber natürlich auch die Meinung der Kritiker entsprechend geschützt werden. Der status quo, dass Menschen um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie bestimmte Auswüchse des Islam kritisieren, ist ein Skandal - hier greift unsere Gesellschaft viel zu lasch durch.
    Und vor allem müssen diejenigen geschützt werden, die in diesem Artikel unpassenderweise nur ganz am Rande erwähnt und sowieso gern totgeschwiegen werden: diejenigen, die zu Kopftuch und allem, was an Ideologie dahintersteht, GEZWUNGEN werden. Man tut niemandem einen Gefallen, indem man entgegen aller Statistiken so tut, als handele es sich dabei nur um bedauerliche Einzelfälle.
    Appeasement-Politik ist selten erfolgreich.

    Das sehe ich ganz genauso. Dieser Artikel ist nur ein klitzekleiner Baustein in einem riesigen Umerziehungsprogramm, das aber immer schlechter funktioniert, da immer mehr Menschen mit der konkreten Realität in Berührung kommen. Außer den Verfassern solcher Artikel natürlich.

    • Arril
    • 10.05.2010 um 17:28 Uhr

    Auch ein Kopftuch ist eine Meinungsäußerung und als solche zu schützen, ob einem die damit ausgedrückte Meinung nun passt oder nicht. (Und ja, die vermittelte Ideologie schätze ich ähnlich ein wie Sie.) Im privaten Rahmen muss es also erlaubt sein, Kopftücher (oder auch Burkas) zu tragen. Im öffentlichen Raum (z.B. eben im Lehrerberuf) hat so etwas aber mMn nichts zu suchen - die weltanschauliche Neutralität muss gewährleistet bleiben.
    Im Gegenzug muss aber natürlich auch die Meinung der Kritiker entsprechend geschützt werden. Der status quo, dass Menschen um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie bestimmte Auswüchse des Islam kritisieren, ist ein Skandal - hier greift unsere Gesellschaft viel zu lasch durch.
    Und vor allem müssen diejenigen geschützt werden, die in diesem Artikel unpassenderweise nur ganz am Rande erwähnt und sowieso gern totgeschwiegen werden: diejenigen, die zu Kopftuch und allem, was an Ideologie dahintersteht, GEZWUNGEN werden. Man tut niemandem einen Gefallen, indem man entgegen aller Statistiken so tut, als handele es sich dabei nur um bedauerliche Einzelfälle.
    Appeasement-Politik ist selten erfolgreich.

    Das sehe ich ganz genauso. Dieser Artikel ist nur ein klitzekleiner Baustein in einem riesigen Umerziehungsprogramm, das aber immer schlechter funktioniert, da immer mehr Menschen mit der konkreten Realität in Berührung kommen. Außer den Verfassern solcher Artikel natürlich.

  5. ...ein Artikel, der auch mal die muslimischen Frauen zu Wort kommen lässt. Denn es gibt sie tatsächlich: Frauen, die sich freiwillig und sehr oft gegen den Willen ihrer Familien, zum Kopftuchtragen entschieden haben. Und mit mangelnder Bildung hat das nichts zu tun. Im Übrigen sollte man sich zuerst besser über "traditionell-muslimisch geprägte Gesellschaften" informieren, bevor man behauptet, dass "Berufstätigkeit von Frauen" dort bekämpft wird. Denn in Ägypten z.B. gibt es mehr Professorinnen als in Deutschland und in sowohl tunesischen als auch iranischen Universitäten studieren mittlerweile mehr Frauen als Männer. Natürlich ist mir klar, dass es auch unterdrückte muslimische Frauen in diesen Ländern gibt, aber bitte nicht eine Minderheit zur Gesamtheit zu machen.

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    • Arril
    • 10.05.2010 um 17:36 Uhr

    Ich bin überzeugt davon, dass besonders der Iran geradezu ein Musterbeispiel für Frauenrechte ist und Unterdrückung selbstverständlich nur in wenigen bedauerlichen Einzelfällen vorkommt, die von Amnesty International und anderen islamfeindlichen Organisationen unsäglich aufgebauscht werden, um gegen den einzig wahren Glauben zu hetzen. Vielen Dank für diesen erhellenden Beitrag...

    • macey
    • 11.05.2010 um 15:10 Uhr

    Waren Sie jemals in den von Ihnen genannten Ländern? Schauen Sie sich mal dort in den Städten um? Sehen Sie dort stolze Frauen, die erhobenen Hauptes und ohne diese unsäglichen Tücher herumlaufen? Nein, das werden sie nicht sehen, denn die Öffentlichkeit gehört den Männern!
    Ich war schon oft in islamischen Ländern und kam immer entsetzt nach Deutschland zurück, weil ich micht dort als Frau wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt fühlte. Nicht eine Minderheit der moslemischen Frauen ist diskriminiert, sondern alle. Das äußere Zeichen dieser Benachteiligung ist das islamische Kopftuch.

    • Arril
    • 10.05.2010 um 17:36 Uhr

    Ich bin überzeugt davon, dass besonders der Iran geradezu ein Musterbeispiel für Frauenrechte ist und Unterdrückung selbstverständlich nur in wenigen bedauerlichen Einzelfällen vorkommt, die von Amnesty International und anderen islamfeindlichen Organisationen unsäglich aufgebauscht werden, um gegen den einzig wahren Glauben zu hetzen. Vielen Dank für diesen erhellenden Beitrag...

    • macey
    • 11.05.2010 um 15:10 Uhr

    Waren Sie jemals in den von Ihnen genannten Ländern? Schauen Sie sich mal dort in den Städten um? Sehen Sie dort stolze Frauen, die erhobenen Hauptes und ohne diese unsäglichen Tücher herumlaufen? Nein, das werden sie nicht sehen, denn die Öffentlichkeit gehört den Männern!
    Ich war schon oft in islamischen Ländern und kam immer entsetzt nach Deutschland zurück, weil ich micht dort als Frau wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt fühlte. Nicht eine Minderheit der moslemischen Frauen ist diskriminiert, sondern alle. Das äußere Zeichen dieser Benachteiligung ist das islamische Kopftuch.

    • Arril
    • 10.05.2010 um 17:28 Uhr

    Auch ein Kopftuch ist eine Meinungsäußerung und als solche zu schützen, ob einem die damit ausgedrückte Meinung nun passt oder nicht. (Und ja, die vermittelte Ideologie schätze ich ähnlich ein wie Sie.) Im privaten Rahmen muss es also erlaubt sein, Kopftücher (oder auch Burkas) zu tragen. Im öffentlichen Raum (z.B. eben im Lehrerberuf) hat so etwas aber mMn nichts zu suchen - die weltanschauliche Neutralität muss gewährleistet bleiben.
    Im Gegenzug muss aber natürlich auch die Meinung der Kritiker entsprechend geschützt werden. Der status quo, dass Menschen um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie bestimmte Auswüchse des Islam kritisieren, ist ein Skandal - hier greift unsere Gesellschaft viel zu lasch durch.
    Und vor allem müssen diejenigen geschützt werden, die in diesem Artikel unpassenderweise nur ganz am Rande erwähnt und sowieso gern totgeschwiegen werden: diejenigen, die zu Kopftuch und allem, was an Ideologie dahintersteht, GEZWUNGEN werden. Man tut niemandem einen Gefallen, indem man entgegen aller Statistiken so tut, als handele es sich dabei nur um bedauerliche Einzelfälle.
    Appeasement-Politik ist selten erfolgreich.

    Eine Leser-Empfehlung
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