Es gibt viele Währungen, Yen, Dollar, Euro. Doch seit ein paar Tagen ist zumindest in Deutschland eine weitere hinzugekommen: "unser Geld" . In großen Lettern, unübersehbar, heißt es in der Presse: "Die Griechen wollen unser Geld" und "Angst um unser Geld".

Unmittelbar geht es natürlich um jene 22 Milliarden Euro von der staatlichen KfW Bankengruppe, die binnen drei Jahren als Kredite nach Athen fließen, verbürgt vom Bund. Es geht aber auch um "unser Geld" auf der hohen Kante. Nur – ist diese Sorge gerechtfertigt?

Geht es nach den Politikern in Berlin und nach der Europäischen Zentralbank, dann – nein. In ihren Plänen reichen die internationalen Hilfen und das griechische Sparprogramm aus, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Demnach kommt es in Athen zu keiner Umschuldung und damit zu keinen Abschreibungen bei griechischen Anleihen. Turbulenzen im Handel und neue Bankenkrisen bleiben aus. An den Aktienmärkte breitet sich eine neue Ruhe aus.

So muss es aber nicht kommen. Es gibt ein zweites Szenario, eines, in dem Griechenlands Politiker nicht konsequent sparen, nicht sparen können. Dann könnte eine Umschuldung unumgänglich werden. Womöglich müssten dann auch Portugal oder Spanien unter dem Druck der Kapitalmärkte um Hilfe bitten. In diesem Szenario ist die Sorge um "unser Geld" berechtigt. Es drohte eine Kettenreaktion bis hinab zum Kleinanleger .

Zunächst die gute Nachricht: Unberührt blieben in jedem Fall die Spareinlagen der Deutschen, also "unser Geld" auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten. Dafür gilt weiter die Garantie, die Angela Merkel und die Bundesregierung ausgesprochen haben. Wer persönlich einige Anleihen Athens hält, hätte die Qual der Wahl – er müsste bei abstürzenden Kursen verkaufen oder warten, bis eine Umschuldung kommt. In so einem Fall tritt erfahrungsgemäß ein Verlust von 30, 50, vielleicht gar 70 Prozent ein. Wer Geld in Fonds stecken hat, die griechische Anleihen führen, hätte ebenfalls Anlass zur Sorge.