Uwe Ochsenknecht segelt gern, hier während des BMW Sailing Cup auf dem Wannsee 2009 © Sean Gallup/Getty Images

ZEITmagazin: Herr Ochsenknecht, Sie haben sich früh für ein Leben auf der Bühne entschieden. Warum?

Uwe Ochsenknecht: Mit 15 blieb ich zum dritten Mal sitzen und flog vom Gymnasium. Ich war völlig motivationslos. Ab zehn hatte ich im Kinderchor des Theaters in Mannheim gesungen. Das interessierte mich viel mehr. Später habe ich Statistenrollen übernommen und in Kinderstücken gespielt. Ich wollte Schauspieler werden und fand es total sinnlos, Mengenlehre zu lernen.

ZEITmagazin: Bereits mit 17 besuchten Sie dann die Schauspielschule in Bochum.

Ochsenknecht: Ja, nachdem ich auf Druck meiner Eltern den Hauptschulabschluss nachgemacht hatte. Unser Verhältnis war damals sehr schwierig. Ich habe sehr darunter gelitten, dass sie mich nicht anerkannten. Ich fühlte mich immer als das schwarze Schaf der Familie. Meine Schwester erlernte brav einen sicheren Beruf, während ich auf die Schauspielschule ging. Für meine Eltern war das nichts Richtiges. Sie haben das nie wirklich verstanden.

ZEITmagazin: Hat sich Ihr Verhältnis später gebessert?

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Ochsenknecht: Man hat sich arrangiert. Aber akzeptiert haben sie das, was ich tue, erst, als ich berühmt wurde. Echte Anerkennung fand ich nur bei meinen Schauspielerfreunden. Die vier Jahre Schauspielschule waren eine sehr intensive, positive Zeit für mich, in der ich das kriegte, was mir zuvor gefehlt hatte – dass man sich wirklich um mich kümmert.

ZEITmagazin: Ihre Söhne sind den gleichen Weg wie Sie gegangen und Schauspieler geworden. Gab es trotzdem auch Konflikte?

Ochsenknecht: Natürlich, während der Pubertät. Wenn sie nicht wie verabredet zu Hause waren, kam es schon mal vor, dass ich sie nachts aus der Disco holte. Ich machte mir Sorgen und konnte richtig sauer werden, wenn sie sich nicht an die Regeln hielten. Aber geprügelt, so wie mein Vater mich, habe ich sie nie. Mein Vater war sehr jähzornig, der konnte gar nicht mehr aufhören. Aber ich werde höchstens laut, ich habe ja eine gute Stimmausbildung. Dann verhänge ich Hausarrest und beruhige mich wieder.

ZEITmagazin: Sie sind ein strenger Vater?

Ochsenknecht: Streng und konsequent. Manchmal muss man unangenehm sein. Ich glaube, je mehr ich mich einmischte, desto mehr bekamen die Kinder das Gefühl: Der Alte interessiert sich für mich, also liebt er mich. Mein Vater war auch streng, aber ohne diese Liebe.