Gewerkschaften Kümmern statt reden

Die Gewerkschaften haben Deutschland durch die Krise geholfen. Wenn sie wieder stärker werden, kann das Land profitieren

An diesem Sonntag wird Angela Merkel mal wieder den Gewerkschaften ihre Aufwartung machen. Sie besucht den DGB-Bundeskongress, eine fünf Tage dauernde Mammutveranstaltung in Berlin. Dort wird Merkel schon aus taktischen Gründen viele freundliche Worte für die Arbeitnehmerlobbyisten finden. Das gehört zum Alltagsgeschäft einer Kanzlerin, ähnlich wie für einen Bürgermeister das Grußwort beim Schützenverein. Doch bei aller Routine: Diesmal gibt es tatsächlich gute Gründe, die Gewerkschaften zu loben. Ja, ihnen sogar zu wünschen, dass sie wieder stärker werden. Das Land könnte davon profitieren.

Auf dem Kongress in Berlin wird die DGB-Spitze neu gewählt, voraussichtlich eine schlankere Organisationsform beschlossen – und es werden Leitlinien für die gewerkschaftspolitische Arbeit der nächsten Jahre verabschiedet. Das alles klingt nicht spektakulär, aber es verbindet sich zu einem Moment, an dem die führenden Köpfe aller DGB-Gewerkschaften sich darüber verständigen, was sie erreicht haben und wie es strategisch weitergehen soll. Und das hat, über die Gewerkschaften hinaus, durchaus Bedeutung.

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Dass die Bundesrepublik bisher vergleichsweise glimpflich durch diese Weltwirtschaftskrise gekommen ist, dass man hierzulande ernsthaft von einem kleinen Jobwunder sprechen kann, das ist auch den Gewerkschaften zu verdanken. Sie haben zumindest bei den wichtigen, großen Tarifrunden richtig reagiert – unkonventionell und pragmatisch. Sie konzentrierten sich darauf, Jobs zu sichern und dadurch auch die Einkommen ihrer Mitglieder. Das gilt für die Chemiegewerkschaft, mit Einschränkungen für ver.di und am allermeisten für die IG Metall. Die größte deutsche Gewerkschaft verzichtete erstmals auf eine Lohnforderung, auf Warnstreiks und den üblichen Verhandlungsmarathon. Stattdessen verständigte sie sich mit den Arbeitgebern auf ein Krisen-Tarifpaket, das vor allem einem Ziel diente: Jobs zu erhalten.

Das ist nicht selbstverständlich. In den Ölkrisen der siebziger Jahre trug die Reaktion der Arbeitnehmerlobby noch dazu bei, das Desaster zu vergrößern. So erkämpften die Gewerkschaften 1974 im öffentlichen Dienst eine Lohnerhöhung von stattlichen elf Prozent – das sollte die Kaufkraft stärken, trieb aber am Ende nur die Preise und die Arbeitslosenzahlen in die Höhe.

Heute zahlen sich nicht nur die vorsichtigeren Tarifabschlüsse aus, sondern auch etwas, was Betriebsräte und Gewerkschafter schon vor Jahren mit den Unternehmen vereinbart haben: ultra-flexible Arbeitszeitregeln. In vielen Betrieben können inzwischen über Zeitkonten massiv Stunden gesammelt oder abgebaut werden. Zusätzlich erlauben es Verträge, die Wochenarbeitszeit vorübergehend zu senken. All das erleichtert es, auf Kündigungen zu verzichten. Die Öffentlichkeit nimmt meist nur die staatlich geförderte Kurzarbeit wahr. Doch genauso wichtig sind die Krisenpuffer, die die Tarifparteien entwickelt haben. Erst beides zusammen machte es im vergangenen Jahr möglich, rund eine Million Jobs zu retten.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Es geht nicht darum, Gewerkschaften dafür zu loben, dass sie handzahm sind. Jene, die bisher am meisten zur Bewältigung dieser Krise beigetragen haben, IG Metall und IG Bergbau, Chemie, Energie, können sich auch durchsetzen. Sie schöpften in den guten Jahren den Verteilungsspielraum aus, der sich aus Inflation und Produktivitätszuwachs ergab. Das war genauso richtig, wie ihre Reaktion auf die schlechteren Zeiten.

Viele Probleme am deutschen Arbeitsmarkt zeigen sich eher dort, wo die Gewerkschaften wirklich schwach sind. Bei den Lidls und Schleckers dieser Welt, bei Wachleuten, in vielen Friseursalons und Zeitarbeits-Klitschen. Dort haben tarifliche Bestimmungen keine große Bedeutung, werden selbst gesetzliche Regeln gern umgangen; dort steht der einzelne Arbeitnehmer seinem Chef oder gar einem Konzern ziemlich machtlos gegenüber. Das liegt natürlich auch daran, dass in diesen Branchen besonders viele Arbeitswillige um die Jobs konkurrieren und dass es sich um weniger produktive Arbeit handelt, bei der es entsprechend weniger zu verteilen gibt. Doch die Auswüchse von Niedrigstlöhnen, Gängelung und Überwachung, die in jüngster Zeit zu beobachten waren, haben auch mit gewerkschaftlicher Schwäche zu tun.

Leser-Kommentare
    • elwu
    • 16.05.2010 um 14:41 Uhr

    hat mitnichten in guten Zeiten Verteilungsspielräume ausgeschöpft. Die Realeinkommen der Beschäftigten unter IGM-Tarifverträgen sind in den letzten dutzend Jahren geschrumpft, auch in guten Zeiten. Da wurde nämlich zur internen Querfinanzierung des politischen Herzenswunsches der IGM eine 'Strukturkomponente' von den nominalen Tarifanhebungen einbehalten, um Gehaltsanhebungen sogenannter 'Unterschreiter' zu finanzieren im Rahmen des Einführung des ERA.

    Für 2010 hat die IGM sogar eine de-facto Nullrunde von den Arbeitgebern verlangt und erstaunlicherweise auch zugestanden bekommen. Und für nächstes Jahr ist wieder nur eine Mini-Anhebung vereinbart worden. Eine Nachschlag bei steigenden Gewinnen der Unternehmen ist nicht vorgesehen, natürlich.

    Ach ja, die Beschäftigungssicherung erfolgte gerade in der Metallindustrie im Wesentlichen durch die gesetzlich ausgeweiteten Kurzarbeiterregelungen, mitnichten durch das überaus arbeitgeberfreundliche Entgegenkommen der IGM bei den Arbeitszeiten.

    Ja, wir brauchen starke Gewerkschaften,! Solche, welche die Interessen der Beschäftigten vertreten, wie etwa bei den Piloten, den Ärzten, den Zugführern. Aber ganz sicher nicht solche wie die IGM, die nach allem mehr den Wünschen der Arbeitgeber als denen der Arbeitnehmer zugeneigt ist.

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    Die Gewerkschaften kämpfen heute mehr für Ihr eigenes Überleben.
    Die Gewerkschaften und Betriebsräte haben heute keine Macht mehr in den Betrieben. Die Unternehmen bestimmen wo es lang geht. So sehen dann die Kompromisse aus. Die Politik hat für die entsprechenden Druckmittel gesorgt. An erster Stelle steht Hartz IV. Auf Hartz IV ist niemand scharf!

    Lieber elwu,

    Sie unterstützen ziemlich offensichtlich die Organisierung der Arbeiterschaft durch Berufsverbände. Und legen der IG Metall zu Lasten, dass sie sich bemüht mehr Gerechtigkeit im Betrieb zu schaffen.

    Gewerkschaften, die nach Berufsverbänden organisiert sind, schwächen allerdings die allgemeine Arbeiterschaft in ihrem Zusammenhalt und ihrer Solidarität, ebenso wie sie die Tarifverhandlungen für die Unternehmen erschweren.

    Sie meinen wohl, dass ein hypothetischer Tarifabschluss von 3,5% einer solchen Berufsverband ähnlichen Gewerkschaft ein größerer Erfolg sei als ein Tarifabschluss von 2% für den gesamten Betrieb. Ich bin da anderer Meinung.
    Hier wird die Position ein paar weniger ausgenutzt, um für sich höhere Löhne zu erstreiten, während man die Verhandlungsposition der Mehrheit schwächt.

    Zumal Sie sich vorstellen müssen: Wenn alle Arbeiter so organisiert sind, jeder nach belieben dann höhere Löhne fordert und es unaufhörlich Streik gibt, würde das den Unternehmen im großen Maße schaden. Da es nicht mehr ordentlich wirtschaften kann, sondern nur die ganze Zeit darum bemüht ist, seine Arbeiterschaft zu beruhigen.

    Die Gewerkschaften kämpfen heute mehr für Ihr eigenes Überleben.
    Die Gewerkschaften und Betriebsräte haben heute keine Macht mehr in den Betrieben. Die Unternehmen bestimmen wo es lang geht. So sehen dann die Kompromisse aus. Die Politik hat für die entsprechenden Druckmittel gesorgt. An erster Stelle steht Hartz IV. Auf Hartz IV ist niemand scharf!

    Lieber elwu,

    Sie unterstützen ziemlich offensichtlich die Organisierung der Arbeiterschaft durch Berufsverbände. Und legen der IG Metall zu Lasten, dass sie sich bemüht mehr Gerechtigkeit im Betrieb zu schaffen.

    Gewerkschaften, die nach Berufsverbänden organisiert sind, schwächen allerdings die allgemeine Arbeiterschaft in ihrem Zusammenhalt und ihrer Solidarität, ebenso wie sie die Tarifverhandlungen für die Unternehmen erschweren.

    Sie meinen wohl, dass ein hypothetischer Tarifabschluss von 3,5% einer solchen Berufsverband ähnlichen Gewerkschaft ein größerer Erfolg sei als ein Tarifabschluss von 2% für den gesamten Betrieb. Ich bin da anderer Meinung.
    Hier wird die Position ein paar weniger ausgenutzt, um für sich höhere Löhne zu erstreiten, während man die Verhandlungsposition der Mehrheit schwächt.

    Zumal Sie sich vorstellen müssen: Wenn alle Arbeiter so organisiert sind, jeder nach belieben dann höhere Löhne fordert und es unaufhörlich Streik gibt, würde das den Unternehmen im großen Maße schaden. Da es nicht mehr ordentlich wirtschaften kann, sondern nur die ganze Zeit darum bemüht ist, seine Arbeiterschaft zu beruhigen.

  1. 2. Danke!

    Danke sehr für den guten Artikel. Reflektiert. Differenziert. Kompetent.

  2. Die Gewerkschaften kämpfen heute mehr für Ihr eigenes Überleben.
    Die Gewerkschaften und Betriebsräte haben heute keine Macht mehr in den Betrieben. Die Unternehmen bestimmen wo es lang geht. So sehen dann die Kompromisse aus. Die Politik hat für die entsprechenden Druckmittel gesorgt. An erster Stelle steht Hartz IV. Auf Hartz IV ist niemand scharf!

    Antwort auf "Die IG Metall"
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    Die Gewerkschaften haben Hartz-IV nicht zu verantworten.

    Die Gewerkschaft ist vorrangig ein wirtschaftliche, nicht politische, Organisation und so begründet sich auch ihre Macht.

    Eine solche Abgrenzung der Sphären lässt sich auch aus der Geschichte der Arbeiterbewegung ableiten.

    In England wurde es den Arbeitern relativ früh erlaubt, sich zu organisieren. Hier entstanden sogenannte "Craft Unions", die man mit den bereits genannten Berufsverbänden vergleichen kann. Der Erfolg dieser Craft Unions war begrenzt. Politisch haben sie die Arbeiter dem 'Chartism' angehängt, der eine bürgerlich-liberale Bewegung war. Hier genügte es den Arbeitern ganz formal der Punkt von mehr politischer Partizipation.

    In Deutschland wurde die Organisation von Arbeitern repressiv bekämpft. Die bis dahin existierenden Gewerkschaften, die sich lokal und durch Beruf nach außen abgrenzte, reagierte nicht mit sinnlosen Streiks, um ihr politisches Recht zu erkämpfen. Ihre Reaktion war es, sich auch politisch zu organisieren! Dabei trug die Entwicklung zu Massenorganisationen mit dem Trend zu Zentralisierung sehr zum Erfolg der Arbeiterbewegung in Deutschland bei.

    Somit war die SPD in Deutschland das Medium, über das die Arbeiter ihre Ansichten politisch durchsetzten.
    Nun war es gerade die SPD, die die Hartz-IV-Gesetze verabschiedete. Das war ein großer Bruch mit den Gewerkschaften und trug zur Schwächung der Arbeitnehmer in ganz Deutschland bei.

    Die SPD ist für Hartz-IV verantwortlich.

    Die Gewerkschaften haben Hartz-IV nicht zu verantworten.

    Die Gewerkschaft ist vorrangig ein wirtschaftliche, nicht politische, Organisation und so begründet sich auch ihre Macht.

    Eine solche Abgrenzung der Sphären lässt sich auch aus der Geschichte der Arbeiterbewegung ableiten.

    In England wurde es den Arbeitern relativ früh erlaubt, sich zu organisieren. Hier entstanden sogenannte "Craft Unions", die man mit den bereits genannten Berufsverbänden vergleichen kann. Der Erfolg dieser Craft Unions war begrenzt. Politisch haben sie die Arbeiter dem 'Chartism' angehängt, der eine bürgerlich-liberale Bewegung war. Hier genügte es den Arbeitern ganz formal der Punkt von mehr politischer Partizipation.

    In Deutschland wurde die Organisation von Arbeitern repressiv bekämpft. Die bis dahin existierenden Gewerkschaften, die sich lokal und durch Beruf nach außen abgrenzte, reagierte nicht mit sinnlosen Streiks, um ihr politisches Recht zu erkämpfen. Ihre Reaktion war es, sich auch politisch zu organisieren! Dabei trug die Entwicklung zu Massenorganisationen mit dem Trend zu Zentralisierung sehr zum Erfolg der Arbeiterbewegung in Deutschland bei.

    Somit war die SPD in Deutschland das Medium, über das die Arbeiter ihre Ansichten politisch durchsetzten.
    Nun war es gerade die SPD, die die Hartz-IV-Gesetze verabschiedete. Das war ein großer Bruch mit den Gewerkschaften und trug zur Schwächung der Arbeitnehmer in ganz Deutschland bei.

    Die SPD ist für Hartz-IV verantwortlich.

  3. Lieber elwu,

    Sie unterstützen ziemlich offensichtlich die Organisierung der Arbeiterschaft durch Berufsverbände. Und legen der IG Metall zu Lasten, dass sie sich bemüht mehr Gerechtigkeit im Betrieb zu schaffen.

    Gewerkschaften, die nach Berufsverbänden organisiert sind, schwächen allerdings die allgemeine Arbeiterschaft in ihrem Zusammenhalt und ihrer Solidarität, ebenso wie sie die Tarifverhandlungen für die Unternehmen erschweren.

    Sie meinen wohl, dass ein hypothetischer Tarifabschluss von 3,5% einer solchen Berufsverband ähnlichen Gewerkschaft ein größerer Erfolg sei als ein Tarifabschluss von 2% für den gesamten Betrieb. Ich bin da anderer Meinung.
    Hier wird die Position ein paar weniger ausgenutzt, um für sich höhere Löhne zu erstreiten, während man die Verhandlungsposition der Mehrheit schwächt.

    Zumal Sie sich vorstellen müssen: Wenn alle Arbeiter so organisiert sind, jeder nach belieben dann höhere Löhne fordert und es unaufhörlich Streik gibt, würde das den Unternehmen im großen Maße schaden. Da es nicht mehr ordentlich wirtschaften kann, sondern nur die ganze Zeit darum bemüht ist, seine Arbeiterschaft zu beruhigen.

    Antwort auf "Die IG Metall"
  4. Die Gewerkschaften haben Hartz-IV nicht zu verantworten.

    Die Gewerkschaft ist vorrangig ein wirtschaftliche, nicht politische, Organisation und so begründet sich auch ihre Macht.

    Eine solche Abgrenzung der Sphären lässt sich auch aus der Geschichte der Arbeiterbewegung ableiten.

    In England wurde es den Arbeitern relativ früh erlaubt, sich zu organisieren. Hier entstanden sogenannte "Craft Unions", die man mit den bereits genannten Berufsverbänden vergleichen kann. Der Erfolg dieser Craft Unions war begrenzt. Politisch haben sie die Arbeiter dem 'Chartism' angehängt, der eine bürgerlich-liberale Bewegung war. Hier genügte es den Arbeitern ganz formal der Punkt von mehr politischer Partizipation.

    In Deutschland wurde die Organisation von Arbeitern repressiv bekämpft. Die bis dahin existierenden Gewerkschaften, die sich lokal und durch Beruf nach außen abgrenzte, reagierte nicht mit sinnlosen Streiks, um ihr politisches Recht zu erkämpfen. Ihre Reaktion war es, sich auch politisch zu organisieren! Dabei trug die Entwicklung zu Massenorganisationen mit dem Trend zu Zentralisierung sehr zum Erfolg der Arbeiterbewegung in Deutschland bei.

    Somit war die SPD in Deutschland das Medium, über das die Arbeiter ihre Ansichten politisch durchsetzten.
    Nun war es gerade die SPD, die die Hartz-IV-Gesetze verabschiedete. Das war ein großer Bruch mit den Gewerkschaften und trug zur Schwächung der Arbeitnehmer in ganz Deutschland bei.

    Die SPD ist für Hartz-IV verantwortlich.

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    Ich will noch erwähnen, dass gerade in den Bereichen, in denen die Gewerkschaften stark sind, die Menschen am wenigsten auf Hartz-IV angewiesen sind. Das kommt auch nicht von ungefähr.

    P.S.:

    Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich meine im vorherigen Beitrag natürlich, dass das Organisieren von Arbeitern vom Staat regressiv bekämft wurde. Nicht, dass man das falsch herum versteht.

    Ich will noch erwähnen, dass gerade in den Bereichen, in denen die Gewerkschaften stark sind, die Menschen am wenigsten auf Hartz-IV angewiesen sind. Das kommt auch nicht von ungefähr.

    P.S.:

    Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich meine im vorherigen Beitrag natürlich, dass das Organisieren von Arbeitern vom Staat regressiv bekämft wurde. Nicht, dass man das falsch herum versteht.

  5. Ich will noch erwähnen, dass gerade in den Bereichen, in denen die Gewerkschaften stark sind, die Menschen am wenigsten auf Hartz-IV angewiesen sind. Das kommt auch nicht von ungefähr.

    P.S.:

    Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich meine im vorherigen Beitrag natürlich, dass das Organisieren von Arbeitern vom Staat regressiv bekämft wurde. Nicht, dass man das falsch herum versteht.

  6. die zum Dilemma der Nationalstaaten versus Globaliserung versus Demokratie aktuell zu finden ist. Deshalb sind auch die Gewerkschaften und andere "Kapitalunfreundliche" Organisationen unter die Räder der Neoliberalen Agenda gekommen. Ein weiterer Hinweis wie komplett blind die Verfechter dieser Ideologie genrell sind. Nicht was wirklich neues, interessant aber das der Artikel auf vielen Seiten zu finden ist. Die Debatte geht also durchaus auch mit Alternativen zum ewig dümmlichen "der markt regelt alles"
    Dani Rodik, Das Trilemma...
    Project Syndicate auf Englisch http://www.project-syndic...
    FTD auf Deutsch
    http://www.ftd.de/politik...
    Interessant wird sein, welches der 3 Elemente zuerst dran glauben wird. Bei der Globalisierung ist mir das eigentlich eher egal. Die würde ich zuerst opfern... und damit auch die Internationalen Räuber die so völlig befreit agieren können...

    • Slink
    • 17.05.2010 um 2:12 Uhr

    weil auch der letzte Arbeitnehmer irgendwann erkannt hat, dass sich die Mehrheit der Gewerkschaftsfunktionäre aus den gleichen Typen zusammensetzt wie unsere Berufspolitiker:
    Arbeitsscheue, charakterlose Agitatoren, Schwätzer und Täuscher, die vor allem ihren eigenen persönlichen Profit suchen und jede Gelegenheit wahrnehmen, ausserhalb der Produktivität zu einem Machtposten zu kommen, der einen quasi unangreifbar macht.
    Die Gewerkschaften sind wie die ´großen Parteien moralisch verkommen und selbstzentriert. Sie verhöhnen doch schon immer ihre eigenen kleinen Angestellten hinsichtlich der Arbeitsbedingungen. Die obersten Funktionäre und sind stets für einen Verrat an der beitragszahlenden Klientel bereit, wenn nur das Schmiergeld stimmt.
    deshalb soll es ihnen so ergehen, wie unseren Volksparteien: Mitgliederschwund und Verortung in der Bedeutungslosigkeit.

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