Britische Hochschulpolitik Arrogante Briten
Die Hochschulen auf der Insel machen beim Bologna-Prozess nur halbherzig mit. Ihrer Beliebtheit bei den Deutschen hat das nicht geschadet
© Timothy A. Clary/AFP/Getty Images

Britische Unis öffnen sich nur langsam für Veränderungen durch den europäischen Wettbewerb
DIE ZEIT: Großbritannien hatte auch schon vor dem Bologna-Prozess Bachelor- und Masterstudiengänge. Was hat sich dort durch die Studienreform eigentlich verändert?
ist Großbritannien-Experte beim Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD).
Heiko Walkenhorst: In der Tat hat die britische Regierung damit gerechnet, gar nichts machen zu müssen. Schließlich schien das Bachelor-Master-System nach dem angelsächsischen Vorbild konstruiert. Die britischen Hochschulen haben die Konsequenzen der Bologna-Reform grundsätzlich unterschätzt, und zwar in Bezug auf zunehmenden Wettbewerb und die Anpassung des eigenen Hochschulsystems an den Europäischen Hochschulraum.
ZEIT: Welche Konsequenzen hatte das?
Walkenhorst: Zunächst hat Kontinentaleuropa in Sachen Hochschulbildung Boden gutgemacht. Die Zahl der internationalen Studierenden in Großbritannien steigt nur noch leicht, viele Bewerber entscheiden sich für die kostengünstigeren Studiengänge in Deutschland, Skandinavien und den Niederlanden. Das ist für viele britische Hochschulen auch finanziell spürbar. Mittlerweile hat man auf der Insel erkannt, dass man europäische Konkurrenz auf dem globalen Bildungsmarkt bekommen hat. Und Deutschland wird als Hauptwettbewerber betrachtet.
ZEIT: Wie reagiert Großbritannien auf diese Situation?
Walkenhorst: Die Universitäten versuchen, sich dem Wettbewerb zu stellen. Sie haben sich den Formalitäten des Bologna-Prozesses gebeugt und Dinge wie das »Diploma Supplement« und das ECTS-Punktesystem eingeführt. Das hat ihnen nicht besonders wehgetan. Stärker gesträubt haben sie sich gegen die Einführung zweijähriger Masterprogramme. Die einjährigen Programme existieren aber weiterhin und machen das britische Hochschulsystem für Studierende aus aller Welt nach wie vor sehr attraktiv.
- Datum 12.05.2010 - 12:41 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.05.2010 Nr. 20
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(wozu auch), so dass es völlig klar ist, dass sie nicht ins Ausland gehen werden und der Austausch ein seitig bliebt. Attraktiv sind die Masterprogramme vor allem deshalb, weil Englisch die weitaus am meisten gesprochene Fremdsprache ist. Das heißt aber nicht, dass man an englischen Unis zwangsläufig besonders viel lernt. Meine Erfahrung war, dass man es den Studenten eher leicht macht und das modularisierte System vor allem das kurzfristige Auswendiglernen fördert. Attraktiv war Ende der 90er natürlich auch der englische Arbeitsmarkt (mit der Londoner City, die nach jungen, irgendwie ausgebildeten Absolventen lechzte). Das war wohl auch der Grund, warum man Ende der 90er dachte, dass das englische Bachelor-Master-System unbedingt kopiert werden müsse. Das der Boom damals auf einer Riesen-Finanzblase beruhte, wissen wir leider erst heute.
Habe auch Erasmus in einer der besten Unis in England gemacht. Kann es nur jedem empfehlen, die Klausuren sind lächerlich einfach und gute Noten gibts geschenkt.
Der Witz ist ja nur: Vor Bologna konnte man diese Noten auch ins Studium übernehmen, jetzt, nach "vereinheitlichten" Studiengängen wird der Aufenthalt im Ausland echt ein Problem, da die Uni die Noten komischerweise jetzt NICHT mehr anerkennt.
Stellt sich die Frage, nachdem eben dies das Hauptziel von Bologna war, ob man überhaupt noch katastrophaler reformieren kann....
Habe auch Erasmus in einer der besten Unis in England gemacht. Kann es nur jedem empfehlen, die Klausuren sind lächerlich einfach und gute Noten gibts geschenkt.
Der Witz ist ja nur: Vor Bologna konnte man diese Noten auch ins Studium übernehmen, jetzt, nach "vereinheitlichten" Studiengängen wird der Aufenthalt im Ausland echt ein Problem, da die Uni die Noten komischerweise jetzt NICHT mehr anerkennt.
Stellt sich die Frage, nachdem eben dies das Hauptziel von Bologna war, ob man überhaupt noch katastrophaler reformieren kann....
Recht lapidares Interview, dass mal wieder den Bologna Prozess anhimmlen soll. Unser System in Deutschland hat zu den besten weltweit gehört. Da einen neuen Heiligen Gral im Bachelor-/Master-System zu suchen war absoluter Hirnmist. Ich kann nur hoffe irgendwer dreht das wieder um. Es hat nämlich niemanden was genützt.
Und in Sachen Bildiung von Wettbewerb zu sprechen, wie es im Artike herausgedeutet wird, ist der nächste Blödsinn. Es scheint leider, dass sich der dümmste Studiengang überhaupt, die BWL, einfach überall reingedrängt hat. Dadurch benutzt heutzutage jeder einfach nur die Worte Wettbewerb, global, Profit und glaub sich sofort in der Meinungselite gefunden zu haben... liebe Zeit da führe ich nur an: o si taccuisses... schade
Ist es nicht unhoefflich mit so einer Ueberschrift anzufangen. Die Briten wuerden aus hoefflichkeit und Ruecksichtsnahme so etwas nicht tun.
Auch Leute, die die Antworten gelesen haben dürften sich wundern, wie man deren Aussagen auf "arrogante Briten" zuspitzen kann.
Ich hoffe dass ist ohne Herrn Walkenhorst zustande gekommen, denn aus seinemm Interview ergibt sich ein solcher Ausdrucksstil nicht.
Ach ja? Na dann lesen Sie mal die Artikel in der SUN - da können Sie feststellen wie "hoefflich" oder "ruecksichtsvoll" die britischen Medien gegenüber den "Krauts" sind. Erinneren Sie sich noch an die Hetztiraden in der britischen Presse nach der Wahl Kardinal Ratzings zum Papst? Oder an die an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe, deutsche Kunstdünger würde die britischen Inseln verpesten ("ve hafe vays to make you pork")? Da ist die Überschrift "arrogante Briten" mehr als harmlos.
Sie koennen auch nicht Indenpendent oder Guardian mit der Welt oder Bildzeitung vergleichen. Die Briten haben auch ihre Proletten, aber im Grossen und Ganzen sind Sie hoefflicher, ruecksichtsvoller tolleranter und Weltoffener. Das kann man nicht bestreiten. Es soll aber nicht heissen, dass man von vielen Deutschen das nicht behaupten kann.
Auch Leute, die die Antworten gelesen haben dürften sich wundern, wie man deren Aussagen auf "arrogante Briten" zuspitzen kann.
Ich hoffe dass ist ohne Herrn Walkenhorst zustande gekommen, denn aus seinemm Interview ergibt sich ein solcher Ausdrucksstil nicht.
Ach ja? Na dann lesen Sie mal die Artikel in der SUN - da können Sie feststellen wie "hoefflich" oder "ruecksichtsvoll" die britischen Medien gegenüber den "Krauts" sind. Erinneren Sie sich noch an die Hetztiraden in der britischen Presse nach der Wahl Kardinal Ratzings zum Papst? Oder an die an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe, deutsche Kunstdünger würde die britischen Inseln verpesten ("ve hafe vays to make you pork")? Da ist die Überschrift "arrogante Briten" mehr als harmlos.
Sie koennen auch nicht Indenpendent oder Guardian mit der Welt oder Bildzeitung vergleichen. Die Briten haben auch ihre Proletten, aber im Grossen und Ganzen sind Sie hoefflicher, ruecksichtsvoller tolleranter und Weltoffener. Das kann man nicht bestreiten. Es soll aber nicht heissen, dass man von vielen Deutschen das nicht behaupten kann.
@ Experte
Wie wird man das eigentlich? Das Wort wird ja so was von inflationär gebraucht, dass einem schlecht werden kann. ;-)
Auch Leute, die die Antworten gelesen haben dürften sich wundern, wie man deren Aussagen auf "arrogante Briten" zuspitzen kann.
Ich hoffe dass ist ohne Herrn Walkenhorst zustande gekommen, denn aus seinemm Interview ergibt sich ein solcher Ausdrucksstil nicht.
...also Deutsche sind technisch gesehen (so wie alle Europäer) keine ausländischen Studenten in England und zahlen ebenfalls um die 3000 Pfund an englischen Unis. "Home fee status" oder wie das heißt... und die Englischen Unis hätten lieber Leute aus Asien - die zahlen um die 17.000 Pfund...
Aber etwas anderes ist hier in England ehre problematisch - das Studium ist wertlos.
Ich studiere hier Mathematik... 12 Stunden pro Woche...
Lerne wenig und werde faul...
Ich bin leider für den A-level schon nach England gekommen... weil die Engländer so ein katastrophales Examenssystem haben ist es schlecht möglich die Insel zu verlassen... Ergebnisse gibt es erst irgendwann so um Oktober/November... vorläufige Ergebnisse Ende Sommer... wie soll man da an ausländische Unis? Wenn es "leere Kurse" sind dann wird diese die vorläufigen Ergebnisse nehmen - aber wenn es beliebte Kurse sind nicht. Die Englischen Uni sind für dieses System ausgelegt - es werden die vorläufigen Ergebnisse genutzt...
Dazu muss man außerhalb Englands durchaus lange im Voraus ein Studentenwohnheim finden... in England garantieren die Unis Plätze für das erste Jahr wenn man einen braucht...
Ich hoffe übrigens von dieser dämlichen Insel herunterzukommen und einen Master im Kontinetalen Europa zu machen - hoffentlich wird sich das (auch finanziell) einrichten lassen... aber erst brauche ich noch ein Jahr für den Bachelor...
arrogant ist, Bologna nicht blind umzusetzen, wünscht man sich für die deutschen Hochschulen einen guten Schuss von dieser Arroganz. Hier hat man die Vorschläge ja geradezu gläubig befolgt.
Im übrigen denke ich, dass wohl jedes Hochschulsystem Stärken und Schwächen hat, man wohl auch bei den einzelnen Fächern unterscheiden muss. Bologna ist nach meinem Eindruck eher eine Vereinheitlichung durch Ökonomisierung ("Credit Points" da gehe ich jedesmal in die Luft), die mit manchen Schwächen auch die Stärken wegschafft. Das ist dann viellicht doch keine so gute Idee.
Ach ja? Na dann lesen Sie mal die Artikel in der SUN - da können Sie feststellen wie "hoefflich" oder "ruecksichtsvoll" die britischen Medien gegenüber den "Krauts" sind. Erinneren Sie sich noch an die Hetztiraden in der britischen Presse nach der Wahl Kardinal Ratzings zum Papst? Oder an die an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe, deutsche Kunstdünger würde die britischen Inseln verpesten ("ve hafe vays to make you pork")? Da ist die Überschrift "arrogante Briten" mehr als harmlos.
wir wollen doch mal nicht die ZEIT mit der SUN vergleichen, auch wenn ich ebenfalls finde, dass diese reißerische Überschrift dem Boulevard- Niveau sehr nahe kommt. Schade.
Übrigens, wenn die 'Arroganz' der Briten darin bestehen soll, dass sie die Bologna- Reform nur halbherzig umsetzen, dann bin ich mir sicher, dass viele deutsche Studenten das gut nachvollziehen können.
Muss ja nicht die SUN sein. Der Independent hat damals genauso gegen Papst Benedikt XVI. gehetzt und ihn als Hitlerjungen bezeichnet.
wir wollen doch mal nicht die ZEIT mit der SUN vergleichen, auch wenn ich ebenfalls finde, dass diese reißerische Überschrift dem Boulevard- Niveau sehr nahe kommt. Schade.
Übrigens, wenn die 'Arroganz' der Briten darin bestehen soll, dass sie die Bologna- Reform nur halbherzig umsetzen, dann bin ich mir sicher, dass viele deutsche Studenten das gut nachvollziehen können.
Muss ja nicht die SUN sein. Der Independent hat damals genauso gegen Papst Benedikt XVI. gehetzt und ihn als Hitlerjungen bezeichnet.
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