DeutschlandkarteGriechen in Deutschland

Seit der Krise in ihrem Land bekommen die Griechen viel Häme ab. Dabei waren sie lange die beliebtesten Ausländer in Deutschland. Ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung zeigt unsere Karte von 

Wer Schulden hat, erntet Mitleid und bekommt vielleicht Besuch von Peter Zwegat, so ist das normalerweise. Der griechische Staat und seine Bürger bekommen Häme. Nicht nur von Bild, sondern zum Beispiel auch von der Rheinischen Post aus Düsseldorf. Titelzeile vom 4. Mai: Die Privilegien der Griechen ("sitzen in obskuren staatlichen Gremien", es gibt "Extrageld" für "pünktliches Erscheinen am Arbeitsplatz"). Das ist fies, zumal in Düsseldorf viele Griechen leben, von denen die wenigsten von Extrageld leben. ( Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier ).

Deutschlandkarten
Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick

Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick  |  © Jörg Block

Die Griechen kamen vor genau 50 Jahren (gerade wurde in Bonn Jubiläum gefeiert, ein Staatsminister sprach), der Westen und und der Süden riefen sie an Hochöfen und Fließbänder. Bald prosperierte der Süden, griechische Eltern waren bemüht, die Kinder gingen recht oft aufs Gymnasium.

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Griechen waren die beliebteren Ausländer. Sie durften den ersten Ausländer in der Lindenstraße stellen, den Kneipier Panaiotis Sarikakis. Sein Lokal schrieb jedoch bereits nach rund hundert Folgen rote Zahlen. Typisch halt. Das war jetzt wirklich Spaß.

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Leserkommentare
  1. Wenn man den Browser ungefähr auf 5-fache Vergrößerung stellt, kann man was erkennen ...

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  3. Ach, wissen Sie, Herr Stolz, die Art und Weise, wie in den letzten Wochen und Monaten über "die Griechen" berichtet wurde sagt eher etwas über die Deutschen aus.

    Sonst nix.

    Ein Gedicht von Schiller, nur für Sie:

    Du willst Wahres mich lehren? Bemühe dich nicht! Nicht die Sache
    Will ich durch dich, ich will dich durch die Sache nur sehn.

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    Moin,
    ja, Bild wirkt. Und zwar bis in "Die Zeit" hinein. Eine ganz große Reihe von Kommentaren im Ressort Politik strotzen nur so vor Chauvinismus und Fremdenfeindlichkeit, es leitet sich daraus eine diffuse EU-Furcht ab, ein unbändiger Wunsch zur alten D-Mark, dem Wirtschaftswunder. Letzteres möchte man wohl gerne mit dem Zurück zur Mark wiederholen.
    Und kaum einer realisiert, wie sehr man sich dabei auf Wunschdenken, Vorurteile und wilde Spekulationen stützt. Niemand kommt auf die Idee, hier schweife ich etwas ab, dass ausgerechnet das hoch-heilige deutsche Wirtschaftswunder, Erhards großes Geschenk an die Deutschen, erst möglich wurde durch einen Vorläufer der heutigen EU, durch die Montanunion (Pariser Verträge), auf deren Basis die EWG (Römische Verträge) gegründet wurde. Deutschland war noch unter Besatzungsrecht, dieses wurde für die Wirtschaft wegen der Montanunion aufgehoben. Deutschland sah seinerzeit wohl kläglicher aus als das heutige Griechenland. Aber es fehlte die Häme, die heute den Griechen (schlechthin) entgegengebracht wird. Wenn man Petra Pinzler (Zeit) folgt, dann entbrannte diese Häme bisher auch nur in Deutschland.
    Schrieb Schmidt nicht neulich von der Verführbarkeit der Deutschen, es scheint traurig, wie richtig er wohl lag und liegt; und noch trauriger, wie plump die Verführung daherkommt.
    Beste Grüße
    Grabert

  4. 4. Sorry

    sollte "die Deutschen" heißen und nicht die Deutschen.

  5. Moin,
    ja, Bild wirkt. Und zwar bis in "Die Zeit" hinein. Eine ganz große Reihe von Kommentaren im Ressort Politik strotzen nur so vor Chauvinismus und Fremdenfeindlichkeit, es leitet sich daraus eine diffuse EU-Furcht ab, ein unbändiger Wunsch zur alten D-Mark, dem Wirtschaftswunder. Letzteres möchte man wohl gerne mit dem Zurück zur Mark wiederholen.
    Und kaum einer realisiert, wie sehr man sich dabei auf Wunschdenken, Vorurteile und wilde Spekulationen stützt. Niemand kommt auf die Idee, hier schweife ich etwas ab, dass ausgerechnet das hoch-heilige deutsche Wirtschaftswunder, Erhards großes Geschenk an die Deutschen, erst möglich wurde durch einen Vorläufer der heutigen EU, durch die Montanunion (Pariser Verträge), auf deren Basis die EWG (Römische Verträge) gegründet wurde. Deutschland war noch unter Besatzungsrecht, dieses wurde für die Wirtschaft wegen der Montanunion aufgehoben. Deutschland sah seinerzeit wohl kläglicher aus als das heutige Griechenland. Aber es fehlte die Häme, die heute den Griechen (schlechthin) entgegengebracht wird. Wenn man Petra Pinzler (Zeit) folgt, dann entbrannte diese Häme bisher auch nur in Deutschland.
    Schrieb Schmidt nicht neulich von der Verführbarkeit der Deutschen, es scheint traurig, wie richtig er wohl lag und liegt; und noch trauriger, wie plump die Verführung daherkommt.
    Beste Grüße
    Grabert

    Antwort auf "So, so...."
  6. Die Lösung unserer Probleme ist im Grunde nur eine lingustische Basis, die es uns ermöglichen würde öffentlichen DIskurs auch über kulturelle Unterschiede hinweg zu betreiben... sehr interessanter Artikel dazu hier http://www.critics.at/sho... !!! Regt zum Nachdenken an!

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  • Serie Deutschlandkarte
  • Schlagworte Ausländer | Eltern | Gymnasium | Jubiläum | Post | Bonn
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