Goethes "Farbenlehre" Schöner irren

Vor 200 Jahren ist Goethes »Farbenlehre« erschienen. Über die seltsame Rechthaberei des Dichters gegenüber seinem Antipoden Newton und warum diese Polemik so außerordentlich fruchtbar ist

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe

Zuallerletzt stellte er noch den historischen Teil seiner Arbeit fertig, der sich seit 1805 zu einem umfangreichen Werk ausgedehnt hatte. Denn inzwischen, nach zwei Jahrzehnten der Forschung zur Optik, stand für den Autor fest, dass die »Geschichte der Wissenschaft die Wissenschaft selbst sei«. Er war unter der Hand zum Historiker des Wissens geworden, auch an einer Geschichte der Morphologie, einer der Geologie hatte er zugleich gearbeitet, ohne sie fertigzustellen. Aber immerhin, die Geschichte der Farbenlehre, die von der Urzeit bis ins 18. Jahrhundert führt, ging in Druck. Vor genau 200 Jahren, am 16. Mai 1810. Den Tag der Veröffentlichung hat Goethe, der sofort nach Erscheinen verreiste, einen »Befreiungstag« genannt. Kein geringes Wort in jenen Jahren, in denen Napoleons Truppen Europa in Atem hielten. Befreiung, das bedeutete für den vaterlandsindifferenten Goethe: Endlich hatte er sich von seinem Antipoden gelöst.

Aber was hatte ihn derart festgehalten? Am Anfang stand ein kleines Experiment des Londoner Gelehrten Isaac Newton, dokumentiert in den Opticks von 1704, und daraufhin hat im deutschen Weimar der Naturforscher Goethe ein halbes Leben und ein etwa 1000-seitiges Werk darauf verwandt, diesem Experiment zu widersprechen. Newton hatte das Licht mithilfe eines Versuchs so reduziert, dass nach dem Gesetz der Brechung der farblose Lichtstrahl in verschiedenfarbige Strahlen zerlegt wird, die sich durch eine Linse wieder zu farblosem Licht synthetisieren lassen. Mehr war nicht passiert. Aber es reichte, um Goethe derart existenziell aufzubringen, dass er fortan klarstellen wollte: Mensch und Welt sind durch die Vermittlungskünste des Auges untrennbar verbunden, und dies erweist sich in den Farben. Darum ging es. Mit Furor.

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Jetzt also, am 16. Mai 1810, lag die Farbenlehre der Öffentlichkeit vor, Goethes dickstes Werk, und zwar alle drei Teile zusammen, der didaktische, der polemische, der historische Teil. Nun konnte sich jeder davon überzeugen, dass er, Johann Wolfgang Goethe, »der Einzige« war und blieb, der »das Rechte weiß«, wie er später zu Protokoll gab. Und zwar »allein«, »unter Millionen«, »mit einem Bewusstsein der Superiorität«. Der unsympathischste Goethe, dem man begegnet, ist der Autor der Farbenlehre .

Der aufschlussreichste Goethe ist dieser Farbenlehrer allerdings auch, und der unerschrockenste. Wann hätte sonst ein Dichter einer naturwissenschaftlichen Großmacht hartnäckig die Stirn geboten? Dabei hat er sich nicht als Dichter, sondern als Kollege geäußert. Es gebe zwei Sorten Naturwissenschaftler, befand Goethe im Abschnitt »Newton« der Geschichte der Farbenlehre: »Die ersten, genial, produktiv und gewaltsam, bringen eine Welt aus sich hervor, ohne viel zu fragen, ob sie mit der wirklichen übereinkommen werde.« Dem gegenüber, wie es zu Goethes Denken in Polaritäten passt, stehen die anderen: »Die von der zweiten Art, geistreich, scharfsinnig, behutsam, zeigen sich als gute Beobachter, sorgfältige Experimentatoren, vorsichtige Sammler von Erfahrungen.«

Und wer nun beim Lesen zögert, in welcher Gruppe sich Newton wohl findet und wie der genial produktive Goethe, der in der Tat eine Welt aus sich hervorgebracht hat, sich selbst in diese Polarität einsortiert, der wird sogleich aufgeklärt. »Zu der ersten dieser Klassen gehört Newton, zu der zweiten die besseren seiner Gegner. Er irrt, und zwar auf entschiedene Weise.« Von Wahnbildern, Irrtum, fixen Ideen ist im Weiteren die Rede, und das sind nur die sanftesten Beschreibungen der Newtonschen Optik, gegen die hier der Dilettant Goethe antritt, der die Farbenlehre zeitlebens als sein bedeutendstes Werk ansah. Beides, die Maßlosigkeit der Polemik und der gegen Newton gerichtete Vorwurf des bewussten Forschungsbetrugs sind indes so provozierend sturköpfige Dokumente des Goetheschen Denkens, dass man sie doch gern verstünde.

Man muss wohl versuchen, sich vorzustellen, dass dieser Forscher, Dichter und Minister es vor 200 Jahren tatsächlich für eine reine Folterung der Natur hält, wenn ein anderer mithilfe einer runden Lochblende und eines Glasprismas an einem Sommertag durch ein verdunkeltes Zimmer einen Lichtstrahl auf eine Wand schickt und das farbige Ergebnis des Versuchs für objektiv gültig hält. Newton, meint Goethe, wendet illegitime Gewalt an, indem er seinen Versuch so anordnet, wie er es tut – und nicht obendrein noch hundertfach anders.

Das aber, meint Goethe, ist vormodern und der genuin modernen Natur nicht gemäß: dem historisch veränderlichen Zusammenhang aller Wesen, die in Metamorphosen stecken, stets durch den Zugriff des Menschen und seiner veränderlichen Deutungen bedroht, und die deshalb seitens des Forschers Umsicht erfordern. Newtons Vorgehen ist aber auch dem modernen Menschen nicht gemäß: der mit Einbildung, Eitelkeit, Übereilung und anderen Unbewusstheiten dazu neigt, sich den Dingen überzustülpen und sie zu verkennen.

Newtons Grausamkeit gleicht in Goethes Augen den Methoden der Inquisition. Der Germanist Albrecht Schöne hat gezeigt, wie Goethe an jene Kreuzesmetaphorik anknüpft, die Newton selbst in den Opticks für sein Experiment verwandt hatte: »Es ist dieses das sogenannte experimentum crucis, wobei der Forscher die Natur auf die Folter spannte, um sie zu dem Bekenntnis dessen zu nötigen, was er schon vorher bei sich festgesetzt hatte.« Goethes naturfrommer Aufklärungsauftrag lautet entgegengesetzt: »Die Phänomene müssen ein für allemal aus der düstern empirisch-mechanisch-dogmatischen Marterkammer vor die Jury des gemeinen Menschenverstandes gebracht werden.« Newton als Meister der dunkelsten Inquisition, Goethe als Repräsentant der hell aufgeklärten Vernunft: Das ist die Kampflinie im Befreiungskrieg um die Farbe.

Dieser Menschenverstand beruhte darauf, den Sinnen zu trauen. Goethe war schon seit 1790, noch bevor er die Opticks las, von einer eigenen Grundannahme geleitet: Als er durch ein Prisma sah, zeigten sich ihm eine weiße Wand und nur an deren Rändern die Farben (was Newton durch die Überlagerung von Spektren erklärt hätte). Goethe aber fasste die Gewissheit, dass Farben entstehen, wenn das Licht auf Finsternis trifft. Das Grundmuster war und blieb diese machtvolle Dualität, nach ihr hat er seine eigenen Versuche ausgerichtet, die ein komplementäres Farbspektrum hervorbrachten. In dem tauchte auch das von Goethe bevorzugte Purpur auf, fast möchte man sagen: naturgemäß.

Darin, schreibt Goethe, liege Newtons »Hauptfehler«, »daß er jene Fragen, die sich hauptsächlich darauf beziehen: ob äußere Bedingungen bei der Farbenerscheinung mitwirken?, zu schnell und übereilt beseitigt und verneint, ohne auf die näheren Umstände genauer hinzusehen«. Der Berliner Wissenschaftsphilosoph Olaf Müller hat die Sache in angenehm abgerüsteter Weise so dargestellt: »Laut Newton sind alle spektralen Farben im weißen Sonnenlicht enthalten, laut Goethe kann man das glatte Gegenteil behaupten und sagen, dass alle Farben des Komplementärspektrums in der Dunkelheit enthalten sind.«

Kein Wunder also, dass Goethes eigener didaktischer Teil der Farbenlehre sich durch die Darstellung einer unerschöpflichen Vielfalt von Phänomenen und Versuchen auszeichnet, denn das Sehen ist für den Augenmenschen die angemessene Form des Umgangs mit der Natur: ohne kühle Distanznahme. Also beginnt die Farbenlehre mit Überlegungen zur Natur des Auges: »Das Licht überliefert das Sichtbare dem Auge; das Auge überliefert’s dem ganzen Menschen… In ihm spiegelt sich von außen die Welt, von innen der Mensch.« Wer wie Goethe für Maler und Techniker schreibt, für Forscher, Dilettanten und Reisende, dem liegt eine solche Farbenphysiologie natürlich nahe.

Man hat Goethe eine unaufklärbare Nähe zum neuplatonischen Denken des Philosophen Plotin nachgesagt, der eine Erkenntnis von gleich zu gleich annahm, oder in Versen: »Wär nicht das Auge sonnenhaft / Die Sonne könnt es nicht erblicken«. Aber der Augenmensch Goethe, der alle Sinne an den Farben und Formen Italiens schulte, ist keine spätgriechische, sondern eine genuin moderne Figur, deren Subjektcharakter beständig ein Gegenstand seiner Aufmerksamkeit ist. Die Farbenlehre nur von Plotin her zu verstehen, ließe den Autor älter aussehen, als er ist. Farben sind für Goethe, was immer der ältliche Newton sagen mag, ein Erlebnis.

Und damit geht es, jenseits aller Polemik gegen Newton, dem Goethe der optischen Studien vor allem um die Auseinandersetzung mit einer ganz anderen Großmacht: mit jenem Immanuel Kant der Kritiken, der zwischen den Menschen und die Dinge die Kluft der Erkenntnistheorie gelegt hatte. Die entzog den Sinnen gewissermaßen das Vertrauen, sie könnten der Realität gewachsen sein. Dieser Kant war ständig präsent: Mit Friedrich Schiller hatte der Königsberger Philosoph gewissermaßen einen Stellvertreter unmittelbar in der Weimarer Nachbarschaft untergebracht, der Goethes forschungsgesättigte Naturfrömmigkeit beständig unter Kritik nahm. Also wollte sich der Kritisierte gegen den Naivitätsvorbehalt wehren: durch seine Farbenlehre .

Kant, das hieß hieß für Goethe eine Vertreibung aus der Welt der Erfahrung in eine aufgeklärte Republik, in der es nur noch Sprache und vernünftige Deutungen gibt. Der Farbenlehre liegt Goethes Weigerung zugrunde, Subjekt und Objekt in kategorial verschiedene Aufenthaltsräume zu stecken. Er hat diesen Grundvorbehalt gegen Kant in der knappesten Form, einer Maxime, auf den Punkt gebracht: »Alles, was im Subjekt ist, ist im Objekt und noch etwas mehr. Alles, was im Objekt ist, ist im Subjekt und noch etwas mehr.«

Es ist diese Wirklichkeitsgewissheit, die Goethes Naturforschung ihre Originalität verleiht und die ihn Kant anders lesen lässt, als seine dichtenden Zeitgenossen es tun. Solchen Realismus hat der Wissenschaftstheoretiker Yehuda Elkana mit Blick auf Einstein vor ein paar Jahren in seiner Anthropologie der Erkenntnis als eine »Wechselwirkung zwischen Natur und Beobachter« beschrieben, die sich »auf ein breites Spektrum von Wissensquellen stützt«. Er zählt viele geistige Fähigkeiten des Menschen dazu, den Intellekt wie auch die Gewissheit, die der Glauben an eine das Subjekt einschließende Natur bedeutet. Ein Realist in diesem Sinne, wie auch Einstein einer war, ist offen für die geschichtlich verschiedenen Vorstellungen von Gewissheit. Er braucht sie, um »Komplikationen wegzudenken«, wie Elkana es nennt. Das passt auf die merkwürdige Konsequenz des Farbenforschers Goethe, der die erfahrbare Welt des modernen Individuums davor schützen wollte, durch Newtons Versuchsanordnung minimiert und durch Kants Kategorien ins Unerreichbare entrückt zu werden. Und so eigensinnig dieser Alleingang wirken mag: heute ist in ihm auch der machtvolle Einsatz für das Subjekt und für die Bedeutung der Wahrnehmung zu erkennen, die in all den Statistiken, Labors, Industrien und Theorien der Moderne marginal wurden.

Goethes Konsequenz hieß: in einer Geschichte der Farbenlehre nach den historischen Ausprägungen der Vernunft und der Erfahrunge zu suchen, nach der Geschichte also des Wahrnehmens, Wissens und der Gewissheiten, die er festhielt, hier stückhaft, dort referierend, da narrativ, alle Lücken und Brüche und Rückschritte der Überlieferung reflektierend. So ist ein modernes Buch entstanden, das weit zurückgreift und weit in die Zukunft, weil es als erstes mit dem avantgardistischen Erzählstil des Spätwerks experimentiert. Schöne List der Vernunft: Aus dem Irrtum ist eine aufgeklärte Wahrnehmungslehre und Ideengeschichte geworden.

Und all dies, weil Newton angeblich die Natur foltert und Kant sie nicht spürt.

 
Leser-Kommentare
    • Mete
    • 16.05.2010 um 17:57 Uhr

    Goethe wollte wohl mit seinem Leben, an die grossen Universalgelehrten anknüpfen, was als Intension erstmal nicht falsch ist.

    Zumindest würde ein Universalgelehrter verantwortlicher mit seiner Forschung und Forschungsausrichtung umgehen, als die Fachidioten, die man in diesem System heranzüchtet.

    Ich weis, ich weis, früher hatte man ja nicht soviel zu lernen wie heute und damit ist der Gedanke ja wieder utopisch? Echt, oder redet sich gerade die Katze die Beute madrig, weil sie sie nicht erreichen kann?

    Auch braucht man dann nicht mehr die alte Grundsatzdiskussion zu führen, von wegen Subjekt-Objekt und das Wesen des "Objektes für sich".

  1. darüber soll man bekanntlich schweigen. Das gilt umso mehr, wenn man von einer Sache nichts versteht. Wer 1000 Seiten über Farben schreibt, will ja nicht andere überzeugen, sondern sich selbst.

    Lichtenberg war auf den Werther generell nicht gut zu sprechen, vermutlich schon deshalb, weil der Roman ein echter Bestseller war. "Die schönste Stelle im Buch ist die, wo er den Dummkopf erschießt" oder so ähnlich soll er ja auch geschrieben haben, ein grandioser Witz. Goethe wäre sicher ein erträglicherer Zeitgenossen geworden, wenn er nicht zu früh zu berühmt geworden wäre. So aber blieb ihm gar nichts anderes übrig, als größenwahnsinnig zu werden. Man hätte es ihm gar nicht abgenommen, wenn er sich nicht als Genius verstanden hätte. Jesus fragt ja zuerst auch seine Begleiter danach, ob er möglicherweise der Messias ist. Erst danach glaubt er es selbst.

    • Ranjit
    • 21.05.2010 um 17:17 Uhr

    Goethe ist keinesfalls vorzuwerfen, dass er eine Meinung vertrat die nach heutigem Erkenntnisstand nicht zutreffend ist. Ebensowenig kann ihm vorgeworfen werden, dass er dem heheren, rationalen Verstand vorrang vor der Empirie gegeben hat. Er konnte es nicht besser wissen.

    Das wahrhaft erschreckende ist, dass sich Goethes Einstellung gerade in Deutschland bis heute hält. Während in den Naturwissenschaften die Empirie als Königsdisziplin gilt, wird sich in der Soziologie, Pädagogik und teilweise der Psychologie noch gestritten. Es tritt die selbe Haltung an den Tag, die systematische Auswertung von sorgfältig Beobachtetem als Folter wider die Natur ablehnt. Stattdessen wird die Welt "bedacht" und Personen nicht systematisch befragt sondern qualitativ interviewt. Dass somit jegliches objektive Prüfkriterium für die gefolgerten Theorien fehlt scheint niemanden zu stören.

    Allein schon PISA war ein Kampf. Welch Tabubruch die armen Seelen unschuldiger Kinder mit Mathematik in verbindung zu bringen. Oder grausame Intelligenztests statt dem freudschen Couchgespräch.

    Doch ist Goethe kaum der Verursacher als eher durch und durch Deutsch. So stammt der Begriff Statistik aus Deutschland als "Lehre von den Daten über den Staat". Von Systematik und Mathematik wollte man aber hier nichts wissen. Zur heutigen Statistik hat den Begriff dann ein Schotte (John Sinclair) erhoben.

  2. Ist ja erstaunlich, daß es noch Leute gibt, die das Bedürfnis haben, über Goethe zu diskutieren, und die sogar etwas zu sagen wissen. Die meisten Zeitgenossen sonst verwechseln ihn doch mit dem Münzhändler Goede, den sie aus seiner Werbung kennen.

  3. Mit dem Titel „Ein Dilettant gegen Newton“ wird GOETHEs „Farbenlehre“ im ZEIT-Kultur-Ressort „Literatur“ besprochen, die vor 200 Jahren erschienen ist. „Über die seltsame Rechthaberei des Dichters gegenüber seinem Antipoden Newton“ schreibt Elisabeth von THADDEN – Aussagen, denen widersprochen werden sollte. Der Darstellung im Artikel kann mein WIDERSPRUCH apropos „Dilettant“ GOETHE – ein Prä-EVOLUZZER – nur in einem ausführlichen Kommentar erfolgen, der sich mittlerweile zu einem (bebilderten) Essay entwickelt hat, den man a.a.O. kommentieren kann; auch in ZEIT ONLINE. Dass der Dichter als Naturforscher großes – auch mit der FARBENLEHRE – geleistet hat und etwas von der FARBEN/LICHTER-Sache verstanden hat, habe ich in einem Buch nachgewiesen, das Frau von THADDEN mutmaßlich nicht kennt; in Deutsch 1989 – Englisch (erweitert) 1998. GOETHE war übrigens nicht „größenwahnsinnig“! Er konnte inter- & transdisziplinär denken und arbeiten – was heute gefragt ist.

    Also Lesen & Diskutieren – möglichst konstruktiv & sachlich, wenn man Ahnung von der Sache FARBENLEHRE hat: IN Leserartikel-BLOG: http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2010/05/21/präevolluzzer-jw-von-goethe-war-kein-dilettand-200-jahre-farbenle –

    Vorher möglichst meine BILDERGALERIE (28 Bilder) zum Artikel ansehen; zum besseren Verständnis:
    http://www.myheimat.de/gl...

  4. 7. Goethe

    Und dann gibt es ja auch noch den Langweiler Goethe mit "Wilhelm Meisters Wanderjahren"...

    Goethe ist vor allem ein Trademark, das uns Zeitgenossen wenig sagt. Seine Unverbindlichkeit macht ihn so brauchbar.

    Kümmert Euch lieber um Konsalik, das ist wirkmächtiger und verschwendet weniger Zeit.

    • hagego
    • 26.05.2010 um 12:13 Uhr

    Die griechischen Philosophen Platon (428-348 v. Chr.) und Plotin (etwa 205-270) könnte man verwechseln, allerdings ist Platon der weltweit bekanntere Genius.

    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und Isaac Newton (1642-1726) waren und sind beide weltbekannt.

    Der eine war ein genialer Dichter, ein Mann des Wortes. Zusätzlich aber interessierte sich Goethe auch für die Naturwissenschaften (u.a. Geologie, Botanik, Mineralogie und Osteologie) und forschte und publizierte darüber. Des Weiteren befasste sich Goethe mit der Farbe, deren Gedanken er in einer wissenschaftlichen Schrift "Zur Farbenlehre" akribisch festhielt.

    Der andere, Isaac Newton, war ein einzigartig begabter Mathematiker, Physiker, Philosoph, Astronom und Alchemist. Zwei Jahre befasste er sich intensiv mit der "Optik" - dabei interessierte ihn besonders die sog. Lichtbrechung. 1672 veröffentlichte er seine damals umstrittene Schrift New Theory about Light and Colours.

    Genies kümmern sich nicht um die Befindlichkeiten anderer Genies. Sie folgen ihren Gedanken und Entdeckungen. Das scheint zunächst irritierend zu sein, lässt sich aber erklären. Hätte sich Goethe sozusagen an Newton "angelehnt", wäre er nicht zu subjektiven und damit eigenen Erkenntnissen gekommen.

    Plotin ist nicht Platon. Beide aber waren Philosophen. Goethe ist nicht Newton. Beiden Denkern aber genügte das Schwarz-Weiß-Denken nicht. Ergo: Beide entwickelten eine eigene Theorie einer allumfassenden "Farbenlehre".

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