Lebensbild eines Monarchen Ein heiterer Mann
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Heinrich begreift, dass er konvertieren muss

Heinrich begreift, dass er konvertieren muss

Noch wusste der Mann aus Navarra das Land nicht hinter sich. Im Kampf gegen die Liga folgten auf Siege Niederlagen. Vergeblich versuchte er, Paris zu erobern, das die Liga mit der Unterstützung spanischer Truppen weiterhin hielt. Er begriff, dass die Konversion gewissermaßen seine Pflicht war. Im Juli 1593 bekannte er sich, ganz in Weiß gekleidet, in der Basilika von Saint-Denis vor den Toren von Paris, zur römischen Kirche. Die Front der Liga begann zu bröckeln. Im März des folgenden Jahres war es dann endlich so weit: Heinrich IV. zog in der Hauptstadt ein und ließ in Notre-Dame ein Te Deum anstimmen. In der Tat, Paris war eine Messe wert.

Zugleich verkündete er eine Generalamnestie, die den Hass der Parteien zähmen sollte. Dieser Hass aber glühte unter der Oberfläche weiter, auch in den friedvollen Jahren nach seiner Heirat mit der dicken Medici, mit der er nach dem Dauphin noch weitere vier Kinder zeugte.

Er durfte sich nicht lang an ihnen erfreuen. Am 14.Mai 1610 fuhr der König durch Paris. In der Rue de la Ferronnerie wurde sein Wagen aufgehalten, ein Mann sprang auf das Trittbrett und stach auf Heinrich ein. Der König starb innerhalb weniger Minuten. Der geistig gestörte Mörder François Ravaillac, später durch Vierteilung hingerichtet, beschwor bis zum Ende, dass ihn niemand zu der Tat angestachelt habe. Tatsächlich züngelten im Geheimen viele Verschwörungen. 

Heinrichs Ende aber schuf für die Franzosen einen Mythos, wie er sich in unserer Epoche mit dem Mord an John F. Kennedy ins Gedächtnis der Menschheit eingegraben hat. Henri Quatre wurde zur Lichtgestalt der Geschichte Frankreichs. Selbst die Französische Revolution überlebte er: Nachdem die Republikaner sein Denkmal in Paris gestürzt hatten, wurde es 1818 neu errichtet. Und dort, auf »seinem« Pont Neuf an der Spitze der Ile de la Cité, steht es noch heute.

 
Leser-Kommentare
  1. Wieder einer der historischen Artikel, die ich schätze. Ich vermisse trotzdem - natürlich unabhängig vom Artikel - die damalige Kolumne "Zeitläufte" auf der letzten Seite. Lange galt dieser Seite mein erster, spätestens aber mein zweiter Blick.

    Hinter oder innerhalb des Dossiers gehen die oft gut geschriebenen Artikel leider unter.

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    Ja, Zeitläufte war eine tolle Rubrik. Wenn ich etwas ausschnitt und aufbewahrte, dann war es diese eine Seite.

    Ja, Zeitläufte war eine tolle Rubrik. Wenn ich etwas ausschnitt und aufbewahrte, dann war es diese eine Seite.

  2. Bisher waren mir die Hintergründe der "Bartholomäusnacht" nicht wirklich bekannt. Das hat sich nun geändert. Vielen Dank dafür!

    Ein sehr schöner Text über Heinrich IV. ("Pau" - seine Geburtsstadt) steht übrigens auch in Kurt Tucholskys "Pyrenäenbuch".

    • ddkddk
    • 15.05.2010 um 17:21 Uhr

    hat er wohl von seiner Großmutter Margarete von Angoulême, Königin von Navarra, die bekanntlich das Heptameron verfasste.

    Richtig dargestellt wurde, dass Heinrich III. von einem Mitglied der Domini Cani ermordet wurde.

    Nicht verschwiegen werden sollte, dass der Verdacht besteht, dass Heinrich IV. auf Anstiftung der Societas Jesu ermordet wurde. Heinrich Mann war jedenfalls überzeugt davon und hat dies ganz gut dargestellt. Das Motiv hierzu lag, wie bei Heinrich III., jedenfalls klar auf der Hand.

  3. Weil er vielleicht auf Kosten anderer Menschen lebt?
    Wieso ermordert man einen beliebten Mann?

    Weil er verdammt homosexuell ausschaut in seinem Pinken Tütü?

    Weil er viele Kinder in die Welt setzt um die sich andere nicht adelige Menschen kuemmern muessen, sprich diese Polygamie auch noch finanzieren muessen?

    Jaja, die Monarchie. Schade das es diese Herrenmenschen in Deutschland nicht mehr gibt. Diese Menschen bereichern durch ihre Nichtleistugen eine ganze Gesellschaft. Welch edle Geschoepfe.
    (ironie off)

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    • ddkddk
    • 15.05.2010 um 20:24 Uhr

    Sie ist aber gerade bei Henri Quatre völlig unangebracht.

    Er war in jeder Hinsicht ein außergewöhnlicher Mensch und Herrscher.

    Also bei aller berechtigter Kritik am Adel, von der ich nebenbei nicht glaube, dass sie auch Heinrich IV zutrifft, der Satz über Homosexuelle ist ja wohl absolut unpassend. Aber man sieht eben in jeder Epoche, wes Geistes Kind ein Mensch oder Kommentator ist...

    • ddkddk
    • 15.05.2010 um 20:24 Uhr

    Sie ist aber gerade bei Henri Quatre völlig unangebracht.

    Er war in jeder Hinsicht ein außergewöhnlicher Mensch und Herrscher.

    Also bei aller berechtigter Kritik am Adel, von der ich nebenbei nicht glaube, dass sie auch Heinrich IV zutrifft, der Satz über Homosexuelle ist ja wohl absolut unpassend. Aber man sieht eben in jeder Epoche, wes Geistes Kind ein Mensch oder Kommentator ist...

    • ddkddk
    • 15.05.2010 um 20:24 Uhr

    Sie ist aber gerade bei Henri Quatre völlig unangebracht.

    Er war in jeder Hinsicht ein außergewöhnlicher Mensch und Herrscher.

  4. Also bei aller berechtigter Kritik am Adel, von der ich nebenbei nicht glaube, dass sie auch Heinrich IV zutrifft, der Satz über Homosexuelle ist ja wohl absolut unpassend. Aber man sieht eben in jeder Epoche, wes Geistes Kind ein Mensch oder Kommentator ist...

  5. Es gibt eine sehr schöne Roman-Reihe von dem französischen Historiker Robert Merle, die "Fotune de France", die sich ausführlich mit den franz. Religionskriegen und den Folgen (z.B.Bartholomäusnacht,Henri III.,Henri IV. und dessen Nachfolger) beschäftigt.
    Gut recherchiert und (selbst für einen Historiker) gut geschrieben - macht Spaß diese Bücher zu lesen, wenn man historisch interessiert ist.

  6. ...es sollte natürlich "Fortune de France" heissen ;-)

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