US-GeschichtsunterrichtIst Jefferson zu links?
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Bei billigen Schulbüchern aus Texas greifen die Staaten gerne zu

Schulbücher aus Texas sind billig – da greifen auch andere Staaten gern zu

Ein derart massiver Eingriff in den Geschichtsunterricht wie jetzt in Texas indes überrascht. Er liegt gleichwohl im Trend. Denn Amerikas konservative Fundamentalisten entdecken gerade die Geschichte neu, allerdings auf recht eigenwillige Weise.

So erinnert seit Wochen die »Tea Party«-Bewegung mit ihren Protestaktionen an die Boston Tea Party von 1773, als aufgebrachte Kolonisten Tee der englischen Ostindiengesellschaft ins Hafenbecken warfen. Doch anders als jene Patrioten von damals, die mit ihrer kühnen Aktion als Steuerzahler ihr Mitspracherecht im britischen Parlament durchsetzen wollten – No taxation without representation! –, sind die fast ausschließlich weißen und meist älteren Protestler von heute keineswegs ohne representation. Ihre Abgeordneten sitzen selbstverständlich in allen Parlamenten des Landes. Nur den Präsidenten und die Regierung, die stellen sie nun mal nicht.

Auch mit der Huldigung an den Südstaatenpräsidenten Jefferson Davis steht Texas nicht allein. In Virginia rief der republikanische Gouverneur Bob McDonnell den April zum »Monat der konföderierten Geschichte« aus. Die »Werte des Südens« dürften nicht in Vergessenheit geraten. Da diese sonderbare Ehrung auf eine Verharmlosung der Sklaverei hinausläuft, waren nicht nur Bürgerrechtler schockiert.

Die geplanten Änderungen in Texas indes könnten Auswirkungen über den Bundesstaat hinaus haben. Denn in Texas seien, wie Gilbert T. Sewall vom American Textbook Council erklärt, die Auflagen besonders hoch. Das macht die einzelnen Bücher relativ billig, sodass auch ärmere Bundesstaaten bei Neubestellungen gern zugreifen. Auf diese Weise könnte sich die texanische Geschichtsklitterung rasch über die ganzen USA verbreiten. Allerdings sind auch in Texas die Budgets dünner geworden, die Neuauflagen für naturwissenschaftliche Schulbücher wurden aus fiskalischen Gründen bereits verschoben.

Im Übrigen hat die von Thomas Jefferson hochgeschätzte Demokratie der einfachen Bürger nicht nur bei der Präsidentschaftswahl im November 2008 ihre ungebrochene Vitalität gezeigt, sondern auch bei Wahlen zu den School Boards: Bislang sind Ultrakonservative, die lokal oder auf Staatsebene den naturwissenschaftlichen Unterricht rechristianisieren wollten, meist schnell wieder abgewählt worden. Doktor McLeroy in Dallas zumindest hat schon bei der Vorwahl im März das Entlassungszeugnis gezeigt bekommen: Seine Zeit im Board of Education läuft im Januar ab.

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Leserkommentare
  1. auch die Bildung in den USA ist käuflich, wie kann man sich das sonst erklären das der Gründungsvater der USA so verunglimpft wird. Die Reichen und Anglikaner mögen ihn wohl nicht, denn Gott ist eine Sache und der Staat eine andere

    4 Leserempfehlungen
  2. "Texas war neun Jahre lang, von 1836 bis 1845, eine unabhängige Republik, bevor es sich den USA anschloss "

    So nun nicht richtig. Texas wurde annektiert, das hat nichts mit einem "anschliessen" zu tun!

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    Moin,

    könnte man von einem "Anschluss" sprechen?

    CU

    Man sollte fair bleiben.
    Es war schon so das die Mehrheit der Texaner für diesen Anschluss war.
    Eine Anektion war es sicherlich aus der Sicht Mexikos,
    dass Texas immer noch als sein Staatsgebiet ansah.

    Außerdem handelten die Texaner Sonderbedingungen aus.
    Texas kann sich jederzeit in 5 Einzelstaaten aufteilen.
    Das heißt 10 Senatoren statt 2 !

    Und nun kommt der aktuelle Bezug:
    Niemand sollte ausschließen, dass die fundmentalistische
    erzkonservative Mehrheit in Texas dies bei Bedarf nie wirklich tun würde !!

    • Jenss
    • 14. Mai 2010 18:32 Uhr

    Hallo! Bitte nicht gleich wieder in Klischees verfallen. Nicht DIE Amerikaner wollen, dass so, sondern irgendwelche Spinner die auch in Texas einer Minderheit angehören.

    Wenn bei uns ein paar Glatzen Ausländer in den Innenstädten zu Tode hetzen, sind dass auch nicht DIE Deutschen.

    3 Leserempfehlungen
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    Und im Gegensatz zu dem deutschen Schulsystem können die Amerikaner noch selbst entscheiden was die Kinder lernen. Was nicht unbedingt immer zu einer guten Ausbildung fuehren mag, aber da muss man die Amerikaner beneiden, denn diese lassen sich nicht irgendwelche Sozis oder andere Hassprediger, von einem Vormund namens Staat, vor die Nase der Kinder setzen.

    Ich habe selber in den USA ein Hochschuljahr verbracht, im Nordwesten, und ich muss sagen das der Laizismus dort keine hohle Versprechung ist, sondern alltag ist, was man im Gegensatz zum deutschen Schulsystem nicht sagen kann.

    Es gab im Basketballteam auch Kinder von der örtlichen christlichen Schule, die nicht so naturwissenschaftlich ausgerichtet ist. Diese Kinder fielen mir allerdings eher durch ihre Höflichkeit als durch ihren Fanatismus oder Hass auf Andersdenkende auf.

    Auf meiner Schule kam es auch nicht vor das Lehrer 4 Monate lang fehlen. Die arbeiten tagtaeglich, ziehen Schulstoff durch und hetzen nicht gegen Minderheiten, Andersdenkende und Besserverdienende.
    Ganz im Gegensatz dazu hier in Deutschland! Dort machen diese Kleinfuersten alles andere als richtigen Unterricht!

    Alles eine Frage des Intellekts halt. Das Schulsystem in Deutschland ist totalitaer (und das in einer Demokratie) und besonders unterwandert von arbeitsunwilligen, depressiven, verbitterten Menschen!

    Kehrt erstmal vor der eigenen Haustuer!

    So ein texanisches Lokalthema hier zu praesentieren, wobei deutsche Lokalthemen, die weitaus brisanter sind immer wieder zu verschweigen, halte ich persoenlich nur fuer laecherlich.

    Ausserdem gibt es in den USA keine ZENSUR, so dass sich jeder Schulgaenger anderweitig Informationen von Thomas Jefferson einholen kann.

    Meiner Meinung nach wird wieder mal versucht das elitaere deutsche Schulsystem hochzupreisen indem man andere freiere, andersdenkende Schulsysteme diskreditiert!

    Wieso nimmt ihr euch nicht mal die saudischen Schulen vor?

    Live free or die!

    hinkt, wenn es nicht noch weit drastischer auseinanderklafft.

    Obskure Schulinterna sind mitnichten mit rechtsradikalen Übergriffen zu vergleichen. Abgesehen davon empfinde ich beim lesen des Textes keinesfalls eine Verallgemeinerung.

    Es wird durchaus von verschiedenen Meinungen gesprochen und keine populäre antidemokratische Schulpolitik gepriesen.

    Obgleich mich allgemein mehr Reaktionen interessiert hätten.

    Es geht hier immerhin um alle Kinder in den öffentlichen Schulen in Texas wenn ich das richtig gelesen habe ...

  3. Und im Gegensatz zu dem deutschen Schulsystem können die Amerikaner noch selbst entscheiden was die Kinder lernen. Was nicht unbedingt immer zu einer guten Ausbildung fuehren mag, aber da muss man die Amerikaner beneiden, denn diese lassen sich nicht irgendwelche Sozis oder andere Hassprediger, von einem Vormund namens Staat, vor die Nase der Kinder setzen.

    Ich habe selber in den USA ein Hochschuljahr verbracht, im Nordwesten, und ich muss sagen das der Laizismus dort keine hohle Versprechung ist, sondern alltag ist, was man im Gegensatz zum deutschen Schulsystem nicht sagen kann.

    Es gab im Basketballteam auch Kinder von der örtlichen christlichen Schule, die nicht so naturwissenschaftlich ausgerichtet ist. Diese Kinder fielen mir allerdings eher durch ihre Höflichkeit als durch ihren Fanatismus oder Hass auf Andersdenkende auf.

    Auf meiner Schule kam es auch nicht vor das Lehrer 4 Monate lang fehlen. Die arbeiten tagtaeglich, ziehen Schulstoff durch und hetzen nicht gegen Minderheiten, Andersdenkende und Besserverdienende.
    Ganz im Gegensatz dazu hier in Deutschland! Dort machen diese Kleinfuersten alles andere als richtigen Unterricht!

    Alles eine Frage des Intellekts halt. Das Schulsystem in Deutschland ist totalitaer (und das in einer Demokratie) und besonders unterwandert von arbeitsunwilligen, depressiven, verbitterten Menschen!

    Kehrt erstmal vor der eigenen Haustuer!

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    Ich finde es durchaus beachtenswert, dass sie das amerikanische System auf so strikte art und weise verteidigen und Ich will Ihnen in ihrem Eindruck keinen Fehler unterstellen, aber
    1. waren Sie im Nord-Westen, was in einem Land wie Amerika durchaus einen Unterschied zum südlichen Texas ausmachen könnte.
    2. will Ich das deutsche Schulsystem weder großartig verteidigen noch mich Ihnen vollkommen anschließen, denn mal abgesehen von Ihrer allgemeinen Ansicht kenne Ich persönlich noch einige Lehrer die man durchaus als motiviert bezeichnen kann.
    Natürlich gibt es mitunter eine Menge ausnahmen, aber Ihr amerikanisches Vorzeigebild wirkt doch recht idealistisch...
    3. hab ich auch so meinen Groll auf Mathe aber Ich kann mir glaub ich kein ganz so düsteres urteil erlauben.

    "Das Schulsystem in Deutschland ist totalitaer (und das in einer Demokratie) und besonders unterwandert von arbeitsunwilligen, depressiven, verbitterten Menschen!"

    Tut mir ja leid, dass Sie hier so schlechte Erfahrungen gemacht haben und es geht mich ja eigentlich nichts an, aber verbittert sind vor allem Sie selbst...?

  4. So ein texanisches Lokalthema hier zu praesentieren, wobei deutsche Lokalthemen, die weitaus brisanter sind immer wieder zu verschweigen, halte ich persoenlich nur fuer laecherlich.

    Ausserdem gibt es in den USA keine ZENSUR, so dass sich jeder Schulgaenger anderweitig Informationen von Thomas Jefferson einholen kann.

    Meiner Meinung nach wird wieder mal versucht das elitaere deutsche Schulsystem hochzupreisen indem man andere freiere, andersdenkende Schulsysteme diskreditiert!

    Wieso nimmt ihr euch nicht mal die saudischen Schulen vor?

    Live free or die!

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    • th
    • 14. Mai 2010 21:54 Uhr

    wie Texas einer der Väter der US-Verfassung von meschuggenen Rechtsradikalen aus den Schulbüchern gekickt werden kann, gibt das schon zu denken.

    Immerhin sind die USA unser wichtigster Verbündeter (s. z.B. NATO/Afghanistan) - da macht man sich schon so seine Gedanken.

    ... und überall in die Welt zu exportieren versucht, der sollte wohl in der Heimat der eigenen Linie besonders treu bleiben, oder nicht?!

  5. hinkt, wenn es nicht noch weit drastischer auseinanderklafft.

    Obskure Schulinterna sind mitnichten mit rechtsradikalen Übergriffen zu vergleichen. Abgesehen davon empfinde ich beim lesen des Textes keinesfalls eine Verallgemeinerung.

    Es wird durchaus von verschiedenen Meinungen gesprochen und keine populäre antidemokratische Schulpolitik gepriesen.

    Obgleich mich allgemein mehr Reaktionen interessiert hätten.

    Eine Leserempfehlung
  6. Das amerikanische Schulsystem ist jedenfalls nicht so rassistisch wie das stolze DEUTSCHE Schulsystem!!

    Dort werden Kinder nicht auf staatlichen Schulen wegen ihrer Herkunft, Religion, politischen Meinung, Gehalt oder Beruf der Eltern oder wegen der Haar-und Augenfarbe derartig diskriminiert wie hier im stolzen Deutschland!

    Ausserdem ist der Mathematikunterricht in Deutschland ein Witz, was sogar Chinesische Studenten bezeugen koennen.

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    Na dann kommen sie mal nach England - hier ist er noch schlimmer.
    Und was hier als "Mathestudium" bezeichnet wird... Klar die nun im nächsten Jahr 3290 Pfund Uni-Gebühren sind für einen einfachen Abschluss, nicht für gute Bildung...

    Deutschland ist nicht so schlecht wenn es um Inhalte in Fächern wie Mathematik geht - ja, es gibt Länder wo mehr gelehrt wird, und durchaus auch besser gelehrt wird - und ich muss dazu sagen - meine Erfahrung mit dem deutschen Matheunterricht stammt aus einem gutem Gymnasium - ist sofern auch nicht sehr repräsentativ.

    Aber zum Artikel:
    Das Problem was ich in Amerika sehe ist eher dass ein paar Spinner irgendwo anfangen - und dann entweder unterwandert es das ganze Land oder wenn es das nicht schafft bildet sich ein "Kern" der dies trotzdem lehrt.
    Einmal in die Welt gesetzt wird sich eine Gruppe finden die dies immer weiter verbreiten will... auch wenn der Staat einsieht dass es Unsinn ist...

    Können Sie die Behauptung, dass in Deutschland Schüler aufgrund von "Herkunft, Religion, politischen Meinung" oder sogar "wegen der Haar-und Augenfarbe" diskriminiert würden, durch Belege stützen?

  7. Ich finde es durchaus beachtenswert, dass sie das amerikanische System auf so strikte art und weise verteidigen und Ich will Ihnen in ihrem Eindruck keinen Fehler unterstellen, aber
    1. waren Sie im Nord-Westen, was in einem Land wie Amerika durchaus einen Unterschied zum südlichen Texas ausmachen könnte.
    2. will Ich das deutsche Schulsystem weder großartig verteidigen noch mich Ihnen vollkommen anschließen, denn mal abgesehen von Ihrer allgemeinen Ansicht kenne Ich persönlich noch einige Lehrer die man durchaus als motiviert bezeichnen kann.
    Natürlich gibt es mitunter eine Menge ausnahmen, aber Ihr amerikanisches Vorzeigebild wirkt doch recht idealistisch...
    3. hab ich auch so meinen Groll auf Mathe aber Ich kann mir glaub ich kein ganz so düsteres urteil erlauben.

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    .....denn hier zahlt man Steuern aber das Geld geht in andere elitaere Taschen und man sieht nichts davon. Tolles Staatswesen halt.

    In den USA kriegt man zu den einzelnen naturwissenschaftlichen Faechern Faustdicke Buecher, ja sogar fuer Mathematik.

    Dort gibt es auch neue Tafeln und jeder Schueler hat seinen Stuhl.

    Und die zahlen so gut wie nichts fuer das Schulsystem. Aber das ist ja natuerlich teuflisch, nicht.

    Ich erinner mich noch an die 13 hier in Deutschland. Da musste ich mir jeden Freitagmorgen einen Stuhl im Schulgebaeude suchen. Buecher fuer Chemie oder Physik....Fehlanzeige. Da musst du schon einen Vater haben der das studiert hat um dort ueberhaupt eine gute Note zu kriegen, deswegen waehtl man das dann ganz schnell ab.

    Ja, Deutschland ist allen Laendern ueberlegen! Deutschland steht halt ueber allem.

    Ich war in Oregon. Das ist neben Alaska der einzigste Staat der kein Salestax hat, weil die Leute da ein zu geringes Einkommen haben.

    Aber trotzdem haben die dort ein besser finanziertes Schulwesen als wir hier in Deutschland, obwohl die weniger Steuern zahlen.

    Komisch finde ich das schon alles.

    Deutschland ist und war halt immer ein demokratisches Bananenland!

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