Datenschutz Google an die LeineSeite 2/2

Worum es jetzt geht, ist eine intelligente und selbstbewusste Regulierung des Netzes durch den Staat. Er muss beileibe nicht alles regeln. Aber er muss garantieren, notfalls mit Auflagen und Strafen, dass die Global Player des Cyberspace sich an ein paar Mindeststandards des Zusammenlebens halten: Transparenz, Fairness, Gesetzestreue.

Seit Mitte des vorvergangenen Jahrhunderts wurden in Deutschland die Eisenbahnen verstaatlicht, nachdem ihre fundamentale Bedeutung für die Industrialisierung deutlich geworden war. Und 1984, ausgerechnet während der Amtszeit von Ronald Reagan, wurde auf Druck der Kartellbehörde der US-Telefonriese AT&T zerlegt, um dessen Monopol zu brechen. Derart brachial muss heute kein Staat eingreifen. Niemand denkt an eine Verstaatlichung der Netzinfrastruktur oder an eine Zerschlagung von Quasimonopolisten. Aber es ist durchaus hilfreich, daran zu erinnern, dass die Politik im Umgang mit Großkonzernen nicht so machtlos ist, wie es mitunter zu sein scheint. In der analogen Welt nicht und in der digitalen auch nicht.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. 3. Unsinn

    Es gibt im Recht kein Begriff wie "Internet".

    Die Aussage "Worum es jetzt geht, ist eine intelligente und selbstbewusste Regulierung des Netzes durch den Staat." ist grundsätzlich FALSCH.

    Alle Probleme können aufgrund vorhandenes Rechts gelöst werden .. genug zu wollen.

    Der Artikel ist gefahrlich Quatsch ohne Rechtkenntniss.

  2. Ich kann auf Googles Dienstleitungen verzichten und nach Alternativen suchen. Wenn die Mist machen, kratzt das an ihrem Image und wird sie noch teuer zu stehen kommen. Microsoft machte es vor, Apple macht es nach, Google folgt auf dem Fusse.
    Ich würde gern auf Deutschland verzichten. Wird schon schwieriger, wa?

    Ansonsten empfehle ich dem Autor des Artikels mal mit einer Suchmaschine seiner Wahl nach "Internetrecht Uni Münster Prof. Hoeren" zu suchen. Dann möge er bitte das so gefundene 522 Seiten umfassende Skript zum Thema Internetrecht durcharbeiten.

    Mal schaun ob er danach noch immer die Behauptung vom angeblichen Verzicht auf Regulierung wiederholen möchte oder am besten gleich die lustige Weise "Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein." anstimmen mag. Im Duett mit Ursula, Wolfgang und dem ganzen anderen...egal.

    Ansosnten stimmt de Tenor natürlich. Aber das Problem ist nicht das fehlende Regelwerk wie von Politik immer wieder suggeriert wird.

  3. ...wenn er verlangt, das Google et. al. daran erinnert werden, sich an Recht und Gesetz zuhalten.

    Aber der Tenor seines Artikels zeigt, das er den Unterschied zwischen Staat und Privat nicht verstanden hat (verstehen will?).

    Zitat:
    "Aber es ist durchaus hilfreich, daran zu erinnern, dass die Politik im Umgang mit Großkonzernen nicht so machtlos ist, wie es mitunter zu sein scheint."

    Ah, wir sehen, der Autor weiss es doch.

    Der Unterschied ist einfach:
    - Google kann mich ärgern, Google kann mich vielleicht sogar Geld kosten, aber wenn ich Google aus dem Weg gehe, kann mich niemand dafür tadeln.

    - Der Staat kan mich zwingen, der Staat kann mich in ein Loch werfen und den Schlüssel wegwerfen (und er kann JEDERZEIT das gleiche mit den Chefs von Google machen)

    Deswegen macht es einen gravierenden Unterschied ob Google mein Loginverhalten loggt, oder ob der Staat eine Vorratsdatenspeicherung betreibt.

    Google ist nur aus einem Grund gefährlich für mich: weil der Staat jederzeit Googles ungefährliche Daten uber mich in existenzbedrohende Daten über mich verwandeln kann.

    Die angebliche Machtlosigkeit des Staates im Internet ist Chimäre, die den unbedarften Menschen die Sicht vernebeln soll.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...und genau deswegen kann ein stärkerer Zugriff auf Firmen wie Google durch den Staat sogar kontraproduktiv sein:

    Wieder das Beispiel Vorratsdatenspeicherung: Speichert ein Internetprovider meine Flatrate Zugangszeiten, so handellt er rechtswidrig, denn er darf nur speichern, was er zur Abrechnung benötigt.
    Er ist also zu datendefensivem Verhalten gezwungen.

    Kommt aber der Staat ins Spiel, ist aller Datenschutz hinfällig und auf Vorrat darf plötzlich alles gespeichert werden.

    Datenschutz ist kein entweder-oder bei dem ich wählen muss ob der Staat meine sämtlichen Daten sammelt oder ein Unternehmen.
    Ich will das niemand meine Daten sammelt!

    Der Staat soll meine Daten nicht sammeln, weil
    - Behördenwillkür immer wieder vorkommt und auch der Richtervorbehalt mich nicht davor schützt

    Google sehe ich als noch viel kritischer an, weil
    - diese amerikanische Firma nach belieben mit meinen Daten verfahren kann, da es in den USA keinen Datenschutz für die Privatwirtschaft gibt.
    - wenn google Amerika das will, kann es also meine Daten beliebig auswerten und weiterverkaufen.
    - meine Daten in der Wirtschaft ein größeres Schadenspotential (Bewerbung, Kreditrating, Selektion des Schulzugangs, Stipendien, Werbung...) haben als die Daten beim Staat.
    - weil der Staat (USA/D) google dazu verpflichten kann meine Daten herauszugeben

    Die Wahrscheinlichkeit das meine Daten durch eine Firma (google/Auskunfteien) zu meinem Nachteil verwendet, werden wesentlich höher ist, als dass der deutsche Staat meine Daten missbraucht.

    PS: man kann google nicht ausweichen, weil sehr viele Internetseiten google Werbung schalten und google dadurch auch die Benutzer erfasst, die keine google Dienste direkt nutzen.

    ...und genau deswegen kann ein stärkerer Zugriff auf Firmen wie Google durch den Staat sogar kontraproduktiv sein:

    Wieder das Beispiel Vorratsdatenspeicherung: Speichert ein Internetprovider meine Flatrate Zugangszeiten, so handellt er rechtswidrig, denn er darf nur speichern, was er zur Abrechnung benötigt.
    Er ist also zu datendefensivem Verhalten gezwungen.

    Kommt aber der Staat ins Spiel, ist aller Datenschutz hinfällig und auf Vorrat darf plötzlich alles gespeichert werden.

    Datenschutz ist kein entweder-oder bei dem ich wählen muss ob der Staat meine sämtlichen Daten sammelt oder ein Unternehmen.
    Ich will das niemand meine Daten sammelt!

    Der Staat soll meine Daten nicht sammeln, weil
    - Behördenwillkür immer wieder vorkommt und auch der Richtervorbehalt mich nicht davor schützt

    Google sehe ich als noch viel kritischer an, weil
    - diese amerikanische Firma nach belieben mit meinen Daten verfahren kann, da es in den USA keinen Datenschutz für die Privatwirtschaft gibt.
    - wenn google Amerika das will, kann es also meine Daten beliebig auswerten und weiterverkaufen.
    - meine Daten in der Wirtschaft ein größeres Schadenspotential (Bewerbung, Kreditrating, Selektion des Schulzugangs, Stipendien, Werbung...) haben als die Daten beim Staat.
    - weil der Staat (USA/D) google dazu verpflichten kann meine Daten herauszugeben

    Die Wahrscheinlichkeit das meine Daten durch eine Firma (google/Auskunfteien) zu meinem Nachteil verwendet, werden wesentlich höher ist, als dass der deutsche Staat meine Daten missbraucht.

    PS: man kann google nicht ausweichen, weil sehr viele Internetseiten google Werbung schalten und google dadurch auch die Benutzer erfasst, die keine google Dienste direkt nutzen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service